{"id":4383,"date":"2009-05-10T09:03:45","date_gmt":"2009-05-10T07:03:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=4383"},"modified":"2009-05-10T09:03:45","modified_gmt":"2009-05-10T07:03:45","slug":"star-trek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=4383","title":{"rendered":"Star Trek"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/star_trek.jpg\" alt=\"\" title=\"star_trek\" width=\"380\" height=\"563\" class=\"alignnone size-full wp-image-4385\" \/><br \/>\n\u00a9 Paramount<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0796366\/\">Star Trek<\/a> (USA\/D 2009, 126 min)<\/p>\n<p>Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Eric Bana, Bruce Greenwood, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Leonard Nimoy, Winona Ryder<br \/>\nMusik: Michael Giacchino<br \/>\nKamera: Daniel Mindel<br \/>\nDrehbuch: Roberto Orci &#038; Alex Kurtzman nach den Figuren von Gene Roddenberry<br \/>\nRegie: J. J. Abrams<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.apple.com\/trailers\/paramount\/startrek\/\">Trailer<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.startrekmovie.com\/\">Offizielle Seite<\/a><\/em><\/p>\n<p>Ich bin nicht unbedingt ein <em>Star-Trek<\/em>-Fan. Stammleser werden jetzt kurz verst\u00e4ndnislos die Stirn runzeln \u2013 ich meine, <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=2155\">hallo<\/a>? \u2013, aber es stimmt: Die klassische <em>Raumschiff-Enterprise<\/em>-Serie aus den 60ern fand ich als Kind sehr lustig, aber als Erwachsene irgendwie &#8230; hm. Klar waren die Tribbles putzig, aber das ewige Paschagrinsen von Kirk ging mir genauso auf den Keks wie das seltsame Technikgestotter von Scotty. Erst als <em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Star_Trek:_The_Next_Generation\">The Next Generation<\/a><\/em> sich aufmachte, <em>boldly<\/em> dahin zu gehen, wo noch nie jemand zuvor <em>boldly<\/em> hingegangen war, habe ich mein Herz an die Sternenflotte verloren. <em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Star_Trek:_Deep_Space_Nine\">Deep Space Nine<\/a><\/em> war genauso gro\u00dfartig, <em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Star_Trek:_Voyager\">Voyager<\/a><\/em> nicht mehr ganz so, aber immer noch gut genug, um alle Folgen zu gucken \u2013 und <em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Star_Trek:_Enterprise\">Enterprise<\/a><\/em> hat mich dann wieder nicht mehr die Bohne interessiert. Eben wie die alten Folgen. Daher war ich mir nicht sicher, ob mir <em>Star Trek<\/em>, der sich mit der ersten Begegnung von Kirk und Spock besch\u00e4ftigt, gefallen w\u00fcrde. Die Sorge h\u00e4tte ich mir sparen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Film macht n\u00e4mlich alles richtig, was er h\u00e4tte falsch machen k\u00f6nnen. Zum Beispiel wurde nicht etwa die fiese Plastikbr\u00fccke aus der TV-Serie nachgebaut, sondern die Setdesigner haben sich das Beste rausgepickt und es behutsam in die Neuzeit versetzt. Die T\u00fcren der Enterprise sind immer noch eckig und sie machen die gleichen Ger\u00e4usche, der <em>captain&#8217;s chair<\/em> sieht immer noch unbequem aus, und Uhura hat immer noch ihr silbernes Kn\u00f6pfchen am \u00d6hrchen, aber die Ausstatter haben es wirklich hingekriegt, dass man sich an Bord sofort wie zuhause f\u00fchlt, ohne dass man erst \u00fcberall den Staub runterpusten muss.<\/p>\n<p>Und was mit dem Design klappt, funktioniert auch mit den Charakteren: Kirk ist der holden Weiblichkeit immer noch nicht abgeneigt, schleimt aber nicht mehr ganz so rum \u2013 und wenn, holt er sich im wahrsten Sinne des Wortes eine blutige Nase. Pille \u2013 oder Bones, wie der Mann im Original hei\u00dft \u2013 ist immer noch konstant n\u00f6lig und quengelt rum, dass sich niemand an seine Anweisungen h\u00e4lt, darf aber weitaus mehr machen als der Original-Doc, der f\u00fcr mich immer eher Staffage war. Genau wie Sulu und Chekov, die ich in der Serie meist als Multikultistichwortgeber, aber nie als ernsthafte Crewmitglieder gesehen habe. Ganz anders hier: Beide haben ihre Aufgabe, und abgesehen von kleinen, lustigen Schwierigkeiten \u2013 der Bordcomputer verweigert Chekov wegen seines schweren Akzents zun\u00e4chst die Autorisation \u2013 bew\u00e4ltigen sie alle konsequent und selbstbewusst, behalten aber beide ihren Nerdcharme bei, den sie im Original hatten. <\/p>\n<p>Die Hauptfigur ist aber Spock. Nicht nur in der Zeit, in der die anderen sich befinden, sondern, wie wir in Laufe des Films erfahren, auch noch in der Zukunft, die jetzt \u00fcber die Gegenwart hineinbricht \u2013\u00a0in Form eines romulanischen Kriegsschiff mit einem sehr schlecht gelaunten Captain. Da ich im Vorfeld nichts, aber auch gar nichts \u00fcber diesen Film wissen wollte, durfte ich hier erfreut Eric Bana erblicken, den ich gar nicht im Weltraum erwartet hatte. Er will die Vernichtung seines Planeten r\u00e4chen, wof\u00fcr er durch die Zeit reisen muss. Logisch, denn sonst h\u00e4tten wir auch weitaus weniger <em>special effects<\/em> gehabt, die uns schwarze L\u00f6cher bieten, kollidierende Raumschiffe, rasante Warpspr\u00fcnge und die \u00fcblichen Explosionen an Bord, bei denen alle durch die Luft fliegen, was seit Jahrzehnten <em>Star-Trek<\/em>-Fans die immer gleiche Frage stellen l\u00e4sst: Wieso tragt ihr keine Sicherheitsgurte, verdammt?<\/p>\n<p><em>Star Trek<\/em> hat eine relativ klassische Story, die weniger von ihrem Verlauf lebt als von den alten, neuen Figuren. Man muss seinen TV-Helden nicht dabei zusehen, wie sie zehn Jahre \u00e4lter geworden sind und sich nochmal in die Uniformen quetschen. Stattdessen sehen wir eine junge Crew, die ihre Figuren intuitiv so spielt, als seien sie die Originale, ohne sie zu kopieren. Das Praktische an <em>Star Trek<\/em> \u2013 und einer der Gr\u00fcnde, warum der Film funktioniert \u2013 ist die Tatsache, dass die ganzen Millionen von Serienfolgen, die wir kennen, noch gar nicht passiert sind. Der Film kann sich daher einige Freiheiten nehmen, aber trotzdem sch\u00f6n bei der Vorlage bleiben. Und diese Balance tut dem Sujet nicht nur sehr gut, sie macht vor allem unglaublich Spa\u00df.<\/p>\n<p>Chris Pine verk\u00f6rpert den Bauchentscheider Kirk selbstbewusst, aber nicht arrogant, und hat in Zachary Quinto einen grandiosen Gegenspieler. Quinto kriegt es hin, Spock eine glaubhafte Jugendlichkeit zu geben, die ich mir kaum habe vorstellen k\u00f6nnen. Gerade Spock war f\u00fcr mich immer sehr zeitlos und durch seine Emotionslosigkeit seltsam altersweise \u2013\u00a0und hier darf er zweifeln, aufbrausen, brillant sein und eben Spock sein. Wie man ihn kennt und doch ganz anders. Der Rest der Crew ist genauso: Jede Rolle l\u00e4sst die Vorlage erkennen, f\u00fcgt ihr aber noch einen wichtigen Rest an Pers\u00f6nlichkeit und Hintergrundgeschichte dazu, so dass man das Original noch im Hinterkopf hat, die neue Figur sich aber unaufdringlich davorschiebt.<\/p>\n<p>Und das ist das Tolle an diesem <em>Star-Trek<\/em>-Film: Ich behaupte, in den kann man auch als absoluter Nicht-Trekkie gehen. Den kann man unterhaltsam finden, ohne eine einzige Folge <em>Raumschiff Enterprise<\/em> gesehen zu haben. Die Hauptfiguren Kirk und Spock, der vulkanische Gru\u00df und generell die Idee, dass es anscheinend ein Raumschiff gibt, das Enterprise hei\u00dft, all das ist meiner Meinung nach schon so in unserer Popkultur verankert, dass jeder mit diesen Begriffen etwas anfangen kann. Und mehr braucht man als Grundwissen nicht, um diesem unterhaltsamen, bunten Film folgen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Klar gibt es Gags, die mehr Spa\u00df machen, wenn man ein bisschen ferngesehen hat. Jedes \u201e<em>fascinating<\/em>\u201c von Spock klingt besser, wenn man wei\u00df, wann er es einsetzt. Bones&#8217; Anraunzer in Richtung Chekov \u2013 &#8220;I&#8217;m a doctor, not a physicist&#8221; \u2013 ist auch so lustig, ist aber noch lustiger, wenn man wei\u00df, dass der Doc diesen Satz so ungef\u00e4hr jede dritte Folge in diversen Varianten losgelassen hat. Und wenn drei Leute auf eine Au\u00dfenmission gehen und <em>nat\u00fcrlich<\/em> der Typ in der roten Uniform dran glauben muss \u2013 geschenkt. <\/p>\n<p><em>Star Trek<\/em> ist ein kurzweiliges, gut gelauntes, aber nie bl\u00f6delwitziges Weltraumabenteuer geworden. Es ehrt seine Wurzeln, bleibt ihnen aber nicht sklavisch verhaftet. Es verzichtet auf gro\u00dfe Botschaften, sondern will ganz einfach unterhalten. Selbst die Vater-Sohn-Geschichte \u2013 Kirk tritt in sehr gro\u00dfe Fu\u00dfstapfen \u2013 rei\u00dft sich ziemlich zusammen und ist eher Ausl\u00f6ser als Pointe. Und auch der seelische Ballast, den Spock mit sich herumtr\u00e4gt, macht den Film nicht z\u00e4h und \u00fcberfrachtet, sondern treibt ihn sinnvoll voran. Dazu hat <em>Star Trek<\/em> ein straffes Tempo, ist aber nie so hektischbunt, dass man sich w\u00fcnscht, mal wieder von Warp in die normale Reisegeschwindigkeit zu d\u00fcrfen. Einziges Manko (Achtung, Seifenkiste) sind nat\u00fcrlich wie immer die Frauenfiguren. Dadurch, dass sich der Film eben an der alten Crew orientiert, geh\u00f6rt nur Uhura zur engen Br\u00fcckenbesatzung. Und w\u00e4hrend die Jungs sich im F\u00fcnf-Minuten-Takt die Br\u00fccke und den Titel <em>acting captain<\/em> \u00fcberlassen, wenn sie auf eine Au\u00dfenmission gehen oder auch nur mal aufs Klo, darf Uhura nie auf den Kapit\u00e4nsstuhl, was mich ein bisschen ge\u00e4rgert hat. Au\u00dferdem sind die Kost\u00fcme ebenfalls klassisch: Die Jungs tragen ihre bequemen Schlafanz\u00fcge und die M\u00e4dels die Minikleider mit den hohen Stiefeln. Nunja. Hier h\u00e4tte ich mir ebenfalls ein bisschen mehr Moderne gew\u00fcnscht, aber man kann ja nicht alles haben. Denn mehr habe ich wirklich nicht zu beanstanden. Gute Unterhaltung eben. Mehr nicht. Aber f\u00fcr einen <em>Star-Trek<\/em>-Film, den auch Nicht-Trekkies genie\u00dfen k\u00f6nnen, finde ich das schon eine ganze Menge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9 Paramount Star Trek (USA\/D 2009, 126 min) Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Eric Bana, Bruce Greenwood, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Leonard Nimoy, Winona Ryder Musik: Michael Giacchino Kamera: Daniel Mindel Drehbuch: Roberto Orci &#038; Alex Kurtzman nach den Figuren von Gene Roddenberry Regie: J. J. 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