{"id":32384,"date":"2019-07-18T08:09:29","date_gmt":"2019-07-18T07:09:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32384"},"modified":"2019-07-18T08:13:37","modified_gmt":"2019-07-18T07:13:37","slug":"tagebuch-mittwoch-17-juli-2019-tippeditipp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=32384","title":{"rendered":"Tagebuch Mittwoch, 17. Juli 2019 \u2013\u00a0Tippeditipp"},"content":{"rendered":"<p>Schreibtischtag, unterbrochen von Besorgungen zur Mittagspause und der \u00fcblichen Episode <em>Masterchef Australia<\/em>. Nur noch drei Folgen!<\/p>\n<p>Ich habe gestern die bisherigen ersten beiden Kapitel nochmal komplett \u00fcberarbeitet. Das erste Kapitel geht von 1887 bis 1925, also von der Zeit von Protzens Geburt in Pommern, Schul- und Lehrzeit in Leipzsch, seiner Zeit als Modezeichner in Paris und als Zivilgefangener auf Korsika bis zu seinem Abschluss an der Akademie der bildenden K\u00fcnste hier in M\u00fcnchen. Ich ahne, dass ich das noch unterteilen werde, aber momentan wei\u00df ich noch nicht genau, wo oder wie. Das zweite Kapitel, das bisher l\u00e4ngste, geht von 1926 bis einschlie\u00dflich 1933; ich mache also keinen Schnitt zwischen der Weimarer Republik und der NS-Zeit, denn das hat die b\u00fcrgerlich akzeptierte Kunst auch nicht gemacht. Heute beginne ich mit dem mit Abstand wichtigsten Kapitel: 1934 bis 1940, denn in dieser Zeit hat der Mann die Gem\u00e4lde der Reichsautobahn produziert, die Dreh- und Angelpunkt meiner ganzen Dissertation sind. Und dazu noch ungef\u00e4hr 200 andere Bilder, die ich vermutlich auch in Teilen erw\u00e4hnen werde.<\/p>\n<p>Wenn ich mir angucke, wie lange ich an den ersten Kapiteln (plus angerissener Quellenlage und Forschungsstand) gesessen habe, n\u00e4mlich seit Anfang M\u00e4rz, rechne ich optimistisch mit zwei bis drei Monaten Schreibzeit f\u00fcr diesen Textblock. Wenn alle Archive ge\u00f6ffnet sind, ich immer reinkann und mir vielleicht noch nebenbei ein paar Quellen in den Scho\u00df fallen. Vielleicht kann ich den Protzen-Teil dann sogar bis Ende dieses Jahres abschlie\u00dfen und mich 2020 um die Aufarbeitung systemkonformer Kunst im NS in der Bundesrepublik k\u00fcmmern, was der zweite Teil der Arbeit sein wird. Die interne Deadline September 2020, das Ende meiner Studienzeit, steht noch!<\/p>\n<p>Bei der gestrigen \u00dcberarbeitung habe ich zum ersten Mal einen Modus gefunden, wie die Kapitel keine reine Aufz\u00e4hlung von Daten und Bildernamen sein k\u00f6nnten, sondern wie ich ein Narrativ entwickele, das (hoffentlich) durch die gesamte Arbeit tr\u00e4gt. Das f\u00fchlte sich exorbitant gut an, und ich habe bis fast 20 Uhr am Rechner gesessen, denn wir wissen ja alle: never leave a hot keyboard. Mit diversen Streichungen, aber gleichzeitig noch vielen Anmerkungen im Text (CHECKEN! KUNSTARCHIV? STADTMUSEUM! LENBACHHAUS!) bin ich jetzt bei 68 Seiten Text aka 122.000 Zeichen aka meiner Master-Arbeit. UND ICH BIN ERST BEI 1933! *wimmer*, aber ein irre motiviertes und deutlich optimistischeres *wimmer* als noch vor wenigen Wochen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Zum Mittach gab&#8217;s wieder Ottolenghi, den <a href=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=12603\">herrlichen scharfen Tofu<\/a>, vermutlich mein Lieblingsrezept von ihm, gestern schwarz wie die Nacht (das ist die Sauce!). Weil gestern die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SofaMiri\/status\/1151594206219161600\">Frage<\/a> nach dem Berg an Knoblauch kam, der laut Rezept rein soll: Das passt schon, die Sojasauce kleistert eh alles zu. Bei der Butter darf man aber gerne sparen, da nehme ich nie die angegebene Menge.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_5235.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"483\" class=\"alignnone size-full wp-image-32389\" \/><\/p>\n<p>Das h\u00e4uft sich neuerdings, dass Leute \u00fcber mich und Otti twittern. Ich f\u00fchle mich geschmeichelt.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Ich besitze 2 Ottolenghi-Kochb\u00fccher. Sie stehen gut sichtbar im Regal. Aber es muss immer erst <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener?ref_src=twsrc%5Etfw\">@ankegroener<\/a> in meiner TL vorbeikommen, eh ich mir eins rausnehme und ein Rezept daraus koche \ud83d\ude0b <a href=\"https:\/\/t.co\/4jPllfYC2q\">pic.twitter.com\/4jPllfYC2q<\/a><\/p>\n<p>&mdash; SofaMiri (@SofaMiri) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SofaMiri\/status\/1151503971481280514?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 17, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Und ich dachte immer, die w\u00e4ren alle ganz einfach, weil <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener?ref_src=twsrc%5Etfw\">@ankegroener<\/a> die so einfach aussehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&mdash; sowieso (@rotesnichts) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/rotesnichts\/status\/1150479963914743815?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 14, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2019\/07\/16\/world\/europe\/notre-dame.html\">Notre-Dame came far closer to collapsing than people knew. This is how it was saved.<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfartiges St\u00fcck der <em>New York Times<\/em>: sinnvoll bebildert, gut grafisch aufgemacht, sehr verst\u00e4ndlich. Zwischendurch ne Runde Pathos, aber das ist bei Kathedralen in Ordnung. Ich erinnerte mich beim Lesen an meine Furcht, als ich die Flammen im Nordturm sah. Ich wusste nicht, wie gef\u00e4hrlich sie waren.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAbout 7:50, almost an hour into the fight, a deafening blast engulfed her. It was, she said, like \u201ca giant bulldozer dropping dozens of stones into a dumpster.\u201d The 750-ton spire of the cathedral, wrought of heavy oak and lead, had collapsed. The blast was so powerful it slammed all the doors of the cathedral shut. The showering debris broke several stone vaults of the nave. Corporal Chudzinski and other firefighters happened to be behind a wall when a fireball hurtled through the attic. It probably saved them. \u201cI felt useless, ridiculously small,\u201d she said. \u201cI was just powerless.\u201d [&#8230;]<\/p>\n<p>Before the blast, Corporal Chudzinski and her colleagues had made a critical observation: The flames were endangering the northern tower. The realization would change the course of the fight. Inside that tower, eight giant bells hung precariously on wooden beams that were threatening to burn. If the beams collapsed, firefighters feared, the falling bells could act like wrecking balls and destroy the tower. If the northern tower fell, firefighters believed, it could bring down the south tower, and the cathedral with it.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/edition.faz.net\/\/faz-edition\/feuilleton\/2019-07-17\/6414086a2c373bf7512287560eac0e68\/?popup=user.lf-ns\">Wegbereiter des Judenhasses<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die <em>FAZ<\/em> sehr informativ und einordnend \u00fcber den BDS.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAusgeblendet bleibt in der Debatte die geopolitische und historische Dimension des Konflikts. Dass es im Nahen Osten, anders als der BDS nahelegt, nicht Gut (Pal\u00e4stina) und B\u00f6se (Israel) gibt, ist schon deshalb so, weil in den Konflikt die Interessen einer Reihe von arabischen Staaten hineinspielen, von denen einige Israel (und die Juden) ganz offiziell vernichten wollen.<\/p>\n<p>Angesichts des eliminatorischen Eifers, mit dem der BDS den pal\u00e4stinensischen Befreiungskampf feiert und daf\u00fcr, wie die BDS-Aktivistin Jasbir Puar, selbst Terror meint rechtfertigen zu m\u00fcssen, ist an einige historische Tatsachen zu erinnern: etwa, dass der Zionismus keine Entscheidung aus freien St\u00fccken war, sondern die Reaktion auf Pogrome gegen Juden in aller Welt; dass der pal\u00e4stinensische Gro\u00dfmufti Jerusalems mit dem NS-Staat kollaborierte, was der Jerusalem-Ausstellung am J\u00fcdischen Museum keinen Hinweis wert war; dass der auf den UN-Teilungsplan zur\u00fcckgehenden israelischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung noch am selben Tag die Kriegserkl\u00e4rung von sechs arabischen Staaten folgte; dass die Aggression vor dem Sechs-Tage-Krieg nicht von Israel, sondern von \u00c4gypten ausging; dass die pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge von 1948 in den arabischen Staaten nicht etwa bereitwillig empfangen wurden, sondern teils bis heute in Fl\u00fcchtlingslagern unter beklagenswerten Umst\u00e4nden leben; dass die Terrororganisation Hamas, mit der die BDS-Bewegung offen sympathisiert, jede ernsthafte Friedensverhandlung als sinnloses Geschw\u00e4tz abtut. Und warum st\u00f6rt sich der BDS eigentlich nicht an der s\u00fcdlichen Blockade des Gazastreifens durch \u00c4gypten?<\/p>\n<p>Das alles entwaffnet nicht Kritik an der israelischen Besatzungs- und Siedlungspolitik und dem nationalistischen Kurs der aktuellen Regierung. Aber von ernstzunehmender Kritik ist zu erwarten, dass sie den Blick nach beiden Seiten richtet.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schreibtischtag, unterbrochen von Besorgungen zur Mittagspause und der \u00fcblichen Episode Masterchef Australia. Nur noch drei Folgen! Ich habe gestern die bisherigen ersten beiden Kapitel nochmal komplett \u00fcberarbeitet. 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