{"id":29543,"date":"2018-07-06T08:09:56","date_gmt":"2018-07-06T07:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=29543"},"modified":"2018-07-06T08:09:56","modified_gmt":"2018-07-06T07:09:56","slug":"tagebuch-donnerstag-5-juli-2018-schreibtischtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=29543","title":{"rendered":"Tagebuch, Donnerstag, 5. Juli 2018 \u2013 Schreibtischtag"},"content":{"rendered":"<p>Morgens war mal wieder ein Blutbild f\u00e4llig. Zu meiner Haus\u00e4rztin gehe ich auch deshalb gerne, weil ihre Mitarbeiterinnen mit Spritzen umgehen k\u00f6nnen. Eine von beiden hatte vor ein paar Jahren vermutlich noch nicht ganz so viel Erfahrung, und als sie nach meinen unsichtbaren Venen suchte, bat sie doch lieber ihre Kollegin an die Spritze, anstatt an mir rumzustochern. Das wusste ich sehr zu sch\u00e4tzen. Gestern zapfte sie mir dann erstmals ruckzuck Blut ab und das, wie ich heute morgen feststellen darf, ohne einen blauen Fleck zu hinterlassen, der bei mir eigentlich immer Standard ist, ganz egal, wie professionell da jemand in meiner Armbeuge hantiert.<\/p>\n<p>Ich musste an eine Klinik in Hamburg denken, zu der ich mal zur Blutabnahme geschickt wurde. Die machen quasi nichts anderes, das war Blutabnehmen im Akkord. Dementsprechend <em>guckte<\/em> die Dame auch nur auf meine Arme, tastete nicht mal, z\u00fcckte die Nadel und piekste mich blitzschnell und v\u00f6llig schmerzfrei. Ich brachte meine Freude und mein Erstaunen dar\u00fcber irgendwie verbal zum Ausdruck \u2013 und sie rollte nur mit den Augen, so nach dem Motto, pfft, das ist doch nix. Ich h\u00e4tte ihr gerne gesagt, doch, das ist ne Menge, jemandem keine Schmerzen zuf\u00fcgen zu m\u00fcssen und anscheinend echt gut im Job zu sein. Bis auf das Verhalten der Patientin gegen\u00fcber vielleicht, daran k\u00f6nnte man noch mal arbeiten. (Gibt es ein deutsches Wort f\u00fcr <em>bed-side manners<\/em>?)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Das Mehrfamilienhaus, in dem ich wohne, wird neu gestrichen. Daf\u00fcr begannen an Montag freundliche Herren, ein Ger\u00fcst aufzubauen, das bis gestern in den sechsten Stock wuchs. Ich war sehr \u00fcberrascht davon, wie schnell das ging. Und mir wurden immer Dinge aus dem Weg ger\u00e4umt, als ich mit dem Rad durch den Hof musste. Dankesch\u00f6n!<\/p>\n<p>Was ich am heimischen Schreibtisch in den letzten Tagen gelernt habe: EIN BOHRER IN DIE HAUSWAND IST ECHT LAUT! Und es ist komisch, wenn pl\u00f6tzlich jemand im f\u00fcnften Stock an deinem Fenster vorbeispaziert. Ich habe jetzt quasi ein doppeltes Fensterbrett, auf das seit heute nacht gar lauschig der Regen prasselt. Leider nicht so laut wie ich gehofft hatte; ich mag das Regenger\u00e4usch doch so gerne. <\/p>\n<p>Regen hei\u00dft aber auch: Ich muss die irre Spannung, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BjmFhoFDnri\/\">welche Farbe es denn nun wird<\/a>, noch ein paar Tage aushalten. Vermisse das Gelb jetzt schon.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nach dem Besuch bei der \u00c4rztin war ich wieder im Teahouse, um meine Nilgiri-Vorr\u00e4te aufzustocken. Die beiden T\u00fctchen vom Dallmayr und eben vom Teahouse waren l\u00e4ngst alle, weil ich das Zeug gef\u00fchlt eimerweise trinke. In den letzten Tagen hielt ich mich mit Earl Grey \u00fcber Wasser, aber gestern war die Zeit gekommen, erstmals in meinem Leben ein ganzes Pfund Tee zu kaufen. Keine kleinen T\u00fctchen mehr, nix da!<\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich auch eine gro\u00dfe Dose dazu haben, aber die freundliche Dame hinter der Theke meinte, gro\u00dfe Dosen w\u00e4ren nur dann gut, wenn der Tee nicht lose darin l\u00e4ge, sondern in einer T\u00fcte, die man verschlie\u00dfen k\u00f6nne. Sonst k\u00e4me ja immer noch Luft an den Tee und das sollte es ja m\u00f6glichst nicht. Gerade eine so gro\u00dfe Dose sei nicht empfehlenswert. Das fand ich nett, dass sie mir 20 Euro ausredete.<\/p>\n<p>Jetzt liegt mein <a href=\"https:\/\/www.teahouse.de\/Schwarzer-Tee\/Nilgiri-Suedindien\/KORAKUNDAH-BIO-FOP::225.html\">Korakundah<\/a> in einer schicken 100-g-Dose, die ich aus der gro\u00dfen T\u00fcte immer wieder auff\u00fclle. Die kleine Dose steht im Regal, wo sie h\u00fcbsch aussieht, die gro\u00dfe T\u00fcte liegt im Schrank in einer h\u00e4sslichen Plastikdose, die aber auch ihren Job macht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den Rest des Tages verbrachte ich am Schreibtisch mit der Grossberg-Diss. Die Verfasserin hatte einen anderen Ansatz als den, den ich ausarbeiten m\u00f6chte, insofern glaube ich, dass ich noch an ihre Arbeit anlegen kann. Sie hat die Bilder Grossbergs sehr ausf\u00fchrlich beschrieben und sie in Themengebiete zusammengefasst, ordnet sie aber \u00e4u\u00dferst sparsam in den historischen Kontext ein. Klar erw\u00e4hnt sie das Bauhaus, das Deutsche Reich in den 20ern, aber sp\u00e4testens ab den 30ern wird das sehr d\u00fcnn. Insofern ist genau meine Baustelle noch offen. Daher bin ich doch etwas zuversichtlicher als vorgestern, dass ich noch eine neue Forschungsleistung f\u00fcr Grossberg erbringen kann. Auch wenn sie viele Fragen schon beantwortet hat, die sich mir w\u00e4hrend meiner bisherigen Recherche gestellt haben.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ich suche meinen Gesamtverlauf des Browsers gerne einen Tag sp\u00e4ter nochmal durch, ob ich was Schickes gelesen habe, das ich euch hier weiterempfehlen m\u00f6chte. Gestern habe ich mich bis auf wenige Ausnahmen echt nur auf Seiten rumgetrieben, die was mit der Diss zu tun hatten: Bibliotheken, Archive, digitalisierte Zeitschriften, Auktionsh\u00e4user, Bilddatenbanken, die Wikipedia. Das hat mich dann doch selbst etwas \u00fcberrascht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends lecker Curry mit F., einen sehr wohlschmeckenden Perlwein vom neuen <a href=\"http:\/\/www.weingut-wechsler.de\/die-weine\/\">Lieblingsweingut<\/a> hinterher (zum Curry ging er leider nicht), auf den ich mich seit seiner Lieferung mittags gefreut hatte, gemeinsam eingeschlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens war mal wieder ein Blutbild f\u00e4llig. Zu meiner Haus\u00e4rztin gehe ich auch deshalb gerne, weil ihre Mitarbeiterinnen mit Spritzen umgehen k\u00f6nnen. 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