{"id":30871,"date":"2019-01-14T09:29:00","date_gmt":"2019-01-14T08:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=30871"},"modified":"2019-01-14T09:42:26","modified_gmt":"2019-01-14T08:42:26","slug":"was-schon-war-sonntag-13-januar-2019-kulturtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=30871","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Sonntag, 13. Januar 2019 \u2013 Kulturtag"},"content":{"rendered":"<p>Klingt beknackt, weil ich ja des \u00d6fteren Musik h\u00f6re und lese, aber gestern war das mal eine bewusste Entschleunigung \u2013 und auch eine bewusste Entscheidung daf\u00fcr, endlich mal keine Serienfolge zu gucken, die mir allm\u00e4hlich doch mehr Lebenszeit klauen als n\u00f6tig. Das sollen sie zwar, sie sind ja daf\u00fcr da, um mir die Zeit zu vertreiben, aber manchmal m\u00f6chte ich dann doch lieber etwas Neues selbst erleben oder erfahren oder mir erlesen, als mich berieseln zu lassen, auch wenn letzteres bequemer ist.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Morgens lag leider niemand neben mir, mit dem man in den Sonntag h\u00e4tte reingammeln k\u00f6nnen. Daher sa\u00df ich am Schreibtisch und guckte, was man so tun k\u00f6nne mit der Zeit. Plan Y war, mal wieder in die Kirche zu gehen, was ich hier selten schaffe, weil die Gottesdienste in meiner Kirche ernsthaft erst um 11 Uhr anfangen. Da esse ich doch schon zu Mittag! Das ist so eine dusselige Zeit, die den ganzen Vormittag zerrei\u00dft. Meinen jedenfalls. Also: Was hat M\u00fcnchen denn vielleicht als Alternative? Schnell man den <a href=\"https:\/\/www.muenchen.de\/veranstaltungen.html\">Veranstaltungskalender<\/a> angeklickt.<\/p>\n<p>Gleich der erste Eintrag, der etwas mit Musik zu tun hatte, war ein Volltreffer: ein Kammerkonzert am <a href=\"https:\/\/www.gaertnerplatztheater.de\/de\/start\/index.html\">G\u00e4rtnerplatztheater<\/a> um 11 (scheint eine beliebte Zeit zu sein). Warum Volltreffer? Weil neben einer <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=cE_DwO1k5VA\">Serenade<\/a> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ernst_von_Dohn%C3%A1nyi\">Ernst von Dohn\u00e1nyi<\/a> und einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=43rFaqlf-bk\">Klavierquartett<\/a> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anton%C3%ADn_Dvo%C5%99%C3%A1k\">Dvo\u0159\u00e1k<\/a> ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JbE8taIxchU\">Sextett f\u00fcr Fl\u00f6te, Oboe, Klarinette, zwei Fagotte und Klavier<\/a> gegeben wurde. Das sind zwar bis auf das Klavier alles Instrumente, die mir egal sind, aber es war von Bohuslav Martin\u016f, dem ich ja neuerdings v\u00f6llig verfallen bin.<\/p>\n<p>Online sah ich, dass noch drei Tickets f\u00fcr die kleine Veranstaltung verf\u00fcgbar waren; das Konzert fand nicht im gro\u00dfen Haus statt, sondern im Foyer in einem der R\u00e4nge, es schienen so um die 100 Pl\u00e4tze vorhanden zu sein. Einen davon klickte ich jetzt frohgemut an und wollte mich neu anmelden, als mir das System sagte, ich sei schon angemeldet. Da ich mein Passwort nicht wusste und ich damals bei der Anmeldung garantiert noch keine Passwortverwaltung benutzt hatte (wie jetzt brav seit L\u00e4ngerem, ich empfehle <a href=\"https:\/\/www.lastpass.com\/de\">LastPass<\/a>), bat ich um die Zusendung desselben, ahnte aber schon, dass das ewig dauern w\u00fcrde, da ist mein Server recht zickig.<\/p>\n<p>Ich kleines Clevere \u00f6ffnete also einen neuen Browser und wollte mich mit meiner Wegwerf-Mailadresse anmelden, aber w\u00e4hrend ich das tat, meldete das System, dass die Veranstaltung jetzt ausverkauft sei. Waaahh! Mein Martin\u016f!<\/p>\n<p>N\u00f6lig klickte ich wieder in den Veranstaltungskalender und fand einen sch\u00f6nen Plan B: Schubert im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herkulessaal\">Herkulessaal<\/a> der Residenz mit den <a href=\"https:\/\/b2b.muenchner-symphoniker.de\/\">M\u00fcnchner Symphonikern<\/a>, auch um 11. Der Saal lie\u00df sich zwar online \u00fcberhaupt nicht anklicken, aber ich war mir sicher, dass er mit seiner Gr\u00f6\u00dfe nicht ausverkauft sein werde. Ich quengelte F. per DM voll, woraufhin der Mann meinte, sein M\u00fctterchen ginge auch oft alleine und spontan in Konzerte und w\u00e4re noch nie drau\u00dfen geblieben \u2013\u00a0eine Karte gebe es immer.<\/p>\n<p>Und so stand ich um kurz nach 10, als die Tageskasse \u00f6ffnete, am G\u00e4rtnerplatz und fragte, ob es vielleicht noch ein K\u00e4rtchen g\u00e4be. Gab es. Angeblich die allerletzte. Sorry, Symphoniker! N\u00e4chstes Mal.<\/p>\n<p>Ich habe es sehr genossen, recht spontan Musik zu h\u00f6ren \u2013 und zu sehen. Mir ist erst bei dieser Veranstaltung mal wieder aufgefallen, woher der Name Kammerkonzert kommt \u2013 oder wie wir modern crazy people heute sagen: Wohnzimmerkonzert. Man spielt eben nicht vor 800 Leuten in einem Saal, sondern vor weitaus weniger Menschen in einer intimeren Atmosph\u00e4re. Es f\u00fchlte sich fast privat an, wir paar Hanseln und die zun\u00e4chst nur drei Musiker*innen auf der B\u00fchne. Das war schlicht sch\u00f6n, und ich habe mich zwei Stunden lang einfach dar\u00fcber gefreut, dass ich noch eine Karte bekommen hatte, meinen musikalischen Horizont erweitern konnte und mich begabte Menschen an ihrem Talent teilhaben lassen (f\u00fcr entspannte 18 Euro).<\/p>\n<p>Der von Dohn\u00e1nyi gefiel mir sehr gut; falls ihr keine Zeit f\u00fcr die ganze Serenade habt, h\u00f6rt mal in den 2. Satz sein, das ist sehr lauschig (ab 2:09), oder den 3., der ist \u00e4u\u00dferst unterhaltsam (ab 5:34). Den Martin\u016f h\u00f6ren wir uns nat\u00fcrlich alle komplett an, der dauert ja blo\u00df 20 Minuten. Der Dvo\u0159\u00e1k war dann ein sch\u00f6ner Rausschmei\u00dfer, wenn er mir auch fast ein wenig zu konventionell klang nach dem bluesigen Sextett (schon klar, fr\u00fcher komponiert, jaja).<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Zuhause klickte ich einfach mal wieder wild bei Spotify auf Martin\u016f und fand ein weiteres, gerade gut 20 Minuten langes St\u00fcck, was ich den Tag und Abend \u00fcber noch mehrfach h\u00f6rte, weil es mir so gut gefiel: sein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dRzKhk62BoM\">Rhapsody Concerto f\u00fcr Bratsche und Orchester<\/a> von 1952.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ansonsten las ich die <em>FAZ<\/em> von Freitag und Samstag, r\u00fchrte mal wieder eine Knoblauchmajo an, um Brot in sie zu stippen bzw. um sie \u00fcber Romanasalat zu sch\u00fctten, bereitete Kaffee in der French Press zu und zerdengelte sie mir beim Abwaschen, weswegen ich heute morgen den guten alten Porzellanfilter rausholte, um am Schreibtisch bei der Arbeit versorgt zu sein; das l\u00e4ngere Kaffeetrinken gestern statt Tee hatte mir gut gefallen. In diesem Zusammenhang: ein Hoch auf Thermoskannen!<\/p>\n<p>Au\u00dferdem las ich weiter in Stefan Zweigs <em>Welt von gestern<\/em> und freute mich unter anderem dar\u00fcber, wie er Rilke beim Kofferpacken <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/1084538080437194753\">beschrieb<\/a>.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ruhiger Tag. Sch\u00f6ner Tag. Hervorragend geschlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klingt beknackt, weil ich ja des \u00d6fteren Musik h\u00f6re und lese, aber gestern war das mal eine bewusste Entschleunigung \u2013 und auch eine bewusste Entscheidung daf\u00fcr, endlich mal keine Serienfolge zu gucken, die mir allm\u00e4hlich doch mehr Lebenszeit klauen als n\u00f6tig. 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