{"id":1035,"date":"2005-08-16T09:19:19","date_gmt":"2005-08-16T07:19:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=1035"},"modified":"2005-08-16T09:21:31","modified_gmt":"2005-08-16T07:21:31","slug":"%e2%80%9efragst-du-nach-tristan-teure-frau%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=1035","title":{"rendered":"\u201eFragst du nach Tristan, teure Frau\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Countdown nach <a href=\"http:\/\/www.bayreuther-festspiele.de\/\">Bayreuth<\/a> hat begonnen. Heute nachmittag geht&#8217;s in die (St\u00e4dtemetaphern rocken) Wagnerstadt, morgen gibt&#8217;s <em>Parsifal<\/em> und am Donnerstag <em>Tristan und Isolde<\/em>, die einzige Wagneroper, die ich bis jetzt noch nie gesehen habe. Seit einigen Tagen l\u00e4uft die wunderbare Aufnahme von 1966 aus Bayreuth (Karl B\u00f6hm, Birgit Nilsson, Wolfgang Windgassen) auf dem iPod, w\u00e4hrend ich wahlweise die Partitur oder nur das Reclam-Libretto mitlese. Und wie immer, wenn ich Opern h\u00f6re, stelle ich mir die Frage, ob die Leute damals bei der Urauff\u00fchrung, als es noch kein Reclamheft zum Mitlesen gab, auch nur ein Wort des Textes verstanden haben. Hatten die H\u00f6rer damals vielleicht ein operngeschultes Geh\u00f6r, das noch nicht von Simpelpop runtergedummt war? Oder war der Text egal?<\/p>\n<p>Was sich allerdings in meiner pers\u00f6nlichen Opernrezeption ge\u00e4ndert hat, ist der Respekt vor den S\u00e4ngern. Mir war zwar schon l\u00e4nger klar, dass Wagner wahrscheinlich ein bisschen schwieriger zu singen ist als \u201eHoch auf dem gelben Wagen\u201c, aber erst, seit ich selber Unterricht habe, merke ich, wie verdammt gro\u00dfartig die Jungs und M\u00e4dels ihren Job machen. Mir war nie klar, <em>wie<\/em> schwierig es ist, leise und trotzdem betont zu singen. Wie unm\u00f6glich es ist, in den ganz hohen Lagen \u00fcberhaupt noch Worte zu formen. Ich h\u00f6re auf einmal Feinheiten, die ich bis jetzt als selbstverst\u00e4ndlich hingenommen habe \u2013 zum Beispiel schlicht und einfach eine gewissen Betonung oder eine Emotion, die transportiert wird. Erst seit ich selber versuche, schnulziges Zeug zu singen, ohne dass es trieft oder l\u00e4cherlich wirkt oder (noch schlimmer) es sich anh\u00f6rt, als w\u00e4re mir alles total egal, ahne ich, welche Gratwanderung eine gef\u00fchlvolle Interpretation ist. Ich achte auf einmal darauf, wann geatmet wird, auf welchen Silben betont wird, auf welchem Vokal die S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen sich nach oben qu\u00e4len (i) oder schwingen d\u00fcrfen (a). Es klingt nicht anders als fr\u00fcher, als ich Opern geh\u00f6rt habe. Aber es klingt auf einmal so, wie es eben ist: richtig, richtig schwer.<\/p>\n<p>Das iBook reist nat\u00fcrlich mit nach Bayreuth und das Hotel wurde nat\u00fcrlich nach W-LAN-Aspekten gew\u00e4hlt und die Digitalkamera ist nat\u00fcrlich ab Abflug Hamburg im Anschlag, aber ich wei\u00df trotzdem nicht, ob hier in den n\u00e4chsten drei Tagen was passieren wird oder ob ich stattdessen so vom <a href=\"http:\/\/www.wahnfried.de\/wahnfried\/stage.html\">Haus Wahnfried<\/a> ergriffen sein werde, dass ich erst Samstag wieder poste. Kiek mol wedder in. Oder lest meinen Eintrag vom <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/anke1\/pasdeblog\/blogarchiv\/juli04.html\">26. Juli<\/a> vergangenen Jahres, wo ich mich bereits sehns\u00fcchtig nach Bayreuth verzehrt habe, nicht ahnend, dass ich nur ein Jahr sp\u00e4ter wieder da sein werden w\u00fcrde (wollen gehabt getan).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Countdown nach Bayreuth hat begonnen. 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