{"id":25491,"date":"2016-10-21T09:28:43","date_gmt":"2016-10-21T07:28:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=25491"},"modified":"2016-10-21T10:17:10","modified_gmt":"2016-10-21T08:17:10","slug":"was-schon-war-12-bis-20-oktober-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=25491","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, 12. bis 20. Oktober 2016"},"content":{"rendered":"<p>Die langen Madrid-Eintr\u00e4ge haben mein t\u00e4gliches Notieren total ruiniert, deswegen folgt jetzt ein Sammeleintrag, damit ich wieder in die Spur komme.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0612.jpg\" alt=\"IMG_0612\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25498\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0612.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0612-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 12. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>Wir fuhren mit der S-Bahn f\u00fcr l\u00e4cherliche 4,30 Euro eine knappe Stunde von Madrid aus zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Real_Sitio_de_San_Lorenzo_de_El_Escorial\">El Escorial<\/a>. Das hatte ich mal in einer Vorlesung gesehen, und alles, was ich in Vorlesungen sehe und mir angucken kann, wird angeguckt. Eigentlich wollte ich nur die Bibliothek, die Basilika und ein Bild von Rogier van der Weyden sehen, aber irgendwie landete ich dann doch in der Tour, die einen ohne Abk\u00fcrzungsm\u00f6glichkeit durchs halbe Kloster jagt. Ich war an diesem Tag etwas matschig, von den Bildprogrammen weder in der Kirche noch in der Bibliothek wirklich begeistert, wollte eigentlich nur Architektur gucken und sprintete dementsprechend durch alles durch. Dabei rannte ich allen Ernstes an Rogier vorbei, was ich erst merkte, als F. mich am Ausgang einholte (ich hatte mich ungeduldig abgesetzt) und fragte, wie er mir gefallen h\u00e4tte. Muss ich wohl noch mal hin.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0614.jpg\" alt=\"IMG_0614\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25495\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0614.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0614-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 13. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>Irrwitzig fr\u00fcher R\u00fcckflug nach M\u00fcnchen. Ich konnte im Flugzeug immerhin etwas d\u00f6sen und F., der alte Charmeur, \u00fcberreichte mir zuhause dann auch das \u00fcbliche Mitbringsel, wenn er weg ist: meine geliebte Flughafentoblerone. (Ja, die schmeckt anders. Ganz bestimmt.) Es war mir neu, dass ich auch Mitbringsel kriege, wenn ich auf der Reise dabei bin, aber bei Schokolade diskutiere ich nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0638.jpg\" alt=\"IMG_0638\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25496\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0638.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0638-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p><strong>Freitag, 14. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>Ich buk Apfelkuchen, f\u00fcr den ich 150 g Butter brauchte. Ich wickelte ein neues Butterp\u00e4ckchen aus, griff zum Messer, trennte einen Block ab und wog ihn \u2013 genau 150 g. Der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=arIdm8sPbQo\">alte Edeka-Spot<\/a>, in dem die Fleischereifachverk\u00e4uferin die Wurst exakt abwiegt, ist einer meiner Lieblingsspots.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0643.jpg\" alt=\"IMG_0643\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25494\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0643.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0643-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p><strong>Samstag, 15. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>In Madrid waren wir zwar mehrmals essen, aber so richtig gem\u00fcsig war das nie. Ich bef\u00fcrchtete einen akuten Anfall von Skorbut und warf nach drei Stunden in der KuGi-Bib und der Erstellung <a href=\"https:\/\/lamiacucina.wordpress.com\/2007\/06\/11\/ofen-ratatouille\/\">des langen Prado-Eintrags<\/a> hungrig ein komplettes Backblech voller Ratatouille-Zutaten. Dann googelte ich ein bisschen, ob man das Zeug noch irgendwie aufh\u00fcbschen k\u00f6nnte und landete bei <a href=\"https:\/\/lamiacucina.wordpress.com\/2007\/06\/11\/ofen-ratatouille\/\">La Mia Cucina<\/a>, wo der Tipp gegeben wird, das Gem\u00fcse nicht ewig zu backen, sondern ganz leicht mit Puderzucker zu best\u00e4uben und deutlich k\u00fcrzer zu grillen. Das habe ich gemacht (knapp 20 Minuten), danach mit Balsamico und Oliven\u00f6l abgeschmeckt und mit ger\u00f6stetem Wei\u00dfbrot verspeist. Bestes Essen seit langem. So simpel, so gut. Und h\u00fcbsch isses auch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0647.jpg\" alt=\"IMG_0647\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25499\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0647.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0647-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p><strong>Sonntag, 16. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>Ich gebe zu, dieser Eintrag ist arg fresslastig, aber ich merke seit einiger Zeit wieder, wie gut es mir tut, am Herd zu stehen und mir etwas mehr M\u00fche zu geben als nur Nudeln aufzusetzen, wozu es meistens nur reicht, wenn ich hungrig aus der Bibliothek komme. Sonntag gab&#8217;s mal wieder meine geliebte <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=8960\">Suppe aus Naturreis und roten Linsen<\/a>, die eher ein Brei ist und \u00fcber die ich noch die restliche Zucchini und Aubergine gab, die ich nicht ins Ratatouille geschnitten hatte. Diese Suppe macht mich immer gl\u00fccklich, ganz egal, was ich auf sie raufwerfe.<\/p>\n<p><strong>Montag, 17. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>DAS WINTERSEMESTER FING AN, WO-HOO!<\/p>\n<p>Ich sa\u00df im zweiten Teil des Rosenheimseminars, wo ich mich wieder mit Leo von Welden besch\u00e4ftigen werde. Der Kurs ist sehr gut gef\u00fcllt, und es sind fast alle Teilnehmerinnen des letzten Semesters wieder mit dabei, was mich sehr freut. Au\u00dferdem verteilte der Dozent die Hausarbeiten, und so erfuhr ich endlich von meiner 1,0, auf die ich seit dem Notenschluss am 10. Oktober in unserem Onlinetool gewartet hatte.<\/p>\n<p>Frohgemut fuhr ich zur <a href=\"http:\/\/www.auerdult.de\/\">Auer Dult<\/a>, um mich mit Keramik zu belohnen, fand aber nicht mal ansatzweise irgendwas, was mir gefiel. Stattdessen ging ich zum Metzger, kaufte mir eine H\u00fchnerbrust und verwandelte sie zusammen mit vielen bunten Tomaten in das n\u00e4chste tolle Abendessen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0648.jpg\" alt=\"IMG_0648\" width=\"500\" height=\"517\" class=\"alignnone size-full wp-image-25497\" \/><\/p>\n<p><strong>Dienstag, 18. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>Der lange Uni-Tag in diesem Semester. Von 10 bis 12 die Vorlesung zu osmanischer Architektur, von 14 bis 16 Vorlesung zu Iconic Architecture und von 17 bis 20 Uhr (Hass!) mein Aufbauseminar im Nebenfach zur Geschichte der Menschenrechte, weil mein hibbelig erwarteter Kurs zum M\u00fcnchner Kunsthandel in der NS-Zeit ja nicht stattfindet.<\/p>\n<p>Die Vorlesung zur osmanischen Architektur w\u00e4hlte ich nur so halbbegeistert, weil ich mich mit diesem Thema noch nie besch\u00e4ftigt hatte und es auch eigentlich nicht wollte. Und dann stand da eine Dozentin vorne, die frei und gut verst\u00e4ndlich sprach und als erstes Objekt \u2013\u00a0eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jurte\">Jurte<\/a> zeigte. Ein Zelt, Stichwort mobile Architektur. Danach kamen noch ein paar Folien mit Moscheen, die alle nicht so aussahen wie Klein-Anke sich Moscheen vorstellt, und damit hatte sie mich total im Sack. Gro\u00dfe Vorfreude auf die n\u00e4chste Sitzung.<\/p>\n<p>Um 14 Uhr sa\u00df ich dann in der Vorlesung zu Iconic Architecture, die vom gleichen Dozenten gegeben wurde, bei dem ich schon das gleichnamige Seminar belegt hatte, in dem ich \u00fcber das Nationalstadion in Peking <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24273\">schrieb<\/a>. Das war im letzten Wintersemester und ich hatte gehofft, ein paar neue Objekte zu sehen, weil ich das Thema \u201eModerne Architektur\u201c so spannend finde und es im kunsthistorischen Kontext etwas stiefm\u00fctterlich behandelt wird. In den ersten 45 Minuten sah ich aber am Seminarplan, dass es um genau die Geb\u00e4ude ging, die ich schon kennengelernt hatte und ging deshalb in der Pause. Irgendwo im Hinterkopf hatte ich die Idee, diesen Kurs im Halbschlaf bestehen zu k\u00f6nnen, aber als ich dann drin sa\u00df und nur Dinge h\u00f6rte und sah, die ich schon kannte, merkte ich, nee, daf\u00fcr bist du nicht an der Uni. Ich will was Neues lernen. Ich freue mich aber, dass jetzt noch andere die Gelegenheit haben, diese spannenden Geb\u00e4ude kennenzulernen. Und ich habe mich auch \u00fcber die beiden Studentinnen hinter mir gefreut, die fast jedes Bild leise kommentierten und beim Nationalstadion nur \u201eDas ist so sch\u00f6n!\u201c sagten.<\/p>\n<p>Um 17 Uhr dr\u00e4ngelte ich mich mit knapp 30 anderen Studis in einen gerade so ausreichenden Raum, um mich den Menschenrechten zu widmen. Wir lernten erstmal den Unterschied zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grundrechte\">Grund<\/a>-, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrgerrecht\">B\u00fcrger<\/a>&#8211; und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Menschenrechte\">Menschenrechten<\/a> und ich stellte fest, dass Jura doch nicht so schnarchig ist wie ich dachte. Dann ging es an die \u00fcbliche Referatsverteilung. Ein Thema, das mich sehr interessierte, war im Semesterplan aber nur f\u00fcr Bachelors ausgewiesen: die Argumentation der Vertriebenenverb\u00e4nde nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich auf Menschenrechte beriefen. Das h\u00e4tte ich gerne gemacht, weil es zum Zeitkomplex NS-Kunst und Leo von Welden geh\u00f6rte, aber wie gesagt: nur f\u00fcr BAs. Das kannte ich noch nicht, dass ein*e Dozent*in die Themen unterteilt und speziell die ausweist, die sie f\u00fcr MAs geeignet h\u00e4lt. (Wir m\u00fcssen 30 Minuten halten, die BAs nur 20.) So schnappte ich mir das zweite Thema, das mich anl\u00e4chelte und von dem ich erwarte, dass ich hier Quellen bis zum Abwinken finden werde: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amnesty_International\">Amnesty International<\/a>.<\/p>\n<p>Dann war der lange Tag rum und ich kochte wieder Zeug. Dieses Mal Nudeln, aber immerhin mit blanchiertem Wirsing und Walnusspesto dran. Das n\u00e4chste Mal gebe ich mir mehr M\u00fche, die Wirsingbl\u00e4tter zu feinen Streifen anstatt zu groben Fetzen zu verwandeln.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0661.jpg\" alt=\"IMG_0661\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25500\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0661.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0661-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 19. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>Keine Uni, aber daf\u00fcr einen Termin bei der Stipendienberatung. <\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass es f\u00fcr meine Karriere vermutlich v\u00f6llig egal ist, ob ich promoviere oder nicht, ich bin eh zu alt f\u00fcr alles \u2013 jedenfalls nach den beknackten kapitalistischen Definitionen, dass man nur bis 35 irgendwie denken kann \u2013, aber inzwischen ist das ein gro\u00dfer Wunsch f\u00fcr mich geworden. Ich w\u00fcrde mich gerne einem Thema mit viel Zeit widmen k\u00f6nnen und nicht immer nur die hektischen Monate eines Semesters. Da meine Ersparnisse nach dem Master aber so gut wie aufgebraucht sind \u2013 hey, ich hatte dann f\u00fcnf sehr gute Jahre \u2013, brauche ich Unterst\u00fctzung. <\/p>\n<p>Die LMU bietet in ihrer Beratung an, geeignete Stipendien f\u00fcr einen zu suchen, und man kann mit den fertigen Unterlagen wieder bei ihnen vorbeischauen und sich Feedback holen, bevor man sie in den Briefkasten wirft. Ich fand es spannend, dass jemand von au\u00dfen auf mich draufguckt und mir sagt, was in meinem Leben bewerbungsrelevant w\u00e4re. Die guten Noten \u2013 klar. Das angestrebte NS-Thema \u2013\u00a0immer gut f\u00fcr politische Organisationen. Dann das Thema Engagement. Ich war der Meinung, ich h\u00e4tte mich noch nie so recht engagiert bis auf Mitgliedschaft in einer Partei bzw. deren Jugendorganisation, aber die Dame meinte, ein Buch \u00fcber dicke Frauen (Hilfe zur Selbstakzeptanz) sowie ein antidiskriminatorisches Weblog, das au\u00dferdem regelm\u00e4\u00dfig gef\u00fchrt wird, k\u00f6nnte man auch durchaus als gesellschaftliches Engagement bezeichnen. Auch die Tatsache, dass meine Eltern keine Akademiker*innen sind und ich die erste in unserer Familie bin, die a) einen Uniabschluss hat und b) vielleicht mal einen Doktortitel, liest sich gut im Lebenslauf.<\/p>\n<p>Die Beratungsstelle ist im ehemaligen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olympisches_Dorf_(M%C3%BCnchen)\">olympischen Dorf<\/a>; eigentlich wollte ich noch ein bisschen \u00fcber das Olympiagel\u00e4nde schlendern und dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olympiastadion_M%C3%BCnchen\">sch\u00f6nsten Stadion der Welt<\/a> \u2013 in dem man schei\u00dfe Fu\u00dfball gucken kann im Vergleich zur Allianz-Arena \u2013 noch einen Besuch abstatten, aber es regnete. So fuhr ich nach Hause und las bei Tee und Butterspekulatius Briefe von Leo von Welden an seine zweite Frau, die in den 1940er und 1950er Jahren geschrieben wurden. Das f\u00fchlt sich alles immer noch sehr intim an, aber es ist unglaublich spannend, die Briefe zu lesen, weil ich inzwischen viel \u00fcber den Mann und seine Kunstauffassung wei\u00df.<\/p>\n<p>Abends <a href=\"http:\/\/www.sportschau.de\/fussball\/championsleague\/champions-league-bayern-eindhoven-100.html\">Fu\u00dfball<\/a> im deutlich k\u00e4lter gewordenen Stadion. Am Samstag nehme ich meine Kuscheldecke mit.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 20. Oktober<\/strong><\/p>\n<p>C\u00e9zanne und seine Zeit, die dritte Vorlesung, die eigentlich nur ein Ausweichtermin war, falls die osmanische Architektur mir egal sein sollte. Die wird von einem Dozenten gehalten, \u00fcber den ich seit dem ersten Semester sehr geteilter Meinung bin, aber bei dem ich trotzdem jetzt das vierte Mal sitze. Er hat so einen gewissen Altherrencharme, den ich \u00fcberhaupt nicht mag, und seine Vorlesungen sind zu 90 Prozent von Seniorstudis besetzt, die albern auf die Tische klopfen, wenn er \u2013 jedesmal in der ersten Sitzung \u2013 ansagt, dass bei ihm nicht gegessen und getrunken werden darf. Das ist nat\u00fcrlich okay, aber seine Claqueure gehen mir so auf den Zeiger, dass ich inzwischen immer denke, hey, viele alte Menschen trinken zu wenig, ihr solltet euch beschweren, dass ihr das hier nicht d\u00fcrft anstatt arrogant auf die Zwanzigj\u00e4hrigen runterzugucken, die vielleicht gerade vier bis sechs Stunden Uni in den Knochen haben und abgehetzt in den H\u00f6rsaal sprinten, w\u00e4hrend ihr gerade vom Brunch kommt, seit einer halben Stunde im Saal die besten Pl\u00e4tze belegt und die <em>S\u00fcddeutsche<\/em> lest. (Knurr.)<\/p>\n<p>Was mich aber immer wieder in seine Vorlesungen treibt: Kaum ein anderer Dozent beschreibt die Objekte so liebevoll wie er. Das sind winzige Adjektive, die er einstreut, pastos, pathetisch, gewagt, eigentlich alles normale Worte, aber er bringt sie immer da, wo ich sie nicht erwartet h\u00e4tte. Oder er macht eine kurze Pause, wenn er auf das ganz besondere Blau des Himmels im diesem Bild hinweist, das nur als winziges Eckchen durch den Wald zu sehen ist, aber wir sollten mal drauf achten, wenn wir im Museum seien, dieses dunkle, tiefe Blau \u2013 und dann g\u00f6nnt er uns drei Sekunden l\u00e4nger als n\u00f6tig, damit wir uns daran erfreuen k\u00f6nnen, selbst wenn man es auf der PowerPoint kaum erkennen kann.<\/p>\n<p>Er spricht frei, was eh die halbe Miete f\u00fcr eine gelungene Vorlesung ist, aber dabei sehr monoton, weswegen es mir manchmal schwerf\u00e4llt, ihm zuzuh\u00f6ren. Aber wie gesagt: Ich sitze zum vierten Mal bei ihm, weil ich wei\u00df, dass ich aus seinen Sitzungen immer sehr viel Grundsolides mitnehme. Bye-bye, iconic architecture, bonjour, C\u00e9zanne.<\/p>\n<p>Abends K\u00fcrbissuppe in netter Gesellschaft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_0665.jpg\" alt=\"IMG_0665\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25503\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0665.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_0665-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Und wie war eure Woche so?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die langen Madrid-Eintr\u00e4ge haben mein t\u00e4gliches Notieren total ruiniert, deswegen folgt jetzt ein Sammeleintrag, damit ich wieder in die Spur komme. Mittwoch, 12. Oktober Wir fuhren mit der S-Bahn f\u00fcr l\u00e4cherliche 4,30 Euro eine knappe Stunde von Madrid aus zu El Escorial. 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