{"id":12686,"date":"2011-04-05T07:43:49","date_gmt":"2011-04-05T05:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=12686"},"modified":"2011-04-05T08:06:24","modified_gmt":"2011-04-05T06:06:24","slug":"tagebuchbloggen-04-04-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=12686","title":{"rendered":"Tagebuchbloggen 04.04.2011"},"content":{"rendered":"<p>Am Sonntag habe ich die erste Manuskriptphase meines TOLLEN BUCHS abgeschlossen. Angefangen hat alles im Dezember mit einer wilden Stoffsammlung in meinem Moleskine. Die einzelnen Themen habe ich dann auf Din-A4-Papier geschrieben, das ich in Streifen geschnitten habe, damit ich die Inhalte hin- und herschieben konnte. (Nein, ich mache sowas nicht am Rechner, sondern lieber auf Papier. Wenn ich mir \u00fcber einen 120-seitigen Autokatalog Gedanken mache, kritzele ich auch lieber mit einem Stift rum anstatt ein Flowchart anzulegen.) Nachdem ich die Themen in eine Reihenfolge gebracht habe, habe ich diese zwei Tage sp\u00e4ter \u00fcber den Haufen geworfen und eine neue gemacht, diese ebenfalls nach zwei Tagen \u00fcber den Haufen geworfen und mir wieder die alte vorgenommen.<\/p>\n<p>Dann habe ich viele schlaue B\u00fccher gelesen, in denen viele schlaue Dinge gesagt wurden, und mir gleichzeitig selber viele schlaue Gedanken gemacht. Dieses viele schlaue Zeug habe ich auf dutzende von blauen Karteikarten geschrieben, die ich unter meine Themenpapierschnipsel geordnet habe. Und als ich das Gef\u00fchl hatte, jetzt habe ich genug, um anzufangen, habe ich genau das gemacht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Schreibens entstand ein Kapitel, das gar nicht eingeplant war, w\u00e4hrend ich ein anderes wieder verworfen habe. Au\u00dferdem habe ich einige S\u00e4tze geschrieben, bei denen ich im Hinterkopf habe, dass die Formulierung noch nicht ganz so ist, wie sie sein k\u00f6nnte (rot markiert), Textbl\u00f6cke, bei denen ich mir noch nicht sicher bin, ob ich sie \u00fcberhaupt drinlassen m\u00f6chte (rot markiert), und manchmal steht im Manuskript noch eine Behauptung, von der ich (noch) nicht wei\u00df, ob ich sie belegen kann (rot markiert). Aber ich habe jetzt eine Rohfassung, an der ich rumkl\u00f6ppeln kann. <\/p>\n<p>Es sind nicht alle Karteikarten verbraucht worden, weil ich mir bei manchen Gedanken oder Ideen selbst noch nicht klar war, wo sie hingeh\u00f6ren. Auch das passiert jetzt im zweiten Schritt: m\u00f6glichst alles irgendwie unterbringen, was mir am Herzen liegt. Wobei ich jetzt schon den d\u00f6\u00f6fsten Doofsatz f\u00fcr alle Texter_innen im Hinterkopf habe, der leider wahr ist: Kill your darlings. Ich wei\u00df jetzt schon, dass ich einigen meiner Lieblinge wahrscheinlich den Gnadenschuss werde geben m\u00fcssen, weil sie einfach nirgends hinpassen. Vielleicht mache ich im Blog zum Buch eine Rubrik \u201eDarlings\u201c, und da stehen dann 100 Fakten, die keine Heimat haben. (Memo to me: Endlich mal das Blog zum Buch in Angriff nehmen.)<\/p>\n<p>Meine Vorgabe waren 224 Seiten. Ich habe keine perfekten Normseiten konfiguriert, sondern mehr so pi mal Daumen mit Seitenrand und Zeilenabstand rumgedaddelt und bin bis jetzt bei 212 Seiten. Das m\u00fcsste also passen, vor allem, wenn ich noch ein paar Karteikarten einarbeite.<\/p>\n<p>Eigentlich m\u00fcsste ich jetzt total motiviert und tatendurstig sein. Bin ich auf eine seltsame Weise auch, weil der erste und dickste Brocken weg ist und es nun ans \u201eSch\u00f6nmachen\u201c geht. Da liegen  eine Menge Dateien auf insgesamt drei Festplatten (man wei\u00df ja nie), und darauf bin ich schon mal sehr stolz. Trotzdem bin ich auf eine ganz unerwartete Weise traurig, weil da eben eine Menge Dateien liegen und der dickste Brocken weg ist. Ich bin monatelang mit dem Gedanken aufgewacht: Cool, ich schreibe ein Buch. Und gestern bin ich mit dem Gedanken aufgewacht: Naja, jetzt fitzeln wir da halt noch ein bisschen dran rum.<\/p>\n<p>Gleichzeitig war ich in der Agentur, wo zwei neue Autokataloge geschrieben werden wollen, v\u00f6llig hirntot. Ich habe von 9 bis 10 Uhr morgens nur bl\u00f6d auf den Bildschirm gestarrt. F\u00fcr eine halbgare Headline hat der Kopf noch gereicht, aber die ersten drei, vier Copyzeilen haben sich schon beim Schreiben so falsch angef\u00fchlt, dass ich das ganze Dokument in den Papierkorb gezogen habe. Neue Playlist angew\u00e4hlt, Kopfh\u00f6rer auf und nochmal von vorne. Ich ahne, dass ich die gesamte Vormittagsarbeit von gestern ebenfalls in den Papierkorb ziehe, weil ich mich v\u00f6llig uninspiriert gef\u00fchlt habe. Zum ersten Mal ahne ich, was das Wort \u201eleergeschrieben\u201c bedeutet.<\/p>\n<p>Ich glaube, ich lasse das B\u00fcchlein mal ein paar Tage rumliegen, bevor ich es wieder anfasse; Abgabetermin ist Ende des Monats, und es erscheint im September. Mit den Autokatalogen klappt das leider nicht; die haben eine engere Deadline. Womit ich eh hadere \u2013 ich kann mich nicht auf eine konzentrieren, sondern muss auf zwei sehr unterschiedlichen Baustellen schreiben \u2013, ist im Moment noch nerviger als sonst, weil ich gerade wirklich gerne zwei, drei Tage lang gar nichts schreiben wollen w\u00fcrde. (Bis auf Blogeintr\u00e4ge, die sind Urlaub f\u00fcr den Kopf.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag habe ich die erste Manuskriptphase meines TOLLEN BUCHS abgeschlossen. Angefangen hat alles im Dezember mit einer wilden Stoffsammlung in meinem Moleskine. Die einzelnen Themen habe ich dann auf Din-A4-Papier geschrieben, das ich in Streifen geschnitten habe, damit ich die Inhalte hin- und herschieben konnte. (Nein, ich mache sowas nicht am Rechner, sondern lieber [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-12686","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12686"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12686\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12706,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12686\/revisions\/12706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}