{"id":1939,"date":"2007-03-19T09:02:53","date_gmt":"2007-03-19T07:02:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=1939"},"modified":"2007-03-19T09:02:56","modified_gmt":"2007-03-19T07:02:56","slug":"half-nelson","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=1939","title":{"rendered":"Half Nelson"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0468489\/\">Half Nelson<\/a><\/em> erz\u00e4hlt die Geschichte des Lehrers Dan, der sich seit Jahren mit Drogen \u00fcber Wasser h\u00e4lt, und seiner 13-j\u00e4hrigen Sch\u00fclerin Drey, die ihn eines Tages beim Crackrauchen erwischt. Im Film spielen auch die verschiedenen Umfelder der beiden eine Rolle: die inzwischen cleane Exfreundin von Dan, der Dealer, der Dreys Bruder statt ihm selbst ins Gef\u00e4ngnis hat wandern lassen, Kollegen, Eltern, Mitsch\u00fcler. Der Film hat mich ziemlich beeindruckt, obwohl seine Geschichte, wenn ich sie hier aufschreibe, erst einmal nicht sonderlich neu oder aufregend klingt. Es liegt vor allem an Ryan Gosling und Shareeka Epps, die Lehrer und Sch\u00fclerin spielen, die <em>Half Nelson<\/em> so besonders machen. <\/p>\n<p>Gosling gibt nicht den \u00fcblichen Schauspieler, der den gerade noch funktionsf\u00e4higen Junkie spielt, sondern alles, was er tut, sieht so aus, wie es sein sollte. Keine \u00fcberzogenen Gesten oder Blicke, kein <em>Oscar shot<\/em>-Getue (obwohl er f\u00fcr die beste m\u00e4nnliche Hauptrolle nominiert war und das v\u00f6llig zu Recht). Wir bekommen keine Miese-Kindheit-Geschichte geliefert, die ihn quasi in die Drogensucht getrieben hat, und wir erleben keine lebensver\u00e4ndernden Dinge, die ihn jetzt dazu bringen w\u00fcrden, sich zuzudr\u00f6hnen. Seine Sucht ist schlicht ein Teil von ihm, sie definiert ihn nicht, sie ist einfach da. <\/p>\n<p>Shareeka Epps schafft es, sehr jung, naiv und neugierig auszusehen und gleichzeitig alt, abgebr\u00fcht und wissend. Sie darf nur selten die gute Sch\u00fclerin sein, sondern ist viel \u00f6fter besorgt um ihren Lehrer, sicherlich auch von ihm angezogen, b\u00f6se, weil ihr Bruder nicht bei ihr sein kann, und lebenserfahren, weil ihre Mutter zu viel arbeiten muss, um sich gro\u00df um ihre Tochter zu k\u00fcmmern. Bewundernswerterweise sieht Epps nie aus wie eins der typischen altklugen Blagen, die einem v\u00f6llig egal sind, weil man wei\u00df, dass sie schon irgendwie durchs Leben kommen. Sie ist sehr reif f\u00fcr ihr Alter, und man m\u00f6chte sie trotzdem dauern vor der Welt besch\u00fctzen. <\/p>\n<p><em>Half Nelson<\/em> ist kein Pl\u00e4doyer gegen Drogen oder f\u00fcr bessere Bildung oder gegen Rassendiskriminierung oder was f\u00fcr Facetten der Film noch anrei\u00dft. Er zeigt nur, aber er belehrt nicht. Man hat als Zuschauer nie das Gef\u00fchl, auf eine Seite gezogen zu werden; man kann sich selbst aussuchen, was man f\u00fcr sich mitnimmt. Und wenn diese Kritik nicht ganz so begeistert mit Adjektiven um sich wirft, liegt das daran, dass ich nach dem Film eher ruhig und zufrieden war anstatt, wie sonst, laut jubelnd einen Film empfehlen m\u00f6chte. Den hier m\u00f6chte ich euch nur ans Herz legen. Ganz vorsichtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Half Nelson erz\u00e4hlt die Geschichte des Lehrers Dan, der sich seit Jahren mit Drogen \u00fcber Wasser h\u00e4lt, und seiner 13-j\u00e4hrigen Sch\u00fclerin Drey, die ihn eines Tages beim Crackrauchen erwischt. 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