{"id":28715,"date":"2018-03-16T09:00:14","date_gmt":"2018-03-16T08:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28715"},"modified":"2018-03-16T11:54:59","modified_gmt":"2018-03-16T10:54:59","slug":"was-schon-war-donnerstag-15-marz-2018-ein-halber-tag-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28715","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Donnerstag, 15. M\u00e4rz 2018 \u2013 Ein halber Tag frei"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem 2. Januar war ich durchgebucht. Also so gebucht, dass ich von 9 bis 18 Uhr an irgendeinem Schreibtisch sa\u00df, ob nun in einer Agentur oder zuhause, so dass ich in dieser Zeit erreich- und ansprechbar war. Meine Erledigungen wie Einkaufen oder B\u00fccher in Bibliotheken bringen t\u00e4tigte ich wie andere Berufst\u00e4tige auch: nach Feierabend, in der Mittagspause oder am Wochenende. Diese Buchungszeit endete letzten Freitag. Zurzeit bin ich auf verschiedenen Kunden eher stundenweise bzw. auf Zuruf gebucht, was mir weniger Geld, aber daf\u00fcr ein bisschen mehr Freiheit bringt. <\/p>\n<p>Mittwoch abend musste ich keinen Wecker stellen, schaltete das iPhone zus\u00e4tzlich auf stumm und freute mich auf Ausschlafen mitten in der Woche. Es ist vermutlich klar, wann ich wach wurde? Genau. 6 Uhr 32.<\/p>\n<p>Ich lungerte nur kurz im Bett rum, denn wenn ich wach bin, bin ich wach. Also begann ich meinen Tag fr\u00fcher als gedacht, aber daf\u00fcr sehr entspannt. Nach der K\u00f6rperpflege kam mein neues Lieblingsritual: Espresso kochen. Dazu mahle ich mir frische Bohnen in meiner Handm\u00fchle, f\u00fclle das Kaffeemehl in den Siebtr\u00e4ger, dr\u00fccke ihn mit einem sch\u00f6nen Edelstahltamper fest und lasse die Maschine ihr Wunderding verrichten. W\u00e4hrenddessen verr\u00e4ume ich M\u00fchle und Bohnen und f\u00fclle einen guten Fingerbreit kalte Vollmilch in mein neues Edelstahlk\u00e4nnchen, die von der Maschine dann in wenigen Sekunden in schlotzigfesten Milchschaum verwandelt wird. Ich kann bis heute kein Herz auf meinen Espresso gie\u00dfen, weil die Milch mehr Schaum als Schlotz ist, egal was ich tue, aber wurstegal. Dann s\u00e4ubere ich alle betreffenden Teile der Maschine und genie\u00dfe meinen halbwegs flachen Flat White auf dem Sofa. Ohne Zucker und Sirup, weil er so toll schmeckt wie er ist.<\/p>\n<p>Gestern beendete ich nach dem Aufklappen des Rechners als erstes mein Mailprogramm, damit mich niemand an meinem freien Vormittag st\u00f6rt. Auch Twitter wurde minimiert.<\/p>\n<p>Mit Twitter hadere ich seit Wochen. Mir ist aufgefallen, dass die ganzen Themen, die mich pers\u00f6nlich aufregen oder anfressen oder traurig machen oder \u00e4ngstigen, nicht mehr durch mein morgendliches B5-Duschradio oder die abonnierte <em>FAZ<\/em> an mich herangetragen werden. Nein, das erledigt meine eigentlich sorgf\u00e4ltig kuratierte Timeline. Meine Menschen machen mich auf Dinge aufmerksam wie die neueste Hetze der AfD, widerliche Kommentare \u00fcber dicke Menschen auf allen Websites dieser Welt, eklige Werbung, hasserf\u00fcllte Diskussionen \u00fcber Frauenrechte und so weiter und so fort. Alle meinen es gut, alle wollen, dass diese Dinge nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern dass sich Dinge dadurch \u00e4ndern, dass man sie ans Tageslicht und in die \u00d6ffentlichkeit bringt. Ich habe durch meine Timeline in den vergangenen Jahren sehr viel gelernt. Aber momentan \u00fcberfordert mich die st\u00e4ndige und allumfassende Emp\u00f6rung, Aufregung und das Entsetzen total.<\/p>\n<p>Ich habe in den letzten Wochen viele Accounts entfolgt. Das ist so gut wie nie pers\u00f6nlich gemeint, aber ich mag im Moment einfach keine Aufregung mehr, keine schnippischen Kommentare, keine s\u00fcffisant-\u00fcberlegenen Anmerkungen, keine Urteile vom hohen und immer gut gemeinten Ross herab. Ich habe vermutlich selbst genau solche Tweets in Mengen abgesetzt, das ist mir durchaus klar. Ich habe auch dazu beigetragen, dass eklige Anmerkungen \u00fcber Dicke Aufmerksamkeit bekommen haben, indem ich auf sie hingewiesen habe. Auch das habe ich versucht zu \u00e4ndern, indem ich, wie hier im Blog, eher nur noch Dinge twittere, die mich freuen oder die sch\u00f6n waren. Das klappt nicht immer, weil Twitter halt eine Aufregemaschine ist, aber ich versuche, mir das abzugew\u00f6hnen. Und dazu geh\u00f6rt eben auch, vieles nicht mehr mitbekommen <em>zu wollen<\/em>. Exkurs Ende.<\/p>\n<p>So startete ich meinen Tag nur durch die Radionachrichten informiert mit sch\u00f6nem Getr\u00e4nk und entspanntem Bloggen sowie Bloglesen. Dann ging ich ins Museum, denn wir nehmen Sonntag unsere neue <a href=\"https:\/\/fehlfarbenpodcast.wordpress.com\/\">Fehlfarben<\/a>-Ausgabe auf und daf\u00fcr wollten ein paar Ausstellungen weggeguckt werden. Ich lie\u00df mir viel Zeit, guckte eine Ausstellung sehr gr\u00fcndlich, wobei ich immer vor einer F\u00fchrung weglaufen musste. Dann ging ich in die zweite, die deutlich kleiner, aber ebenso spannend war. Ein paar weitere R\u00e4ume des Museums durchschritt ich etwas schneller \u2013 um dann noch einmal in die zweite Ausstellung zu gehen, weil mich einige Werke nicht loslassen wollten. Das war wieder einer dieser Momente, in denen ich sehr gl\u00fccklich war, Kunst gucken zu k\u00f6nnen, weil es den Kopf so sch\u00f6n aufmacht. Und gleichzeitig einer von den doofen, in denen man ahnt, dass man sich diese Kunst nie wird leisten k\u00f6nnen, weil bescheuerter Kunstmarkt und bla.<\/p>\n<p>Nach dem Museumsbesuch lie\u00df ich mich von einer Tram (TRAMFAHREN!) in die Innenstadt tragen. Also drei Stationen, du winzige kleine Schnuffelstadt, du. Im Kaufhof am Stachus kaufte ich einen altmodischen Kaffeefilter aus Porzellan, von dem mir nachtr\u00e4glich einfiel, dass meine Mama davon vermutlich zehn im Keller liegen hat. Meine derzeitige Begeisterung f\u00fcr das Produkt Kaffee eskaliert gerade ein bisschen; bitte haltet mich davon ab, mir auch noch einen zweiten <a href=\"https:\/\/www.coffeecircle.com\/de\/p\/hario-buono-wasserkocher\">Wasserkocher<\/a> zu kaufen, nur weil das Internet mir das empfiehlt, ja?<\/p>\n<p>Zuhause setzte ich dann einen der Filterkaffees an, die in meinem vorgestrigen Kaffeepaket gelegen hatten. Eine Runde kochte ich in der French Press und eine Runde sch\u00f6n mit dem neuen Handfilter, weil ich ausprobieren wollte, ob der gleiche Kaffee mit dem gleichen Wasser, aber eben mit einer anderen Zubereitungsart anders schmeckt. Und was soll ich sagen? Tut er. In der French Press schmeckte <a href=\"https:\/\/www.dallmayr-versand.de\/epages\/Dallmayr.sf\/de_DE\/?ObjectPath=\/Shops\/Dallmayr\/Products\/50006\">dieser Kaffee<\/a> sehr klar und geradeaus, kr\u00e4ftig, aber nicht stark. Beim Handfilter kam ein bisschen mehr Fruchts\u00e4ure durch, aber nicht so stark, dass ich es als unangenehm empfand (ich mag die S\u00e4ure im Kaffee nicht so gern). Ich habe ihn f\u00fcr mich als \u201eetwas scharfkantiger\u201c definiert und suche noch nach einer genaueren Beschreibung.<\/p>\n<p>Irgendwann \u00f6ffnete ich mein Mailprogramm wieder und stellte fest, dass niemand was von mir wollte. Den Rest des Tages verbrachte ich mit viel Kaffee und Keksen und Serien auf dem Sofa. War also eigentlich ein ganzer freier Tag. Auch gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 2. Januar war ich durchgebucht. Also so gebucht, dass ich von 9 bis 18 Uhr an irgendeinem Schreibtisch sa\u00df, ob nun in einer Agentur oder zuhause, so dass ich in dieser Zeit erreich- und ansprechbar war. 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