{"id":243,"date":"2003-11-30T16:22:52","date_gmt":"2003-11-30T15:22:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=243"},"modified":"2004-11-08T19:48:38","modified_gmt":"2004-11-08T18:48:38","slug":"finding-nemo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=243","title":{"rendered":"Finding Nemo"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0266543\/\">Finding Nemo<\/a><br \/>\n(Findet Nemo, USA 2003)<\/p>\n<p>Originalstimmen: Albert Brooks, Ellen DeGeneres, Alexander Gould, Willem Dafoe, Allison Janney, Geoffrey Rush<br \/>\nMusik: Thomas Newman<br \/>\nKamera: Sharon Calahan, Jeremy Lasky<br \/>\nDrehbuch: Bob Peterson, Andrew Stanton<br \/>\nRegie: Andrew Stanton<\/em><\/p>\n<p>Um&#8217;s kurz zu machen: Ich verneige mich mal wieder in Ehrfurcht vor Pixar. Soweit ich wei\u00df, ist es das einzige Studio, bei dessen Filmen ich mich jedesmal \u2013 jedesmal! \u2013 mitten im Film dabei erwische, mit offenem Mund auf die Leinwand zu glotzen wie eine Sechsj\u00e4hrige und st\u00e4ndig versucht bin, den Charakteren zuzurufen: \u201eNein, nicht da lang, Kasper! Da wartet das Krokodil!\u201c Sie kriegen mich jedesmal. Und dabei sind da auf der Leinwand doch nur PIXEL!<\/p>\n<p><em>Finding Nemo<\/em> handelt vom Clownfisch Marlin, dessen Sohn Nemo von einem Sporttaucher gefangen wird. Dieser landet in einem Aquarium in einer Zahnarztpraxis und versucht zu fliehen, w\u00e4hrend Marlin den ganzen Ozean nach ihm absucht und dabei eine Menge neuer Bekanntschaften macht: mit dem Fisch Dory zum Beispiel, der unter einer St\u00f6rung des Kurzzeitged\u00e4chtnisses leidet, aber daf\u00fcr lesen kann (&#8220;I can read? I CAN READ!&#8221;); er trifft eine Selbsthilfegruppe f\u00fcr Haie (&#8220;Fish are friends \u2013 not food!&#8221;), bekiffte Schildkr\u00f6ten, die auf einer Str\u00f6mung in Richtung Australien surfen (&#8220;Grab a shell, dude!&#8221;) und noch viele weitere Charaktere, die sich im Meer halt rumtreiben. Jeder einzelne von ihnen verstr\u00f6mt diesen wundervollen Pixar-Charme, der aus einem animierten Fisch eben einen Vater macht, der sich um seinen Sohn sorgt und aus einem Seestern einen Experten f\u00fcr Wurzelbehandlungen.<\/p>\n<p>Der Film f\u00fchlt sich weniger zwingend an als die Vorg\u00e4nger <em>Monsters, Inc, A Bug&#8217;s Life<\/em> oder <em>Toy Story<\/em>. Die Geschichte hat zwar eigentlich eine klare Richtung, aber irgendwie weicht man st\u00e4ndig vom Weg ab. Das mag an den geteilten Schaupl\u00e4tzen liegen, zwischen denen wir st\u00e4ndig hin- und herspringen \u2013 Marlin im Ozean, Nemo im Aquarium \u2013, aber ich denke, es sind eher die ganzen Mitspieler, mit denen sich die beiden \u201eHauptdarsteller\u201c das Wasser teilen. Alle f\u00fcnf Minuten lernen wir jemand anders kennen, und so vergisst man beim Zuschauen manchmal komplett, dass man sich auf einer zielgerichteten Suche befindet, soviel gibt es zu sehen und zu entdecken. Der Film f\u00fchlt sich fast an wie ein Roadmovie, wo der Weg das Ziel ist. Und da Pixar zu Disney geh\u00f6rt, gibt&#8217;s auch ein bisschen Botschaft zwischen den ganzen Witzen: Marlin und Nemo lernen auf ihrer Reise, dass man Kindern mal die lange Leine g\u00f6nnen sollte, aber auch, dass V\u00e4ter manchmal recht haben. <\/p>\n<p>Aber selbst die wenigen moralischen Einsprengsel st\u00f6ren kaum, denn man eigentlich gar keine Zeit, gro\u00dfartig \u00fcber sie nachzudenken. Der Film hat ein hohes Tempo, wundervoll ausgefeilte Dialoge und die \u00fcblichen kleinen Gags, die jede Szene veredeln und wegen derer man den Blick gar nicht von der Leinwand wenden m\u00f6chte, um blo\u00df nichts zu verpassen. Fast \u00fcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass die Optik wie immer bei den Pixelschubsern atemberaubend ist. Selten sah der Meeresboden so verlockend, so feindselig, so leer, so \u00fcberf\u00fcllt, so glitzernd blau und so unheimlich tiefschwarz aus wie in <em>Finding Nemo<\/em>.<\/p>\n<p>Pixar hat es also mal wieder geschafft: Ich habe aus vollem Halse gelacht, als ein Seepferdchen zugibt, gegen Wasser allergisch zu sein, habe heimlich zwei oder drei Tr\u00e4nen verdr\u00fcckt, als Dory Marlin gesteht, dass sie sich bei ihm zuhause f\u00fchle, habe atemlos meine Fingern\u00e4gel in die Armlehne gedr\u00fcckt, als ein riesiger Wal auftaucht, habe fast lauthals mitgejubelt, als Marlin Nemo endlich wieder in die Flossen schlie\u00dfen kann und habe sogar den einzigen Ekeldialog (&#8220;I love you, Daddy&#8221;) gut gelaunt hingenommen. <\/p>\n<p>Das einzige, was ich an <em>Finding Nemo<\/em> auszusetzen habe, ist das Fehlen der Outtakes im Abspann, an die ich mich doch bei den anderen Pixar-Filmchen so gew\u00f6hnt habe. Daf\u00fcr singt Robbie Williams <em>Beyond the sea<\/em> als Rausschmei\u00dfer, und neben s\u00e4mtlichen Charakteren darf auch Mike aus <em>Monsters, Inc<\/em> ganz zum Schluss mit Taucherbrille durch den Abspann schwimmen. 9,9 von 10 Punkten. Mehr davon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Finding Nemo (Findet Nemo, USA 2003) Originalstimmen: Albert Brooks, Ellen DeGeneres, Alexander Gould, Willem Dafoe, Allison Janney, Geoffrey Rush Musik: Thomas Newman Kamera: Sharon Calahan, Jeremy Lasky Drehbuch: Bob Peterson, Andrew Stanton Regie: Andrew Stanton Um&#8217;s kurz zu machen: Ich verneige mich mal wieder in Ehrfurcht vor Pixar. 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