{"id":313,"date":"2003-10-22T16:07:31","date_gmt":"2003-10-22T15:07:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=313"},"modified":"2004-11-08T19:53:34","modified_gmt":"2004-11-08T18:53:34","slug":"wilbur-wants-to-kill-himself","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=313","title":{"rendered":"Wilbur wants to kill himself"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0329767\/\">Wilbur wants to kill himself<\/a><br \/>\n(DK\/UK, 2002)<\/p>\n<p>Darsteller: Jamie Sives, Adrian Rawlins, Shirley Henderson, Lisa McKinlay, Mads Mikkelsen, Julia Davis, Susan Vidler<br \/>\nMusik: Joachim Hilbek<br \/>\nKamera: J\u00f8rgen Johansson<br \/>\nDrehbuch: Anders Thomas Jensen &#038; Lone Scherfig<br \/>\nRegie: Lone Scherfig<\/em><\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne am Mensch-Sein ist das Unerwartete. Die Tatsache, dass wir uns und unsere Mit-Menschen immer noch \u00fcberraschen k\u00f6nnen. Mit einem Schritt, den uns niemand zugetraut hat. Mit einer Geste, die wir selbst nicht erwartet haben. Mit einem Happy End, an das wir selber nicht mehr geglaubt haben.<\/p>\n<p>Wilbur ist ein so ein Mensch. Er \u00fcberrascht uns damit, pl\u00f6tzlich ein Leben f\u00fchren zu wollen, denn seit wir ihn kennen, versucht er st\u00e4ndig, sich umzubringen. Das \u00e4ndert sich, als sein Bruder heiratet und er zu ihm und seiner Schw\u00e4gerin zieht. Und dadurch \u00e4ndert sich nicht nur Wilburs Leben, sondern auch das aller anderen Beteiligten in diesem Film.<\/p>\n<p><em>Wilbur wants to kill himself<\/em> h\u00f6rt sich f\u00fcrchterlich dramatisch an: Es geht um Selbstmord, Krankheiten, Geldsorgen, Einsamkeit. Es geht aber gleichzeitig auch um Hoffnung, Freude, Freundschaft, Liebe. Dass das eine anscheinend das andere bedingt. Und dass man sich nie mit dem einen zufrieden geben sollte.<\/p>\n<p>Der Film erz\u00e4hlt seine kleine Geschichte ganz unaufdringlich, mit sehr sparsamer Dramatik und wunderbaren Schauspielern. Keine Geste ist zuviel, keine Szene zu lang, kein Dialog zu gew\u00f6hnlich. Gerade die Dialoge sind erfrischend unkonventionell und bilden einen sch\u00f6nen Kontrast zum recht verstaubt wirkenden Set. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde niemand solche S\u00e4tze von sich geben, wie sie in <em>Wilbur<\/em> gesprochen werden. Aber vielleicht f\u00fchlt sich gerade deshalb der Film so ehrlich an. <\/p>\n<p>Manchmal w\u00fcnsche ich mir, dass die Menschen anders miteinander reden w\u00fcrden; offener, freier, ohne alles in Worth\u00fclsen zu verpacken. Das sieht auch der betreuende Arzt von Wilburs Suizid-Gruppe so und herrscht einen Patienten an: \u201eKeine Metaphern!\u201c, als dieser sich wieder einmal zu blumig zu seiner Einsamkeit \u00e4u\u00dfert. Und ebenso unpoetisch und dabei herrlich skurril beschreibt Wilbur seinem Bruder etwas unwillig seine Begegnung mit dem Tod. Anstatt gro\u00dfer Worte und philosophischen Erkl\u00e4rungsversuchen sagt er nur schlicht: \u201eEs ist dunkel und still. Ein bisschen wie Wales.\u201c<\/p>\n<p><em>Wilbur wants to kill himself<\/em> ist ein seltsamer Film. Menschen sterben oder sind schwer krank, wollen sich erh\u00e4ngen oder schneiden sich die Pulsadern auf, und trotzdem kommt man voller Hoffnung aus dem Kino. Voller Hoffnung, nein, voller Gewissheit darauf, dass noch etwas Unerwartetes passiert, das alles so zurechtr\u00fcckt, wie es sein soll. Oder dass uns ganz pl\u00f6tzlich ein Mensch \u00fcberrascht, an den wir gar nicht gedacht haben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wilbur wants to kill himself (DK\/UK, 2002) Darsteller: Jamie Sives, Adrian Rawlins, Shirley Henderson, Lisa McKinlay, Mads Mikkelsen, Julia Davis, Susan Vidler Musik: Joachim Hilbek Kamera: J\u00f8rgen Johansson Drehbuch: Anders Thomas Jensen &#038; Lone Scherfig Regie: Lone Scherfig Das Sch\u00f6ne am Mensch-Sein ist das Unerwartete. 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