{"id":27652,"date":"2017-09-19T09:21:44","date_gmt":"2017-09-19T07:21:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=27652"},"modified":"2017-09-19T09:25:13","modified_gmt":"2017-09-19T07:25:13","slug":"tagebuch-sonntagmontag-17-18-september-2017-hans-guck-nicht-in-die-luft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=27652","title":{"rendered":"Tagebuch, Sonntag\/Montag, 17.\/18. September 2017 \u2013 Hans-guck-nicht-in-die-Luft"},"content":{"rendered":"<p>In der Nacht von Samstag auf Sonntag schlief ich herrlich tief und fest, merkte aber beim Aufstehen, dass ich mir irgendwas im Nacken gezerrt hatte \u2013 oder was auch immer da physisch passieren kann im Nacken- und Schulterbereich. Es f\u00fchrte jedenfalls dazu, dass es \u00e4u\u00dferst unangenehm war, den Kopf in den Nacken zu legen oder ihn seitw\u00e4rts zu drehen. Nach unten gucken konnte ich allerdings prima und schmerzfrei, was sch\u00f6n war, denn so konnte ich Kaffee und K\u00fcrbissuppe zubereiten und vor allem: lesen. Das ist seit Jahren meine Horrorvorstellung: irgendwas ist mit den Augen, ich kann nicht mehr lesen, oder was mit den H\u00e4nden, ich kann nicht mehr schreiben. Alle anderen k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen kommen mir irgendwie machbar vor, aber Augen und H\u00e4nde sollen bitte bis zur Stunde meines Todes m\u00f6glichst gut funktionieren. Sagte die Dame mit minus 4,5 Dioptrien links und einem in der Kindheit angebrochenen linken kleinen Finger, der nicht ganz richtig wieder zusammengewachsen ist. Oh, Moment, alles, was mit Essen zusammenh\u00e4ngt, soll bitte auch funktionieren, Kiefer, Zunge, Speiser\u00f6hre, Magen, Verdauungstrakt. Ich kann mir kein gutes Leben ohne gutes Essen mehr vorstellen, das m\u00f6chte ich bitte auch noch ein paar Jahrzehnte genie\u00dfen d\u00fcrfen. Danke, Universum.<\/p>\n<p>Ich verbrachte den Sonntag neben Lesen und K\u00fcrbissuppe schl\u00fcrfen damit, alle 30 Minuten mein geliebtes K\u00f6rnerkissen in den Backofen zu legen, um es aufzuheizen und es mir danach in den Nacken zu legen. <\/p>\n<p>Einschub: Als meine beste Freundin letzte Woche hier war, gingen wir mit den jeweiligen Partner*innen essen, und ihre Frau fragte mich, ob ich Hamburg vermissen w\u00fcrde. So direkt hatte ich mir diese Frage noch nicht gestellt, ich \u00fcberlegte kurz und konnte dann sagen: Nein, ich vermisse Hamburg nicht. Ich vermisse meine engen Freund*innen, die bl\u00f6derweise alle dort wohnen, und ich vermisse immer noch unsere riesige Altbauwohnung, aber die Stadt an sich oder mein Leben dort vermisse ich nicht. Das fand ich sch\u00f6n, das \u00fcberzeugt sagen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum K\u00f6rnerkissen: Ich vermisse die Mikrowelle in unser riesigen Altbauwohnung! OMG vermisse ich diese Mikrowelle! Ich hatte selbst nie eine, weil ich wirklich nicht w\u00fcsste, was ich in ihr zubereiten sollte, was nicht auch auf dem Herd geht, aber ich habe gelernt: K\u00f6rnerkissen werden in ihr in l\u00e4cherlichen drei Minuten br\u00fcllend hei\u00df und halten die W\u00e4rme mindestens eine Stunde. In meinem bl\u00f6den Backofen dauert es eine halbe Stunde, bis das Kissen die gew\u00fcnschte Temperatur hat, und dann ist es wiederum nach einer halben Stunde schon wieder abgek\u00fchlt. Das hat mich Sonntag sehr genervt, aber ich bin immer noch nicht bereit, mir so einen bl\u00f6den Klotz zu kaufen, der nur Platz in meiner K\u00fcche wegnimmt und den ich eigentlich nur brauche, wenn mir mein Nacken oder mein R\u00fccken weh tun, was sie netterweise nicht sehr oft tun. Aber wenn sie weh tun, lungere ich jedes Mal wieder auf Elektromarktwebsites rum, um die kleinste und billigste Mikrowelle rauszufinden, die ich nur dazu benutzen w\u00fcrde, mein K\u00f6rnerkissen hei\u00df zu kriegen.<\/p>\n<p>Gestern ging es dem Nacken weitaus besser, auch wenn die Nacht etwas anstrengend war, denn Liegen war leider nicht ganz schmerzfrei, trotz Tablette und K\u00f6rnerkissen. Ganz weg war die Verspannung noch nicht, weswegen ich gestern nicht wie geplant im ZI sa\u00df und lustige Dinge aus der NS-Zeit nachlas, sondern auf dem Sofa blieb und andere lustige Dinge las. Ich begann ein Buch aus der Stabi von <a href=\"https:\/\/www.uni-giessen.de\/fbz\/zmi\/das-zmi\/angehoerige\/mitarbeiter-zmi\/dietze-carola\">Carola Dietze<\/a>, bei der ich noch im Bachelor (VOR HUNDERT JAHREN!) eine Vorlesung hatte, die auf diesem Buch (ihrer Habil) beruhte: <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/386854299X\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=386854299X&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=a59c230563b3926152656c32d452e5c5\">Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858-1866<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=386854299X\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em>. Sie geht davon aus, dass Terrorismus mehr ist als nur politisch motivierte Gewalt, sondern ein Ph\u00e4nomen, das erst entstand, als der Gewalt mediale Aufmerksamkeit geschenkt werden konnte, was vor dem 19. Jahrhundert nur eingeschr\u00e4nkt, wenn \u00fcberhaupt, m\u00f6glich gewesen war. Mich pers\u00f6nlich interessieren im Buch die USA; damit werde ich vermutlich anfangen. Was mich an dem Buch au\u00dferordentlich freut: Die Dame schreibt trotz wissenschaftlichem Anspruch \u00e4u\u00dferst verst\u00e4ndlich und <a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/carola-dietze\/die-erfindung-des-terrorismus-in-europa-russland-und-den-usa-1858-1866.html\">lesenswert<\/a>, wovon ihr euch in der verlinkten Leseprobe gerne \u00fcberzeugen k\u00f6nnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht von Samstag auf Sonntag schlief ich herrlich tief und fest, merkte aber beim Aufstehen, dass ich mir irgendwas im Nacken gezerrt hatte \u2013 oder was auch immer da physisch passieren kann im Nacken- und Schulterbereich. 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