{"id":1598,"date":"2006-07-24T07:30:46","date_gmt":"2006-07-24T06:30:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=1598"},"modified":"2006-07-24T07:33:31","modified_gmt":"2006-07-24T06:33:31","slug":"why-we-fight","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=1598","title":{"rendered":"Why We Fight"},"content":{"rendered":"<p>Dokumentarfilm \u00fcber den von Dwight D. Eisenhower erstmals so bezeichneten <em>military-industrial complex<\/em>. Im Prinzip geht es um den Irakkrieg, warum genau es dazu gekommen ist und was die Vereinigten Staaten da eigentlich immer noch machen, wenn sie doch das ganze Land in wenigen Wochen oder Monaten zu einem souver\u00e4nen, demokratischen, kapitalistisch orientierten Staat hatten machen wollen. Im Einzelnen werden aber mehrere Geschichten erz\u00e4hlt, die zusammen ein sehr beunruhigendes Bild ergeben. <\/p>\n<p>In <em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0436971\/\">Why We Fight<\/a><\/em> kommt u.a. eine ehemalige Pentagon-Mitarbeiterin zu Wort, die am Tag des Kriegsbeginn gegen den Irak ihren Posten verlassen hat, weil sie bis heute der Meinung ist, Amerika und die Welt seien in diesen Krieg hineingelogen worden. Mitten im Film tauchen Bilder auf, die sich heute sehr seltsam anf\u00fchlen. Saddam Hussein wurde in den 80er Jahren von der CIA im Irak etabliert, um ein Gegengewicht zum aufkommenden Islamismus des Iran zu bilden. Wir sehen Hussein, wie er einem l\u00e4chelnden <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Donald_Rumsfeld#Reagan_Administration\">Donald Rumsfeld<\/a> die Hand sch\u00fcttelt, wir sehen die Waffenlieferungen aus den USA an den Irak und h\u00f6ren aus dem Off den netten Kommentar: &#8220;We know Iraq owns weapons of mass destructions. We have the receipts.&#8221;<\/p>\n<p>Der Film bezieht nat\u00fcrlich ganz klar Stellung und macht auf die Verquickungen von Industrie und Milit\u00e4r und die daraus resultierenden Konflikte aufmerksam. Dabei ist er aber nicht ganz so holzschnittartig wie z.B. Michael Moore in <em>Fahrenheit 9\/11<\/em>, und wir m\u00fcssen auch keine weinenden Soldatenm\u00fctter ertragen. Daf\u00fcr erz\u00e4hlt uns <em>Why We Fight<\/em> eine andere Geschichte, die ich genauso unfassbar finde. <\/p>\n<p>Im Film lernen wir einen pensionierten Polizei-Offizier kennen, der seinen Sohn bei den Anschl\u00e4gen am 11. September verloren hat. Er sucht nach einer M\u00f6glichkeit, seinem Sohn eine Art Denkmal zu setzen. Als der Krieg gegen den Irak beginnt \u2013 der ja damals als Hauptschuldiger f\u00fcr 9\/11 genannt wurde \u2013, beschlie\u00dft der Vater, eine alte Milit\u00e4rtradition wieder aufleben zu lassen und bittet diverse Milit\u00e4rangeh\u00f6rige per E-Mail, den Namen seines Sohnes auf eine Bombe zu schreiben, die \u00fcber dem Irak abgeworfen wird. Im Nachhinein ist dem Vater klargeworden, dass der Irak nicht der Schuldige ist; er bedauert aber nicht, was er getan hat. Der Film macht sp\u00fcrbar, wie gro\u00df die Wut und die Verzweiflung auf ein Land sein k\u00f6nnen, mit dem man vorher nie etwas am Hut gehabt hat. Man ahnt, dass V\u00e4ter und M\u00fctter im Irak, die ihre Kinder verloren haben, genauso seltsame Gedankeng\u00e4nge haben k\u00f6nnen wie der New Yorker Polizist. Und man ahnt, dass die derzeitige Au\u00dfenpolitik der USA viel weiterreichende Folgen haben k\u00f6nnte, als sie bisher sichtbar sind. Der republikanische Senator und ehemalige Vietnam-K\u00e4mpfer <a href=\"http:\/\/mccain.senate.gov\/\">John McCaine<\/a> fasst es gut zusammen: &#8220;When do the United States go from being a force of good to being a force of imperialism?&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dokumentarfilm \u00fcber den von Dwight D. Eisenhower erstmals so bezeichneten military-industrial complex. 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