{"id":28208,"date":"2017-12-12T10:14:48","date_gmt":"2017-12-12T08:14:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28208"},"modified":"2017-12-12T10:28:01","modified_gmt":"2017-12-12T08:28:01","slug":"links-von-dienstag-12-dezember-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28208","title":{"rendered":"Links von Dienstag, 12. Dezember 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buecher\/autoren\/werksausgabe-von-irmgard-keun-15327837.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0\">Ich kann nicht mehr f\u00fcr mich garantieren<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die <em>FAZ<\/em> weist auf die neu erschienene Gesamtausgabe von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irmgard_Keun\">Irmgard Keun<\/a> hin, die mit 39 Euro sehr erschwinglich ist. Ich kenne von Keun nur <em>Gilgi<\/em> und <em>Das kunstseidene M\u00e4dchen<\/em> (1931 bzw. 1932), die auch im Artikel erw\u00e4hnt werden, aber dass sie 1937 im Exil noch einen Roman herausbrachte, wusste ich zum Beispiel nicht. Ich mochte an den beiden B\u00fcchern, dass sie meine Vorstellung des Frauenbildes in der Weimarer Republik sehr erweitern konnten. Ja, Romane sind keine Geschichtsb\u00fccher, das wei\u00df ich auch, aber ich fand sie doch sehr aufschlussreich und lesenswert.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIm Sommer 1932 geh\u00f6rte \u201eDas kunstseidene M\u00e4dchen\u201c neben Falladas \u201eKleiner Mann, was nun?\u201c zu den Bestsellern des deutschen Buchhandels, Anfang Oktober kam \u201eEine von uns\u201c mit dem Ufa-Star Brigitte Helm als Gilgi in die Kinos. Danach wurde es dunkel \u00fcber dem Land. Junge Frauen in scharf taillierten Trenchcoats mit schiefsitzender kleiner Baskenm\u00fctze, wom\u00f6glich rauchend, waren jetzt nicht mehr gern gesehen. Irmgard Keun, weder j\u00fcdisch noch politisch engagiert \u2013 an dem bisschen Sozialkritik in ihren Romanen konnte nun wirklich niemand Ansto\u00df nehmen \u2013, hatte nach Meinung der neuen Machthaber einfach nur das falsche Frauenbild. Undeutsch wurde das genannt, fiel unter die sogenannte \u201eAsphaltliteratur\u201c und landete im Mai 1933 auf den Scheiterhaufen, auf denen die B\u00fccher brannten.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/magazine\/2017\/12\/11\/cat-person\">Cat Person<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Eine Kurzgeschichte im <em>New Yorker<\/em>. Ich wurde Freitag am sp\u00e4ten Abend durch einen <a href=\"https:\/\/twitter.com\/emilynussbaum\">Tweet<\/a> von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Emily_Nussbaum\">Emily Nussbaum<\/a>, der Filmkritikerin des <em>New Yorker<\/em>, deren Tweets ich sehr sch\u00e4tze, auf sie aufmerksam gemacht. Ich las sie gerne und schnell durch, fand sie sehr gut, retweete sie aber nicht, weil ich dachte, ach, Freitagnacht liest das eh keiner mehr, mach ich morgen. Das verga\u00df ich nat\u00fcrlich und hole es hiermit auch. Auch weil ich anscheinend nicht die einzige war, die die Geschichte mochte. Oder auch nicht, wie <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2017\/12\/11\/books\/cat-person-new-yorker.html\">dieses kurze Interview<\/a> mit der Autorin Kristen Roupenian zeigt, aus dem ich einen Ausschnitt zitiere. Aus der Story m\u00f6chte ich keinen Ausschnitt zitieren, die solltet ihr ganz lesen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWhen a short story makes a splash these days, you can see the ripples in real time.<\/p>\n<p>The writer Kristen Roupenian had fewer than 200 followers on Twitter before her work of fiction, \u201cCat Person,\u201d was published in The New Yorker last week. The piece dominated attention on social media in a way that fiction rarely does. On Sunday, Ms. Roupenian\u2019s follower count climbed rapidly as her more eager readers finished the story and set out to find its creator.<\/p>\n<p>\u201cCat Person\u201d focuses on two characters, Margot and Robert, who begin to construct a relationship through texting and eventually go on something resembling a date. The verisimilitude of their encounter started conversations about dating, power and consent. (There has also been a backlash and a <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MenCatPerson\">backlash to the backlash<\/a>.)\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Zusammenhang noch ein <a href=\"https:\/\/elladawson.com\/2017\/12\/09\/bad-sex-or-the-sex-we-dont-want-but-have-anyway\/\">Essay<\/a> von Ella Dawson, auf den Roupenian selbst per <a href=\"https:\/\/twitter.com\/KRoupenian\/status\/939639066760445952\">Tweet<\/a> verlinkte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eI want to talk about bad sex for a minute.<\/p>\n<p>I don\u2019t mean \u201cbad sex\u201d as in sex that wasn\u2019t pleasurable, or sex that was awkward, or sex that hurt. I don\u2019t mean when you\u2019re having sex with a new partner and you don\u2019t know yet what the other person likes or craves or is viscerally annoyed by. I don\u2019t mean when you lose your hard-on or aren\u2019t wet enough or the cat is watching you and it\u2019s super distracting. I don\u2019t even mean sex that disappoints you so much that you don\u2019t see the person again.<\/p>\n<p>By \u201cbad sex,\u201d I mean the sex we have that we don\u2019t want to have but consent to anyway.<\/p>\n<p>Let me be clear: bad sex isn\u2019t rape. It\u2019s not being forced to do something against your will. I don\u2019t want to feed into that whole \u201cfalse rape accusation, saying you were raped when you really just regret the night before\u201d bullshit narrative that conservatives and Men\u2019s Rights Activists and Betsy Devos like to pretend happens all the time. Bad sex isn\u2019t even necessarily coercive. I\u2019m talking about having a sexual encounter you don\u2019t want to have because in the moment it seems easier to get it over with than it would be to extricate yourself.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/kino\/video-filmkritiken\/video-filmkritik-katell-quilleveres-die-lebenden-reparieren-15326043.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0\">So viele Umwege auf dem Weg eines Herzens<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Nochmal die <em>FAZ<\/em>, dieses Mal mit einer Filmkritik von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andreas_Kilb\">Andreas Kilb<\/a>, die daf\u00fcr gesorgt hat, dass ich den Film <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2aJr3GVNkXY\">Die Lebenden reparieren<\/a><\/em> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Katell_Quill%C3%A9v%C3%A9r%C3%A9\">Katell Quil\u00adl\u00e9v\u00e9r\u00e9<\/a> sehen will (well done, m\u00f6chte ich sagen). Nebenbei habe ich in dieser Kritik ein wunderbares Zitat der Kritikerin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frieda_Grafe\">Frieda Grafe<\/a> gefunden, die als Gesetz des Genres Melodrama festgelegt hatte: Entweder man heult oder man kotzt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn man in einer einzigen Szene zeigen m\u00fcsste, was es hei\u00dft, jung zu sein, k\u00f6nnte sie nicht sch\u00f6ner sein als die Einstellung, mit der Katell Quill\u00e9v\u00e9r\u00e9s Film \u201eDie Lebenden reparieren\u201c beginnt: Ein Junge, Simon, steigt aus dem Bett, fotografiert seine schlafende Freundin, springt lautlos aus dem Fenster auf die Stra\u00dfe, steigt auf sein Rennrad und rast durch die schlafende Stadt zum Hafen, wo ihn zwei Freunde mit einem Lieferwagen aufsammeln. Im Morgengrauen, am Strand, paddeln die drei mit ihren Surfbrettern in die Brandung, warten auf die passende Welle, schwingen sich auf ihr Brett und rasen durch den Tunnel aus st\u00fcrzendem Wasser ins Licht, atemlos, immer wieder. So beginnt Simons Tag. Es ist sein letzter.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann nicht mehr f\u00fcr mich garantieren Die FAZ weist auf die neu erschienene Gesamtausgabe von Irmgard Keun hin, die mit 39 Euro sehr erschwinglich ist. 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