{"id":12962,"date":"2011-06-01T07:50:28","date_gmt":"2011-06-01T05:50:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=12962"},"modified":"2011-06-01T07:50:28","modified_gmt":"2011-06-01T05:50:28","slug":"bucher-mai-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=12962","title":{"rendered":"B\u00fccher Mai 2011"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/buecher11_mai.jpg\" alt=\"\" title=\"buecher11_mai\" width=\"380\" height=\"411\" class=\"alignnone size-full wp-image-13143\" \/><\/p>\n<p><strong>Herta M\u00fcller \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Atemschaukel-Herta-M\u00fcller\/dp\/3446233911\/\">Atemschaukel<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Sehr, sehr beeindruckend. Und wieder eins von den B\u00fcchern, die ich pers\u00f6nlich so gerne mag, weil sie kreativ mit Sprache umgehen. Wobei \u201ekreativ\u201c hier nicht putziges Werbedeutsch hei\u00dft, sondern: Sprache macht Dinge f\u00fchlbar, die ich vom Verstand her nicht erfassen kann. In diesem Fall das Leben in einem russischen Gefangenenlager nach Ende des 2. Weltkriegs. M\u00fcller erschafft Bilder, die den Hunger beschreiben, das Heimweh, die Zwangsarbeit, die ungeschriebenen Regeln, die L\u00e4usebisse, die Angst und wieder und wieder den Hunger und das Heimweh (\u201eals ob ich es br\u00e4uchte\u201c). Das Buch teilt sich in diverse Vignetten, die zusammen ein sehr deutliches und intensives Gesamtbild ergeben. Man wei\u00df von Anfang an, dass der Erz\u00e4hler nach f\u00fcnf Jahren wieder nach Hause, nach Siebenb\u00fcrgen kommt \u2013<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAuf dem Holzgang, genau dort, wo die Gasuhr ist, sagte die Gro\u00dfmutter: ICH WEISS DU KOMMST WIEDER. <\/p>\n<p>Ich habe mir diesen Satz nicht absichtlich gemerkt. Ich habe ihn unachtsam mit ins Lager genommen. Ich hatte keine Ahnung, dass er mich begleitet. Aber so ein Satz ist selbst\u00e4ndig. Er hat in mir gearbeitet, mehr als alle mitgenommenen B\u00fccher. ICH WEISS DU KOMMST WIEDER wurde zum Komplizen der Herzschaufel und zum Kontrahenten des Hungerengels. Weil ich wiedergekommen bin, darf ich das sagen: So ein Satz h\u00e4lt einen am Leben.\u201c \u2013,<\/p><\/blockquote>\n<p>aber trotzdem verliert man auf den Buchseiten zwischen Gefangennahme und Heimkehr sehr oft den Mut, so eindringlich und einzigartig sind die Beschreibungen. Ich habe mich oft an Celans <em><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Todesfuge\">Todesfuge<\/a><\/em> erinnert gef\u00fchlt, nur eben auf deutlich mehr Seiten. Manchmal schwer ertr\u00e4glich, trotzdem oder genau deswegen eine ganz gro\u00dfe Empfehlung.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eKleine Sch\u00e4tze sind die, auf denen steht: Da bin ich.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4tze sind die, auf denen steht: Wei\u00dft du noch.<br \/>\nDie sch\u00f6nsten Sch\u00e4tze aber sind die, auf denen stehen wird: Da war ich. (&#8230;)<\/p>\n<p>Ich wei\u00df mittlerweile, dass auf meinen Sch\u00e4tzen DA BLEIB ICH steht. Dass mich das Lager nach Hause gelassen hat, um den Abstand herzustellen, den es braucht, um sich im Kopf zu vergr\u00f6\u00dfern. Seit meiner Heimkehr steht auf meinen Sch\u00e4tzen nicht mehr DA BIN ICH, aber auch nicht DA WAR ICH. Auf meinen Sch\u00e4tzen steht: DA KOMM ICH NICHT WEG. Immer mehr streckt sich das Lager vom Schl\u00e4fenareal links zum Schl\u00e4fenareal rechts. So muss ich von meinem ganzen Sch\u00e4del wie von einem Gel\u00e4nde sprechen, von einem Lagergel\u00e4nde. Man kann sich nicht sch\u00fctzen, weder durchs Schweigen noch durchs Erz\u00e4hlen. Man \u00fcbertreibt im Einen wie im Anderen, aber DA WAR ICH gibt es in beidem nicht. Und es gibt auch kein richtiges Ma\u00df.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Atemschaukel-Herta-M\u00fcller\/dp\/3446233911\/\">Leseprobe<\/a> bei amazon.de)<\/p>\n<p><strong>Siri Hustvedt (Uli Aum\u00fcller, \u00dcbers.) \u2013\u00a0<em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Sommer-ohne-M\u00e4nner-Siri-Hustvedt\/\">Der Sommer ohne M\u00e4nner<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die drei weiteren Hustvedts, die ich bisher gelesen habe (<a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=6660\">1<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=7208\">2<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=8721\">3<\/a>), haben mir besser gefallen \u2013 ich wei\u00df nicht, ob es daran liegt, dass ich sie auf Englisch gelesen habe und ich mich dabei von der Sprache \u00fcber den manchmal mageren Inhalt habe hinwegt\u00e4uschen lassen. <em>Der Sommer ohne M\u00e4nner<\/em> kam mir ein bisschen wie eine unfertige Finger\u00fcbung vor. Sch\u00f6n, dass mal so gut wie nur Frauen und M\u00e4dchen was zu sagen haben, aber bl\u00f6derweise geht es eben doch um die Kerle. Die Hauptperson und Ich-Erz\u00e4hlerin versucht einen Sommer lang, \u00fcber die Trennung von ihrem Ehemann hinwegzukommen, der sich mit einer J\u00fcngeren vergn\u00fcgt. In dieser Zeit gibt sie einen Lyrik- und Creative-Writing-Kurs f\u00fcr M\u00e4dchen und besucht gleichzeitig ihre Mutter in ihrer betreuten Wohnsiedlung und trifft Freundinnen ihrer Mutter. Neben ihrem gemieteten Haus wohnt eine kleine Familie, von der wir nur die Mutter und die beiden Kinder kennenlernen &#8230; aber hier beginnt dann auch mein Gen\u00f6le: \u201ekennenlernen\u201c ist einfach zu hoch gegriffen. Alle Figuren bekommen ein bisschen Platz und eine kurze Hintergrundgeschichte, aber wirklich viel wei\u00df ich \u00fcber keine von ihnen. Jede scheint nur aus einer Eigenschaft zu bestehen, an deren Oberfl\u00e4che wir manchmal kratzen, aber nie tief genug, um die Figur f\u00fcr mich interessanter zu machen. Und was mich richtig genervt hat, war die pers\u00f6nliche Ansprache der Ich-Erz\u00e4hlerin an den oder die Leser_in auf Seite 152 von 300, die sinngem\u00e4\u00df lautet: \u201eEs passiert wirklich noch was, sch\u00f6n, dass Sie bis hierhin bei mir geblieben sind; daf\u00fcr m\u00f6chte ich Sie k\u00fcssen.\u201c So wenig Zutrauen in die eigene Story? Pffft.<\/p>\n<p><strong>Julia Albrecht\/Corinna Ponto \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Patent\u00f6chter-Schatten-RAF-ein-Dialog\/dp\/3462042777\/\">Patent\u00f6chter. Im Schatten der RAF \u2013\u00a0ein Dialog.<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Da zitiere ich faul den Klappentext, den ich f\u00fcr sehr gelungen halte \u2013 genauso gelungen wie das Buch, das sehr pers\u00f6nlich und nachvollziehbar einl\u00f6st, was der Umschlag verspricht: <\/p>\n<blockquote><p>\u201e30. Juli 1977: J\u00fcrgen Ponto empf\u00e4ngt Susanne Albrecht, die Tochter seines Jugendfreundes Hans-Christian Albrecht, in seinem Haus in Oberursel. Ihre Begleiter Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar schie\u00dfen auf J\u00fcrgen Ponto. Corinna, seine Tochter, ist zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt, Julia, Susannes Schwester, 13 Jahre. <\/p>\n<p>Nach dem Mord war das Band zwischen den Familien durchschnitten. 30 Jahre danach nimmt Julia Albrecht &#8211; die Patentochter von J\u00fcrgen Ponto &#8211; Kontakt auf zu Corinna Ponto &#8211; der Patentochter von Hans-Christian Albrecht. Ein Briefwechsel entspinnt sich, eine erste Begegnung findet statt. Im Mittelpunkt ihres Buches stehen die Geschichte der RAF und der Umgang damit, die Fragen nach Schuld und den Hintergr\u00fcnden der T\u00e4terschaft, nach den M\u00f6glichkeiten von Aufarbeitung und Vers\u00f6hnung. Und beide Frauen tauschen sich dar\u00fcber aus, wie man mit den eigenen Kindern \u00fcber diesen Teil der deutschen Geschichte spricht, der doch auch Teil der Geschichte ihrer Familien ist.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Thomas Pletzinger \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Bestattung-eines-Hundes-Thomas-Pletzinger\/dp\/3442739462\/\">Bestattung eines Hundes<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfartig. Genau meins. Zwei Geschichten in einer, wobei die eine an nur vier Tagen spielt, die andere sich \u00fcber Jahre hinzieht, es gibt R\u00fcckblenden und Vorgriffe und Postkarten und Zeichnungen und alles passt zusammen. Der Journalist Daniel Mandelkern soll ein Portr\u00e4t \u00fcber den Kinderbuchautor Svensson schreiben und f\u00e4hrt dazu an den Luganer See. Schon auf dem Flug dorthin trifft er Tuuli mit ihrem kleinen Sohn, die beide das gleiche Ziel haben. Und am See wartet nicht nur der Autor, sondern auch ein dreibeiniger Hund. Mehr will ich gar nicht erz\u00e4hlen, denn das Buch hat mich nicht unbedingt mit der Geschichte umgehauen, sondern mit seinem Stil. Die zwei Storys klingen n\u00e4mlich auch anders, und erst zum Schluss l\u00e4uft alles gef\u00fchlt auf eine Sprache hinaus. Und was f\u00fcr eine Sprache! Voller Kraft und Herzblut und ohne Furcht. Ja, genau: Die Furchtlosigkeit hat mir so gefallen, die Kompromisslosigkeit, und die bewundernswerte F\u00e4higkeit, sowohl grob und derbe als auch unglaublich z\u00e4rtlich zu klingen. Meine zweite gro\u00dfe Empfehlung. (Und da unten kommen noch zwei. War ein guter Monat.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Experiment: auf Empfehlungen von Buchh\u00e4ndlerinnen h\u00f6ren. Normalerweise suche ich mir meinen Lesestoff zusammen, indem ich Blogs abklappere oder den immer gleichen Rezensent_innen traue, aber diesmal bin ich zu <a href=\"http:\/\/www.stories-hamburg.de\/\">stories!<\/a> marschiert und habe gesagt: \u201eIch h\u00e4tte gerne eine deutschsprachige Familiengeschichte, und ich lese gerne Franzen und Hustvedt.\u201c (Da hatte ich den m\u00e4nnerlosen Sommer noch nicht gelesen.) Vier B\u00fccher wurden mir empfohlen, drei habe ich schon durch:<\/p>\n<p><strong>Rolf Lappert \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Nach-Hause-schwimmen-Rolf-Lappert\/dp\/3423138300\/\">Nach Hause schwimmen<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nachdem ich den Lappert zugeklappt hatte, habe ich mal rumgeguckt, was der Rest der Welt so von dem Buch h\u00e4lt. Sehr oft bin ich \u00fcber die Formulierung \u201eerinnert an John Irving\u201c gestolpert. Daran hat mich das Buch ehrlich gesagt nicht erinnert, aber ich erkenne im Nachhinein Parallelen. <em>Nach Hause schwimmen<\/em> erz\u00e4hlt von Wilbur, einem Quasi-Waisenjungen (Mutter stirbt bei der Geburt, Vater macht sich aus dem Staub), der von Amerika nach Irland verpflanzt wird. Das Buch beginnt fast mit dem Ende, wo wir Wilbur als jungen Erwachsenen in einer noch nicht n\u00e4her definierten Institution kennenlernen; anscheinend hat er versucht, sich umzubringen. Der zweite Erz\u00e4hlstrang springt in die Vergangenheit, und dort erleben wir alles, was Wilbur seit dem Tag seiner Geburt auch erlebt. Zum Schluss treffen sich die beiden Erz\u00e4hlstr\u00e4nge \u2013\u00a0und ich wusste immer noch nicht, ob mir das Buch gef\u00e4llt oder nicht.<\/p>\n<p>Ich mochte die Hauptfigur mit all ihren Macken und Talenten, aber gleichzeitig hatte ich das Gef\u00fchl, dass so ziemlich alle Eigenschaften Wilburs v\u00f6llig vergeudet werden. Da hat man einen angeblich hochbegabten, musikalischen Knirps, und dann macht die Story nichts draus. Da geht er ewig ins Kino und schreibt ein Buch \u00fcber Bruce Willis \u2013\u00a0und es versandet einfach. Die vielen Menschen, denen Wilbur begegnet, haben auch alle ihre Story, und viele von ihnen klingen gro\u00dfartig \u2013\u00a0und dann h\u00f6ren sie einfach auf oder werden in zwei S\u00e4tzen abgehandelt. Und das war f\u00fcr mich der gro\u00dfe Unterschied zu Irving, der nicht davor zur\u00fcckschreckt, mal eben 50 Seiten f\u00fcr eine Nebenfigur aufzuwenden und damit auch der Hauptfigur oder der Handlung mehr Tiefe zu verleihen. <em>Nach Hause schwimmen<\/em> hat eine sch\u00f6ne Geschichte, aber f\u00fcr mich hat sie sich gelesen wie ein langes Drehbuchexpos\u00e9 und nicht wie ein Roman. Ich ahne, dass ich den wegen Herrn Franzen empfohlen bekommen habe, denn in seiner epischen Breite \u00e4hnelt das Buch schon ein bisschen an <em><a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=10419\">Freedom<\/a><\/em>. Leider nicht in der Tiefe. Daher eher ein Fragezeichen als eine Empfehlung.<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Nach-Hause-schwimmen-Rolf-Lappert\/dp\/3423138300\/\">Leseprobe<\/a> bei amazon.de)<\/p>\n<p><strong>Stephan Thome \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Grenzgang-suhrkamp-taschenbuch-Stephan-Thome\/dp\/3518461931\/\">Grenzgang<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr war das hier ein Volltreffer. <em>Grenzgang<\/em> hat mir sowohl von der Sprache als auch von der Geschichte gefallen, obwohl es etwas z\u00e4h anf\u00e4ngt. Diese Z\u00e4higkeit stellt sich relativ schnell als das Hauptkriterium heraus \u2013 die Buchstaben scheinen in Honig vor sich hinzuflie\u00dfen, aber genau diese Tr\u00e4gheit passt hervorragend zum Inhalt.<\/p>\n<p>In einem hessischen Dorf wird alle sieben Jahre f\u00fcr drei besoffene Tage Grenzgang gefeiert. Die Hauptfigur Kerstin hat an einem dieser Grenzg\u00e4nge ihren Mann kennengelernt, und sieben Jahre sp\u00e4ter erf\u00e4hrt sie, dass er gerade dabei ist, sich eine j\u00fcngere Frau anzulachen. Die Geschichte erz\u00e4hlt vom Eheleben, von Leben nach der Scheidung, von Geschwistern, Eltern, Kindern und neuen Partner_innen. Klingt alles sehr unaufregend, aber mich pers\u00f6nlich hat genau diese Allt\u00e4glichkeit so in den Bann gezogen. Thome seziert ganz gerne mal das Gef\u00fchlsleben seiner Protagonist_innen, aber es ufert nie aus, sondern l\u00e4sst den Figuren immer noch Raum, sich weiterzuentwickeln \u2013 und gleichzeitig stellen wir mit ihnen Wesensz\u00fcge an ihnen fest, die sich seit vier Grenzg\u00e4ngen halten. Sch\u00f6ne Dialoge, gelungene Beschreibungen, und trotz der Mattigkeit, die \u00fcber allem liegt, hat das Buch einen unwiderstehlichen Sog.<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Grenzgang-suhrkamp-taschenbuch-Stephan-Thome\/dp\/3518461931\/\">Leseprobe<\/a> auf amazon.de)<\/p>\n<p><strong>Hanns-Josef Ortheil \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Die-Erfindung-Lebens-Hanns-Josef-Ortheil\/dp\/3442739780\/\">Die Erfindung des Lebens<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich mich recht erinnere, meinte die Buchh\u00e4ndlerin: \u201eIch wei\u00df nicht, ob das was f\u00fcr Sie ist.\u201c Jetzt kann ich sagen: aber sowas von. <em>Lebens<\/em> war mein liebstes Buch der Empfehlungen, was wirklich nicht daran liegt, dass es teilweise in Rom spielt und ich genau da angefangen habe, es zu lesen. Die Geschichte ist autobiografisch inspiriert: Ortheil war die ersten sieben Jahre seines Lebens stumm, und es hat mich sehr fasziniert, ihm und seiner ebenfalls verstummten Mutter dabei zuzusehen, wie sie ihre Worte wiederfinden. Die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend vermischt Ortheil mit einer Geschichte im Hier und Jetzt, die eben in Rom stattfindet und nat\u00fcrlich auf Dinge zur\u00fcckgreift, die in der Vergangenheit passiert sind. Die Sprache ist ziemlich schlicht, die Dialoge wirken dagegen sehr geschrieben, aber seltsamerweise hat mich das hier \u00fcberhaupt nicht gest\u00f6rt. Das ganze Buch f\u00fchlt sich allein durch seine Pr\u00e4misse sehr fremdartig an, und deswegen passen auch die eingestreuten gedrechselten S\u00e4tze. Sehr sch\u00f6nes Ding.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herta M\u00fcller \u2013 Atemschaukel Sehr, sehr beeindruckend. 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