{"id":24967,"date":"2016-08-04T07:36:17","date_gmt":"2016-08-04T05:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24967"},"modified":"2016-08-04T07:37:02","modified_gmt":"2016-08-04T05:37:02","slug":"tagebuch-mittwoch-3-august-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=24967","title":{"rendered":"Tagebuch, Mittwoch, 3. August 2016"},"content":{"rendered":"<p>An einem Job weitergearbeitet, den ich Dienstag \u00fcberraschend auf den Tisch bekommen hatte, und mal wieder auf die harte Tour gelernt, dass \u00dcbersetzen l\u00e4nger dauert als einen Text selbst zu schreiben. Ich hatte mich in meinem Angebot um einen satten halben Tag verkalkuliert und muss nun warten, ob ich den bezahlt bekomme. Selber schuld.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den Rest des Tages mit Schreibarbeit f\u00fcr die Geschichtshausarbeit verbracht. Die Einleitung steht jetzt seit \u00fcber einer Woche und seit \u00fcber einer Woche bastele ich an ihr rum \u2013 neben der  Arbeit am Hauptteil, der langsam vor sich hinw\u00e4chst. Mein Problem: Der Einstieg ist komplett unwissenschaftlich, passt aber hervorragend zum Thema. In meiner Arbeit geht es um private, b\u00fcrgerliche Feste des 19. Jahrhunderts, in denen sich Normen und Rituale des B\u00fcrgertums widerspiegeln. Ich erw\u00e4hnte in meinem Referat zum gleichen Thema schon Gunilla Budde, die das sch\u00f6ne Wort des \u201eWeihnachtsdrehbuchs\u201c* in einem ihrer B\u00fccher schuf; damit meint sie die Abl\u00e4ufe, die Festtage gestalten. Wenn ihr mal an eure famili\u00e4ren Feiern denkt: Gibt es Weihnachten immer das gleiche zu essen? Wer z\u00fcndet die Kerzen am Baum an und wann? Wann wir beschert? Geht man in die Kirche? Die Abl\u00e4ufe sind von Familie zu Familie verschieden, aber im Gro\u00dfen und Ganzen \u00e4hneln sich die Handlungsweisen und: Sie wiederholen sich jedes Jahr.<\/p>\n<p>Dementsprechend begann ich meine Arbeit mit dem Gr\u00f6ner&#8217;schen Weihnachtsdrehbuch in f\u00fcnf S\u00e4tzen \u2013 wie verl\u00e4uft bei uns der Heilige Abend? \u2013, um dann \u00fcberzuleiten auf Budde und die Rituale, die sich in Festen zeigen; danach kommt der \u00fcbliche Teil zur Festforschung (Forschungsstand) und der restliche Kram, der halt in eine Einleitung geh\u00f6rt (Fragestellung, Vorgehen usw.).<\/p>\n<p>Ich mag die Einleitung, sie liest sich gut (meine Mindestanforderung an Texte) und ich finde sie themengerecht, aber sie f\u00fchlt sich halt so unwissenschaftlich an wie nichts Gutes. Mir f\u00e4llt auch partout kein wissenschaftlicher Aufsatz ein, der \u00e4hnlich beginnt. B\u00fccher ja, logisch kann ich mir in einer Monografie mehr erlauben, aber in einer Hausarbeit? Die ich dazu auch noch bei dem Dozenten abgeben muss, der die Stilbibel f\u00fcrs Historicum mitgeschrieben hat \u2013 wie zitiere ich richtig, wie erstelle ich ein Referat usw. Ich ahne, dass ich den Einstieg noch umschreiben werde und bin darob etwas missgelaunt. Die n\u00e4chstbeste L\u00f6sung w\u00e4re nat\u00fcrlich, Quellen zu suchen, die genau das beschreiben, also in die T\u00fcte: Wie hat Fontane Weihnachten gefeiert oder irgendein b\u00fcrgerliches Kind (derartige Quellen habe ich, klar). Es nervt mich nur, dass ich inhaltlich das Gleiche schreibe wie vorher \u2013 der einzige Unterschied ist nur, dass ich den neuen Text mit einer sch\u00f6nen Quellenangabe versehen kann, die dem Dozenten zeigt, dass ich wei\u00df, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert. Dass ich das auch so wei\u00df und ich au\u00dferdem glaube, dass mein Weihnachten viel spannender ist als das von Fontane, ist dann blo\u00df pers\u00f6nliche Eitelkeit.<\/p>\n<p>Ich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/760848119886143489\">warf<\/a> die Frage auch in die allwissende Twitterrunde, aber @<a href=\"https:\/\/twitter.com\/Canzonett\">canzonett<\/a> hatte die einzig richtige Antwort: \u201eHistorische Anekdote &#8211; okay. Pers\u00f6nliche finde ich in wissenschaftlichen Texten mangels Belegbarkeit nicht angebracht. \/\/ &#8230; und wenn Du Dich wohl damit f\u00fchlen w\u00fcrdest, h\u00e4ttest Du&#8217;s schon l\u00e4ngst gemacht und w\u00fcrdest uns nicht fragen &#8230;\u201c<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BIp8ZhojbCV\/\">Bratkartoffeln<\/a>, weil die Avocado, die ich in meinen <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=13359\">Lieblingssalat<\/a> werfen wollte, doch schon brauner war als sie sich angef\u00fchlt hatte. Da habe ich einmal Bohnen im Haus und dann das. (Die Pinienkerne f\u00fcr den Salat hatte ich schon anger\u00f6stet, die mussten dann halt an die Kartoffeln.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Oh boy, dinnertime. The perfect break between work and drunk! <a href=\"https:\/\/t.co\/weCuCAc6TF\">pic.twitter.com\/weCuCAc6TF<\/a><\/p>\n<p>&mdash; The Simpsons (@Simpsons_tweets) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Simpsons_tweets\/status\/760831508839936000\">3. August 2016<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>&#8212;<br \/>\n*Budde, Gunilla: <em>Auf dem Weg ins B\u00fcrgerleben. Kindheit und Erziehung in deutschen und englischen B\u00fcrgerfamilien 1840\u20131914<\/em>, G\u00f6ttingen 1994, S. 86.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem Job weitergearbeitet, den ich Dienstag \u00fcberraschend auf den Tisch bekommen hatte, und mal wieder auf die harte Tour gelernt, dass \u00dcbersetzen l\u00e4nger dauert als einen Text selbst zu schreiben. Ich hatte mich in meinem Angebot um einen satten halben Tag verkalkuliert und muss nun warten, ob ich den bezahlt bekomme. 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