{"id":1600,"date":"2006-07-24T07:33:40","date_gmt":"2006-07-24T06:33:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=1600"},"modified":"2006-07-24T07:36:06","modified_gmt":"2006-07-24T06:36:06","slug":"transamerica","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=1600","title":{"rendered":"Transamerica"},"content":{"rendered":"<p>Wundersch\u00f6ner, ber\u00fchrender, emotionaler, lustiger, trauriger, spannender und \u00fcberhaupt alles-was-an-Adjektiven-noch-geht-Film \u00fcber einen transsexuellen Mann, der kurz vor seiner Operation zur Frau erf\u00e4hrt, dass er bei einem One-Night-Stand wohl Vater geworden ist. Sein Sohnemann ist inzwischen 17, schafft in den Stra\u00dfen New Yorks an und sitzt nun wegen Drogenbesitzes im Knast, aus dem Stanley\/Bree (Felicity Huffman) ihn herausholen soll. Das tut sie (man hat nie einen Zweifel daran, dass Bree eine Frau ist) dann auch und packt ihn ins Auto, um ihn mit nach Los Angeles zu nehmen, allerdings ohne ihm zu sagen, wer sie wirklich ist. <em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0407265\/\">Transamerica<\/a><\/em> beschreibt nun diese Reise quer durch den Kontinent.<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne an dem Film ist, dass er sich auf seine Hauptgeschichte konzentriert: das Treffen zweier Menschen, die miteinander und mit ihrer Vergangenheit klarkommen m\u00fcssen. Die eine, weil sie mit sich im Reinen sein will (bzw. muss, laut ihrer Therapeutin, die sonst die Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung zur OP verweigert), der andere, weil ihm schlicht nichts anderes \u00fcbrig bleibt als sein Leben irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Das Thema Geschlechtsumwandlung oder biologische Identit\u00e4t wird zwar am Rande mal mitgenommen, wird aber nie f\u00fcr bl\u00f6de Kalauer missbraucht. Nat\u00fcrlich dreht sich die Diskussion irgendwann darum, als Sohn Toby mitkriegt, dass die angebliche Kirchenangestellte einen Penis hat, aber selbst dann ist das nicht das Hauptsujet.<\/p>\n<p>Der Film hat ein sehr eigenartiges Tempo. Das reine Unterwegssein versetzt einen als Zuschauer in einen angenehmen Fluss, und bei jeder Unterbrechung wird einem eine neue Geschichte erz\u00e4hlt bzw. \u00e4ndert sich die Richtung des Films. Am Anfang kreisen die beiden Hauptfiguren noch etwas befangen umeinander herum, schlie\u00dflich akzeptieren sie, dass sie zusammen unterwegs sind, dann bricht ein kleiner Machtkampf aus \u2013 und der resultiert darin, dass Bree ihre L\u00fcge, ihre Eltern seien tot, aufgeben muss. Vater\/Mutter und Sohn, der davon noch nichts ahnt, landen im Haus von Brees Eltern. Bisher hat der Film wenig sp\u00fcren lassen, wie schwer Brees Leben bzw. wahrscheinlich das jeden Transsexuellen ist. Aber die Szene, bei der die Mutter Bree zwischen die Beine greift, um triumphierend festzustellen, dass diese immer noch ihr Sohn sei, ist in ihrer Direktheit und kompletten Unsensibilit\u00e4t schon sehr schmerzhaft anzusehen. Auch wie Toby schlie\u00dflich erf\u00e4hrt, wer Bree wirklich ist bzw. war, rei\u00dft einen ziemlich aus der angenehm warmherzigen Erz\u00e4hlweise.<\/p>\n<p><em>Transamerica<\/em> ist sicher ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr mehr Toleranz und Verst\u00e4ndnis, aber netterweise tr\u00e4gt er diese Botschaft nicht gro\u00dfm\u00e4ulig vor sich her. Er erz\u00e4hlt eine schlichte Familiengeschichte mit einer kleinen, aber nicht unwichtigen Wendung. Dass diese Geschichte funktioniert und nicht zu einem tr\u00e4nenreichen Schmalzfest wird, ist vor allem Felicity Huffman zu verdanken, die sich so sicher in ihrer Rolle ist, dass auch wir als Zuschauer gar keine Zweifel daran haben, dass alles so seine Richtigkeit hat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wundersch\u00f6ner, ber\u00fchrender, emotionaler, lustiger, trauriger, spannender und \u00fcberhaupt alles-was-an-Adjektiven-noch-geht-Film \u00fcber einen transsexuellen Mann, der kurz vor seiner Operation zur Frau erf\u00e4hrt, dass er bei einem One-Night-Stand wohl Vater geworden ist. Sein Sohnemann ist inzwischen 17, schafft in den Stra\u00dfen New Yorks an und sitzt nun wegen Drogenbesitzes im Knast, aus dem Stanley\/Bree (Felicity Huffman) ihn [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1600","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1600","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1600"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1600\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1600"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}