{"id":32350,"date":"2019-07-15T08:42:12","date_gmt":"2019-07-15T07:42:12","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32350"},"modified":"2019-07-15T08:42:12","modified_gmt":"2019-07-15T07:42:12","slug":"was-schon-war-samstag-sonntag-13-14-juli-2019-wellness","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32350","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Samstag\/Sonntag, 13.\/14. Juli 2019 \u2013 Wellness"},"content":{"rendered":"<p>Gemeinsam aufgewacht.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Rosinensemmeln vom B\u00e4cker geholt auf dem Weg von F. zu mir. Daran musste ich mich erst gew\u00f6hnen, dass die norddeutschen Rosinenbr\u00f6tchen etwas anderes sind als die s\u00fcddeutschen Rosinensemmeln. Die Br\u00f6tchen sind, soweit ich wei\u00df, ich habe sie noch nie selbst gebacken, Milchbr\u00f6tchenteig, eventuell Hefe? Die Rosinensemmeln sind schwerer und kommen mir fast wie Quarkteig vor. Ich hatte noch etwas Lemon Curd \u00fcbrig, und damit waren sowohl Fr\u00fchst\u00fcck als auch Mittagessen erledigt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nachmittags den totalen Putzflash bekommen. Ja, Wohnungsputz ist nicht unbedingt etwas, was ich dauernd auf die \u201eWas sch\u00f6n war\u201c-Liste setzen w\u00fcrde, aber das Gef\u00fchl, damit fertig zu sein und eine saubere Wohnung zu haben, auf jeden Fall. Eigentlich wollte ich nur das Bad machen, der Rest war irgendwie noch ertr\u00e4glich, aber hey, wenn man den Staubsauger schon mal in der Hand hat?<\/p>\n<p>Mir fiel mal wieder auf, dass ich lieber alles am St\u00fcck erledige als hier ein bisschen, da ein bisschen rumzupuscheln. Ich hatte mir vor ewigen Zeiten mal einen Putzplan in diesem Interweb runtergeladen, der einem das t\u00e4gliche Ordnunghalten erleichtern sollte. Anscheinend bin ich schon ordentlich genug, denn ich muss nicht daran erinnert werden, den Herd nach dem Kochen zu putzen oder die Arbeitsfl\u00e4che von Kr\u00fcmeln zu reinigen. Der Plan schl\u00e4gt allerdings auch vor, jeden Tag ein Zimmer in Ordnung zu bringen, damit es eben nicht so ein Berg ist, den man erledigen muss. Das hat bei mir nie funktioniert \u2013 wenn ich das Schlafzimmer saugen und staubwischen kann, dann mache ich das im Arbeitszimmer auch gleich. Ich will vor allem gar nicht jeden Tag putzen \u2013 ich finde, einmal in der Woche am St\u00fcck deutlich angenehmer als st\u00e4ndig irgendwas machen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Daran musste ich denken, als ich Samstag einen Artikel aus der <em>New York Times<\/em> las und vertwitterte: <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/guides\/well\/how-to-be-happy\">How to Be Happy<\/a>. Der Artikel ist nicht so esoterisch oder albern wie man glauben mag, da sind ein paar sch\u00f6ne Dinge dabei, und manche praktiziere ich schon l\u00e4nger. Zum Beispiel, zu mir und meinem K\u00f6rper nett zu sein und ihn nicht dauernd auszuschimpfen. Der Tipp steht, glaube ich, in jedem Nicht-Di\u00e4t-Ratgeber: W\u00fcrdest du \u00fcber den K\u00f6rper deiner Freundin so herziehen? Nein? Dann lass das auch bei deinem eigenen sein.<\/p>\n<p>Die Idee, die eigene Geschichte aus einer anderen Perspektive aufzuschreiben, um Dinge im Kopf klarzukriegen, fand ich spannend, das probiere ich aus. Und auch die Idee, ab und zu im Gr\u00fcnen spazierenzugehen, gef\u00e4llt mir immer besser. Auch wenn spazierengehen seit Weihnachten immer schwerer f\u00e4llt \u2013 seit ungef\u00e4hr sechs, sieben Monaten merke ich, dass ich rechts deutlich mehr humpele als fr\u00fcher. Wenn ich barfu\u00df in meiner Wohnung unterwegs bin, ist das seltsamerweise einfacher als drau\u00dfen mit Schuhen. Denke jetzt \u00fcber Barfu\u00dfschuhe nach. Oder werde einfach nur noch radeln.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Wie ich Samstag twitterte: Wenn mir jemand vor sechs Wochen erz\u00e4hlt h\u00e4tte, wie oft ich einfach nur stumm auf meine Balkonblumen gucke, sei es aus dem K\u00fcchenfenster, vom Schreibtisch aus oder morgens und\/oder abends beim Gie\u00dfen und Ausputzen \u2013 ich h\u00e4tte ihn f\u00fcr bescheuert erkl\u00e4rt. Ich h\u00e4tte nie gedacht, wie sehr diese kleinen bunten Billogew\u00e4chse mich gl\u00fccklich machen und wie sehr ich kurz runterkomme. Au\u00dferdem habe ich mich selten so n\u00fctzlich gef\u00fchlt wie in den Momenten, in denen Bienen und Hummeln bei mir zu Gast sind. Das war gut ausgegebenes Geld. <\/p>\n<p>Apropos Geld, noch ein Tipp aus dem Artikel: \u201eSpend money on experiences, not things.\u201c Ja. Auch das war f\u00fcr mich \u00fcberraschend, wie viel mir die Urlaube mit F. bedeuten, wie sehr es mir gut tut, aus dem Alltag rauszukommen. Ich empfinde meine Tage meist nicht als anstrengend, aber wenn ich sie bewusst anders verbringe, merke ich schon, dass ich ruhiger werde. F. geht es genauso, was mich sehr freut, und deswegen g\u00f6nnen wir uns demn\u00e4chst mal wieder ein kurzes Wochenende au\u00dferhalb von M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Putzen: Ein Tipp aus dem Artikel ist vermutlich nichts f\u00fcr mich, aber ich gebe den mal weiter: \u201eDo any task that can be finished in one minute.\u201c Also: schreib die eine E-Mail, die du seit Tagen vor dir herschiebst. R\u00e4um die M\u00fcslischale vom Fr\u00fchst\u00fcck in den Geschirrsp\u00fcler. Leg zwei Shirts zusammen. Warum das nichts f\u00fcr mich ist, habe ich oben anklingen lassen: Wenn ich eh schon am Geschirrsp\u00fcler stehe, kann ich ihn auch ganz einr\u00e4umen. Wenn ich zwei Shirts falte, kann ich auch zehn falten. Und so weiter. Aber die Grundidee ist gut: Man kriegt Dinge gebacken und es bleiben immer weniger davon \u00fcbrig.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Den Rest des Samstags eine gnadenlose Sofakartoffel gewesen, vier <em>FAZ<\/em> nachgelesen und <em>Lost<\/em> nebenbei laufen lassen. #rewatch<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ab und zu entspannt auf dem Sofa im Arbeitszimmer gesessen und \u00fcber den Balkon ins Gr\u00fcne geguckt bzw. dort dem Regen zugeschaut. Mein Lieblingsger\u00e4usch ist Regen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends die restliche Salsiccia <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/Bz3XcmFIh-x\/\">verbraucht<\/a> und mit einer sch\u00f6nen Tomate, gr\u00fcnen Bohnen und Kartoffeln in der Pfanne angebraten.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Sonntag ohne Wecker aufgewacht. Zwar alleine, aber das ist auch in Ordnung. Ich genie\u00dfe mein Schlafzimmer auch nach mehreren Monaten sehr im Unterschied zum bl\u00f6den Schlafsofa vorher. Noch eine Anmerkung aus dem NYT-Artikel: das Bett zu machen, ist morgens ein kleines Erfolgserlebnis und abends kommt man in eine angenehme Atmosph\u00e4re und an einen aufger\u00e4umten Ort. Meine Rede.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ein neues, aber eigentlich altes <a href=\"https:\/\/www.herrgruenkocht.de\/franzoesisches-baguette-selber-backen\/\">Baguetterezept<\/a> ausprobiert. Das sah irgendwie seltsam und nicht besonders appetitlich aus, als es aus dem Ofen kam, aber es musste noch ausk\u00fchlen, bevor ich es anschneiden und mich vergewissern konnte, dass es vermutlich misslungen war. Traurig geworden, auch aus anderen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Aber dann nicht muffig auf dem Sofa versackt, sondern mir vom MVV-Radroutenplaner eine winzige Tour erstellen lassen. Ich wollte es nicht gleich \u00fcbertreiben und dachte, so zehn, f\u00fcnfzehn Kilometer sollte ich hinkriegen. Ja, ich wei\u00df, f\u00fcr viele von euch ist das der t\u00e4gliche Arbeitsweg per Rad. F\u00fcr mich nicht, sowohl Uni als auch ZI sind nur gut ein kleines Kilometerchen von mir weg. Und F. wohnt noch n\u00e4her an mir dran. Daher radele ich selten l\u00e4ngere Strecken.<\/p>\n<p>Die App verwirrte mich allerdings sehr, die Sprachf\u00fchrung klappte aus unerfindlichen Gr\u00fcnden nicht, die ersten acht Kilometer war ich quasi nur damit besch\u00e4ftigt, rechts ranzufahren und zu gucken, wo ich lang musste, denn ich wusste es schlicht nicht und hatte darauf gehofft, dass die App mir das sagt. Die sagte mir aber nur, dass ich gerade von der Route abwich, aber nicht, wie ich wieder zur\u00fcckk\u00e4me. Ausgeschaltet, auf Google Maps das Ziel gesucht und dann irgendwie nach Gef\u00fchl gefahren. Ab da an war es deutlich entspannter.<\/p>\n<p>Wobei ich zugeben muss: Generell scheint das zu funktionieren. Ich hatte nicht \u201eschnellste Route\u201c, sondern \u201egr\u00fcne Route\u201c eingegeben, weil ich endlich mal ein paar sch\u00f6ne Wege in M\u00fcnchen kennenlernen wollte. Die f\u00fchrten mich zwar zun\u00e4chst weiter an fiesen vierspurigen Stra\u00dfen entlang, aber immerhin waren da die Radwege ausreichend breit und sogar asphaltiert anstatt wie manchmal aus br\u00f6ckeligen Gehwegplatten, die von Wurzeln untergraben sind, zu bestehen. Irgendwann war ich dann sogar in einer Fahrradstra\u00dfe, und so f\u00fchlt sich Radfahren vermutlich in den Niederlanden an: nur Radler*innen unterwegs, mit Kinderanh\u00e4nger oder ohne, alle im entspannten Tempo, ab und zu auch Fu\u00dfg\u00e4nger, die aber wussten, dass sie aus dem Weg gehen konnten, und kein einziges Auto auf mehreren Kilometern. Herrlich. <\/p>\n<p>Ich war bei bedecktem Wetter losgefahren und hatte mich nicht eingecremt, auch die Sonnenbrille hatte ich zuhause gelassen. Stattdessen lag die Regenjacke im Korb auf dem Gep\u00e4cktr\u00e4ger, wor\u00fcber ich mit den unbeschatteten Augen rollte, als die Sonne sch\u00f6n rauskam, aber als es zu nieseln begann, hatte ich \u00fcberhaupt keine Lust anzuhalten, es war gerade so nett! Ich hatte auch keine Lust zu fotografieren, um ordentlich bei Insta belegen zu k\u00f6nnen, dass ich vor der T\u00fcr war, selbst nicht als ich \u00fcber eine \u00e4u\u00dferst malerische Br\u00fccke radelte, die \u00fcber ein arg fotogenes B\u00e4chlein f\u00fchrte. Ich wollte blo\u00df fahren. Und das tat ich dann.<\/p>\n<p>Am Ziel wollte ich eigentlich mein Rad kurz anschlie\u00dfen und ein bisschen spazierengehen, aber es regnete weiterhin und ich war gerade so sch\u00f6n im Schwung, dass ich einfach weiterfuhr und mir den Weg wieder nach Hause suchte. Nach anderthalb Stunden war ich wieder daheim, verschwitzt und nassgeregnet und vermutlich mit Sonnenbrand und heute tun mir erwartungsgem\u00e4\u00df ein bisschen die Knie weh, aber das war alles egal. Es war herrlich.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Und dann schmeckte das h\u00e4ssliche Baguette sogar!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Als Rausschmei\u00dfer etwas, das nicht ganz so sch\u00f6n war, aber das hier ist ja mein Blog und kein Werbetext, da darf die Copy auch ruhig mal \u00fcberhaupt nicht mehr zur \u00dcberschrift passen. Eine Nachricht meiner Zyklus-App: \u201eCycle Day 87, 53 days late.\u201c Und das muss ich jetzt wieder auf Null stellen. Mist.<\/p>\n<p>(Die S\u00e4tze tippte ich gestern abend und jetzt beim Dr\u00fcberlesen sieht es eventuell so aus, als w\u00e4re ich schwanger gewesen. \u00c4h. NEIN. Es ist die andere M\u00f6glichkeit, wenn die Tage l\u00e4nger wegbleiben und ich begr\u00fc\u00dfe sie mit offenen Armen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam aufgewacht. &#8212; Rosinensemmeln vom B\u00e4cker geholt auf dem Weg von F. zu mir. Daran musste ich mich erst gew\u00f6hnen, dass die norddeutschen Rosinenbr\u00f6tchen etwas anderes sind als die s\u00fcddeutschen Rosinensemmeln. Die Br\u00f6tchen sind, soweit ich wei\u00df, ich habe sie noch nie selbst gebacken, Milchbr\u00f6tchenteig, eventuell Hefe? 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