{"id":24955,"date":"2016-08-01T10:15:24","date_gmt":"2016-08-01T08:15:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24955"},"modified":"2016-08-01T10:15:24","modified_gmt":"2016-08-01T08:15:24","slug":"was-schon-war-sonntag-31-juli-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=24955","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Sonntag, 31. Juli 2016"},"content":{"rendered":"<p>Mein 13-Uhr-Flug wurde annulliert. Okay, das war nicht sch\u00f6n, weil mich so was immer nervt, aber da der n\u00e4chste Flug erst um 17 Uhr ging (Hannover, du Nestchen \u2013 aus Hamburg kann man einmal pro Stunde M\u00fcnchen anfliegen), hatte ich noch die Gelegenheit, mit Eltern und Verwandten Mittag zu essen. Wir haben die Reste des samst\u00e4glichen Festessens mitnehmen d\u00fcrfen \u2013 also die Speisen, die noch in der K\u00fcche waren, nicht die fast leeren Platten auf den Tischen \u2013, und deswegen gab es gestern noch mal Hirsch mit Preiselbeeren, Pute, Kartoffeln, diverses lustiges Gem\u00fcse, sch\u00f6ne dicke Saucen und vorher ein paar Kellen <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/lebensart\/essen-trinken\/2013-02\/kochen-essen-hochzeitssuppe\">Hochzeitssuppe<\/a>, die bei uns traditionell mit Knopfnudeln, Eierstich, Fleischkl\u00f6\u00dfchen und Spargelspitzen serviert wird. Mein geliebter Nachtisch, der Nachtisch aller Nachtische und das Sch\u00f6nste, was es gibt auf der Welt, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Welfenspeise\">Welfenspeise<\/a>, war leider komplett aufgegessen worden. (Zwei Sch\u00fcsseln vermutlich von mir.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Vor dem Essen konnte ich au\u00dferdem an meiner Geschichtshausarbeit weitertippen. Nat\u00fcrlich hatte ich den Laptop und meine 50-seitige-Stoffsammlung (ja, schon gut) dabei und konnte daher ohne ein einziges Buch entspannt \u00fcber die Begriffsdefinition eines Festes sowie das b\u00fcrgerliche Selbstverst\u00e4ndnis im 19. Jahrhundert schreiben.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Eine Tuppersch\u00fcssel Blaubeeren, die meine Schwester frisch gepfl\u00fcckt hatte, im Handgep\u00e4ck.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ein freier Mittelplatz im Flieger. Die Maschine war nur zu zwei Dritteln gef\u00fcllt, und ich ahne jetzt, warum der 13-Uhr-Flug gestrichen wurde.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Schon beim Hinflug durfte ich erstmals das neue Satellitenterminal am Flughafen M\u00fcnchen antesten. Daf\u00fcr f\u00e4hrt man vom Terminal 2 eine un-glaub-lich lang-sa-me Rolltreppe \u00fcber drei Stockwerke in den Keller, besteigt dort ein kleines B\u00e4hnchen, das mich ein bisschen an den Heidepark Soltau erinnert hat, das dann f\u00fchrerlos ungef\u00e4hr 400 Meter zuckelt und einen am neuen Terminal ausspuckt. Die Strecke ist komplett beleuchtet, aber es f\u00fchlt sich trotzdem an, als ob man in eine Mine zur Schicht einf\u00e4hrt. Beziehungsweise so w\u00fcrde es sich vielleicht anf\u00fchlen, wenn das B\u00e4hnchen und die W\u00e4nde nicht so sch\u00f6n wei\u00df w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Jetzt beim R\u00fcckweg war ich gespannt, wo mich das B\u00e4hnchen am Terminal 2 ausspucken w\u00fcrde. Zun\u00e4chst kam wieder die un-glaub-lich lang-sa-me Rolltreppe, dann drei sehr zackige Walkways \u2013 und dann stand ich am Baggage Claim, wie sich&#8217;s geh\u00f6rt. Ich hatte zwischendurch die Orientierung verloren und war daher beeindruckt von der Logistik.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Mit dem Rollkoffer rollkofferte ich zur S-Bahn und guckte, ob die S1 oder die S8 auf mich wartete. Bei der S8 kann ich l\u00e4nger in der klimatisierten S-Bahn sitzen und muss erst am Hauptbahnhof umsteigen, wo dann noch lockere drei, meist unklimatisierte, U-Bahn-Stationen auf mich warten. Dort muss ich auch den Koffer eine Treppe runterschleppen, weil es an dieser Stelle keine Rolltreppe gibt. Gef\u00fchlt ist die Strecke drei Minuten k\u00fcrzer als die mit der S1, und falls wirklich mal was mit meiner U2 sein sollte, g\u00e4be es noch viele weitere M\u00f6glichkeiten f\u00fcr mich, nach Hause zu kommen, weil der Weg nicht mehr so weit ist. Gestern aber stand die S1 bereit \u2013 auf die S8 h\u00e4tte ich 16 Minuten warten m\u00fcssen \u2013, die mich bis Feldmoching bringt, von wo ich in die U2 umsteige. Das tat ich dann und war sehr \u00fcberrascht davon, wie gerne ich pl\u00f6tzlich die nuscheligen U-Bahn-Ansagen der n\u00e4chsten Stationen h\u00f6rte. Ich als geb\u00fcrtige Hannoveranerin war immer stolz auf mein perfektes, akzentloses Hochdeutsch \u2013 und jetzt, wo ich in M\u00fcnchen wohne, kommt es mir pl\u00f6tzlich sehr blutleer vor. Ich freute mich sehr \u00fcber meine schw\u00e4bischen Verwandten am Tisch, damit ich wenigstens ein bisschen Singsang um mich hatte. Damn you, S\u00fcddeutschland. You ruined Hochdeutsch for me!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den Abend mit dem Lieblingsmenschen auf dem Balkon verbracht und einen wie immer hervorragend gemixten Gin Tonic vorgegesetzt bekommen. Schokolade, Kuscheldecke, Aussicht \u00fcber M\u00fcnchen und gef\u00fchlt zehn Kirchen, die gleichzeitig zur vollen Stunde l\u00e4uten.<\/p>\n<p>Zuhause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein 13-Uhr-Flug wurde annulliert. 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