{"id":10439,"date":"2010-10-07T09:38:39","date_gmt":"2010-10-07T07:38:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=10439"},"modified":"2010-10-07T09:49:51","modified_gmt":"2010-10-07T07:49:51","slug":"gerne-wiederoch-joeher-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=10439","title":{"rendered":"Gerne wieder\/Och jo\/Eher nicht"},"content":{"rendered":"<p>Die ersten zwei Tage voller Arbeit in Berlin (und dann erstmal wieder ins Home Office). Zwei N\u00e4chte in einer Location, die ich mal nicht weiterempfehlen m\u00f6chte \u2013 oder jedenfalls nicht f\u00fcr Naturspie\u00dfer_innen wie mich. Zwei Futterkrippen, die ich daf\u00fcr weiterempfehlen m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Gerne wieder: das <a href=\"http:\/\/www.qype.com\/place\/61512-Milch-Zucker-Berlin\">Milch und Zucker<\/a> in der Oranienstra\u00dfe in Kreuzberg. Nur einmal schnell zum Mittagessen dagewesen; daf\u00fcr ging&#8217;s ziemlich flott, und ich fand die Auswahl an vegetarischen Gerichten sehr gut. Mein Salat mit fleischlosen Maultaschen war jedenfalls lecker: wenig Gr\u00fcnzeug, viel Tomate, Gurke, rote Bete, Sprossen, ne Scheibe Vollkornbrot dr\u00fcber. Nichts Weltbewegendes, aber gut. Sitzgelegenheiten waren eher sp\u00e4rlich ges\u00e4t, Musik ist mir sowieso immer zu laut, aber wenn selbst ich R\u00fcckenmemme zufrieden mit der Bank am Fenster war, sind alle anderen es wahrscheinlich auch.<\/p>\n<p>Och jo: Die Nacht vor der Pr\u00e4sentation ist gleichbedeutend mit \u201eWir bestellen bei Bringdienst YX, schreib mir ne Mail, was du haben willst\u201c. Mein derzeitiger Arbeitgeber und seine Drohnen haben bei <a href=\"http:\/\/www.papa-no.de\/\">Papa No<\/a> bestellt. Die Kolleg_innen haben sich weitr\u00e4umig mit gut aussehendem Sushi eingedeckt, und ich war mit dem frittierten Tofu mit Mandeln, chinesischen Pilzen und Zuckerschoten bringdienstgl\u00fccklich. Hei\u00dft: Frisch schmeckt&#8217;s wahrscheinlich sehr gut, in der Pappschale nach der Autofahrt immerhin noch okay. \u00dcber die \u201eaus Sojafleisch geformte Entenbrust\u201c oder das \u201eLammfleischimitat\u201c konnte ich um 22 Uhr nur noch m\u00fcde grinsen.<\/p>\n<p>Eher nicht: meine Unterkunft. Die Kaltmamsell hatte mal \u00fcber ihren Aufenthalt in den <a href=\"http:\/\/www.imalofts.com\/\">IMA-Lofts<\/a> <a href=\"http:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2010\/02\/journal-20-februar-2010.htm\">geschrieben<\/a>, und da sie nur wenige Fu\u00dfminuten von der Agentur weg sind, dachte ich: perfekt. War&#8217;s nicht ganz. Der wirklich sch\u00f6ne Geb\u00e4udekomplex \u2013 eine alte Fabrik \u2013 wurde in hohe R\u00e4ume unterteilt, in denen sich nicht nur die Appartements befinden, sondern auch Werkst\u00e4tten und ein Caf\u00e9, das zum Loft geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Im Nachhinein lese ich auch bei der Kaltmamsell nicht unbedingt eine <em>begeisterte<\/em> Empfehlung, und ich gebe auch keine. Das liegt aber nur daran, dass ich zum Arbeiten in der Stadt war. Im Urlaub w\u00e4re ich sicherlich etwas entspannter gewesen. Der Check-In ist nur zwischen 14 und 20 Uhr m\u00f6glich, was f\u00fcr einen arbeitenden Menschen extrem d\u00e4mliche Zeiten sind \u2013 die Mittagspause ist schon rum und der Feierabendzeitpunkt leider nicht fest definiert. Netterweise durfte ich mal zwischendurch kurz weg, und ich dachte noch, das geht ja schnell, hallo sagen, unterschreiben, Tasche aufs Zimmer werfen und wieder in die Agentur gehen. Haha. <\/p>\n<p>Die Rezeption ist ein winziger Tisch, der neben der Caf\u00e9theke steht, und der Typ, der den Kaffee macht, die Bestellungen der G\u00e4ste entgegennimmt, die an eben dieser Theke stehen, diese Bestellungen dann m\u00fcndlich und in coolem Slackertempo der K\u00fcche vermittelt, nebenbei noch die Tische abr\u00e4umt und kassiert, genau dieser Typ checkt dich auch ein. Auf Englisch, denn er spricht kein Deutsch. Wie anscheinend kaum jemand in dem Laden. Okay, ich kann auch Englisch, aber ich find&#8217;s trotzdem doof. (Hier kommt die Spie\u00dferin durch.) Zuerst war meine Reservierung nicht auffindbar. Dann immerhin unter einem Fantasienamen; wir haben gemeinsam meine E-Mails auf dem Firmenmacbook wiedergefunden, und der Herr lie\u00df sich \u00fcberzeugen, dass Frau Kroaunert in Wirklichkeit Frau Gr\u00f6ner hei\u00dft. Dann war mein Zimmer noch nicht fertig. &#8220;Would you mind waiting for a few minutes?&#8221; Die few minutes zogen sich ziemlich. Der Herr bot mir einen Kaffee an, den er umgehend wieder verga\u00df. Dann telefonierte er immerhin nochmals mit den Reinigungsleuten, wie lange das noch dauern w\u00fcrde, worauf er mit dann netterweise einfach ein anderes Loft gegeben hat. Bezahlen konnte ich leider nicht, denn das EC-Leseger\u00e4t ging nicht, das Kartenleseger\u00e4t auch nicht, und bar hatte ich es nicht da. &#8220;So you pay tomorrow.&#8221; Klar. Ich komm einfach nochmal w\u00e4hrend der Arbeitszeit rum, kein Thema.<\/p>\n<p>Das Loft selbst war okay, gegen Ikea-Einrichtung hab ich nichts, alles sehr sauber, ein riesiges Bad, was im Winter wahrscheinlich nur schwer warmzukriegen ist, aber es war ja nicht Winter, leider fast \u00fcberall roher Betonfu\u00dfboden, was ich als sehr uneinladend empfinde, und wenn ich nicht so ziemlich direkt neben dem Fahrstuhl geschlafen h\u00e4tte, w\u00e4re es auch sehr ruhig gewesen. Das Klo war so hoch, dass ich nur mit den Zehenspitzen auf den Fu\u00dfboden kam, und ich habe mich zum wiederholten Male gefragt, wieso man gerade auf diesen Gulliverklos den Toilettenpapierhalter 30 Zentimeter \u00fcber dem Fu\u00dfboden anbringt. Die Dusche war eine von denen, die nirgends einrasten und einfach nur bl\u00f6d nach unten abstrahlen, so dass man sich sehr verrenken muss beim Haarewaschen, aber das war mir dann inzwischen auch egal. <\/p>\n<p>Die K\u00fcche war, wenn ich mich recht erinnere, nicht mit einem Herd ausgestattet, sondern nur mit einer Mikrowelle. Au\u00dferdem war nichts an Lebensmitteln da au\u00dfer einem Pfefferstreuer; ich habe nicht ausprobiert, ob da was drin war. Bei der letzten Berlinbuchung habe ich auch teilweise in m\u00f6blierten Appartements gewohnt, und da war immer wenigstens ein winziges R\u00fcstzeug da: eine Packung W\u00fcrfelzucker, Salz, Pfeffer, wenn ich richtig Gl\u00fcck hatte, ein Paar Teebeutel oder Instantkaffee. Hier: nix. Wenn ich mich wirklich h\u00e4tte selbst versorgen wollen, h\u00e4tte ich ungew\u00fcrztes Mikrowellenfutter zu mir nehmen m\u00fcssen \u2013 oder eben f\u00fcr eine Portion Spaghetti auch noch ein Pfund Salz kaufen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das Auschecken war im Prinzip das Einchecken in Gr\u00fcn: Meine h\u00e4ndisch ausgef\u00fcllte Bescheinigung war nicht mehr aufzufinden, ich habe also alles nochmal ausgef\u00fcllt, es gab keine vern\u00fcnftige Rechnung, sondern nur eine Kopie einer Kopie der eben ausgef\u00fcllten Bescheinigung, auf der immerhin der Betrag zu lesen ist (und ich hoffe, dass das sowohl meiner Steuerberaterin als auch der Agentur gen\u00fcgt, die mir bitte mein Geld wiedergeben soll), und nat\u00fcrlich gingen die Kartenleseger\u00e4te immer noch nicht, weswegen ich mir nebenan bei der Post gegen Geb\u00fchr Bargeld holen musste. <\/p>\n<p>Das W-Lan funktionierte Montag abend sehr gut, Dienstag nacht klemmte die Leitung dann wieder so sehr, so dass ich immer auf den piepsenden Einwahlton meines guten, alten 14.000-Modems gelauscht habe. Und das Caf\u00e9, in dem ich eigentlich ab 8 Uhr h\u00e4tte fr\u00fchst\u00fccken wollen, war nat\u00fcrlich auch nicht ge\u00f6ffnet. <\/p>\n<p>Die Qype- und TripAdvisor-Bewertungen (wenn Sie bitte mal selbst googeln wollen) klingen entweder genau wie ich oder genau wie das Gegenteil: alle super nett, alles toll, prima Szene, lecker Essen. Ich gebe zu, die Gerichte, die auf der Karte des Caf\u00e9s standen, waren erstens fast alle vegetarisch oder sogar vegan und sahen auch sehr gut aus, aber ich konnte mich leider nicht von ihrer Qualit\u00e4t \u00fcberzeugen. Obwohl ich sehr gerne das Vitalfr\u00fchst\u00fcck mit M\u00fcsli und Obst ausprobiert h\u00e4tte, bevor ich mich in den langen Tag gest\u00fcrzt habe.<\/p>\n<p>Zum Abschluss vers\u00f6hnte mich die Konsumgesellschaft dann aber wieder: Am Hauptbahnhof, wo ich traditionell f\u00fcr den Kerl und mich die Sechserpackung <a href=\"http:\/\/www.dunkin-donuts.de\/\">Dunkin Donuts<\/a> nach Hause schleppe, gibt es inzwischen sogar <em>zwei<\/em> Locations. Und eine davon ist direkt neben dem Starbucks, in dem ich ebenfalls traditionell meinen gro\u00dfen White Chocolate Mocca bestelle (ich weigere mich, \u201eventi\u201c zu sagen). Wobei ich nach meiner einj\u00e4hrigen Abstinenz entsetzt festgestellt habe, dass mir der inzwischen viel zu s\u00fc\u00df und viel zu viel geworden ist. <\/p>\n<p>Aber die Donuts schmecken immer noch.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ja, hier geht&#8217;s gerade etwas fleischlos zu, wie Sie ja sicherlich schon an den Rezepten gemerkt haben. Ist weder Vorsatz noch Moralkeule, sondern schlicht eine Nachwirkung von Foers <em>Eating Animals<\/em>. Der Mistkerl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten zwei Tage voller Arbeit in Berlin (und dann erstmal wieder ins Home Office). Zwei N\u00e4chte in einer Location, die ich mal nicht weiterempfehlen m\u00f6chte \u2013 oder jedenfalls nicht f\u00fcr Naturspie\u00dfer_innen wie mich. Zwei Futterkrippen, die ich daf\u00fcr weiterempfehlen m\u00f6chte. Gerne wieder: das Milch und Zucker in der Oranienstra\u00dfe in Kreuzberg. 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