{"id":27636,"date":"2017-09-17T10:16:16","date_gmt":"2017-09-17T08:16:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=27636"},"modified":"2017-09-17T10:16:16","modified_gmt":"2017-09-17T08:16:16","slug":"links-vom-sonntag-17-september-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=27636","title":{"rendered":"Links vom Sonntag, 17. September 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2017\/09\/journal-samstag-16-september-2017-wahlhilfeschulung.htm\">Journal Samstag, 16. September 2017 \u2013 Wahlhilfeschulung<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die Kaltmamsell beschreibt sehr sch\u00f6n, wie sie sich bei und nach der Wahlhelfer*innen-Schulung f\u00fchlte. Das deckt sich sehr mit meinen Gef\u00fchlen, die ich bei der Schulung hatte; ich konnte sie aber nicht so gut in Worte fassen, meine eigene Schilderung kam mir viel zu staatstragend vor, ich l\u00f6schte sie wieder. Aber jetzt bei der Lekt\u00fcre des Blogeintrags nebenan fiel mir wieder ein, wie \u201estaatsb\u00fcrgerlich\u201c auch ich mich gef\u00fchlt hatte. Unser Leiter wies mehrfach darauf hin, welch hohes demokratisches Gut wir mit unserer Arbeit unterst\u00fctzen und verteidigen. Und auch er beschrieb, wie bei der Kaltmamsell anscheinend auch, dass unsere Arbeit \u00f6ffentlich ist. Wer uns zugucken m\u00f6chte, wie wir Stimmen ausz\u00e4hlen, hat das Recht dazu. (Bringt uns was zu essen mit!)<\/p>\n<p>Was mir vor allem im Ged\u00e4chtnis geblieben ist \u2013 und was ich auch in den \u00f6ffentlich einsehbaren <a href=\"https:\/\/www.muenchen.de\/rathaus\/Stadtverwaltung\/Kreisverwaltungsreferat\/Wahlen-und-Abstimmungen\/Bundestagswahlen\/Wahlhelfer\/Schulungsunterlagen-f.-Wahlhelfer.html\">Schulungsunterlagen<\/a> noch mal nachlesen werde \u2013 ist, dass unsere Hauptaufgabe darin besteht, Menschen w\u00e4hlen zu lassen. Alles andere ist zweitrangig; worum es geht, ist, allen Menschen die Wahl zu erm\u00f6glichen. M\u00fcnchen hat seine Wahlbezirke teilweise neu eingeteilt, um m\u00f6glichst alle Wahllokale komplett barrierefrei zu machen. Wir bekamen erz\u00e4hlt, wie die Wahl zum Beispiel f\u00fcr K\u00f6rperbehinderte m\u00f6glich ist, die den Weg bis zur Wahlkabine aus irgendwelchen Gr\u00fcnden doch nicht zur\u00fccklegen k\u00f6nnten (ausgefallene Fahrst\u00fchle etc.) und wie wir anderen behilflich sein k\u00f6nnen, ohne das Wahlgeheimnis zu verletzen. <\/p>\n<p>Apropos Wahlgeheimnis: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hauckundbauer\/photos\/a.131852433515828.14463.131829533518118\/1675928412441548\/?type=3&#038;theater\">Selfies<\/a> mit dem Wahlzettel sind untersagt, denn sie verletzen das Wahlgeheimnis. Ja, auch wenn man das selbst erledigt. Also lasst das bitte.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/ausnahmezustand-neuzeit.blogspot.de\/2017\/05\/das-schone-spiel-im-neoliberalen.html\">Das sch\u00f6ne Spiel im neoliberalen Zeitalter<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Tim vom historischen Blog \u201eAusnahmezustand Neuzeit\u201c schrieb mir eine Mail, dass er meinen <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=27616\">Quellenangaben-Post<\/a> zu den Fanprotesten im Stadion gelesen habe \u2013 ob f\u00fcr mich sein R\u00fcckblick auf die Entfremdung zwischen Fans und DFB aus zeithistorischer Perspektive auch interessant w\u00e4re? Ist er, danke f\u00fcr den Hinweis.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Fu\u00dfball in den letzten 25 bis 30 Jahren ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, welche Entwicklungschancen und welche Problematiken eine entfesselte Wachstumsorientierung mit sich bringt. Wachstum an sich und vielleicht nicht einmal die ungleiche Mittelverteilung sind sch\u00e4dlich, kleine und gro\u00dfe Vereine hat es schon immer gegeben. H\u00f6chst problematisch sind die schier exponentielle, rasende Entwicklung, die dadurch entstehenden riesigen Gr\u00f6\u00dfenunterschiede und die fehlenden Korrekturmechanismen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/magazine\/archive\/2017\/10\/the-first-white-president-ta-nehisi-coates\/537909\/\">The First White President<\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ta-Nehisi_Coates\">Ta-Nehisi Coates<\/a> schreibt \u00fcber die Wahl Trumps. Ja, das haben wir alles schon durchexerziert, aber Coates weist auf den seiner Meinung nach wichtigsten Faktor hin: Er wurde durch Wei\u00dfe gew\u00e4hlt, die genau das als wichtigstes Kriterium ansehen. Coates scheut sich nicht, diese Tatsache sehr unangenehm zu formulieren.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eFor Trump, it almost seems that the fact of Obama, the fact of a black president, insulted him personally. The insult intensified when Obama and Seth Meyers publicly humiliated him at the White House Correspondents\u2019 Dinner in 2011. But the bloody heirloom ensures the last laugh. Replacing Obama is not enough\u2014Trump has made the negation of Obama\u2019s legacy the foundation of his own. And this too is whiteness. \u201cRace is an idea, not a fact,\u201d the historian Nell Irvin Painter has written, and essential to the construct of a \u201cwhite race\u201d is the idea of not being a nigger. Before Barack Obama, niggers could be manufactured out of Sister Souljahs, Willie Hortons, and Dusky Sallys. But Donald Trump arrived in the wake of something more potent\u2014an entire nigger presidency with nigger health care, nigger climate accords, and nigger justice reform, all of which could be targeted for destruction or redemption, thus reifying the idea of being white. Trump truly is something new\u2014the first president whose entire political existence hinges on the fact of a black president. And so it will not suffice to say that Trump is a white man like all the others who rose to become president. He must be called by his rightful honorific\u2014America\u2019s first white president.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Coates schrieb schon \u00f6fter f\u00fcr den <em>Atlantic<\/em> \u00fcber dieses Thema. Ein Artikel, den ich schon mal verlinkt hatte, ist <em><a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/magazine\/archive\/2014\/06\/the-case-for-reparations\/361631\/\">The Case for Reparations<\/a><\/em>, der den systemischen Rassismus in den USA darlegt. Falls ihr keine Lust habt, diesen sehr langen Artikel online zu lesen \u2013 das geht jetzt auch auf Papier. Coates neuestes Buch <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/0525510281\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0525510281&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=a1c95eb1288f4a78cc3508f821d3dd73\">We Were Eight Years in Power: An American Tragedy<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=0525510281\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em> enth\u00e4lt acht Essays aus den Jahren der Obama-Regierung.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/mittelalter.hypotheses.org\/11092\">Heidnischer Kuchen und andere K\u00f6stlichkeiten des Mittelalters. Ein kulinarischer Selbstversuch in zwei Akten<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Das klingt nach einem spannenden, lehrreichen und leckeren Seminar: Studierende recherchieren mittelalterliche Rezepte und kochen sie in einem Kloster nach. <\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir hatten in der \u00dcbung viel \u00fcber den Einfluss des Christentums \u2013 \u00fcber Brot und Wein \u2013 im Hinblick auf den t\u00e4glichen Speiseplan gesprochen. Daher passte es gut, dass die drei Studenten zun\u00e4chst als Grundlage ihres Men\u00fcs ein Brotrezept entwarfen. Daf\u00fcr verwendeten sie Weizenmehl, Salz, Hefe und Salbei. War das wirklich mittelalterlich? Wir diskutierten \u00fcber die Zutaten. Wie nah war man damit am Brot der b\u00e4uerlichen Bev\u00f6lkerung? Warum wurde Weizen und nicht Roggen verwendet, so ein Einwand des Plenums. Hefe ist zwar bereits Bestandteil des althochdeutschen Wortschatzes, doch hat man es im Mittelalter tats\u00e4chlich schon als Triebmittel f\u00fcr Brot verwendet? Und was war mit dem Salz? <\/p>\n<p>Es zeigten sich bereits hier Schwierigkeiten bei der Reproduktion mittelalterlicher Speisen. Welche soziale Gruppe m\u00f6chte man abbilden? Welche Zeit und welche Region des Mittelalters soll kulinarisch reproduziert werden? Da vor dem 14. Jahrhundert Kochb\u00fccher nicht greifbar sind \u2013 vom antiken Kochbuch des r\u00f6mischen Gourmets Apicius einmal abgesehen \u2013 und diese dann der Oberschicht entstammen, war klar, dass eher eine \u201aHerrenspeise\u2018 pr\u00e4sentiert werden sollte. Dies lag auch darin begr\u00fcndet, dass beispielsweise der Auftraggeber des Buches von guter Speise \u2013 Autor oder Schreiber sind unbekannt \u2013 zum Patriziat der Stadt W\u00fcrzburg geh\u00f6rte. Die Entscheidung fiel daher zugunsten des Weizens, des Salzes und auch der Hefe aus.<\/p>\n<p>Die Idee mit dem Salbei entstammte der Lekt\u00fcre des Capitulare de villis (Krong\u00fcterverordnung Karls des Gro\u00dfen, ca. 790er-Jahre), das wir in einer der vorangegangenen Sitzungen gelesen hatten. Freilich w\u00e4ren hier noch mehr Kr\u00e4uter denkbar gewesen. Das Kapitular f\u00fchrt immerhin etwa 70 Kr\u00e4uter auf, wenn auch nicht alle davon als K\u00fcchenkr\u00e4uter verwendet wurden. Es stand den Studierenden jedoch frei, nach eigenem Gusto zu entscheiden und m\u00f6glicherweise ist der heutige, im Vergleich zum Mittelalter eher zaghafte Umgang mit Gew\u00fcrzen ein weiterer Faktor bei der Entscheidung gewesen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich konnte nach der Lekt\u00fcre des unterhaltsamen Blogeintrags meine K\u00fcche, meinen Herd und meinen Supermarkt um einiges mehr w\u00fcrdigen als vorher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Journal Samstag, 16. 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