{"id":35810,"date":"2021-01-03T10:19:11","date_gmt":"2021-01-03T09:19:11","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=35810"},"modified":"2021-01-03T12:13:27","modified_gmt":"2021-01-03T11:13:27","slug":"tagebuch-samstag-2-januar-2021-someone-something-yourself","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=35810","title":{"rendered":"Tagebuch Samstag, 2. Januar 2021 \u2013 Someone, something, yourself"},"content":{"rendered":"<p>Die NY Times beginnt gerade eine siebent\u00e4gige Serie, in der sie uns dazu auffordert, gute Eigenschaften, die wir uns w\u00e4hrend der Pandemie (bzw., ich erg\u00e4nze, ihrer Anfangszeit, wir sind ja noch mittendrin) angew\u00f6hnt haben, beizubehalten. Der erste Tipp war: Dankbarkeit zeigen.<\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr mich kein ganz neuer Gedanke. Als es mir vor Jahren schlechter ging, Umzug, Trennung, was wei\u00df ich noch, begann ich hier im Blog die Rubrik \u201eWas sch\u00f6n war\u201c, um mich selbst daran zu erinnern, dass ich zwar gerade in einem Loch sitze, mich da aber auch wieder herausbuddeln kann anstatt immer tiefer einzugraben. Vorsicht, traurig sein ist etwas anderes als depressiv zu sein, daher stolperte ich auch \u00fcber einige Formulierungen im <a href=\"http:\/\/For a Healthier 2021, Keep the Best Habits of a Very Bad Year\">Artikel zur Serie<\/a>, in dem stand: \u201eNumerous studies show that people who have a daily gratitude practice, in which they consciously count their blessings, tend to be happier, have lower stress levels, sleep better and are less likely to experience depression.\u201c Ich bin mir nicht sicher, ob Bloggen \u00fcber gute Dinge wirklich davor bewahrt, depressive Sch\u00fcbe zu haben, aber schaden kann es sehr sicher nicht.<\/p>\n<p>Der Artikel schl\u00e4gt verschiedene Taktiken vor: Mails oder Briefe an Menschen schreiben, denen man f\u00fcr irgendwas dankbar ist \u2013 die muss man nicht abschicken, aber man sollte seine Gedanken verschriftlichen. Das kann das M\u00fctterlein sein, das einen finanziell unterst\u00fctzt (ich habe diese Dankbarkeit auf einer Weihnachtskarte notiert, die ich auch abgeschickte) oder die Verk\u00e4uferin beim B\u00e4cker, die heute besonders freundlich war, oder der Mensch auf Twitter, der einen durch ein niedliche-Tiere-Video kurz hat l\u00e4cheln lassen, was auch immer.<\/p>\n<p>Eine Idee war, sich gleich auf drei Items zu konzentrieren, denen man dankbar ist: Someone, something, yourself. Denn das vergessen manche von uns auch gerne: sich selbst f\u00fcr etwas zu danken, auf sich selbst stolz zu sein, froh dar\u00fcber zu sein, dass man sich hat. Musste ich auch erst lernen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nicht wieder jeden Blogeintrag mit \u201eWas sch\u00f6n war\u201c \u00fcbertiteln, aber gestern passte das gut, weil ich gef\u00fchlt gar nichts gemacht habe, aber dann doch so viel, was sch\u00f6n war. Also: Was sch\u00f6n war, Sonntag, 2. Januar 2021, was gleichzeitig eine \u00dcbung in Dankbarkeit ist.<\/p>\n<p><strong>Zum ersten Mal ein neues Jahresdatum getippt.<\/strong> F. hatte gestern einen guten Gedanken: Er meinte, auch wenn alle sagen, 2021 ist erstmal wie 2020, die Grundsitation hat sich ja nicht ge\u00e4ndert, h\u00e4tte es f\u00fcr ihn doch einen psychologischen Effekt, eine neue Jahreszahl zu schreiben. 2020 war ein Jahr, in dem er konstant daran erinnert wurde, was gerade NICHT geht oder ging: die letzten vier Beethoven-Sinfonien der Wiener Philharmoniker, die im M\u00e4rz abgesagt wurden. Wir hatten Karten f\u00fcr die Fu\u00dfball-EM der M\u00e4nner, er w\u00e4re in Budapest und Dublin gewesen, nach Dublin w\u00e4re ich mitgekommen, wir wollten am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bloomsday\">Bloomsday<\/a> dort sein. Er hatte sich auf Wacken und Rage against the machine in Wien gefreut, auch nach Wien w\u00e4re ich mitgekommen, wobei mein Plan statt Musik eher rumliegen und Torte essen gewesen w\u00e4re, das geht in Wien ganz hervorragend. 2021 ist noch ein unbeschriebenes Blatt. Wir haben noch keine Termine, keinen gebuchten Urlaub, einzig eine Konzertkarte f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.bellarte-muenchen.de\/Konzerte\/i\/Igor-Levit-\/804\">Igor Levit im April<\/a> liegt hier rum, aber wir gehen jetzt schon davon aus, dass das Konzert verschoben wird. 2021 ist anders anstrengend als 2020 und vielleicht ein bisschen weniger, ich zitiere seine DM: \u201eDie Leere f\u00fchlt sich nicht mehr wie ein Verlust an, sie ist halt einfach.\u201c<\/p>\n<p>Ich bin dankbar daf\u00fcr, einen schlauen Herrn an meiner Seite zu haben.<\/p>\n<p><strong>Einen Roggensauerteig in die Welt gesetzt.<\/strong> Heute ist erstmals Backtag mit dem neuen Wunderwerk. Als F. unser Silvestermen\u00fc aus der Innenstadt abholte, brachte er mir gleichzeitig aus der <a href=\"https:\/\/www.knappundwenig.de\/\">Hofbr\u00e4uhaus-Kunstm\u00fchle<\/a> sieben Kilo Mehl mit, ich habe nun erstmals Roggenvollkornmehl im Haus und noch drei andere Sorten, die ich vorher nicht besa\u00df. Daraus w\u00e4chst seit Tagen ein Sauerteig vor sich hin, und heute werde ich erstmals ein Roggenbrot ansetzen. Der Teig hei\u00dft Rosinante, wei Roggenbrot, RO, gell? F\u00fcr den Weizensauerteig, den ich auch noch ansetze, fiel mir als erstes der Name Wehner ein, warum auch immer, also wird er so hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Ich bin dankbar daf\u00fcr, dass mir Blogleser:innen B\u00fccher schenken, unter anderem eins \u00fcber Sauerteig.<\/p>\n<p><strong>Lieblings-Fr\u00fchlingszwiebelfladen gemacht.<\/strong> Beim letzten Einkauf clevererweise an Fr\u00fchlingszwiebeln gedacht, daraus wird immer einmal <a href=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=12603\">Ottolenghis scharfer Tofu<\/a> und einmal die <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28969\">Fladen<\/a>. Ich glaube, das sind meine am h\u00e4ufigsten zubereiteten Gerichte, die schmecken einfach immer und immer wieder.<\/p>\n<p>Ich bin immer noch und jeden Tag und wirklich wirklich wirklich dankbar f\u00fcr mein Foodcoaching im Jahr 2009 und meine nicht aufh\u00f6rende Neugier auf Essen und Kochen, was jahrzehntelang f\u00fcr mich ein Trauerspiel, mit Angst besetzt und ein Weg zum K\u00f6rperhass war. Es ist so gro\u00dfartig, einfach essen zu k\u00f6nnen. Deswegen gab es abends noch ein paar kleine Blueberry-Pancakes, ich esse gerade meine Gefrierf\u00e4cher leer. (TK-Blaubeeren, Rest kommt heute ins M\u00fcsli. Oder mir f\u00e4llt noch ein Kuchen ein, der dringend gebacken werden muss.)<\/p>\n<p><strong>Sport gemacht.<\/strong> Gestern war wieder die Cardio-Einheit dran, die ernsthaft anstrengt, weil sie viele Bewegungen erfordert, die mein Wackelf\u00fc\u00dfchen sowie meine Pudding\u00e4rmchen nicht so gern m\u00f6gen. Es ist die einzige \u00dcbungseinheit, bei der ich schon zwei, drei Stunden sp\u00e4ter sp\u00fcre, dass ich was getan habe, es zieht hinten in den Oberarmen und hinten an den Oberschenkeln. Und genau das mag ich so gerne: meinen K\u00f6rper als etwas Aktives zu sp\u00fcren, als etwas, das etwas geleistet, geschafft hat. Wie eben schon angedeutet, war ich jahrzehntelang damit besch\u00e4ftigt, meinen K\u00f6rper zu hassen und ihn zu beschimpfen, weil er nicht dieser einen, winzigen akzeptierten Norm entspricht, die ich nicht mal selbst definiert habe, was f\u00fcr ein Schei\u00df! Dass ich meinen K\u00f6rper inzwischen als etwas wahrnehme, das mir gef\u00e4llt, das kr\u00e4ftig ist (im Rahmen meiner dieses Mal selbst gesetzten Ma\u00dfst\u00e4be), dass er mich tr\u00e4gt und sch\u00fctzt und er ein tolles Gehirn hat, das Doktortitel ausbr\u00fcten kann, daf\u00fcr bin ich \u00e4hnlich dankbar wie f\u00fcr die Lust am Essen, denn damit hatte ich schlicht nicht mehr gerechnet.<\/p>\n<p>Weiteres Tagwerk: Ein schlaues Buch weitergelesen und dankbar f\u00fcr den Input gewesen. Wieder mit der ersten Staffel des \u201eMandalorians\u201c angefangen, weil Baby Yoda gro\u00dfartig und niedlich und lustig ist; dankbar f\u00fcr hervorragendes Timing und gute Skripte von irgendwas, wo \u201eStar Wars\u201c draufsteht, gewesen, das ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Dankbar f\u00fcr Sofa, Tee, mein Bett und ein Dach \u00fcber dem Kopf gewesen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/stil\/design-homeoffice-teewagen-trends-2020-1.5161180?reduced=true\">Tischlein roll dich<\/a><\/strong>. Ein Artikel in der SZ \u00fcber den neuen, alten Trend Teew\u00e4gen. Ich kann euch leider gerade keinen Absatz daraus kopieren, weil ich mein w\u00f6chentliches Kontingent an Umsonst-Artikeln erreicht habe, aber das las ich gestern gern. Manchmal dankbar f\u00fcr Paywalls, bei denen ich selten auf Abonnieren klicke, sondern achselzuckend denke, dann eben nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NY Times beginnt gerade eine siebent\u00e4gige Serie, in der sie uns dazu auffordert, gute Eigenschaften, die wir uns w\u00e4hrend der Pandemie (bzw., ich erg\u00e4nze, ihrer Anfangszeit, wir sind ja noch mittendrin) angew\u00f6hnt haben, beizubehalten. Der erste Tipp war: Dankbarkeit zeigen. 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