{"id":13008,"date":"2011-05-23T07:47:00","date_gmt":"2011-05-23T05:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=13008"},"modified":"2011-05-24T08:00:31","modified_gmt":"2011-05-24T06:00:31","slug":"rom-tag-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=13008","title":{"rendered":"Rom, Tag 2"},"content":{"rendered":"<p><em>Dienstag, 17. Mai<\/em><\/p>\n<p>Seit meiner ersten Lateinstunde wollte ich ins Kolosseum. Hat dann ja auch nur noch gut 30 Jahre gedauert, und dann war ich da. Anke in Colosseo est. Sed ubi est Kerl? Kerl fotografiert die als Gladiatoren verkleideten studentischen Hilfskr\u00e4fte, w\u00e4hrend ich ein paar beeindruckte Tr\u00e4nchen trockne.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_kolosseum1.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_kolosseum1\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13010\" \/><\/p>\n<p>Das Kolosseum ist erstmal: gro\u00df. Und ich meine: gro\u00df. Man sch\u00e4tzt, dass um die 70.000 Leute reingepasst haben, und auf den Fotos kann man auch prima die kleinen bunten Touripunkte erkennen, die vielleicht einen Eindruck davon vermitteln, dass das Kolosseum echt jetzt mal gro\u00df ist. Und wieviel 70.000 ist, wird deutlich, wenn man wei\u00df, dass w\u00e4hrend der Zeit der Erbauung (80 n. Chr.) Rom gesch\u00e4tzt 700.000 Einwohner hatte. Wenn wir so ein Ding heute in Berlin bauen w\u00fcrden, passten 350.000 Menschen rein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_kolosseum2.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_kolosseum2\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13011\" \/><\/p>\n<p>Auch wenn das Kolosseum von innen nicht mehr ganz so aufger\u00e4umt aussieht, kann man sich halbwegs vorstellen, wie beeindruckend es einmal war. Unz\u00e4hlige Sklaven haben erst einmal M\u00f6rtel und Steine in Holzverschalungen gegossen und die Masse trocknen lassen. Dann wurden die Verschalungen entfernt und alles mit Backsteinen ummauert; die kann man auch noch gut erkennen. Aber wir sind ja nicht bei Hinz und Kunz, sondern bei den R\u00f6mern, die so unermesslich viel Geld hatten, dass sie nicht nur sehr gro\u00dfe Bauwerke in die Landschaft geklotzt haben (ich komme noch auf den Palatin und das Forum zur\u00fcck), sondern die auch noch richtig h\u00fcbsch gemacht haben. Die Backsteine wurden wei\u00df verputzt, und in den unteren Etagen, wo Tiere oder Gladiatoren auf ihren Einsatz warteten, und in den G\u00e4ngen blieben die W\u00e4nde wahrscheinlich so; im besten Falle wurden sie noch bemalt. Die Sitzpl\u00e4tze allerdings wurden mit wei\u00dfem Marmor verkleidet, so dass man zwar etwas unbequem, aber daf\u00fcr \u00e4u\u00dferst nobel sa\u00df. Im unteren Bild sieht man ein paar nachgebaute Sitzreihen, links \u00fcber der nachgebauten \u201eB\u00fchne\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_kolosseum3.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_kolosseum3\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13012\" \/><\/p>\n<p>Die Arena hatte vier R\u00e4nge; auf dem obersten durften Sklaven oder Frauen Platz nehmen, wobei kaum eine ehrbare R\u00f6merin sich bei den Spielen h\u00e4tte sehen lassen (bzw. jeder ehrbare R\u00f6mer h\u00e4tte seiner Frau die Anwesenheit verboten. Mistkerle). Das Programm kennt wahrscheinlich jeder; Tierjagden bzw. K\u00e4mpfe zwischen Menschen und Tieren waren gern gesehen, die angeblichen Wasserspiele gab es nicht, aber daf\u00fcr fanden im Kolosseum Hinrichtungen statt. Die Gladiatorenk\u00e4mpfe Mann gegen Mann endeten allerdings eher selten so wie im Film. Die Jungs waren teure, gut ausgebildete K\u00e4mpfer, und daher gab es l\u00e4ngst nicht so viele Dahingemetzelte wie man glaubt. Die Daumen-hoch-\/Daumen-runter-Geste vom Kaiser wird \u00fcbrigens auch neuerdings bezweifelt \u2013 bzw. ihre Bedeutung. Daumen hoch k\u00f6nnte auch gemeint haben: Du bekommst gleich eine unfreundliche Stichverletzung von unten, w\u00e4hrend Daumen runter hei\u00dfen k\u00f6nnte: Du darfst noch ein wenig bei uns auf der Erde bleiben.<\/p>\n<p>Direkt gegen\u00fcber vom Kolosseum beginnt schon die Gegend, die als Forum Romanum bekannt ist, selbst wenn das eigentliche Forum nur ein Marktplatz inmitten der riesigen Anlage ist. Wir erkletterten den <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Palatine_Hill\">Palatin<\/a>, einen der sieben H\u00fcgel, auf denen Rom erbaut wurde, vorbei an den Resten eines Aqu\u00e4dukts. Davon gab es mal 20, die in die Stadt f\u00fchrten \u2013 alle von Ostia und dem Meer, das unterhalb Roms liegt. Auch hier waren wieder Sklaven im Einsatz, die den ganzen Tag Pumpwerke betrieben, um den H\u00f6henunterschied auszugleichen. Von den 20 Wasserleitungen ist nur noch eine erhalten, die allerdings in beachtlicher L\u00e4nge. Sie brachte bis in die Neuzeit Wasser bis zum Trevi-Brunnen, der die wichtigste Wasserquelle der Stadt war. Deswegen wurde aus dieser eben auch irgendwann der Monsterbrunnen, der er jetzt ist. (Ich glaube, Rom hat einen Hang zum \u00dcberdimensionierten.)<\/p>\n<p>Am Forum stehen nur noch zwei, drei B\u00f6gen eines Aqu\u00e4dukts, aber der ist uns jetzt egal. Wir schlendern an den mal wieder riesigen Ruinen eines Palastes vorbei, in dem mehrere Jahrhunderte lang r\u00f6mische Kaiser gelebt haben. Und obwohl der Circus Maximus gleich um die Ecke liegt, wurde direkt am Palast noch eine zweite, kleinere Rennbahn erbaut. Man erkennt noch die Sockel der S\u00e4ulen, die einen Gang bildeten, damit die Besucher im Trockenen zuschauen konnten. Irgendwann fand eine Kaisergattin, dass Pferderennen doof seien und wollte eine Dressurmanege. Die erkennt man am hinteren Bildrand. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_rennbahn.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_rennbahn\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13013\" \/><\/p>\n<p>Was ich am Reiseleiter so mochte: dass er Zusammenh\u00e4nge gut und nachvollziehbar erkl\u00e4ren konnte. So erz\u00e4hlte er von den Jahrhunderten, in denen die einzelnen Bauwerke entstanden, beschrieb, wie sie unterhalten werden mussten, auch wenn die Kaiser jahrelang auf Feldz\u00fcgen unterwegs waren und schuf so ein sehr dichtes Bild, das es etwas leichter machte, von den verstreuten Steinkl\u00f6tzchen beeindruckt zu sein. Genau wie mit dem Rest des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Forum_Romanum\">Forums<\/a>. Irgendwann standen wir vor der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Rome,_Forum_Romanum,_Basilica_of_Maxentius.jpg&#038;filetimestamp=20050127153922\">Maxentius-Basilika<\/a>, die keine Kirche ist, sondern eine Markthalle. Das h\u00e4tte aber niemand von uns anhand dieser riesigen Ausma\u00dfe vermutet. Aber so wurde eben immer noch der Anschein von Wohlstand und Macht vermittelt, obwohl das r\u00f6mische Weltreich schon an allen Enden br\u00f6ckelte. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_titusbogen1.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_titusbogen1\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13018\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_titusbogen2.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_titusbogen2\" width=\"380\" height=\"397\" class=\"alignnone size-full wp-image-13019\" \/><\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Titusbogen\">Titusbogen<\/a>, der \u00e4lteste, noch erhaltene Triumphbogen von circa 81 nach Christus. Das Detail zeigt die Eroberung Jerusalems. Bundeslade und so. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_forum1.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_forum1\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13014\" \/><\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tempel_des_Saturn\">Saturn-Tempel<\/a> auf dem Forum. Direkt nebenan befindet sich ein Stein (ach was), der quasi den Nullpunkt anzeigt. Also der Punkt, an dem alle sprichw\u00f6rtlichen Wege nach Rom enden, was praktisch f\u00fcr die vielen Pilger war, die sich irgendwann mal aufgemacht haben. Eine Schrifttafel sagt dann genau das; ich erinnere mich schemenhaft an das Wort \u201eumbilicum\u201c, also den Nabel, und die widerliche Typo, die kurz nach 1900 f\u00fcr die Inschrift gew\u00e4hlt wurde. Ich habe sie die Comic Sans der Antike getauft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_forum2.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_forum2\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13015\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_forum3.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_forum3\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-13016\" \/><\/p>\n<p>Blick aus den kapitolinischen Museen (es sind zwei Geb\u00e4ude) auf das Forum. Das ganze muss man sich mit klebrigem Muzak vorstellen, der allen Ernstes aus Lautsprechern \u00fcber den Aussichtspunkt dudelt. Ruiniert ein winziges bisschen die Stimmung, wenn ich das mal so sagen darf, lieber Tourismusverband. Auf dem oberen Bild kann man hinter den drei S\u00e4ulen die Reste des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haus_der_Vestalinnen\">Hauses der Vestalinnen<\/a> erkennen und am Bildrand den Titus-Bogen von eben. Auf dem unteren sieht man in gaaaanz klein hinter dem mit Baustellenplane verkleideten Geb\u00e4ude die oberen R\u00e4nge des Kolosseums und im Vordergrund den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Septimius-Severus-Bogen\">Septimius-Severus-Bogen<\/a>, zu dem ich rein gar nichts sagen kann. Der Vormittag war schon weit fortgeschritten und mein Kopf voll.<\/p>\n<p>Bevor wir uns noch durch die Museen schleppten, gab&#8217;s erstmal Mittag. Und das ist dann auch das Einzige, was ich an der Reise zu bem\u00e4ngeln habe. Das Programm ist derart straff, dass wir nie die Zeit hatten, mal eine halbe Stunde mit dem Bus durch den r\u00f6mischen Verkehr zu gondeln, um zu einem richtig guten Restaurant (oder auch nur einer nicht touristenverseuchten Trattoria) zu kommen. Nat\u00fcrlich haben wir da gegessen, wo wir nun einmal gerade waren, und das sind dann eben die L\u00e4den mit den f\u00fcnfsprachigen Speisekarten und den vielleicht eher globalen W\u00fcrzungen. Ich habe meist versucht, etwas Vegetarisches zu bekommen und bin fast immer bei einem Sandwich (tramezzino) oder einem Salat gelandet. Ich war bei 25 Grad Mittagshitze aber auch nicht wirklich in Stimmung f\u00fcr Gnocchi mit Gorgonzola-Sauce, aber da war ich eine Ausnahme in unserer Gruppe, die netterweise nur aus zw\u00f6lf Leuten plus Reisef\u00fchrer bestand. (Mein Futter findet sich wie immer bei <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/89694779@N00\/\">Flickr<\/a>, nur das Sandwich von heute nicht, denn das habe ich vergessen zu fotografieren.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom2_kapitol.jpg\" alt=\"\" title=\"rom2_kapitol\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-13020\" \/><\/p>\n<p>Die kapitolinischen Museen wurden im 15. Jahrhundert gegr\u00fcndet und sind die ersten ihrer Art: Hier wurden erstmals Gegenst\u00e4nde ausgestellt, damit irgendwer sie angucken kann. Sie stehen auf einem trapezf\u00f6rmigen Platz, den Michelangelo so angelegt hat, damit er gr\u00f6\u00dfer wirkt. In ihnen befinden sich \u201eKlassiker\u201c wie zum Beispiel die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapitolinische_W\u00f6lfin\">W\u00f6lfin<\/a>, die Romulus und Remus s\u00e4ugt. Eine der wenigen erhaltenen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Rom09p.jpg&#038;filetimestamp=20090412163643\">Bronzestatuen<\/a>, in diesem Fall von Marc Aurel \u2013 Bronze war ein beliebter \u201eWerkstoff\u201c, um geklaut zu werden, deswegen gibt es nicht mehr viele Statuen daraus. Eine Menge an Marmork\u00f6pfen, bei denen augenscheinlich die Nasen restauriert werden mussten; im Mittelalter, als viele der Statuen und K\u00f6pfe gefunden werden, wusste man nicht so recht, ob einem die alten G\u00f6tter schaden k\u00f6nnten. Daher schlug man ihnen die Nasen ab, damit sie nicht mehr atmen konnten.<\/p>\n<p>Drei wundersch\u00f6ne Statuen, die mich mit ihrer Lebendigkeit begeistert haben; sie f\u00fchlen sich wie Momentaufnahmen an und nicht wie irgendwas f\u00fcr die Ewigkeit, das sie lustigerweise geworden sind. Das ist einmal der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dornauszieher\">Dornauszieher<\/a> und zum zweiten der <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Dying_Gaul\">sterbende Gallier<\/a>. Gerade er sieht wirklich so aus, als k\u00f6nnte man ihn mit ein bisschen erster Hilfe noch vom Totenbett zerren. Die dritte Statue ist die der kapitolinischen Venus, bei der man, Schockschwerenot, ein B\u00e4uchlein <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Capitoline_Venus\">sieht<\/a>. Das antike Sch\u00f6nheitsbild sieht also bei Frauen durchaus Bauchfett vor, das man nicht mit bizarren alten Tricks l\u00f6sen muss. Unglaublich.<\/p>\n<p>Dann gab es ein kleines <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Mosaic_doves_Musei_Capitolini_MC402.jpg&#038;filetimestamp=20061101103317\">Bild von Tauben<\/a>, die aus einer Sch\u00fcssel trinken, was mich erstmal hat denken lassen, najut, ein Vogelbildchen. Aber wenn man sich ganz, ganz nah davorstellt, sieht man auf einmal, dass das Bild nicht gemalt ist, sondern aus winzigsten Mosaiksteinen besteht. Und schon ist es toll.<\/p>\n<p>(Man merkt mir immer an, wenn der Tag sp\u00e4ter und sp\u00e4ter wurde \u2013 irgendwann wollte ich nicht mehr fotografieren, obwohl ich im Museum gedurft h\u00e4tte.)<\/p>\n<p>Noch ein Lob f\u00fcr den Reiseleiter: Er scheute sich nicht, uns auch mal Massenware zu zeigen und sie auch so zu nennen. Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marforio\">Marforio<\/a> zum Beispiel war eine Deko in einer Therme, die eben auf Teufel komm raus geschm\u00fcckt wurde. So wie wir heute nicht jedes Zimmer mit Ebenholz t\u00e4feln, sondern Ikea-Tapete an die Wand hauen, gab es nat\u00fcrlich auch in der r\u00f6mischen Zeit Zeug, das einfach so runtergemei\u00dfelt wurde ohne gro\u00dfe Anspr\u00fcche. Das Wikipedia-Bild ist ziemlich schmeichelhaft; gerade wenn man die beiden Michelangelos von gestern noch im Kopf hat oder den sterbenden Gallier von vor zehn Minuten, sieht man, wie grobschl\u00e4chtig das Ding aussieht. (Meine liebste Aussage des Reiseleiters war in den Vatikanischen Museen, wo er einen ganzen Saal voller Putten als \u201eGartenzwergsammlung\u201c bezeichnete. Seitdem habe ich Alptr\u00e4ume davon, dass in 2.000 Jahren irgendwer Gartenzwerge ausstellt und sie als wichtige bildnerische Leistungen des 21. Jahrhunderts preist.)<\/p>\n<p>Zum Schluss noch ein <em>fun fact<\/em> zum letzten Bild mit den beiden Statuen, von denen eine kopflos ist \u2013 mir ging es bei dem Bild n\u00e4mlich nicht um den Kopf, sondern um die Baumst\u00e4mme, an die sich der Mensch schmiegt. Die meisten Marmorstatuen haben eine so dusselige Gewichtsverteilung, dass sie unten einen Schwerpunkt brauchen, um nicht umzufallen. Die Griechen waren schlauer \u2013 das sieht man an der Venus, die eine Amphore hat \u2013, die R\u00f6mer laut Reiseleiter eher doof, weswegen so gut wie alle Statuen einen Baumstamm haben, der meist v\u00f6llig sinnfrei ist und nichts mit dem oder der Dargestellten zu tun hat. Ist mir noch nie aufgefallen, aber danach habe ich bei allen Statuen nach den St\u00e4mmen geguckt und sie auch immer gefunden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 17. Mai Seit meiner ersten Lateinstunde wollte ich ins Kolosseum. Hat dann ja auch nur noch gut 30 Jahre gedauert, und dann war ich da. Anke in Colosseo est. Sed ubi est Kerl? Kerl fotografiert die als Gladiatoren verkleideten studentischen Hilfskr\u00e4fte, w\u00e4hrend ich ein paar beeindruckte Tr\u00e4nchen trockne. Das Kolosseum ist erstmal: gro\u00df. 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