{"id":32283,"date":"2019-07-07T08:18:24","date_gmt":"2019-07-07T07:18:24","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32283"},"modified":"2019-07-07T08:18:24","modified_gmt":"2019-07-07T07:18:24","slug":"links-von-sonntag-7-juli-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32283","title":{"rendered":"Links von Sonntag, 7. Juli 2019"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.republik.ch\/2019\/07\/06\/krieg-im-kopf\">Krieg im Kopf<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die <em>Republik<\/em> \u00fcber die kontinierliche Bedrohung von rechts, die in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten kleingeredet oder ignoriert wird, via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FJ_Murau\/status\/1147377305486073856\">Nils Markwardt<\/a>. Wie <a href=\"https:\/\/twitter.com\/mediumflow\/status\/1147554074549731328\">twitterte<\/a> Holger Schulze gestern so passend: \u201eWas h\u00e4tte der deutsche Staat &#038; seine Polizei wohl getan, h\u00e4tten sie in den 1970er Jahren 60.000 Schuss Munition &#038; Todeslisten mit 25.000 Personen bei Sympathisanten oder Mitgliedern der RAF gefunden? \u2013\u00a0Eben. V\u00f6llige Ignoranz \u2013 wenn nicht sogar klammheimliche Kollaboration?\u201c<\/p>\n<p>Im Artikel geht es nicht nur um L\u00fcbcke, sondern es werden noch weitere F\u00e4lle von rechtsextremen Morden aufgelistet \u2013 und ich muss gestehen, an einige kann ich mich nicht erinnern bzw. ich bin mir nicht sicher, jemals von ihnen geh\u00f6rt zu haben.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSie alle scheinen aus dem kollektiven Ged\u00e4chtnis der heutigen Bundes\u00adrepublik weitestgehend getilgt zu sein.<\/p>\n<p>Das hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass sich der Rechts\u00adterrorismus strategisch stets von seinen links\u00adextremistischen oder islamistischen Pendants unterschied. Im Gegensatz zu Letzteren verwendete man von rechts\u00adextremer Seite n\u00e4mlich selten Bekenner\u00adschreiben und handelte gerade nicht im medien\u00adwirksamen Sinne der \u00abPropaganda der Tat\u00bb. Im Gegenteil: Der rechts\u00adextremistische Terror sollte seit je weniger \u00fcber einen unmittelbar-kollektiven Schock funktionieren, sondern sein Gift langsam, aber daf\u00fcr umso entschiedener verbreiten. All jene, die sich im buchst\u00e4blichen Faden\u00adkreuz von Neonazis befanden, sollten ahnen, dass sie die N\u00e4chsten sein k\u00f6nnten \u2013 und entsprechend eingesch\u00fcchtert werden. Dies hatte aus rechts\u00adextremistischer Sicht auch den Vorteil, dass die halb\u00adklandestinen Netzwerke, von denen der Neonazi\u00adterror zumeist getragen und unterst\u00fctzt wird, von den Beh\u00f6rden schwieriger in den Blick zu nehmen sind.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt somit zu den Paradoxien der Ideen\u00adgeschichte, dass gerade Rechts\u00adextreme die Strategie des \u00abf\u00fchrerlosen Wider\u00adstands\u00bb (leaderless resistance) kultiviert haben.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Es geht au\u00dferdem um die Ideologie, die hinter rechtem Gedankengut steckt \u2013 oder dem Fehlen derselben:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eBesass schon der historische Faschismus nur ein Mindest\u00admass an theoretischen Grundlagen, meist in Form einer gleicher\u00admassen militanten wie diffusen Mischung aus F\u00fchrer\u00adkult, Antisemitismus und Rassismus, gilt dies ebenfalls f\u00fcr den Neonazismus. Beide besitzen philosophisch kaum ernsthafte Quellen und verf\u00fcgen \u00fcber keine eigenst\u00e4ndige Ethik, sondern funktionieren fast ausschliesslich \u00fcber die permanente Produktion von Feind\u00adbildern. Und bei beiden wird der Mangel an Theorie mit dem Zwang zur paramilit\u00e4rischen Dauer\u00admobilisierung kompensiert.<\/p>\n<p>Der Faschismus, ob alt oder neu, ist deshalb stets eine buchst\u00e4bliche Bewegung, eine stetig nach vorne st\u00fcrzende Aggression. Oder genauer gesagt: Er ist stets auf dem Sprung in Krieg und Katastrophe.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Besch\u00e4mt sei, wer jetzt an Trump denkt.<\/p>\n<p>Im neuen <em>Spiegel<\/em> steht \u00fcbrigens ein in Strecken irritierendes Interview mit Egon Krenz, der brav die Legende aufrecht erh\u00e4lt, dass es in der DDR keine Nazis mehr gegeben habe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5171.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"806\" class=\"alignnone size-full wp-image-32289\" srcset=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5171.jpg 500w, https:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5171-496x800.jpg 496w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Auch hier f\u00e4llt mir noch ein <a href=\"https:\/\/twitter.com\/vicari\/status\/1147182934241304580\">Tweet<\/a> ein, dieses Mal von Jakob Vicari, \u00fcber den ich sehr lachen musste. Auf dem <em>Spiegel<\/em>-Titel ist Carola Rackete abgebildet: \u201eZum ersten Mal eine Frau auf dem @DerSPIEGEL Cover die nicht Angela Merkel ist oder R\u00fccken hat.\u201c<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/2019\/07\/05\/in-abendgarderobe-malende-kuenstlerinnen-auf-instagram\/\">in abendgarderobe malende k\u00fcnstlerinnen auf instagram<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Katia Kelm, K\u00fcnstlerin, guckt sich K\u00fcnstlerinneninszenierungen auf Insta an.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eheutzutage ist anf\u00e4ngerin-sein ja auch viel einfacher als fr\u00fcher. man kuckt ein paar clips auf youtube und, peng, ist man profi (so hat mein sohn abitur gemacht). oder auf instagram. dort kann man malerei sehen, die noch feucht auf der staffelei steht. man bekommt einblicke in fremde ateliers, welche farben, pinsel und verd\u00fcnner die leute benutzen und ob sie die leinw\u00e4nde auf keilrahmen spannen oder lose an die wand tackern. zugegeben, bei instagram geht es vorderg\u00fcndig nicht so sehr um die vermittlung von inhalten, aber ich als bildprofi kann die auch aus abbildungen herauslesen.<\/p>\n<p>und bei diesem herauslesen stosse ich auf manche kuriosit\u00e4ten. in letzter zeit zum beispiel vermehrt auf leute, die vor dem malen ihre besten klamotten anziehen. eine verkaufte ihr outfit sogar anschliessend in auflage: \u201eshirt $325, skirt $295\u201c. und ein paar tage sp\u00e4ter postete sie dann noch ein workoutfoto in eben diesem 325$-shirt und 295$-skirt UND weissen lackschuhen!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich folge neuerdings vielen Interieur-Hashtags und dort f\u00e4llt mir ebenfalls immer mehr das Inszenatorische auf. Ja, ich wei\u00df, keine irre neue Erkenntnis, denn nat\u00fcrlich geh\u00f6rt das zu einer Bilderplattform, dass wir uns ab und zu M\u00fche geben, mal einen Filter nutzen und auch ich meist erst das dritte Bild meines Abendessens poste und nicht gleich das erste. Eine Ausnahme ist die Kaltmamsell, die UNS ALLE mit ihren Glastellern irritiert, auf denen Mahlzeiten immer so aussehen als w\u00fcrden sie auf der Tischplatte serviert \u2013 besonders apart, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/BwKeGZ0HAz2\/\">wenn&#8217;s Sauce gibt<\/a> \u2013, aber ich ahne inzwischen, dass sie das mit voller Absicht macht, weil sie wei\u00df, dass wir irritiert sind.<\/p>\n<p>Bei den Interieur-Hasis ist die Inszenierung teilweise so irrwitzig, dass die Wohnungen so aussehen, als w\u00fcrde dort nie jemand leben; ein Ikea-Showroom ist bewohnter als diese Bilder. Einer meiner Lieblingsposts war von einer Dame, die ihre K\u00fcche instagrammte mit der Bildunterschrift im Sinne von \u201eIch hatte gehofft, ich w\u00fcrde in einer neuen K\u00fcche lieber kochen als vorher, aber nee.\u201c Die also offensichtlich als jemand, die nicht gerne kocht, tausende von Euro in eine K\u00fcche investiert hat, weil sie gut aussieht. Und eine andere nennt ihren ganzen Account sogar \u201eWohnkulisse\u201c, was eine darstellende Funktion schon impliziert. Immerhin ehrlich, aber vermutlich nicht ganz so entlarvend gewollt.<\/p>\n<p>Instagram ist sehr spannend f\u00fcr die Bildwissenschaft. Muss weiter seltsamen Hashtags folgen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nypl.org\/blog\/2019\/06\/25\/when-they-see-us-researching-story-exonerated-five-and-beyond-new-york-public?utm_medium=referral&#038;utm_source=twitter.com&#038;utm_campaign=SocialFlow\">&#8216;When They See Us&#8217;: Researching the Story of the Exonerated 5 and Beyond at The New York Public Library<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00fcndigung meines Netflix-Accounts hat immerhin sieben Wochen gedauert. Dann wollte ich aber doch <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/When_They_See_Us\">When They See Us<\/a><\/em> sehen, und daf\u00fcr hat sich das Wiederkommen sehr gelohnt. Die alten Einlog-Daten funktionieren \u00fcbrigens, man wird freundlich wiederbegr\u00fc\u00dft, als ob man nur mal kurz spazieren war.<\/p>\n<p>Die New York Public Library <a href=\"https:\/\/twitter.com\/nypl\/status\/1147525883193937922\">twitterte<\/a> gestern, wie man die Historie des rassistischen US-Justizsystems mit ihren Best\u00e4nden erforschen k\u00f6nne. Darin enthalten ist nat\u00fcrlich auch die ber\u00fcchtigte Anzeige Trumps, der f\u00fcr die unschuldigen Teenager die Todesstrafe forderte.<\/p>\n<p>(Via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/textundblog\">Markus Trapp<\/a>)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Als Rausschmei\u00dfer ein kleiner <a href=\"https:\/\/twitter.com\/annieminoff\/status\/1147610078868123649\">Twitter-Thread<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.wnycstudios.org\/podcasts\/undiscovered\">Annie Minoff<\/a>, der so beginnt:<\/p>\n<p>\u201eDid you know there is a legit particle accelerator in the basement of the Louvre museum!? I heard about this a few years ago, and have been dying to see it ever since. <\/p>\n<p>Well mes amis, yesterday I DID!\u201c<\/p>\n<p>(via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/einbacker\/status\/1147739085659869184\">Gerriet Backer<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krieg im Kopf Die Republik \u00fcber die kontinierliche Bedrohung von rechts, die in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten kleingeredet oder ignoriert wird, via Nils Markwardt. 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