{"id":2508,"date":"2008-05-30T08:39:27","date_gmt":"2008-05-30T06:39:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=2508"},"modified":"2008-05-30T11:24:48","modified_gmt":"2008-05-30T09:24:48","slug":"2508","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=2508","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.ankegroener.de\/Bilder\/sex_and_the_city.jpg' alt='' \/><br \/>\n\u00c2\u00a9 New Line Cinema<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt1000774\/\">Sex and the City<\/a> (USA 2008, 148 min)<\/p>\n<p>Darsteller: Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Kristin Davis, Cynthia Nixon, Chris Noth, David Eigenberg, Jennifer Hudson, Evan Handler<br \/>\nMusik: Aaron Zigman<br \/>\nKamera: John Thomas<br \/>\nDrehbuch: Michael Patrick King<br \/>\nRegie: Michael Patrick King<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.apple.com\/trailers\/newline\/sexandthecity\/\">Trailer<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sexandthecitymovie.com\/\">Offizielle Seite<\/a><\/em><\/p>\n<p>Gut, ich konnte nie verstehen, warum man 400 Dollar f\u00fcr ein Paar Schuhe ausgibt (au\u00dfer es sind Sneakers, die bunt blinken und goldene Schn\u00fcrsenkel haben) oder warum man auf 12-Zentimeter-Stilettos rumlaufen will \u2013 und ich meine laufen, nicht dekorativ rumstehen. Ich konnte auch nie verstehen, wie man vom Handtaschenkaufen Orgasmen kriegen kann oder was an der Fashion Week so toll sein soll. Trotzdem habe ich <em>Sex and the City<\/em> immer sehr gerne gesehen, jedenfalls auf DVD, denn ich will gar nicht wissen, wie man <em>absofuckinglutely<\/em> f\u00fcr Pro7 \u00fcbersetzt hat. Daher habe ich alle Kritiken im Vorfeld des Films ignoriert, mich auf meine vier L\u00e4sterschwestern gefreut und gehofft, dass das meiner Meinung nach total doofe Ende der Serie wieder wettgemacht wird.<\/p>\n<p>Achseufz.<\/p>\n<p>Wir erinnern uns: Carrie hatte endlich Mr. Big gekriegt (damit konnte ich leben), und Charlotte und ihr G\u00f6ttergatte, den ich immer superschnuffig fand, weil er so gar nicht in das gelackte SATC-Universum passte, hatten eine Adoptivtocher bekommen (damit konnte ich auch leben). Aber: meine Lieblingsfigur Miranda, die anfangs immer so schicke Hosenanz\u00fcge trug, als einzige kurze Haare hatte und die man dazu auch ab und zu mal hat arbeiten sehen, endete als Mutti mit Weichei Steve in Brooklyn. Und Samantha, die freiz\u00fcgige und unbek\u00fcmmerte Samantha, musste Krebs kriegen und steckte dann pl\u00f6tzlich in einer monogamen Beziehung. Was f\u00fcr ein Quatsch.<\/p>\n<p>Der Film beginnt nicht direkt nach dem Ende der Serie, sondern l\u00e4sst ein paar Jahre ins Land ziehen. Aber im Prinzip ist alles so geblieben: Carrie hat sich ein neues MacBook zugelegt, Charlotte und Miranda haben Familie, und Samantha hat ebenfalls noch Blondie an ihrer Seite. Immerhin ist sie nach Hollywood gezogen und seine Managerin. Aber f\u00fcr ein Gro\u00dfereignis treffen sich doch alle vier in Manhattan wieder \u2013 und zwar zur Hochzeit von Carrie und Big. Nat\u00fcrlich kommt was dazwischen, nat\u00fcrlich m\u00fcssen die M\u00e4dels tr\u00f6sten und nat\u00fcrlich wird zum Schluss alles gut. Klingt wie eine Serienfolge, f\u00fchlt sich aber wie eine halbe Staffel an, die man gezwungen ist anzugucken, ohne Alkohol dabeizuhaben oder vorskippen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mein Problem mit dem Film war erstens: DU BIST ZU LANG! Und zweitens: Du machst aus drei Ereignissen (die <strike>alle<\/strike> zu zwei Dritteln schon im Trailer ausgeplaudert werden) drei riesige riesengro\u00dfe Riesenprobleme, die eigentlich keine sind. Eins der Dinge, die mal wieder Weltuntergangsstimmung ausl\u00f6sen, ist jedenfalls Kinderkacke. \u00dcber die anderen beiden darf man zu Recht angefressen sein, aber man muss deswegen nicht jahrelange gemeinsame Geschichte wegschmei\u00dfen. Und genau das tun die beiden Damen, um die es geht.<\/p>\n<p>Was ich an der Serie so mochte, war der teilweise sehr abgekl\u00e4rte Tonfall. Das mag man jetzt, zehn Jahre sp\u00e4ter, r\u00fchrend rebellisch finden, aber soweit ich mich erinnere, war SATC damals die erste Serie, in der Frauen \u00f6ffentlich so \u00fcber Kerle und Sex reden, wie sie es auch hinter verschlossenen T\u00fcren tun. Meist etwas pointierter und in teurerer Garderobe, aber im Prinzip war es so. Diese Abgekl\u00e4rtheit fehlt dem Film v\u00f6llig. Aus vier Mittvierzigern, die glauben, alles mitgemacht zu haben und f\u00fcr den Rest ihres Lebens gest\u00e4hlt zu sein, werden teilweise wieder nervige Backfische, die wegen einer unbedachten \u00c4u\u00dferung oder Handlung monstr\u00f6se Sinnkrisen bekommen. Und die nicht einmal das Wort \u201eSex\u201c in den Mund nehmen, weil Charlottes kleine Tochter mit am Tisch sitzt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werfen sie ihre gerne pomp\u00f6s vor sich hergetragene Solidarit\u00e4t mit den Geschlechtsgenossinnen \u00fcber Bord. In der Serie waren die Kerle immer das Objekt schnippischer Diskussionen und die M\u00e4dels immer die Guten. Im Film macht man sich gegenseitig runter, weil die Bikinizone nicht rasiert ist oder pl\u00f6tzlich f\u00fcnf Kilo mehr die H\u00fcften umspielen. Und auch der Grund, warum Carrie pl\u00f6tzlich so wild darauf ist, Big zu heiraten, hat mich angewidert im Kinositz rumrutschen lassen: aus Sicherheitsgr\u00fcnden. Man hat ja sonst nix. Keine Rede ist mehr davon, dass Carrie seit Jahren ganz gut alleine von ihrem Geld leben kann, genau wie alle anderen Frauen der Serie. Aber erst wenn man verheiratet ist, kann man sich <em>wirklich<\/em> entspannt zur\u00fccklehnen.<\/p>\n<p>Der Moment, in dem ich endg\u00fcltig gemerkt habe, dass dieser Film au\u00dfer seinen vier Hauptdarstellerinnen kaum noch etwas mit meiner Wohlf\u00fchlserie gemeinsam hatte, kam, als Carrie eine Assistentin einstellen musste. Eigentlich hatte sie blo\u00df Hilfe beim Kistenauspacken n\u00f6tig, aber daf\u00fcr w\u00e4re Oscarpreistr\u00e4gerin Jennifer Hudson ja zu schade gewesen. So darf diese sich klischeegerecht und hysterisch \u00fcber eine ORIGINAL-LOUIS-VUITTON-HANDTASCHE OH MEIN GOTT freuen, peinliche Schl\u00fcsselanh\u00e4nger mit dem Wort \u201eLove\u201c (get it? get it?) tragen und in Windeseile vom Singlemarkt verschwinden. Ihre einzige dramatische Funktion ist es, Carrie ein paar Stichworte zu geben, die ihr die anderen drei Busenfreundinnen nicht mehr geben k\u00f6nnen. Und ab da habe ich mich schmerzlich von den vieren verabschiedet, denn anscheinend ist selbst ihre Freundschaft nicht mehr die, die sie mal war. <\/p>\n<p>Das einzige Gute an dem Film war, dass immerhin eine der Damen wieder zu ihrem Ursprungscharakter zur\u00fcckkehren durfte. Und die anderen drei haben ja immer noch die Liebe zu ihren jeweiligen Hasimausis, was inzwischen anscheinend wichtiger geworden ist als eine Karriere, ein gut gef\u00fclltes Bankkonto oder die Stadt New York, die einstmals so verhei\u00dfungsvoll glitzerte und heute nur noch beliebige Kulisse ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c2\u00a9 New Line Cinema Sex and the City (USA 2008, 148 min) Darsteller: Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Kristin Davis, Cynthia Nixon, Chris Noth, David Eigenberg, Jennifer Hudson, Evan Handler Musik: Aaron Zigman Kamera: John Thomas Drehbuch: Michael Patrick King Regie: Michael Patrick King Trailer Offizielle Seite Gut, ich konnte nie verstehen, warum man 400 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2508","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2508","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2508"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2508\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}