{"id":28945,"date":"2018-04-14T08:13:37","date_gmt":"2018-04-14T07:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28945"},"modified":"2018-04-15T09:31:17","modified_gmt":"2018-04-15T08:31:17","slug":"was-schon-war-freitag-13-april-2018-i-want-to-thank-the-academy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28945","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Freitag, 13. April 2018 \u2013 <br>I want to thank the Academy"},"content":{"rendered":"<p>Auf den gestrigen Vormittag hatte ich mich schon l\u00e4nger gefreut, denn die <a href=\"http:\/\/dallmayracademy.de\/\">Dallmayr Academy<\/a> hatte mich auf eine kurze Schulung eingeladen. Anders ausgedr\u00fcckt: Ich habe zwei Stunden lang Espresso getrunken, weil&#8217;s so lecker war und ich werde nie wieder schlafen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2810.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"565\" class=\"alignnone size-full wp-image-28951\" \/><\/p>\n<p>Wir tranken den Espresso Barista, der fieserweise nur f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.dallmayr.com\/de\/gastronomie-service\/\">Gastronomie<\/a> angeboten wird, wie der Schulungsleiter erz\u00e4hlte. Der Mann kam ansonsten zun\u00e4chst kaum zu Wort, weil ich dauernd total wichtige Fragen hatte, die sich mir stellten, seit ich selber wieder an einer Siebtr\u00e4germaschine stehe, wenn auch nur f\u00fcr den Hausgebrauch: Warum \u00e4ndert der Mahlgrad den Geschmack? Wie sieht die perfekte Crema aus? Wie hoch sollte der Druck beim Tampern sein? Und wie, verdammt, kriege ich diesen fiesen Milchschaum hin, um endlich ein Herz auf meinen Flat White zu malen? Wobei ich gestern auch lernte, dass ich die ganze Zeit Cappuccino mache und keinen Flat White. Ein Flat White besteht aus zwei Espressos, der Cappucchino nur aus einem. Plus Milch und Schaum und Zeug halt. Ich lernte au\u00dferdem, dass der Cappuccino, den ich vor 25 Jahre in der Gastro zubereitet habe, heute eher nicht mehr serviert wird \u2013 also mit der hei\u00dfen Milch, dem riesigen fluffigen Schaumball oben drauf und wom\u00f6glich noch mit Kakaopulver. Ein Cappuccino sieht fast so aus wie ein Flat White, hat aber nicht so viel Wums.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2795.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"564\" class=\"alignnone size-full wp-image-28948\" \/><\/p>\n<p>Aber erstmal wurde mir ein Espresso gereicht, der hervorragend schmeckte. Dann \u00e4nderte der Schulungsleiter den Mahlgrad und wir guckten, was passierte. Zun\u00e4chst wurden die Kaffeebohnen gr\u00f6ber gemahlen, was zur Folge hatte, dass der Espresso viel schneller durchlief als vorher und w\u00e4ssrig nach kaffeeartigem Nichts schmeckte. Feiner gemahlen schien er total widerwillig und fast schwarz in der Tasse zu landen und war bitter und fies. Als Regel f\u00fcr guten Espresso nahm ich mit: 8 Gramm Kaffeemehl f\u00fcr einen Espresso, 16 bis 18 Gramm f\u00fcr zwei, 90 bis 92 Grad hei\u00dfes Wasser, das mit 9 bar Druck in 20 bis 25 Sekunden ein Getr\u00e4nk zaubert. Druck und Br\u00fchzeit kann ich an meiner Maschine nicht einstellen, bei der Wassertemperatur bin ich mir nicht sicher, womit ich eigentlich schon verloren habe, aber ich werde mal die Stoppuhr mitlaufen lassen, wie lange mein Maschinchen eigentlich so arbeitet.<\/p>\n<p>Ich lernte, wie eine gute Crema aussieht (geschlossen, haselnussbraun) und dass zu frischer Kaffee nicht schmeckt, denn direkt nach der R\u00f6stung enthalten die Bohnen noch zu viel Kohlendioxid, das erst entweichen muss. Ich lernte, was die Unterschiede zwischen Arabica (fruchtiger) und Robusta (erdiger) sind und dass Robusta gerne als W\u00fcrze dazugegeben wird, weil diese Sorte dem Kaffee mehr K\u00f6rper verleiht. Ich lernte, was Kaffee-<a href=\"https:\/\/www.kaffeewiki.de\/wiki\/Botanik_der_Kaffeepflanze#Botanische_Variet.C3.A4ten_des_Arabica-Kaffees\">Variet\u00e4ten<\/a> sind. Neben diesen ganzen Perlen der Weisheit wurden 20 T\u00e4sschen Espresso und Cappuccino zubereitet und ich nippte und kostete und trank schlie\u00dflich ganze Tassen, denn wozu bin ich sonst hier. *hibbel*<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2803.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-28952\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2804.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"alignnone size-full wp-image-28957\" \/><\/p>\n<p>Gerade beim Milchsch\u00e4umen schaute ich nat\u00fcrlich ganz genau hin und ahne jetzt, wo mein Problem liegt. Ich produziere seit 500 Espressos immer Milch mit Schaum obendrauf, aber ich brauche quasi dickfl\u00fcssige Milch. Also eine Konsistenz, nicht zwei. Vollmilch statt H-Milch ist klar; der Schulungsleiter meinte, H-Milch schmecke wie entz\u00fcndeter Kuheuter, was ich nicht ganz so abnicken w\u00fcrde, aber jetzt will ich nie wieder H-Milch trinken. Was ich in meinen letzten Probewochen schon festgestellt habe, meinte der Herr ebenfalls: Die Milchs\u00fc\u00dfe reicht v\u00f6llig aus, man braucht wirklich keinen Zucker mehr. F\u00fcr diese S\u00fc\u00dfe darf die Milch aber nicht zu hei\u00df sein, was \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Konsistenz wichtig ist. Da habe ich instinktiv (aka nach dem Anschauen von 50 YouTube-Videos) schon viel richtig gemacht: Beim Aufsch\u00e4umen dauert die <a href=\"https:\/\/www.kaffeewiki.de\/wiki\/Milchaufsch%C3%A4umen#2._Volldampf:_Ziehen_und_Rollen\">Ziehphase<\/a> nur ganz kurz \u2013 also die Phase, wo man mit der Dampflanze im Edelstahlk\u00e4nnchen lustige Ger\u00e4usche macht \u2013, w\u00e4hrend die Rollphase nur so lange dauern sollte, bis die Milch h\u00f6chstens 70 Grad hei\u00df wird; das K\u00e4nnchen kann man noch so gerade mit der Hand anfassen, es ist aber schon sp\u00fcrbar hei\u00df. All das kriege ich zuhause auch hin, aber trotzdem: Diese Fluffigkeit, die ich gestern anschauen und genie\u00dfen durfte, scheint f\u00fcr mich noch in weiter Ferne zu sein. Ich glaube, ich muss dringend die Barista-Schulung buchen. Oder ernsthaft in eine andere Maschine f\u00fcr zuhause investieren, aber dagegen str\u00e4ube ich mich noch etwas. Die ist doch erst zwei Monate alt! Ich gebe mir noch weitere 500 Espressos und dann denke ich nochmal dr\u00fcber nach.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2796.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"639\" class=\"alignnone size-full wp-image-28949\" \/><\/p>\n<p>Ich hatte viel Spa\u00df und habe viel gelernt, auch wenn mir das Herz dabei geblutet hat, wieviel Kaffee wir gemahlen und verwendet haben, der teilweise als schlechtes Beispiel dienen musste wie bei dem falschen Mahlgrad. Au\u00dferdem habe ich nat\u00fcrlich beim Latte-Art-Machen dem Schulungsleiter nie auf die Finger geguckt, sondern total fasziniert dem Bild auf der Crema, ich Hirn. So lerne ich das nat\u00fcrlich nicht. Das war f\u00fcr gestern aber auch gar nicht der Plan, ich durfte einfach gucken und Fragen stellen. Hab ich gemacht. Ich habe seit den vielen guten Espressos vor Ort aber noch keinen weiteren zuhause angesetzt. Ich trau mich jetzt gerade nicht mehr. (Gebt mir noch einen Tag.)<\/p>\n<p>Was mir auch viel bedeutet hat: dass wir \u00fcber Nahrungsmittel als Genuss gesprochen haben. Klar ist eine Siebtr\u00e4germaschine aufwendig, aber man wird f\u00fcr seine Arbeit, die ja eher ein Ritual ist, belohnt, man schmeckt, was man in der Tasse hat. Das ist ein anderer Schnack als das Gebr\u00e4u aus der 20-Euro-B\u00fcro-Kaffeemaschine. Aber wenn einem das reicht, ist das v\u00f6llig in Ordnung. Wem das nicht reicht, der r\u00fcstet halt ein bisschen auf. Selbst eine Billo-French-Press macht schon guten Kaffee, wenn man sich ein bisschen M\u00fche bei der Zubereitung gibt. Es muss nicht die 10.000-Euro-Maschine sein, ein bisschen Sorgfalt und Besch\u00e4ftigung mit dem Produkt bringen einen schon sehr viel weiter. Das habe ich in den letzten Monaten selbst erfahren, aber ich fand es sch\u00f6n, mit einem Kaffeeprofi dar\u00fcber zu sprechen, was f\u00fcr ein Genuss es immer wieder ist, genau das zu tun: Besch\u00e4ftigung mit dem Produkt. Selbst mit so etwas Allt\u00e4glichem wie dem Morgenkaffee. Es geht immer besser und es lohnt sich immer wieder.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2800.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"454\" class=\"alignnone size-full wp-image-28950\" \/><\/p>\n<p>Ich f\u00fcge hier wie immer bei sentimentalen Futter-Blogposts meinen Hinweis auf das Foodcoaching von vor jetzt schon fast zehn Jahren ein, das mein Leben ver\u00e4ndert hat und es immer noch weiter ver\u00e4ndert. Ich habe noch so viel zu entdecken, und genau wie ich Donnerstag so begeistert davon war, dass mich jemand an seinen kunsthistorischen Erkenntnissen teilhaben l\u00e4sst, so war ich es gestern, als es um den Mahlgrad von Kaffeebohnen ging. Es braucht echt nicht viel f\u00fcr einen guten Tag, habe ich mal wieder gemerkt. Schlaue Menschen, gute Produkte. Und irgendwas, das nach Schokolade schmeckt, okay.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>PS: @DonnerBella fragte neulich nach pers\u00f6nlichen Macken und ich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/978926420163473408\">antwortete<\/a>, dass ich damals in der Gastro gelernt hatte, dass das Etikett (auf Flaschen, Gl\u00e4sern, dings) immer zum Gast zeigen sollte, damit der sieht, dass er auch das richtige Bier vor sich stehen hat. Diese Art, Biergl\u00e4ser oder Weinflaschen auf Tische zu stellen, habe ich mir auch im Privatleben angew\u00f6hnt; wenn ich ausgehe, drehe ich mein Glas immer so, dass ich aufs Label schaue. Gucken Sie beim letzten Foto mal, wo der Firmenname steht und von wo man das Bild auf der Crema am besten sieht. Spontane Zuneigung!<\/p>\n<p>PPS: Am sp\u00e4ten Nachmittag ein Nickerchen gemacht. Ten espressos got nothing on me.<\/p>\n<p>PPPS: Diesen Blogeintrag schrieb ich bereits gestern nachmittag. Eben habe ich mir meinen \u00fcblichen Morgenkaffee zubereitet. &#8230; Ich kaufe jetzt eine neue Siebtr\u00e4germaschine. Und eine elektrische Kaffeem\u00fchle (sorry, <a href=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=27786\">Opa<\/a>). Verdammt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den gestrigen Vormittag hatte ich mich schon l\u00e4nger gefreut, denn die Dallmayr Academy hatte mich auf eine kurze Schulung eingeladen. Anders ausgedr\u00fcckt: Ich habe zwei Stunden lang Espresso getrunken, weil&#8217;s so lecker war und ich werde nie wieder schlafen. 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