{"id":1167,"date":"2005-10-17T08:06:13","date_gmt":"2005-10-17T06:06:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=1167"},"modified":"2005-10-17T11:50:01","modified_gmt":"2005-10-17T09:50:01","slug":"wallace-gromit-in-the-curse-of-the-were-rabbit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=1167","title":{"rendered":"Wallace &#038; Gromit: The Curse of the Were-Rabbit"},"content":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.ankegroener.de\/Bilder\/wallace_gromit_rabbit.jpg' alt='' \/><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0312004\/\">Wallace &#038; Gromit: The Curse of the Were-Rabbit<\/a> (Wallace &#038; Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen, UK 2005, 85 min)<\/p>\n<p>Originalstimmen: Peter Sallis, Helena Bonham Carter, Ralph Fiennes, Peter Kay, Nicholas Smith, Liz Smith<br \/>\nMusik: Julian Nott<br \/>\nKamera: Tristan Oliver, Dave Alex Riddett<br \/>\nDrehbuch: Steve Box, Nick Park, Bob Baker, Mark Burton<br \/>\nRegie: Steve Box &#038; Nick Park<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wandg.com\/trailerpage\/trailerpage.html\">Trailer<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wandg.com\/\">Offizielle Seite<\/a><\/em><\/p>\n<p>Dass der k\u00e4seliebende Wallace und sein stummer Hund Gromit unterhaltsam sind, wei\u00df man aus diversen Kurzfilmen. Aber reichen die seltsamen Eigenschaften der beiden, um jemanden \u00fcber fast 90 Minuten zu fesseln? Klare Antwort: They do indeed, my dear.<\/p>\n<p>Oder eher: <em>indeed, my deaahh<\/em>. Als ich aus dem Kino kam, lautete mein inneres Urteil <em>maaahvellous<\/em>, so wundervoll britisch kommt dieser Film daher, dass ich mich im Nachhinein noch ein bisschen am Dreamworks-Logo am Anfang gesto\u00dfen habe. <em>Wallace &#038; Gromit<\/em> ist so klassisch englisch, dass allein das reicht, um den Film zu tragen. Es geht um eine Kleinstadt, in der seit 500 Jahren (hachsch\u00f6n) ein Gem\u00fcsefestival (hachsch\u00f6n) stattfindet, an dessen Sieger Lady Campanula Tottington (hachsch\u00f6n) die goldene Mohrr\u00fcbe (hachsch\u00f6n) verleihen wird. Doch dieses Jahr steht das Festival unter einem schlechten Stern, denn eine Kaninchenplage \u00fcberzieht das Land. W\u00e4re doch gelacht, wenn Erfinder Wallace kein mechanisches Ungeheuer in petto h\u00e4tte, das damit fertig werden w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich geht bei der meisterhaften Erfindung, mit der die gem\u00fcsevernichtenden Nager gehirngewaschen werden sollen, etwas schief, und Wallace erschafft unwissentlich die hoppelnde Alternative zum Werwolf: das Werkaninchen. Dass es in diesem Film gruselig werden w\u00fcrde, lie\u00df nicht nur der Titel ahnen: Schon bei dessen Einblendung grollt Gewitter gar grauslig, zucken Blitze, und Orgeln st\u00f6hnen unheilvoll aus dem Off. Zur kuscheligen 50er-Jahre-Dekoration, in der sich Wallace und Gromit stets bewegen, kommen die ebenfalls leicht angestaubten Versatzst\u00fccke des klassischen Gruselfilms, die man aber irgendwie anders in Erinnerung hatte: Der Kirchenmann, der sich mit einem Kreuz vor dem Ungeheuer sch\u00fctzen will, kommt auch hier vor. Allerdings besteht sein Schutzkreuz aus Gurken, die nat\u00fcrlich kein Hindernis f\u00fcr das Riesenh\u00e4schen sind. Die \u00e4ngstliche Meute, die zum Kampf gegen das Monster aufr\u00fcstet \u2013 mit Mistgabeln, die eben noch Werkzeuge waren, aber jetzt per schneller Schild\u00e4nderung am Verkaufsstand zu \u201emob supply\u201c werden. Und nat\u00fcrlich mit einem Helden, auf den alle vertrauen \u2013 in diesem Falle der liebenswerte Wallace, der nicht nur mit dem Hasen fertig werden muss, sondern sich auch noch nebenbei in Lady Tottington verguckt hat; diese tr\u00e4gt \u00fcbrigens fast immer von Gem\u00fcse inspirierte Gew\u00e4nder und wird zeitgleich zu Wallaces sch\u00fcchterner Verehrung vom ekligen Edelmann Victor Quartermaine und dessen Pitbull angegraben.<\/p>\n<p>Neben diesen amour\u00f6sen Verwirrungen haben wir noch Verfolgungsjadgen \u00fcber und unter der Erde im Programm, schwebende H\u00e4schen, eine Wachtruppe f\u00fcr K\u00fcrbisse und weiteres Gem\u00fcse und die \u00fcblichen Erfindungen, die vor allem Wallace das Leben erleichtern sollten, aber irgendwie immer schmerzhaft werden. <em>Wallace &#038; Gromit<\/em> dauert 85 Minuten, und zwischendurch musste ich mich bei all der wilden Aktion daran erinnern, mal Atem zu holen. Und wenn ich das vergessen hatte, erledigte die angenehm straffe Handlung das netterweise f\u00fcr mich: So bleiben bei der Verfolgungsjagd zwischen Gromit und dem doofen Kl\u00e4ffer von Quartermaine die Fluchtfahrzeuge (zwei Karussellflugzeuge, hachsch\u00f6n) kurz stehen, und anstatt dass die beiden ihre Jagd zu Fu\u00df fortsetzen, suchen lieber beide minutenlang nach Kleingeld, damit die Fahrt standesgem\u00e4\u00df weitergehen kann. Bitte beachten Sie hierbei die r\u00fchrende Handarbeit an Pitbulls Portemonnaie.<\/p>\n<p>Aber die Story allein macht nicht den Charme des Films aus. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die nebenbei passieren, irgendwo im Hintergrund oder nur so im Vorbeihuschen, die aus den Knetm\u00e4nnchen wirklich Figuren machen, mit denen man mitlacht und mitleidet, weil sie dadurch Charakterz\u00fcge bekommen, die \u00fcber Hund und Herrchen hinausgehen. In Wallaces B\u00fccherregal stehen zum Beispiel Meisterwerke der K\u00e4seliteratur wie <em>East of Edam<\/em> oder <em>Fromage to Eternity<\/em>. Gromit, der mit einer Riesengurke auch am Gem\u00fcsefestival teilnehmen will, beschallt diese nachts nicht mit Gustav Holsts Planetensuite, sondern mit der <em>Plant Suite<\/em>. Und dass er \u00fcberhaupt \u00fcber einen erlesenen Musikgeschmack verf\u00fcgt, zeigt auch sein angewiderter Gesichtsausdruck, der f\u00fcr eine Millisekunde erscheint, als Art Garfunkels <em>Bright Eyes<\/em> aus dem Autoradio t\u00f6nt. Allein f\u00fcr den Blick lohnt sich der Film \u2013 und f\u00fcr das kleine H\u00e4schen, das sich am Ende des Abspanns an der Textzeile \u201eNo animals were harmed during the making of this movie\u201c den Kopf st\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Alles zusammen \u2013 die gute Story, die altbekannten und neuen Charaktere, die liebevolle Kleinkunst in Plastillin \u2013 ergeben die \u00fcbliche Wallace &#038; Gromit-Faszination, nur eben l\u00e4nger und detailreicher und sch\u00f6ner und lustiger. Man merkt jeder Einstellung fast die Liebe an, mit der an den Figuren rumgeknetet wurde. Ich pers\u00f6nlich war von den unglaublichen Lippenbewegungen der Lady und Gro\u00dfkotz Quartermain hingerissen genau wie von der gesamten Deko, von den fitzelig bemalten Tapeten bis zum Tottingtonschen Lieblingsplatz, einer gr\u00fcnen Oase, die ein kleines Refugium inmitten all des Irrsinns darstellt. <em>Wallace &#038; Gromit<\/em> strotzt vor neuen Ideen und f\u00fchlt sich trotzdem wundervoll altmodisch an: liebevoll, charmant, hachsch\u00f6n eben. Das generelle Kuschelgef\u00fchl dr\u00e4ngt die jahrelange Arbeit an dem Film komplett in den geistigen Hintergrund, und das ist meiner Meinung nach fast sein gr\u00f6\u00dfter Verdienst: Man ist so von dieser klassischen Filmerz\u00e4hlung gefesselt, dass man dar\u00fcber v\u00f6llig vergisst, gerade bewegter Knetmasse zuzuschauen.<\/p>\n<p>PS: In der Originalversion lief vor dem Film ein Kurzfilm mit den drei Pinguinen aus <em><a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=962\">Madagascar<\/a><\/em> \u2013 ich hoffe, der ist in der deutschen Fassung auch dabei. Ist ein sch\u00f6ner Vergleich zwischen amerikanischem und britischem Humor. Ich mag beides, aber im Vergleich zu Wallace und Gromit kommen einem die Pinguine ganz sch\u00f6n hysterisch vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wallace &#038; Gromit: The Curse of the Were-Rabbit (Wallace &#038; Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen, UK 2005, 85 min) Originalstimmen: Peter Sallis, Helena Bonham Carter, Ralph Fiennes, Peter Kay, Nicholas Smith, Liz Smith Musik: Julian Nott Kamera: Tristan Oliver, Dave Alex Riddett Drehbuch: Steve Box, Nick Park, Bob Baker, Mark Burton Regie: Steve [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1167","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1167\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}