{"id":27905,"date":"2017-11-02T11:34:16","date_gmt":"2017-11-02T09:34:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=27905"},"modified":"2017-11-02T11:34:16","modified_gmt":"2017-11-02T09:34:16","slug":"was-schon-war-mittwoch-1-november-2017-im-olympiapark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=27905","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Mittwoch, 1. November 2017 \u2013 Im Olympiapark"},"content":{"rendered":"<p>In der eigenen Stadt unternimmt man ja nie die Dinge, die man Besucher*innen von ausw\u00e4rts empfiehlt. (Man = ich.) Ich wohne nun seit f\u00fcnf Jahren in M\u00fcnchen \u2013 ich unterschrieb den Mietvertrag laut meines eigenen Blogeintrags, den ich eben gesucht habe, am 30. Oktober 2012 \u2013 und war erst einmal im Olympiapark und da wohnte ich noch nicht einmal hier. Das war am Tag des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UEFA-Champions-League-Finale_2012\">Finale dahoams<\/a> (the game that should not be named), als vor dem eigentlichen Spiel in der Allianz-Arena noch ein bisschen Ringelpiez-Fu\u00dfball mit alten Allstars im Olympiastadion stattfand. Schon damals war ich von der Anlage fasziniert, hatte aber ganz andere Dinge im Kopf. Jetzt, mit ein bisschen mehr Wissen \u00fcber Stadionarchitektur und einem freien Tag vor mir, wollte ich noch einmal durch den Park spazieren.<\/p>\n<p>Ich lie\u00df mich vom Bus bis zur Station Olympiaberg chauffieren, denn ich wollte erstmal auf den Berg klettern, um von dort einen \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Anlage zu haben. Ich hatte allerdings meine gute Kamera nicht dabei, sondern nur das iPhone. Damit h\u00e4tte aber auch niemand rechnen k\u00f6nnen, dass ich aus meinem Spaziergang einen Blogeintrag mache, neinnein. (Ich Hirn. Irgendwann lerne ich dieses Bloggen noch mal richtig.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2296.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"455\" class=\"alignnone size-full wp-image-27907\" \/><\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olympiapark_(M%C3%BCnchen)#Olympiaberg\">Olympiaberg<\/a> wurde zwischen 1947 und 1958 aus Weltkriegsschutt zusammengeh\u00e4uft. Ich bin nicht ganz bis zum Gipfelkreuz geklettert, sondern gef\u00fchlt in dreiviertel H\u00f6he herumspaziert. Wenn das Stadion zum ersten Mal sichtbar wird, sieht es ein bisschen wie ein Ufo aus. Wenn ihr mal zum eben verlinkten Wikipedia-Eintrag klickt, bekommt ihr sch\u00f6ne Hochglanzbilder. Ich mochte es im Nachhinein ganz gerne, dass alles grau in grau war, das verst\u00e4rkte die irreale Architektur noch mehr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2298.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"283\" class=\"alignnone size-full wp-image-27908\" \/><\/p>\n<p>Der gesamte Olympiapark wurde als bewusstes Gegenst\u00fcck zum Reichssportgel\u00e4nde von 1936 entworfen, als die bis dahin letzten Olympischen Spiele in Deutschland bzw. dem Deutschen Reich stattfanden. Ich zitiere mal meine eigene <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24273\">Hausarbeit<\/a> \u00fcber Sportstadien; ihr findet das Zitat mit allen Quellenangaben auf den Seiten 6\/7:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn Amsterdam 1928 wurden die zus\u00e4tzlichen Sportanlagen st\u00e4dtebaulich um das Stadion herum gruppiert; es entstand die erste olympische Gesamtanlage. Die Spiele in Berlin 1936 gingen \u00fcber diese reine Sportanlage deutlich hinaus: Auf dem sogenannten Reichssportfeld entstanden zus\u00e4tzlich zum Stadion f\u00fcr 100.000 Zuschauer noch \u201eeiner einheitlichen Pflege des deutschen Sports dienende[&#8230;] Bauten mit Ged\u00e4chtnis- und Versammlungsst\u00e4tten der Nation, mit Theater[n] und Denkm\u00e4lern in einem Festraum vereinigt\u201c.<\/p>\n<p>Geplant wurde das Stadion bereits 1925 von Werner March (1894\u20131976); die Nationalsozialisten ver\u00e4nderten den modernen Entwurf w\u00e4hrend der Bauphase zu einem imperialen Monumentalbau im Sinne der staatlichen \u00dcberw\u00e4ltigungsarchitektur. Neben dem Stadion lag das Maifeld mit Trib\u00fcne, auf dem 250.000 Menschen aufmarschieren konnten. Das Marathontor im Stadion gab den Blick frei auf einen Glockenturm am westlichen Ende des Maifelds, der \u00fcber der Langemarckhalle stand, in dem deutscher Toten des Ersten Weltkriegs gedacht wurde. Damit war erstmals ein Sportstadion der Neuzeit nicht nur Teil einer staatlichen Repr\u00e4sentation, sondern seiner Ideologie: Die Spiele sollte nicht nur die Aufr\u00fcstung f\u00fcr einen neuen Weltkrieg verschleiern, sondern auch die angebliche \u00dcberlegenheit der arischen Rasse demonstrieren. Die Monumentalarchitektur war die B\u00fchne dieser Ideologie.<\/p>\n<p>An den Spielen in M\u00fcnchen 1972 l\u00e4sst sich gut ablesen, wie sehr sich das Selbstverst\u00e4ndnis eines Staates \u00e4ndern kann. Die \u201eheiteren Spiele\u201c, die \u201eSpiele im Gr\u00fcnen\u201c, waren architektonisch ein deutlicher Gegenentwurf zu Berlin: \u201eStatt in geordneten Marschkolonnen und in geometrisierter Kanalisierung bewegten sich die Menschen im freien Fluss, im h\u00fcgeligen Park, unter einer lichtdurchl\u00e4ssigen Zeltlandschaft, geleitet von heiteren Farben zur Orientierung.\u201c Bei den \u201eheiteren Farben\u201c hatte man bewusst auf Rot verzichtet, um auch die letzten Assoziationen zu den Berliner Spielen zu tilgen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und auf Seite 8:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas M\u00fcnchner Olympiagel\u00e4nde inklusive des Stadions war von Anfang an Teil einer zukunftsf\u00e4higen Stadtplanung. Zur Vorbereitung der Spiele wurde die M\u00fcnchner Innenstadt fu\u00dfg\u00e4ngerfreundlicher gestaltet, die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel wurden verbessert, 233 neue Stra\u00dfenkilometer gebaut sowie diverse Einkaufs- und \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten geschaffen. Das Gel\u00e4nde ist bis heute ein beliebter und belebter Park, und aus dem Olympischen Dorf wurden begehrte Miet- und Eigentumswohnungen. Das Stadion selbst war zwar nicht als bauliche Ikone geplant, sein charakteristisches Zeltdach ist aber inzwischen aus der Stadtsilhouette nicht mehr wegzudenken.\u201c Das liegt auch daran, dass die B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen f\u00fcr den Erhalt der olympischen Anlagen k\u00e4mpften. Nicht in jeder Stadt blieben die Stadien bestehen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Fu\u00dfnote dazu:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eOlympiagel\u00e4nde-Architekt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%BCnter_Behnisch\">G\u00fcnter Behnisch<\/a> schrieb 1987: \u201eIm Bild des Olympiaparks hat sich die \u00dcberdachung st\u00e4rker in den Vordergrund geschoben als dies zun\u00e4chst geplant war. Ihrer sichtbaren, auff\u00e4lligen Form wegen [&#8230;] So \u00fcbersieht man leicht, da\u00df das Wesentliche unseres Entwurfes unter und neben dem Dach liegt; es ist die Sport- und Spiellandschaft, der M\u00fcnchner Olympiapark.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Sport- und Spiellandschaft ist deutlich gr\u00f6\u00dfer als ich dachte. Ich kannte den Park bisher nur aus der Gegenrichtung, als wir mit einem Uni-Seminar die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BMW_Welt\">BMW-Welt<\/a> besuchten und \u00fcber ihre ikonische Architektur sprachen. Von einer nahegelegenen Br\u00fccke aus ist das Stadiondach sichtbar, aber wie gro\u00df der Park mit seiner Seenlandschaft eigentlich ist, konnte ich erst gestern erfassen.<\/p>\n<p>Ich ging am See entlang und \u00fcberquerte ihn am Fu\u00df des Bergs in H\u00f6he des Olympiaturms. Dort beginnt die Zeltlandschaft; das Zeltdach vom Olympiastadion ist nicht das einzige Geb\u00e4ude, das mit dieser irrwitzigen Konstruktion \u00fcberspannt ist. Als erstes wurde die Schwimmhalle sichtbar, die so aussieht, als w\u00fcrde der gewaltige Mast das Dach nach oben ziehen. Hier sind auch schon weitere Stahlseile sichtbar, die auf dem gesamten Gel\u00e4nde immer wieder auftauchen und einen st\u00e4ndig daran erinnern, wie diese Dachlandschaft konstruiert ist. Ich mag diese sichtbare Architektur sehr gern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2306-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"613\" class=\"alignnone size-full wp-image-27909\" \/><\/p>\n<p>Direkt neben der Schwimmhalle liegt die Olympiahalle, die heute unter anderem f\u00fcr Konzerte genutzt wird. Zwischen den beiden Geb\u00e4uden geht man durch die Dachlandschaft hindurch. Das sieht auf den Bildern \u00fcbrigens alles gammeliger aus als es ist. Ich fand es zauberhaft, vor allem den Kontrast aus dem leichten und stets gespannt aussehenden Dach und den massiven Betonbl\u00f6cken, aus denen die Stahlst\u00fctzen sprie\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2308-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"532\" class=\"alignnone size-full wp-image-27911\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2309-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-27912\" \/><\/p>\n<p>Wenn man durch diesen Kristallwald gegangen ist, steht man an der L\u00e4ngsseite des Olympiastadions, von dem man nur die schr\u00e4gen Flutlichtmasten sieht. Geht man nach rechts, kommt man an die alten Olympiakassen mit ihrer dreisprachigen Beschriftung. Okay, die sehen wirklich so gammelig aus und sie sind auch nicht mehr in Benutzung. An einer neueren Kasse kann man sich f\u00fcr 3,50 Euro eine Eintrittskarte f\u00fcrs Stadion kaufen und dort herumwandern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2321.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"459\" class=\"alignnone size-full wp-image-27914\" \/><\/p>\n<p>Hier sieht man an der S\u00e4ule die angesprochenen Farben, in denen kein Rot vorkommt. Und nat\u00fcrlich die herrlichen Piktogramme von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otl_Aicher\">Otl Aicher<\/a>. (Gestern war offensichtlich kein Biergarten- und Ausflugswetter. Also genau mein Ding.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2314.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"470\" class=\"alignnone size-full wp-image-27915\" \/><\/p>\n<p>Der einzige Weg durch das Stadion f\u00fchrt einmal au\u00dfen und oben an den Sitzreihen entlang. Auf halber H\u00f6he hat man dann diesen Ausblick.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2313-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-27913\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr mich war das eine kleine Mutprobe, einmal bis nach ganz oben zu den alten Kommentatorenkabinen zu wandern. Ich f\u00fchle mich schon auf Leitern in Altbauwohnungen in zwei Meter H\u00f6he nicht so recht wohl, und hier geht man auf einem einen Meter breiten Betonsteg nach oben bis in circa 40 Meter H\u00f6he, der links zu den Sitzen offen ist und rechts nur mit einem Gitter und Gel\u00e4nder vor dem Abgrund sch\u00fctzt. Ich hielt mich mit der rechten Hand konstant fest und blickte immer ins Stadioninnere. Ab und zu wagte ich einen Blick nach rechts, um die massiven Pfeiler zu bewundern, an denen die Dachkonstruktion h\u00e4ngt, aber nie lange. Ich fand das sehr unangenehm, dort oben rumzuturnen. Au\u00dferdem fiel mir auf, dass es im gesamten Stadionrund keine Gel\u00e4nder und nur wenige Trennz\u00e4une gibt; die Sitze sind kaum unterteilt, man kann durch fast alle Bl\u00f6cke einfach hindurchwandern. Das klappt soweit ich wei\u00df in keinem modernen Stadion mehr, vermutlich aus Sicherheitsgr\u00fcnden (marodierende Fanhorden und so, kennt man ja, schlimme Fu\u00dfballfans. Daher auch immer die Blocksperre f\u00fcr G\u00e4stefans nach Abpfiff). In der Allianz-Arena gibt es an den Treppen in den Bl\u00f6cken auch keine Gel\u00e4nder, was mich jedesmal irre macht, weil ich mich halt gerne ab und zu irgendwo festhalte. Die Bl\u00f6cke sind in neuen Stadien deutlich steiler; man kann dadurch eindeutig besser Fu\u00dfball gucken, aber es geht eben auch sehr steil auf- und abw\u00e4rts. Gerade abw\u00e4rts freue ich mich \u00fcber etwas, das mir fu\u00dflahmen Fan etwas Sicherheit bietet. In Augsburg sind an den einzelnen Sitzreihen Metallst\u00e4be, an denen ich mich wenigstens tempor\u00e4r festhalten kann. In der Allianz-Arena greife ich durchaus mal nach der Schulter eines Vordermanns, wenn ich das Gef\u00fchl habe, nicht sicher zu stehen. Das f\u00fchrt meist zu freundlichen Kennenlernsituationen; ich habe bis jetzt jedenfalls noch keinen \u00c4rger bekommen, wenn ich erkl\u00e4re, dass ich wackelig stehe. Ist trotzdem doof, wildfremde Menschen angrabschen zu m\u00fcssen, weil es sonst nichts anderes zum Festhalten gibt. (Kleiner Exkurs Ende.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2316-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"627\" class=\"alignnone size-full wp-image-27916\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2317-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-27917\" \/><\/p>\n<p>Wenn man das Stadion einmal halb umrundet hat, kommt man an der nicht \u00fcberdachten Seite wieder heraus. Dort bewunderte ich die schon erw\u00e4hnten schr\u00e4gen Flutlichtmasten, die gef\u00fchlt an einem seidenen Faden h\u00e4ngen, um nicht umzukippen. Die Masten und das Dach sehen aus, als w\u00fcrden sie konstant unter Spannung stehen; die Neigung der Masten verst\u00e4rkt dazu noch das Gef\u00fchl von Dynamik, das bereits das Dach erweckt, alles scheint sich zum Innenraum zu neigen und zu dr\u00e4ngen. Sportstadien sind ja gerne massive Kl\u00f6tze, die brutal in der Gegend herumstehen. Das Olympiastadion vermittelt einen ganz anderen Eindruck, es wirkt leicht und offen, einladend und fast bewegt. Ich konnte mich \u00fcberhaupt nicht sattsehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2319.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"438\" class=\"alignnone size-full wp-image-27920\" \/><\/p>\n<p>Von der nicht \u00fcberdachten Seite sieht man noch einmal das Schwimmstadion.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2322-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-27918\" \/><\/p>\n<p>Und nach den vorhin schon gezeigten Olympiakassen geht man durch eine weitere zerkl\u00fcftete Dach- und Seilkonstruktion und verl\u00e4sst das Olympiagel\u00e4nde in Richtung U-Bahn und BMW-Welt. Unten im Bild, unter der tiefsten Zeltw\u00f6lbung, ist ein parallel zur Erde ausgerichteter Balken zu sehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2324.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-27919\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2324.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2324-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Das ist die Skulptur \u201eKlagebalken\u201c von Fritz Koenig. Auf ihm sind die Namen der elf israelischen Opfer in Hebr\u00e4isch sowie der Name des deutschen Opfers des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCnchner_Olympia-Attentat\">Olympia-Attentats<\/a> 1972 in lateinischen Buchstaben eingemei\u00dfelt.<\/p>\n<p>Als ich den Klagebalken betrachtete, fiel mir ein, dass erst in diesem Jahr ein neuer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erinnerungsort_Olympia-Attentat\">Erinnerungsort<\/a> eingeweiht wurde. Hatte ich den \u00fcbersehen? Ich wusste nicht, wo er war und wie er aussah. Aber ich ahnte, dass ich auf ihn zulief, als mir kurz vor der U-Bahn-Station eine Art abgetragene Grasnarbe auffiel. Es sieht aus, als h\u00e4tte man die Rasenfl\u00e4che um zwei Meter angehoben, um darunter einen kleinen Ort des Gedenkens einzurichten. Eine breite Stele tr\u00e4gt das Dach, der dadurch entstandene Raum ist zu drei Seiten ge\u00f6ffnet, die vierte Wand ist eine Videowand, auf der Filmausschnitte aus der Zeit des Attentats laufen. Ich sah unter anderem Ausschnitte aus der Rede von Avery Brundage mit seinen bekannten Worten: \u201eThe games must go on.\u201c Vor der Videowand standen einige Teelichter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2325.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"434\" class=\"alignnone size-full wp-image-27922\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_2326.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"620\" class=\"alignnone size-full wp-image-27923\" \/><\/p>\n<p>Auf der breiten Stele sind die Biografien der zw\u00f6lf Get\u00f6teten in deutsch und englisch abgedruckt. Alle enden mit der Abbildung eines pers\u00f6nlichen Gegenstands; der letzte Brief, den einer der Athleten schrieb, die Kippa, die alle israelischen Sportler f\u00fcr die Einmarschzeremonie erhalten hatten oder das Stoffmaskottchen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldi\">Waldi<\/a>, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andr%C3%A9_Spitzer\">Andr\u00e9 Spitzer<\/a> f\u00fcr seine Tochter gekauft hatte.<\/p>\n<p>Ich wunderte mich zun\u00e4chst \u00fcber den Standort des Memorials, es kam mir so seltsam in die Landschaft gesetzt vor. Erst als ich die Stele umwanderte, wurde mir klar, warum es hier stand: Von der einen Seite blickt man auf das Olympiagel\u00e4nde, den Ort, weswegen die Menschen alle hier waren; von der anderen Seite sieht man genau auf das olympische Dorf, dem Tatort des Anschlags.<\/p>\n<p>Ein bisschen stiller als gedacht ging ich zur U-Bahn. Rechts davon tauchte die BMW-Welt auf, deren Architektur ich eigentlich ziemlich beeindruckend fand, als ich sie mit dem Seminar genauer betrachtet hatte. Jetzt, mit den Eindr\u00fccken des Olympiagel\u00e4ndes, kam sie mir pl\u00f6tzlich ziemlich banal vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der eigenen Stadt unternimmt man ja nie die Dinge, die man Besucher*innen von ausw\u00e4rts empfiehlt. (Man = ich.) Ich wohne nun seit f\u00fcnf Jahren in M\u00fcnchen \u2013 ich unterschrieb den Mietvertrag laut meines eigenen Blogeintrags, den ich eben gesucht habe, am 30. Oktober 2012 \u2013 und war erst einmal im Olympiapark und da wohnte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-27905","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27905"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27925,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27905\/revisions\/27925"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}