{"id":440,"date":"2004-12-07T08:07:55","date_gmt":"2004-12-07T07:07:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=440"},"modified":"2004-12-07T08:12:29","modified_gmt":"2004-12-07T07:12:29","slug":"love-to-hate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=440","title":{"rendered":"Love to hate"},"content":{"rendered":"<p>Der <em>Guardian<\/em> l\u00e4sst seine Kritiker auf die (angeblichen) Meisterwerke aus Musik und Film los. Jeder hat einen Klassiker, den er todlangweilig findet, und eine Band, die gro\u00dfartig sein soll, die man selbst aber absolut nicht ertragen kann. Sch\u00f6ne, \u00e4tzende Artikel. Hier \u00fcber die besten (?) Bands der Welt: <em><a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/arts\/features\/story\/0,11710,1365982,00.html\">Don&#8217;t believe the hype<\/a><\/em>.<\/p>\n<blockquote><p><em>Neil Young<\/em><br \/>\nLike the poor and Pauline Fowler, Neil Young is always with us, a reminder of the drearier things of life. Venerated by paunchy Mojo-reading types, Young \u2013 whose reedy voice is the exact timbre of a continental dial tone \u2013 has changed neither his riffs nor his plaid shirt since he left Buffalo Springfield in 1968. Forever droning on about a mythical, moral America, Young has even-handedly bored three generations equally thoroughly, and unleashed some unspeakable musical atrocities. His last record, <em>Greendale<\/em>, was a concept album apparently scripted by William McGonagall, the anti-communist dirge <em>Rockin&#8217; In The Free World<\/em> remains one of the direst songs ever penned, and so relentlessly maudlin is Young that poor, impressionable Kurt Cobain quoted him in his suicide note. The apologists who boast that Neil Young has &#8220;never sold out&#8221; forget the main reason things don&#8217;t sell out: people don&#8217;t want to buy them.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und hier die besten (?) Filme: <a href=\"http:\/\/film.guardian.co.uk\/features\/featurepages\/0,4120,1365902,00.html\"><em>No more heroes<\/em><\/a>.<\/p>\n<blockquote><p><em>Lost In Translation<\/em><br \/>\nDescribed as &#8220;laugh out loud&#8221; but more swear out loud, <em>Lost In Translation<\/em> stars Bill Murray as a movie star in Tokyo shooting a whisky advert and Scarlett Johansson as Charlotte, who&#8217;s doing nothing but mope about in her underwear exuding existential ennui. Unless you count a feeble string of anti-Japanese jokes (&#8220;Loger Moore&#8221;? We&#8217;re meant to laugh out loud at &#8220;Loger Moore&#8221;?), <em>Lost In Translation<\/em>&#8216;s mood is dictated by its wan, overbearing trip-hop soundtrack. These characters aren&#8217;t culturally adrift, they&#8217;re spoiled, bored, rich, utterly unsympathetic Americans. Murray&#8217;s Bob scoffs jadedly that he&#8217;s earning $2m for doing an advert &#8220;when I could be doing a play somewhere&#8221;. Charlotte, pastily vapid, is in Japan because she had &#8220;nothing else to do&#8221;. What sort of predicament is this? The aching poignancy of a freebie? Mopey, self-pitying drivel.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich habe mir mal die <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/chart\/top\">Top 250<\/a> der imdb vorgenommen und oute ein paar meiner Hassfilme bzw. die Klassiker, die mir total egal sind.<\/p>\n<p>Ganz oben: <em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0034583\/\">Casablanca<\/a><\/em>. Ich fand Humphrey Bogart noch nie sexy, noch nie verf\u00fchrerisch, noch nie toll. Gerade in <em>Casablanca<\/em> ist er f\u00fcr mich der Anti-Mann schlechthin: kalt, abweisend, ich wei\u00df schon, was gut f\u00fcr dich ist, Kleines. Gut, dass die wundersch\u00f6ne Ingrid Bergman ins Flugzeug steigt. Alles ist besser als mit einem Nussknacker zusammenzusein, der f\u00fcr Kuss-Szenen auf Kisten klettern muss.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0081398\/\"><em>Raging Bull<\/em><\/a>. Mir egal, wieviele Kilos sich de Niro f\u00fcr den Film angefressen hat \u2013 ich fand ihn schrecklich langweilig. Mag auch sein, dass ich einfach auf die Macho-Italo-Nummer nicht so stehe, die sich durch fast alle Scorsese-Filme zieht. Aber hier fand ich sie besonders nervig.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0062622\/\">2001 \u2013 A Space Odyssey<\/a><\/em>. Okay, den fand ich nicht wirklich schlecht. Ich liebe die Kulissen, die Klamotten, die Musik und die ganzen Zeitlupenaufnahmen sowieso, und HAL ist der gemeinste B\u00f6sewicht ever. Seit <em>2001<\/em> sehe ich meine Elektroger\u00e4te mit anderen Augen an, genau wie ich nach <em>Jaws<\/em> wochenlang nicht baden wollte. Aber wieso muss bei Kubrick immer alles so elend lange dauern, und wieso musste ich bei <em>2001<\/em> das Buch lesen, um den Film zu verstehen?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0112573\/\"><em>Braveheart<\/em><\/a>. F\u00fcnfmal angefangen, nie zuende gesehen. Wo ich doch seit <em>Lord of the Rings<\/em> so auf Schwerter stehe. Aber den Film schaffe ich einfach nicht.<\/p>\n<p>Mit den meisten anderen Filmen auf der Liste kann ich leben, so ich sie gesehen habe, oder ich kann sie zumindestens ignorieren. Ich frage mich nur gerade: Was macht einen guten Film so gut? Welche Filme faszinieren auch noch 20, 30, 40 Jahre, nachdem sie in die Kinos gekommen sind? Dass ich <em>Star Wars<\/em> f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften M\u00fcll seit grauem Recyclingpapier halte, wei\u00df der Stammleser ja, trotzdem gelten die Filme als Meilenstein der Popkultur. Nur warum, will sich mir partout nicht erschlie\u00dfen. Muss ich den Film als Meisterwerk ansehen, weil er es geschafft hat, das Western-Genre in den Weltraum zu verlegen oder weil die Special Effects damals gro\u00dfartig waren? Das waren sie in <em>Tron<\/em> auch, und der hat keine so entr\u00fcckte Fangemeinde wie <em>Star Wars<\/em> geschweige denn f\u00fcnf \u00fcberfl\u00fcssige Sequels, Prequels, Schmiekwels. Wieso muss ich \u00fcberhaupt erst solche Einschr\u00e4nkungen machen wie \u201eNaja, damals war das aber ganz toll, heute sieht das zwar affig aus mit den brummenden Laserschwertern und dem Ranzpelz Chewbacca, aber damals war das eben irre geil.\u201c Wenn der Film so gro\u00dfartig ist, dann muss er doch auch ohne diese Einschr\u00e4nkung gro\u00dfartig sein, oder nicht?<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach macht einen guten Film aus, dass er eine Geschichte erz\u00e4hlt, die universell verstanden wird und die auch noch Jahre sp\u00e4ter relevant ist. Deswegen finde ich Filme wie <em>The Shawshank Redemption<\/em>, <em>Citizen Kane<\/em> oder <em>Schindler&#8217;s List<\/em> gut, weil sie einen ewig g\u00fcltigen Standpunkt vertreten bzw. ein Thema haben, das nicht aus der Mode kommen wird. Und so gerne ich die <em>Lord of the Rings<\/em>-Trilogie mag \u2013 ich denke, sie wird nicht unbedingt in W\u00fcrde altern. Schon in zehn Jahren werden wir uns fragen, wo der Witz bei ihnen ist. So wie wir heute schon \u00fcber <em>Titanic<\/em> den Kopf sch\u00fctteln, den ich, ehrlich gesagt, immer noch mag, von dem ich aber wei\u00df, dass er blo\u00df eine elaborierte Liebesschnulze mit einem sinkenden Schiff aus dem Rechner ist.<\/p>\n<p>Aber eigentlich ist es auch egal, welche Klassiker man nun mag und welche nicht. Jeder rezipiert Filme anders; manche achten darauf, nur in Arthaus-Produktionen zu gehen, um ja nicht mit der Masse zu schwimmen (habe ich jahrelang gemacht \u2013 <em>Dirty Dancing<\/em> habe ich zehn Jahre zu sp\u00e4t geguckt). Andere gucken nur ihre Lieblingsschauspieler an und interessieren sich nicht f\u00fcr den gesamten Rest des Programms. Und wieder andere suchen einfach nach einer Story, die interessant klingt. Und so wird wahrscheinlich auch jeder von uns seine ganz pers\u00f6nlichen Klassiker haben, auch wenn sie nicht in irgendwelchen Top-100-Listen auftauchen. Welchen Film guckst du immer wieder und warum?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Guardian l\u00e4sst seine Kritiker auf die (angeblichen) Meisterwerke aus Musik und Film los. Jeder hat einen Klassiker, den er todlangweilig findet, und eine Band, die gro\u00dfartig sein soll, die man selbst aber absolut nicht ertragen kann. Sch\u00f6ne, \u00e4tzende Artikel. Hier \u00fcber die besten (?) Bands der Welt: Don&#8217;t believe the hype. 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