{"id":13076,"date":"2011-05-28T08:13:54","date_gmt":"2011-05-28T06:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=13076"},"modified":"2011-06-10T17:34:25","modified_gmt":"2011-06-10T15:34:25","slug":"rom-tag-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=13076","title":{"rendered":"Rom, Tag 5"},"content":{"rendered":"<p><em>Freitag, 20. Mai<\/em><\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich finde ich mich rund ums Hotel und in der Altstadt zurecht \u2013 da sind wir ja auch oft genug durchgelaufen. Der Kerl und ich haben einen Supermarkt entdeckt, bei dessen Obst- und Gem\u00fcseauswahl ich regelm\u00e4\u00dfig in Tr\u00e4nen ausbreche und wo wir uns mit Wasser eindecken (und italienischem S\u00fc\u00dfkram, ist klar). Das Sonnencremeauftragen klappt inzwischen aus dem Handgelenk, nachdem ich nat\u00fcrlich v\u00f6llig vergessen hatte, welche mit auf die Reise zu nehmen. Weswegen ich krebsrot in eine Apotheke stolperte, selbst\u00e4ndig \u201elatte solare\u201c im Regal fand und dann den peinlichen Gang an die Theke antrat, um nach einer Wund- und Heilsalbe zu fragen. Brauchte ich nicht, ein Blick auf Nase und Arme reichte, und die freundliche Bedienung gab mir ein lustiges Spray, mit dem ich mich zwei Tage lang gro\u00dfz\u00fcgig einnebelte (nachdem ich f\u00fcr 18 Euro pro Tag im Internet den Beipackzettel gefunden und mit Google \u00fcbersetzt hatte). Meine Fotobegeisterung, die noch nie eine war, l\u00e4sst immer mehr nach, und heute werde ich gerade ein Bild beim Gruppenrumlaufen machen und das mit dem iPhone anstatt mit der Kamera. Aber heute steht eh nur noch ein halber Tag Programm f\u00fcr mich an, denn w\u00e4hrend der Rest der Gruppe sich nachmittags die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Villa_Adriana\">Villa Adriana<\/a> bei Tivoli anschaut und ein gemeinsames Abschlussdinner hat, werde ich eine Weinverkostung bei <a href=\"http:\/\/www.vinoroma.com\/\">vinoroma<\/a> mitmachen und danach mit <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/vinoroma\">Hande<\/a> und ihrem Mann im <a href=\"http:\/\/www.ristorantealloro.it\/fisso\/index_home.html\">All&#8217;Oro<\/a> essen, worauf ich mich schon die ganze Woche freue.<\/p>\n<p>Aber erstmal schl\u00fcpfe ich wieder in die bequemen Sneakers, an denen ich deutlich als Touri zu erkennen bin. Gut, das k\u00f6nnte auch an der Baseballkappe (Sonnenbrand!) und der Kamera liegen. Heute abend, auf dem Weg zu Hande, werde ich erfreut feststellen, dass man sich auch als Fu\u00dfg\u00e4nger_in in den r\u00f6mischen Verkehr werfen kann \u2013\u00a0solange man nicht wie ein_e Tourist_in aussieht. Wo bis jetzt alle Autos an uns vorbeigebraust sind, traue ich mich abends, wo ich etwas eleganter unterwegs war, einfach auf die Stra\u00dfe zu gehen, so wie unser Reiseleiter uns das erz\u00e4hlt hat. \u201eDie halten schon an, aber erst, wenn Sie losgehen.\u201c So wurde es gemacht: Kurz gucken, wie weit die Autos noch weg sind, und auch wenn ich in Deutschland nie \u00fcber gro\u00dfe Stra\u00dfen gehe, solange ich keinen Zebrastreifen oder eine Ampel zur Verst\u00e4rkung dabei habe, hier mache ich es einfach \u2013\u00a0und es funktioniert. (Sonst w\u00fcrdet ihr diese Zeilen hier auch nicht lesen.) Alle halten an, man kriegt keine unfreundlichen Blicke, und alles ist gut. (Trotzdem gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig.) Ich mag die Momente, in denen man das Gef\u00fchl hat, die Stadt erstmals im Griff zu haben. Wie beim Oystercard-Aufladen in London, beim ersten Einkauf in Paris, beim Tanken in Fort Wayne. L\u00e4uft.<\/p>\n<p>Unser heutiger Vormittag ist schon fast ein Abschied von der Stadt. Wir bummeln nochmal zur Piazza Navona, wo ich meinen geliebten Vier-Str\u00f6me-Brunnen von Bernini mit deutlich weniger Touris bewundern kann. Wir gehen nochmal kurz ins Pantheon, wo ich diesmal die Kraft habe, zum Grab von Raffael zu schlendern. Beim ersten Besuch am Montag waren meine F\u00fc\u00dfe froh \u00fcber jeden Schritt, den sie nicht mehr machen mussten, jetzt gehe ich hin und freue mich \u00fcber die Inschrift. Wikipedia: \u201eDie Inschrift des Grabmals, ein Distichon von Pietro Bembo lautet: \u201eIlle hic est Raphael, timuit quo sospite vinci, rerum magna parens et moriente mori.\u201c (\u201eDieser hier ist Raffael, von dem, solange er lebte, die gro\u00dfe Mutter aller Dinge (n\u00e4mlich die Natur) f\u00fcrchtete, \u00fcbertroffen zu werden, und als er aber starb, dass sie zugleich mit ihm st\u00fcrbe.\u201c)\u201c<\/p>\n<p>Wir genie\u00dfen den besten <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/ankegroener\/5743874828\/\">Espresso<\/a>, den ich je getrunken habe, im Sant&#8217;Eustachio, lassen uns beim Spazierengehen den Unterschied zwischen <em>carabinieri<\/em> und <em>polizia<\/em> erkl\u00e4ren (die einen sind Staatsangestellte, die anderen st\u00e4dtisch) und landen irgendwann beim Trevi-Brunnen. Er ist \u00fcberraschenderweise riesengro\u00df (Ironie, Ironie), aber ausnahmsweise nicht ganz so \u00fcberlaufen wie erwartet. Ich kann sehr entspannt an den Brunnenrand gehen und die obligatorische M\u00fcnze reinwerfen, mit rechts \u00fcber die linke Schulter und ohne der M\u00fcnze nachzuschauen. Ich werde also wiederkommen. Das hatte ich mir allerdings eh schon vorgenommen, daf\u00fcr h\u00e4tt&#8217;s den Brunnen nicht gebraucht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_trevibrunnen1.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_trevibrunnen\" width=\"380\" height=\"459\" class=\"alignnone size-full wp-image-13095\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Brunnen gehen wir zur <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanische_Treppe\">Spanischen Treppe<\/a>, die mir als einziger Besichtigungspunkt wirklich egal war. Ich habe nicht mal ein Foto gemacht, vielleicht auch, weil hier noch mehr von den fliegenden H\u00e4ndler_innen unterwegs waren als sonst. Immerhin haben sie mir einen guten Einblick in die derzeitige Nutzlosproduktpalette aus Asien gegeben. An allen Touripunkten vorhanden: eine Plastikpistole, die infernalischen L\u00e4rm \u00e0 la Monoklingelt\u00f6ne von 1998 produziert und gleichzeitig \u2013 Seifenblasen macht. Ja, darauf muss man erstmal kommen, meine Damen und Herren. In der H\u00e4ufigkeitsskala auf Platz 2: kleine Gummitierchen, die man auf den Boden werfen kann und die sich dort in eine Pf\u00fctze verwandeln, bevor sie sich terminatorm\u00e4\u00dfig wieder zu einem Gummitier zurechtmorphen. Wenn sie auch noch L\u00e4rm und Seifenblasen h\u00e4tten machen k\u00f6nnen, h\u00e4tte ich sie gekauft. Total unorigineller dritter Platz: Markenhandtaschenimitate, Plastikrosen und Regenschirmh\u00fcte. <\/p>\n<p>Eine letzte Kirche g\u00f6nnen wir uns noch: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Santa_Maria_del_Popolo\">Santa Maria del Popolo<\/a>, die direkt an der, man ahnt es, Piazza del Popolo steht. Von der Kirche ist mir nicht mehr viel in Erinnerung geblieben, aber von zwei Gem\u00e4lden, die in ihr h\u00e4ngen, umso mehr. Ich habe meine ersten beiden Caravaggios \u201ein echt\u201c gesehen, n\u00e4mlich \u201e<a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/f\/f7\/Caravaggio_-_Martirio_di_San_Pietro.jpg\">Die Kreuzigung des Petrus<\/a>\u201c und \u201e<a href=\"http:\/\/it.wikipedia.org\/wiki\/Conversione_di_San_Paolo_(Caravaggio)\">Die Bekehrung des Paulus<\/a>\u201c. Ich wei\u00df nicht, ob die Bilder auf euren Monitoren besser aussehen als auf meinem, wo sie ziemlich matt wirken, denn in Wirklichkeit leuchten sie einem entgegen. In der Kirche herrscht ein relativ d\u00e4mmriges Licht, und die Bilder werden nur leicht angestrahlt. Das Licht geht \u00fcbrigens nach wenigen Minuten aus, und man muss es per Knopfdruck wieder anmachen. In einer anderen Kirche musste man f\u00fcr die anst\u00e4ndige Beleuchtung sogar einen kleinen Obolus errichten. Und eine weitere \u201eInnovation\u201c habe ich mir gemerkt: In einigen Kirchen kann man kein Teelicht bzw. keine Kerze mehr entz\u00fcnden. Stattdessen wirft man Geld in einen Schlitz, und daraufhin beginnt eine elektrische Kerze f\u00fcr eine bestimmte Zeit zu brennen. Fand ich einerseits clever, andererseits total stimmungst\u00f6tend.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu den Caravaggios: Ich f\u00fchlte mich an mein altes <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=10703\">Kunstbuch<\/a> erinnert, in dem ich zum ersten Mal den \u201e<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Mann_mit_dem_Goldhelm\">Mann mit dem Goldhelm<\/a>\u201c gesehen habe. Das Kunstbuch weist auf den punktuellen Einsatz von Licht hin, und genau daran musste ich bei den Caravaggios denken: Die Motive an sich sind schon verst\u00f6rend genug, aber erst durch den dramatischen Einsatz von Licht und Schatten erzielen sie ihre ganze Wirkung. Ich habe mehrmals auf den Lichtschalter gedr\u00fcckt, um mir die Bilder anzuschauen, aber irgendwann musste ich leider gehen, weil der Bus f\u00fcr den Rest der Gruppe schon wartete.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Kerl sich Villen anschaute, machte ich mich fein f\u00fcr die Weinverkostung. Lustigerweise wohnt Hande gerade f\u00fcnf Minuten vom Hotel weg, weswegen ich gnadenlos zu fr\u00fch da war. Wir plauderten entspannt in der Gegend rum \u2013 das ist ja fast immer so mit Menschen aus diesem Internet, die man vorher noch nie gesehen hat \u2013, bis die weiteren G\u00e4ste eintrafen: ein irisch-englisches und ein texanisches P\u00e4rchen, weswegen die Verkostung auf Englisch ablief. <\/p>\n<p>Ich erspare euch eine detailgenaue Wiedergabe von all den wunderbaren Dingen, die wir gelernt haben \u2013 stattdessen lege ich euch extremst einen Besuch bei vinoroma ans Herz. Das texanische P\u00e4rchen hatte noch nie eine Weinprobe mitgemacht, ich im Prinzip zweieinhalb, w\u00e4hrend die Briten sowas wohl \u00f6fter machen, aber das war alles egal. Ich glaube, jede_r von uns hat etwas mitgenommen, gelernt, neu entdeckt. Was sicher auch an der (Achtung, totale Lobhudelei) charmanten, gef\u00fchlt allwissenden und sehr sympathischen Art von Hande lag, uns davon zu \u00fcberzeugen, dass italienische Weine der Kracher sind. Ich gebe zu, mit den roten hadere ich noch etwas \u2013 da liegt im Moment Frankreich vorn \u2013, aber die wei\u00dfen haben mir alle gut bis sehr gut geschmeckt. Meine Wei\u00dfweinfavoriten stammen derzeit aus \u00d6sterreich, was sicher daran liegt, dass \u201emeine\u201c <a href=\"http:\/\/www.vineyard-weinhandel.de\/\">Weinhandlung<\/a> um die Ecke mir eben gerne was daher empfiehlt und bis jetzt jedesmal richtig gelegen hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war der gr\u00f6\u00dfte Aha-Moment des Abends, dass es manchmal eben nicht nur an der Rebsorte liegt, sondern am Ort des Anbaus, ob mir pers\u00f6nlich ein Wein schmeckt oder nicht. So waren die Wei\u00dfweine aus Norditalien etwas spannungsarmer als die aus dem S\u00fcden \u2013 klar, da passiert im Boden oder klimatisch einfach mehr, Vulkangestein, l\u00e4ngere Sonnendauer, eigentlich logisch, dass die Weine dort anders schmecken. Au\u00dferdem hatte ich <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=7861\">wieder<\/a> einen Pferdestallwein im Glas, wei\u00df aber jetzt, dass das Schwefel ist, den ich so doof finde. Und ich kann nicht nur Nero d&#8217;Avola nicht blind vertrauen \u2013 das war ja meine Erkenntnis nach der Weinprobe mit Lu \u2013, sondern auch der olle Chardonnay kann eine fiese Ratte sein. <\/p>\n<p>Ich fand die Verkostung wirklich klasse, was auch an der Gruppe lag. Wir plauderten sehr entspannt und gut gelaunt \u00fcber die Weine und unsere drei L\u00e4nder; mir ist zum ersten Mal aufgefallen, dass wir in Deutschland die Leute gerne in Wein- oder Biertrinker unterteilen; wir haben der texanischen Lady ganz dringend Grappa ans Herz gelegt, als sie meinte, sie trinke gerne mal nen Scotch oder Wodka pur (&#8220;The kids. You know.&#8221;), und weil der Ire heute Geburtstag hatte, gab&#8217;s noch eine Flasche sehr schmackhaften <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franciacorta\">Franciacorta<\/a> als Goodie zum kosten, was Hande dazu nutzte, uns auch noch was \u00fcber Champagnerg\u00e4rung zu erz\u00e4hlen. Hach!<\/p>\n<p>Aber damit war der Tag noch nicht toll genug, denn jetzt fuhren Hande, ihr Mann und ich ins All&#8217;Oro, das seit Kurzem einen Michelin-Stern sein eigen nennt. Ich kann das zwar noch \u00fcberhaupt nicht beurteilen, aber ich sach trotzdem mal: zu recht.<\/p>\n<p>(Die folgenden Fotos sind unfassbar mies, weil ich sie nur per iPhone aufgenommen habe. In h\u00fcbsch kann man sie zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.altissimoceto.it\/2011\/05\/23\/ristorante-alloro-roma-chef-riccardo-di-giacinto\/\">hier<\/a> bewundern. Das war zwar nicht ganz unser Men\u00fc, aber mir blutet ein bisschen das Herz dabei, Werbung f\u00fcr diesen wirklich sch\u00f6nen Laden zu machen und dann so f\u00fcrchterliche Fotos als einzigen Eindruck zu haben. Also mal r\u00fcberklicken da, bitte. Und ich ergoogele mir jetzt endlich Farbkorrektur-Tutorials f\u00fcr den ollen Photoshop.)<\/p>\n<p>Alleine f\u00fcr den Brotkorb und das Oliven\u00f6l sollte man mal bei All&#8217;Oro vorbeischauen: Ich erinnere mich an vier bis f\u00fcnf selbstgebackene Spezialit\u00e4ten und ein sehr fruchtiges, hellgr\u00fcnes \u00d6l. Zum Men\u00fc hatten wir einen Wei\u00df- und einen Rotwein, die ich mir beide leider nicht gemerkt habe. Wobei der rote der spa\u00dfige war, weil wir ihn mit K\u00fchlmanschette bestellt haben und ihn so von Gang zu Gang immer ein bisschen k\u00e4lter hatten. Das tat ihm extrem gut; wo er anfangs noch etwas vor sich hinflachte, war er zum Schluss ein Kracher.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_kuechengruss.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_kuechengruss\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-13090\" \/><\/p>\n<p>Der Gru\u00df aus der K\u00fcche: Eine feine Sauce aus sehr geschmackvollen Tomaten, knusprigen Croutons und s\u00fc\u00dfsauer eingelegter Zwiebel. Sehr frisch und leicht und trotzdem bleibt ein tiefer Eindruck zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang1.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang1\" width=\"380\" height=\"388\" class=\"alignnone size-full wp-image-13082\" \/><\/p>\n<p>Schon beim ersten Gang wusste ich, dass ich dringend nochmal herkommen muss: Tiramisu aus Stockfisch, Schweinespeck (\u201elardo\u201c) und Kartoffelschaum. Herrlich gew\u00fcrzt und eine ganz gro\u00dfartige Kombination. Der milde Fisch, der weiche Speck, alles in Cremeform \u2013 pures Mundgl\u00fcck.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang21.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang2\" width=\"380\" height=\"413\" class=\"alignnone size-full wp-image-13104\" \/><\/p>\n<p>Das erste \u00dcberraschungsei des Abends: Mezzalune, die mit Burrata gef\u00fcllt waren, mit Sardellen und Kirschtomaten. Der Burrata floss fast aus der Pasta und verband sich absolut stimmig mit Fisch und Gem\u00fcse und Nudeln. Und meinem \u00fcblichen \u201eMmmmhh\u201c, das ich den ganzen Abend von mir gegeben habe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang3.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang3\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-13084\" \/><\/p>\n<p>Frau Gr\u00f6ners erste Artischocke. Ich traue mich nie so recht an das Zeug an \u2013 wie koch ich das? Was mach ich damit? Wie esse ich das \u00fcberhaupt? Netterweise musste ich mich das hier alles nicht fragen. \u00dcberw\u00e4ltigend fand ich den Geschmack nicht, aber doch so spannend, dass ich demn\u00e4chst gnadenlos Artischocken in Wasser werfe und einfach mal gucke, was so passiert. <\/p>\n<p>Neben der Artischocke der eigentlich Hauptdarsteller: ein St\u00fcck Steinbutt, au\u00dfen fritiert, innen noch roh, auf Zitronenzabaione und Paprikapulver. Die Kombination Zitrone-Paprika werde ich ebenfalls gnadenlos zu reproduzieren versuchen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang4.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang4\" width=\"380\" height=\"391\" class=\"alignnone size-full wp-image-13085\" \/><\/p>\n<p>Das zweite \u00dcberraschungsei und mein Lieblingsgang: Safran-Cappeletti, die mit hei\u00dfer Br\u00fche (!) gef\u00fcllt waren, auf Parmesancreme. Kein Geschmack, den ich noch nicht kannte, aber das Gef\u00fchl beim Essen war so gro\u00dfartig unterhaltsam: Man nimmt die Cappeletti komplett in den Mund und zerknackt sie quasi. Der ganze Mund wird mit der w\u00fcrzigen Br\u00fche geflutet, und die sp\u00fclt man entspannt mit ein bisschen Parmesancreme weg. Herrlich. Ach ja, und ich mag Safran.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang5.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang5\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-13086\" \/><\/p>\n<p>Ochsenschwanz auf w\u00fcrzigem Irgendwas (im Zweifel immer Tomate). Die gr\u00fcnen Punkte sind Selleriegelee, von dem ich gerne deutlich mehr gehabt h\u00e4tte, und \u00fcber allem schwebte der Hauch von dunklem Kakao. Zweitliebster Gang, alleine f\u00fcr die Kombination aus Fleisch und Schokolade, die ich niemals probiert h\u00e4tte, wenn sie nicht vor mir auf dem Teller gelegen h\u00e4tte. Und nebenbei oh so gro\u00dfartig geschmeckt hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang6.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang6\" width=\"380\" height=\"424\" class=\"alignnone size-full wp-image-13087\" \/><\/p>\n<p>Der Zwischengang zum Magenaufr\u00e4umen. Sehr schlicht und geradeaus: Melonensorbet, kandierte Limettenstreifen und Ananasst\u00fcckchen. (Dass die Tischdecke gemustert war, habe ich \u00fcbrigens erst auf diesen Fotos bemerkt.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang7.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang7\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-13088\" \/><\/p>\n<p>Der Nachtisch \u00fcberlagert ja gerne alles andere, und dieses Dessert war keine Ausnahme. Wieder was zum Reinlegen und Gedichte dar\u00fcber schreiben. Wir drei haben schon beim Speisekartenlesen gesabbert und ich mache genau das jetzt auch: Lavendel-Cr\u00e8me-br\u00fbl\u00e9e mit Pfeffereiscreme. Ich bin eigentlich kein Fan von salzigen Eiscremes, genauso wenig wie von \u201ekreativen\u201c Schokoladensorten. Ich will kein Basilikum im Eis und kein Rosmarin in meiner Lindt. Aber hier war der Pfeffer nur eine kleine Spitze, die perfekt der Cr\u00e8me br\u00fbl\u00e9e etwas ihre Schwere genommen hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom5_alloro_gang8.jpg\" alt=\"\" title=\"rom5_alloro_gang8\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-13089\" \/><\/p>\n<p>Zum Espresso noch ein paar kleine Aufmerksamkeiten: Minz-Lakritz-Macarons, Tr\u00fcffel, Baci di dama und winzige Erdbeert\u00f6rtchen.<\/p>\n<p>Bitte rollen Sie mich zum Taxi, aber r\u00fchren Sie meinen strahlenden Gesichtsausdruck nicht an. Und buchen Sie schon mal die n\u00e4chste Reise f\u00fcr mich. <\/p>\n<p>Ich hatte nicht erwartet, dass Rom mir so gut gefallen w\u00fcrde, gerade weil ich kein Wort Italienisch spreche. In London oder Amerika f\u00fchle ich mich recht schnell zuhause und wohl, in Frankreich immerhin, wenn der Kerl dabei ist (Monsieur ist Halbfranzos&#8217;), aber Rom hatte ich so gar nicht auf dem Plan. Ich war mir sicher, dass es mir zu laut sein w\u00fcrde, zu nervig, zu chaotisch (im Grunde meines Herzens bin ich n\u00e4mlich Idealdeutsche \u2013 p\u00fcnktlich, ordentlich, regelkonform), ich wollte eigentlich nur das Kolosseum angucken und wieder nach Hause fahren. Stattdessen w\u00fchle ich mich sehns\u00fcchtig durch die Studiosus-Reisen in die Toskana und kaufe Reiseerz\u00e4hlungen aus Rom. Na bravo.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob es daran lag, endlich den Kopf mal wieder mit etwas anderem zu f\u00fcttern als K\u00f6rperquatsch und Autokatalogen. Es hat mir auf jeden Fall unglaublich gut getan, die beiden Themen kurz mal komplett zu vergessen und mich stattdessen auf alte S\u00e4ulen und alte Bilder zu konzentrieren. Wie ich in einem der Rom-Eintr\u00e4ge schon gesagt habe: Es erdet einfach ungemein, sich mal wieder bewusst zu machen, dass man nur ein Bausteinchen im gro\u00dfen Puzzle ist. Es befreit gleichzeitig, weil mir wieder klar wurde, dass das t\u00e4gliche Hamsterrad nicht das Wichtigste im Leben ist, dass kein Autokatalog an Michelangelo rankommt, kein Buch an Bernini, und dass es viel sinnvoller ist, sich auf das Wichtige zu konzentrieren: blauer Himmel. Gutes Essen. Guter Wein. Spannende Menschen. Und das Gef\u00fchl, einen Gang runterzuschalten. Denn obwohl Rom all das war, was ich erwartet hatte \u2013 laut, nervig und chaotisch \u2013 war es gleichzeitig total entspannend. Klar, ich war im Urlaub, aber ich habe ein bisschen Romgef\u00fchl in die Agentur retten k\u00f6nnen. Ich hoffe, ich vergesse es nicht wieder.<\/p>\n<p>Aber deswegen schreibt man ja Blogeintr\u00e4ge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag, 20. Mai Allm\u00e4hlich finde ich mich rund ums Hotel und in der Altstadt zurecht \u2013 da sind wir ja auch oft genug durchgelaufen. Der Kerl und ich haben einen Supermarkt entdeckt, bei dessen Obst- und Gem\u00fcseauswahl ich regelm\u00e4\u00dfig in Tr\u00e4nen ausbreche und wo wir uns mit Wasser eindecken (und italienischem S\u00fc\u00dfkram, ist klar). 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