{"id":28489,"date":"2018-01-29T08:11:50","date_gmt":"2018-01-29T07:11:50","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28489"},"modified":"2018-01-29T08:11:50","modified_gmt":"2018-01-29T07:11:50","slug":"tagebuch-freitag-bis-sonntag-26-bis-28-januar-2018-noch-mehr-husten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28489","title":{"rendered":"Tagebuch, Freitag bis Sonntag, 26. bis 28. Januar 2018 \u2013 Noch mehr Husten"},"content":{"rendered":"<p>Da bei mir netterweise gerade eine Buchung von der n\u00e4chsten abgel\u00f6st wurde, konnte ich unnetterweise meine aufkommende Erk\u00e4ltung nicht anst\u00e4ndig auskurieren. Das ist doof, das wei\u00df ich auch, aber jetzt gerade muss dringend das Konto aufgef\u00fcllt werden. Hurra f\u00fcr den Kapitalismus!<\/p>\n<p>Daher verbrachte ich nach zwei etwas z\u00e4hen Tagen am Schreibtisch wenigstens endlich das komplette Wochenende im Bett und das auch so oft es ging schlafend. Das ging leider nicht immer, gerade nachts plagte der Husten mich sehr. Und ich ahne, dass meine Nachbarn mich inzwischen hassen, denn ich glaube, ich huste sehr laut.<\/p>\n<p>Wenn ich wach war, schaute ich kurz auf Twitter und retweetete, dann fielen mir wieder die Augen zu. Ab und zu las ich etwas, das mit der Dissertation zu tun hat, was mich noch mehr freut als es mich generell freut, etwas f\u00fcr die Diss zu lesen. Mitte Dezember hatte ich den Kopf bewusst aus dem ganzen Nazikram gezogen, um Abstand zu gewinnen. Der war anscheinend n\u00f6tig; jetzt macht es wieder Spa\u00df (diesen Begriff bitte immer in Anf\u00fchrungszeichen denken, wenn ich mich mit der NS-Zeit befasse). Ich lese immer noch eine Dissertation von 1987, die damals in Ost-Berlin abgegeben wurde. Man muss erstmal eine Menge sozialistische Sauce wegwischen, um an den eigentlichen Textinhalt zu kommen, aber das klappt auch nicht immer. Je l\u00e4nger ich den Kram las, desto mehr war ich der Meinung, Marx mal wieder lesen zu m\u00fcssen. K\u00f6nnte aber auch daran liegen, dass ich gerade krank arbeite, um ein Dach \u00fcber dem Kopf zu haben.<\/p>\n<p>Wegen der derzeit g\u00fcnstigen Buchungssituation gab ich meiner sinnlosen Sehnsucht nach mehr Geschirr nach und bestellte mir zwei <a href=\"https:\/\/www.motelamio.com\/tableware\/schalen\/areia-pastateller-teal.html\">Pastateller<\/a> und zwei <a href=\"https:\/\/www.motelamio.com\/tableware\/teller\/mae-teller-gross-grau.html\">flache Teller<\/a>, um die ich seit ungef\u00e4hr einem Jahr rumschleiche, sie mir aber immer brav verkniffen habe, weil ich genug Geschirr besitze. Jetzt geh\u00f6ren sie aber doch mir, und sie machen mich sehr gl\u00fccklich. Hurra f\u00fcr den Kapitalismus!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.v-r.de\/de\/nicht_nur_raubkunst\/t-0\/1097499\/\"><em>Nicht nur Raubkunst! Sensible Dinge in Museen und universit\u00e4ren Sammlungen<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Diesen sch\u00f6nen Sammelband gibt es f\u00fcr lau als Open-Access-Dokument auf der Verlagsseite. Ich habe bisher erst einen Aufsatz \u00fcberflogen, n\u00e4mlich \u201eEine ethische Herausforderung. Der Zugang zu nationalsozialistischer Propagandaliteratur in Hochschulbibliotheken\u201c von Hermann R\u00f6sch (<a href=\"https:\/\/www.vr-elibrary.de\/doi\/pdf\/10.14220\/9783737008082.257\">hier<\/a> als direktes PDF). Das Thema besch\u00e4ftigt mich derzeit dauernd und ich am\u00fcsierte mich bereits im Blog \u00fcber die verschiedenen Gebaren, wenn es darum geht, NS-Schriftgut einsehen zu k\u00f6nnen. Einiges konnte ich entspannt nach Hause entleihen, anderes ist nur im Lesesaal zug\u00e4nglich, da aber ohne weitere Kontrolle oder Einschr\u00e4nkung. F\u00fcr einen Zeitschriftensammelband musste ich allerdings meinen Namen, meine Adresse und mein Forschungsfeld angeben sowie best\u00e4tigen, dass ich ihn nur f\u00fcr wissenschaftliche Zwecke einsehen will, denn nur daf\u00fcr ist er freigegeben. Er lag auch nicht in meinem \u00fcblichen Abholfach in einem kleinen Lesesaal, sondern ich musste ihn pers\u00f6nlich bei der Aufsicht abholen und auch dort wieder abgeben.<\/p>\n<p>(via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/VDKunsthistorik\">@VDKunsthistorik<\/a>)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.atlasobscura.com\/articles\/shadows-from-the-walls-of-death-book\">How a Library Handles a Rare and Deadly Book of Wallpaper Samples<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Um auf die Gefahr von Arsen in der h\u00e4uslichen Umgebung aufmerksam zu machen, bastelte Dr. Robert M. Kedzie 1874 einhundert B\u00fccher, in denen er handels\u00fcbliche Tapetenmuster band, die damals zu gut 65 Prozent arsenbelastet waren. Dieses Buch schickte er an hundert Bibliotheken mit der Anweisung, so die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber diese untersch\u00e4tzte Gefahr zu informieren. Von diesen hundert B\u00fcchern existieren noch vier, und heutige Bibliotheken sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie man ein Buch konserviert, das einen krankmachen k\u00f6nnte.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eThe Victorians knew that arsenic was poisonous when eaten, of course\u2014it had gained a reputation as an \u201cinheritance powder\u201d that could be used, for example, to bump off elderly aunts with large fortunes\u2014but most saw little risk in plastering their homes with the stuff. Kedzie argued (correctly, we now know) that arsenical wallpapers shed microscopic dust particles that can be inhaled or ingested. In the preface to Shadows, he warns that arsenic can kill not only by \u201csudden and violent destruction of life\u201d but by slow, chronic poisoning, a mysterious and lingering illness that might baffle sufferer and physician alike. He wrote of women taking ill and withdrawing into their wallpapered bedrooms to recover, not knowing that all the while they were inhaling \u201can air loaded with the breath of death.\u201d\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/v_i_o_l_a\">@v_i_o_l_a<\/a>)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Rosie the Riveter<\/strong><\/p>\n<p>Ein sch\u00f6ner <a href=\"https:\/\/twitter.com\/summerbrennan\/status\/957288718272000001\">Twitter-Thread<\/a> \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norman_Rockwell\">Norman Rockwells<\/a> Rosie the Riveter. Ich kannte den Titel, aber nicht das eigentlich <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Rosie_the_Riveter#Saturday_Evening_Post\">Bild<\/a> und war sehr erstaunt, eine breitschultrige, kurzhaarige Frau zu sehen \u2013 die einem Werk Michelangelos \u00e4hnelt, wie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=j39sXMOo-lo\">hier<\/a> zu sehen ist.<\/p>\n<p>(via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/mmiedl\">@mmiedl<\/a>)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.sehepunkte.de\/2018\/01\/31294.html\">Rezension Vermacht. Verfallen. Verdr\u00e4ngt. Kunst und Nationalsozialismus<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Unser Katalog zur Ausstellung in Rosenheim ist freundlich besprochen worden, was mich sehr freut.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWie in einem Vexierspiegel bildet die Sammlung der St\u00e4dtischen Galerie Rosenheim daher die NS-konforme Kunst in ihrer intimen Verfasstheit, aber auch in ihren tiefen Widerspr\u00fcchen ab. \u00dcber drei Semester konnten gemeinsam mit Studenten der LMU vor Ort Archivarbeiten angestellt, Arbeiten geschrieben und eine Ausstellung vorbereitet werden, die diese Ambiguit\u00e4t aus den Rosenheimer Best\u00e4nden heraus demonstriert. Zugleich ist diese Initiative eingebunden in ein breites Spektrum neuerer Aktivit\u00e4ten: die Dauerausstellungen gro\u00dfer Museen beginnen gerade damit, NS-Kunst zu integrieren und dies in Tagungen zu diskutieren, zuletzt besonders in M\u00fcnchen und in Halle. Zudem wanderte im letzten Jahr die Ausstellung Artige Kunst \u00fcber drei Stationen durch Deutschland. 2017 scheint tats\u00e4chlich neuer Schwung in das problematische Forschungsfeld der NS-Kunstgeschichte gekommen zu sein. [&#8230;]<\/p>\n<p>Was hier nun vorliegt, ist daher kein klassischer Ausstellungskatalog, sondern eher ein wissenschaftlicher Sammelband, der die h\u00f6chst verdienstvolle Projektarbeit dokumentiert. In den insgesamt vier Abteilungen werden die Ergebnisse der studentischen Recherchen zu Rosenheim pr\u00e4sentiert und mit \u00fcbergreifenden Perspektiven kontrastiert.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da bei mir netterweise gerade eine Buchung von der n\u00e4chsten abgel\u00f6st wurde, konnte ich unnetterweise meine aufkommende Erk\u00e4ltung nicht anst\u00e4ndig auskurieren. Das ist doof, das wei\u00df ich auch, aber jetzt gerade muss dringend das Konto aufgef\u00fcllt werden. Hurra f\u00fcr den Kapitalismus! 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