{"id":1931,"date":"2007-03-14T08:57:22","date_gmt":"2007-03-14T06:57:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=1931"},"modified":"2007-03-14T09:00:21","modified_gmt":"2007-03-14T07:00:21","slug":"die-fragmentierte-information","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=1931","title":{"rendered":"Die fragmentierte Information"},"content":{"rendered":"<p>Viel zu kurzes Interview mit <a href=\"http:\/\/www.lyssas-lounge.de\/peepshow\/\">Katharina Borchert<\/a> (ich versuche gerade, mir \u201eLyssa\u201c abzugew\u00f6hnen) und <a href=\"http:\/\/stefan-niggemeier.de\/blog\/\">Stefan Niggemeier<\/a> in der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/03\/13\/a0109.1\/text\">taz<\/a> (via <a href=\"http:\/\/www.off-the-record.de\/2007\/03\/13\/top-blogger-pladieren-fur-klassik\/\">off the record<\/a>). Der Ausschnitt, \u00fcber den ich l\u00e4nger nachgedacht habe:<\/p>\n<blockquote><p>\u201etaz: Bernd Kundrun, der Vorstandvorsitzende von Gruner + Jahr, spricht bereits vom Web 3.0 \u2013 einem Web, in dem das un\u00fcberschaubare Angebot aus der Version 2.0 durch Gatekeeper stark strukturiert ist.<\/p>\n<p>Niggemeier: Ich glaube eher, dass die Leute lernen, sich nicht auf Gatekeeper zu verlassen, sondern sich ihre Medien selbst zusammenbasteln: ihren Lieblingskolumnisten aus der Zeitung zusammen mit ihrem Lieblingsblogger.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Mir ist eigentlich erst da aufgefallen, aus wievielen unterschiedlichen Quellen ich inzwischen meine Information, aber auch meine Unterhaltung beziehe. Fr\u00fcher gab&#8217;s f\u00fcr mich die <em>Tagesschau<\/em>, den <em>Spiegel<\/em> und die <em>Gala<\/em>. Heute werde ich morgens mit <a href=\"http:\/\/www.ndrinfo.de\/\">NDR Info<\/a> wach, h\u00f6re das auch, wenn ich mich im Bad f\u00fcr den Tag fertig mache und auf der Fahrt in die Agentur. Zwischen Bad und Autofahrt wird der Rechner angeworfen und das eigene Weblog aktualisiert \u2013 und mal eben kurz auf <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/\">SpOn<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.salon.com\/\">Salon<\/a> nachgeguckt, wie&#8217;s der Welt so geht.<\/p>\n<p>Ich habe die <em><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/\">SZ<\/a><\/em> im Abo, bei der ich die \u201eaktuellen\u201c Meldungen fast immer nur querlese, weil sie a) meist nach Ticker klingen und b) eben nicht mehr aktuell sind, sondern von gestern, Redaktionsschluss. 18 Uhr? An meiner Tageszeitung mag ich viel lieber die gro\u00dfen, ewig langen Artikel und Hintergrundberichte. In der <em>SZ<\/em> ist das die Seite 3, auf der sich etwas pers\u00f6nlich gef\u00e4rbtere Artikel wiederfinden. \u00c4hnlich wie bei der Wochenendbeilage oder im <em>SZ-Magazin<\/em>, wo auch endlich mal ein bisschen mehr Raum ist f\u00fcr l\u00e4ngere Geschichten. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem sch\u00e4tze ich die Kommentare in der Zeitung, die f\u00fcr mich der <em>SZ<\/em> ein Gesicht verleihen. Denn das bin ich inzwischen von Weblogs gew\u00f6hnt, die f\u00fcr mich damit stehen oder fallen, ob ich den Schreiber mag oder nicht. Das geht jetzt gar nicht um pers\u00f6nlich m\u00f6gen oder nicht, sondern es geht darum, ob ich diese eine Stimme gerne\/interessiert\/gespannt\/fragend\/fassungslos etc lese und ihr nicht nur meine Zeit schenke, sondern auch mein Vertrauen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind Blogs kostenlos. Das mag jetzt erst einmal egal klingen, aber ich kann mich an die wenigen Male erinnern, an denen ich widerwillig den <em>Bayernkurier<\/em> oder das <em>Neue Deutschland<\/em> oder was auch immer gekauft habe, nur um mal zu lesen, was die \u201eGegenseite\u201c denn so sagt. Heute klicke ich auf rechte, linke oder wirre Blogs (und damit ist nicht Herr Schwenzel gemeint) und kann blitzschnell \u00fcber meinen Tellerrand hinwegschauen.<\/p>\n<p>Klar sind viele Weblog einfach \u201enur\u201c nette Unterhaltung, wie die ganzen Celebrity-Blogs, auf denen ich atemlos die Geschehnisse um Britney mitverfolge, aber viele Weblogs haben mir wirklich etwas zu erz\u00e4hlen, das ich inzwischen als \u201einformelle Grundversorgung\u201c wahrnehme. Das mag damit zusammenh\u00e4ngen, dass es f\u00fcr mich \u201edie Zeitung\u201c oder \u201edie Nachrichtensendung\u201c nicht mehr gibt, der ich komplett und hundertprozentig meine Aufmerksamkeit schenke, so wie fr\u00fcher der <em>Tagesschau<\/em> und dem <em>Spiegel<\/em>. So gerne ich die <em>SZ<\/em> mag \u2013 die Panoramaseite ist nicht zu ertragen und Wirtschaft ist mir egal. Daher ist die <em>SZ<\/em> f\u00fcr mich eher mein Blick auf Politik und Kultur. Und es sind die Stimmen von Heribert Prantl, Reymer Kl\u00fcver, Tobias Kniebe, Nico Fried und Andrian Kreye, die ich sehr mag. Filmrezensionen lese ich in der <em>SZ<\/em> fast nie, weil ich die erst lesen will, wenn ich den Film selbst gesehen habe. Da ist die <em>SZ<\/em> aber schon l\u00e4ngst im Papierkorb, und daher greife ich immer auf Anthony Lane oder Stephanie Zacharek zur\u00fcck, von denen der eine auf Papier und im Netz <a href=\"http:\/\/www.newyorker.com\/\">publiziert<\/a>, die andere nur <a href=\"http:\/\/www.salon.com\/\">online<\/a>. Und um den Rest meines Lebens \u2013 <a href=\"http:\/\/deliciousdays.de\/\">Essen<\/a>, <a href=\"http:\/\/gofugyourself.typepad.com\/\">Mode<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.allesaussersport.de\/\">Sport<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/index.php?p=330\">etc<\/a>. \u2013 k\u00fcmmern sich Weblogs.<\/p>\n<p>In meinem Fall erg\u00e4nzen sich also Klassik und Neuzeug ganz hervorragend. Ich will Zeitungen und Zeitschriften nicht missen. Aber ich bin froh, dass es dieses lustige Internet gibt, das so herrlich subjektiv ist und \u00fcberhaupt nicht auf eine bestimmte Zielgruppe genormt. Und nebenbei: zigmal schneller.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viel zu kurzes Interview mit Katharina Borchert (ich versuche gerade, mir \u201eLyssa\u201c abzugew\u00f6hnen) und Stefan Niggemeier in der taz (via off the record). Der Ausschnitt, \u00fcber den ich l\u00e4nger nachgedacht habe: \u201etaz: Bernd Kundrun, der Vorstandvorsitzende von Gruner + Jahr, spricht bereits vom Web 3.0 \u2013 einem Web, in dem das un\u00fcberschaubare Angebot aus der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1931"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1931\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}