{"id":16241,"date":"2012-05-12T08:53:49","date_gmt":"2012-05-12T06:53:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=16241"},"modified":"2012-05-12T08:53:49","modified_gmt":"2012-05-12T06:53:49","slug":"reinstoff-das-zweite-mal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=16241","title":{"rendered":"reinstoff, das zweite Mal"},"content":{"rendered":"<p>Der erste Besuch <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=12746\">liegt ein Jahr zur\u00fcck<\/a>; inzwischen hat das <a href=\"http:\/\/www.reinstoff.eu\/willkommen.html\">reinstoff<\/a> einen zweiten Stern bekommen, und ich behaupte von mir, ich h\u00e4tte einen Hauch mehr Ahnung von gutem Essen und gutem Wein. Beste Voraussetzungen also, um einen tollen Abend zu haben. Ich nehme die Pointe vorweg: hatten wir. Ich nehme allerdings noch was vorweg: Das sch\u00f6ne, klare, wei\u00dfe Licht, das wir im letzten Jahr hatten, ist leider einer gelblichen Raumbeleuchtung gewichen. Das macht den Laden zwar etwas heimeliger, meine iPhone-Bilder allerdings sehr fies. Netterweise hat mir Herr Kn\u00fcwer einige seiner Bilder \u00fcberlassen, die deutlich schicker sind. Und noch was: Ich habe mir keine Notizen gemacht, was f\u00fcr den Blogeintrag sehr, sehr doof ist. Insofern ist das hier keine angemessene Kritik, sondern eher ein Merkzettel f\u00fcr mich, damit ich noch in drei Wochen wei\u00df, was ich gegessen und getrunken habe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_aubergine.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_aubergine\" width=\"500\" height=\"479\" class=\"alignnone size-full wp-image-16279\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_aubergine.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_aubergine-380x364.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><br \/>\n(Foto: Thomas Kn\u00fcwer)<\/p>\n<p>Wir starteten mit einem Rieslingsekt, um uns die Wartezeit bis zu den Vorspeisen zu verk\u00fcrzen. Die bestanden aus, copypaste von der Speisekarte:<\/p>\n<p>\u201eEisblume und Vinaigrette\u201c \u2013 genauer gesagt ein bisschen Sorbet (?) mit s\u00e4uerlich-frischer Vinaigrette. Sch\u00f6ner Reinkommer.<\/p>\n<p>\u201eCracker\u201c \u2013 mit Rhabarbergelee. Weder s\u00fc\u00df noch salzig, aber herrlich. Zuerst knistert, dann schmeichelt es.<\/p>\n<p>\u201eAubergine und Miso im Umschlag\u201c \u2013 kleine Gem\u00fcsew\u00fcrfel in Esspapier. Mein Kommentar an dem Abend: die erste Aubergine, die nach was schmeckt.<\/p>\n<p>\u201eEingelegter Hering, traditionell\u201c \u2013 genau so. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_burger.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_burger\" width=\"500\" height=\"510\" class=\"alignnone size-full wp-image-16282\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_burger.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_burger-380x387.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><br \/>\n(Foto: Thomas Kn\u00fcwer)<\/p>\n<p>Der Gru\u00df aus der K\u00fcche war ein \u201eLammburger\u201c \u2013 genauer gesagt, ein gr\u00fcnes Macaron, das mit einem winzigen Salatblatt und Lammfleisch belegt war, serviert an einem Klecks Senfdressing auf knitterigem Pergamentpapier. Den Burger in die Hand genommen, durch den Senf gezogen, in einem gl\u00fcckseligen Haps verspeist und mit den Fingern noch den Rest Dressing vom Pergament gerettet.<\/p>\n<p>Dann ging es an die Hauptg\u00e4nge, zu denen <a href=\"http:\/\/nutriculinary.com\/\">Stevan<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.indiskretionehrensache.de\/\">Thomas<\/a>, zwei weitere Menschen, von denen ich nicht wei\u00df, ob sie genannt werden m\u00f6chten, mit denen man aber einen sehr netten Abend verbringen kann, und ich die Weinreise orderten. Also zu jedem Gang ein Glas passenden Wein. Inzwischen bin ich so weit, dass ich an den Weinen fast mehr Spa\u00df habe als am Essen, weswegen es mich noch mehr \u00e4rgert, mir keine Notizen gemacht zu haben.<\/p>\n<p>\u201eMorchel ,Royale\u2019 mit Pinienkernen, Zwiebelbouillon und Verjus 8\u201c, dazu gab es einen Amontillado V.R.O.S, Bodegas Tradicion, Jerez. Kein Foto, und der Gang wurde von den Erinnerungen an die folgenden leider in die hinterste Hirnecke gedr\u00fcckt. War garantiert toll.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_garnele.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_garnele\" width=\"500\" height=\"669\" class=\"alignnone size-full wp-image-16286\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_garnele.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_garnele-380x508.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>\u201eGarnelen aus der Normandie, Buschbohne, Seemoos und Aioli\u201c, dazu einen Riesling R \u201eMonzinger Halenberg\u201c, Emrich-Sch\u00f6nleber von der Nahe, 2008. Wie ich schon <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/ankegroener\/status\/199234043735322625\/photo\/1\">twitterte<\/a>: der beste Riesling, den ich je getrunken habe. Bitte kauft ihn mir nicht weg, ich muss ihn dringend noch mal trinken. Garnelen und ich werden wohl nie richtig dicke Freund_innen, aber die hier waren (erwartungsgem\u00e4\u00df) ausgezeichnet. Vor allem das gr\u00fcne S\u00f6\u00dfchen hatte es mir angetan, und ich musste mich sehr zusammenrei\u00dfen, nicht den Teller zu kippen und den Rest auszutrinken.<\/p>\n<p>Wieder ohne Foto: \u201eEi, geschmortes Huhn, Johannisbeerbl\u00e4tter und verfl\u00fcssigte Kr\u00e4uter\u201c, dazu einen Manzoni Blanc de Plana, Vigna Dogarina, Veneto, 2008. Das n\u00e4chste kleine Wunderwerk aus verschiedenen Texturen, die f\u00fcr mich so spannend waren, dass ich den Geschmack fast vergessen h\u00e4tte. Knusprig, fl\u00fcssig, eine Beilage, die zuerst spr\u00f6de und dann schmelzig im Mund war, dazu das weiche Ei \u2013 herrlich. Der Wein dazu war ebenso komplex: viel Frucht, viel Ooomph.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_gaenseleber.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_gaenseleber\" width=\"500\" height=\"668\" class=\"alignnone size-full wp-image-16285\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_gaenseleber.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_gaenseleber-380x507.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>\u201eG\u00e4nseleberterrine, Erd- und gr\u00fcne Mandel\u201c, dazu einen Cantocuerdas Moscatel, Bernebaleva, Vinos de Madrid, 2009. Bei dem Wein jauchzte ich peinlicherweise ein bisschen auf, was den schnuckigen Sommelier aber nicht aus dem Konzept brachte. Seit Frau <a href=\"http:\/\/cucina-casalinga.blogspot.de\/\">Cucina Casalinga<\/a> mir einen Moscato kredenzte und ich im <a href=\"http:\/\/www.trific.de\/trific.de\/home.html\">trific<\/a> grunds\u00e4tzlich den Gelben Muskateller vom <a href=\"http:\/\/www.pollerhof.at\/unsereweine\/index.htm\">Pollerhof<\/a> anhimmele, will ich mich in die Richtung fortbilden. Der hier war eine gute Fortbildung \u2013 so eine von der Sorte, wo ich schon bei der ersten Nase wei\u00df, dass ich davon gerne eine Kiste nach Hause tragen wollen w\u00fcrde. Lieblich, aber mit genug Muckis, um gegen die G\u00e4nseleber anstinken zu k\u00f6nnen. Bei der Beschreibung dachte ich, das wird ein feister Angebergang mit nem vorsichtigen Wein dazu. Stattdessen machte sich der Moscatel im Mund breit, w\u00e4hrend die G\u00e4nseleber fein vor sich hinschmolz und die gr\u00fcnen Mandeln charmante Akzente setzten. Ach, und das Brot! Fluffigst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_blauleng.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_blauleng\" width=\"500\" height=\"669\" class=\"alignnone size-full wp-image-16281\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_blauleng.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_blauleng-380x508.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>\u201eBlauleng, Tomatensaft, Austernkraut und Muscheln\u201c, dazu ein Sotorrondero, Jimenez Landi, Mentrida, 2009. Der Gang, bei dem selbst der Koch am Tisch fragen musste, was bitte ein Blauleng sei. Der Racker ist ein Fisch, der angeblich ein bisschen nach Forelle schmeckt. Kann ich nicht beurteilen, war aber \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 sehr gut. Zartes und gleichzeitig kr\u00e4ftiges Fleisch, dazu die ansatzweise z\u00e4hen Muscheln, was ich als positiv empfand; sie rutschten nicht so uninspiriert weg, sondern erg\u00e4nzten den Fisch um eine zus\u00e4tzliche Textur. Mit dem Wein musste ich mich erst anfreunden: Die Nase zuckte vom Glas weg \u2013\u00a0Rauch! Also nicht nur ein bisschen Holz irgendwo hinten in den Nasenfl\u00fcgeln, sondern wirklich so, als ob man den Kopf in einen Kamin steckt. Sobald ich aber einen Bissen vom Essen nahm, verschwand der Kamin, und aus allem wurde eine wunderbare Einheit. Hach, Wein!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_berlinerweisse.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_berlinerweisse\" width=\"500\" height=\"505\" class=\"alignnone size-full wp-image-16280\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_berlinerweisse.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_berlinerweisse-380x383.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>\u201eBerliner Wei\u00dfe ,eiskalt\u2019 und L\u00f6wenzahnlimonade\u201c, genauer gesagt, ein Schl\u00fcckchen Dandelion &#038; Burdock. Ein k\u00f6stliches Sorbet mit Himbeerp\u00fcree und einer mit dem Skalpell zerteilten Himbeere zum Magenaufr\u00e4umen. \u00dcber die L\u00f6wenzahnlimo war man sich am Tisch nicht ganz so einig: sehr s\u00fc\u00df, und ich hatte seltsame Zahnarzterinnerungen, wei\u00df der Geier woher. Aber das Himbeerp\u00fcree h\u00e4tte ich geheiratet. Und ich habe Klee gegessen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_kalb.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_kalb\" width=\"500\" height=\"669\" class=\"alignnone size-full wp-image-16287\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_kalb.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_kalb-380x508.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>\u201eWald und Wiese: Kronenst\u00fcck vom Kalb, Salatspitzen, Knollenkerbel\u201c, dazu ein Dominio de Atauta, Ribera del Duero, 2009. Der Gang, der uns am meisten beeindruckte. Schon optisch ein Volltreffer, aber das ist ja fast albern zu erw\u00e4hnen, und ich streue wirklich zutiefst traurig Aschenberge auf mein Haupt wegen des miesen Bilds. Dann der erste Bissen: Das Fleisch wurde bei Niedrigtemperatur gegart; au\u00dfen war es lieblichbraun, innen vollst\u00e4ndig rosa. Und ich meine: rosa. S\u00e4mtliche St\u00fccke hatten die gleiche Struktur und Farbe und steckten voller Kraft und Anmut. Wo wir bisher das gesamte Essen durchgequatscht hatten, war auf einmal Ruhe am Tisch. F\u00fcnf Menschen, die sich and\u00e4chtig mehreren kleinen St\u00fccken Fleisch widmeten, dem bissfesten Spargel, den luftigen Kr\u00e4utern, der konzentriert-aromatischen Sauce, die alle mit Brot auftunkten, weil es schlicht ein Sakrileg gewesen w\u00e4re, auch nur einen Tropfen davon zu verschwenden. Dazu ein tiefroter, vollfruchtiger Wein, an den ich aber kaum eine Erinnerung habe. An das begeisterte Schweigen um so mehr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_emmentaler.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_emmentaler\" width=\"500\" height=\"669\" class=\"alignnone size-full wp-image-16284\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_emmentaler.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_emmentaler-380x508.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Das Dessert f\u00fcr Herrn Kn\u00fcwer war \u201easiatisches Mu\u0308sli und geeiste Zuckererbse\u201c, wir anderen lie\u00dfen uns \u201eEmmental Grand Cru, Sauerklee und Kernobst\u201c schmecken. Dazu hatten wir einen Chardonnay R, \u00d6konomierrat Rebholz, Pfalz, den ich mal wieder nicht als Chardonnay erkannt h\u00e4tte (dass ich jemals Chardonnay erkennen w\u00fcrde, hatte mir <a href=\"http:\/\/www.vinoroma.com\/\">Vinoroma<\/a> eigentlich auch schon ausgetrieben). Ich gackere zwar immer noch ein bisschen \u00fcber die Kombination K\u00e4sename + Grand Cru (hey, es ist K\u00e4se!), aber auch dieser Gang hat mich sehr gl\u00fccklich gemacht. Erstens sah er aus wie ein Kandinsky zum Essen \u2013 ich unterstelle der K\u00fcche, den Teller mit Geodreiecken rechtwinklig ausgerichtet zu haben \u2013, und zweitens gab es neben den Obstst\u00fccken ein Fr\u00fcchtebrot, das so derma\u00dfen allen anderen Kl\u00f6tzen dieses Namens, die man zu Weihnachten kriegt, in den Arsch tritt wie es fester kaum geht. Das war quasi nur Luft mit einem Sauerteighauch und Fruchts\u00fc\u00dfe. SO. GEHT. FR\u00dcCHTEBROT.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/reinstoff2_desserts.jpg\" alt=\"\" title=\"reinstoff2_desserts\" width=\"500\" height=\"392\" class=\"alignnone size-full wp-image-16283\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_desserts.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/reinstoff2_desserts-380x297.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><br \/>\n(Foto: Thomas Kn\u00fcwer)<\/p>\n<p>Die Rausschmei\u00dfer nach den acht G\u00e4ngen waren \u201eErfrischungsst\u00e4bchen\u201c, die \u00e4hnlich wie die Billovariante schmeckten, aber kunstfertig handgedrechselt aussahen, weswegen Stevan anfing, dar\u00fcber nachzudenken, wie man die wohl herstellt. \u201eKaffeesahne karamellisiert\u201c war ein dekonstruierter Milchkaffee \u2013 das Stichwort \u201eMilchm\u00e4dchen\u201c fiel; mich erinnerte es an einen mit Gold \u00fcberzogenen Starbuckssirupkaffee, und ich h\u00e4tte gerne viel mehr davon gehabt. Der \u201eEnergieriegel\u201c war ein d\u00fcnnes Segel aus N\u00fcssen, bei dem ich mich fragte, ob die K\u00fcchencrew Yoga macht, um so ruhige H\u00e4nde zu haben, die man braucht, um diesen Hauch zusammenzubauen. Und das \u201eSchokokissen und K\u00fcmmel\u201c war Luft mit w\u00fcrziger Schokolade ummantelt. <\/p>\n<p>Ein letztes Knacken im Mund, ein wehm\u00fctiger Blick auf die leergegessenen Platten und ausgetrunkenen Gl\u00e4ser. Zum Abschluss noch ein Espresso und ein Nussbrand, von dem ich mir bl\u00f6derweise die Marke nicht erfragt habe, denn es war der erste Schnaps, der so mild war, dass er dazu verf\u00fchrt, deutlich mehr als 2 cl davon zu trinken. Wenn ich mich richtig erinnere \u2013\u00a0und irgendwann war ich, wie beim letzten Mal, nicht mehr f\u00e4hig, klar zu denken, weil ich in Gl\u00fcckshormonen badete \u2013, haben wir fast f\u00fcnf Stunden f\u00fcr das Festmahl gebraucht. Ich war danach weder angetrunken noch \u00fcberfressen, sondern h\u00e4tte gerne gleich f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag wieder einen Tisch gebucht. <\/p>\n<p>Ehe ihr fragt: mit Trinkgeld 275 Euro. Jeden Cent wert. Logisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Besuch liegt ein Jahr zur\u00fcck; inzwischen hat das reinstoff einen zweiten Stern bekommen, und ich behaupte von mir, ich h\u00e4tte einen Hauch mehr Ahnung von gutem Essen und gutem Wein. Beste Voraussetzungen also, um einen tollen Abend zu haben. Ich nehme die Pointe vorweg: hatten wir. 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