{"id":444,"date":"2004-12-07T10:40:41","date_gmt":"2004-12-07T09:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=444"},"modified":"2004-12-07T10:44:13","modified_gmt":"2004-12-07T09:44:13","slug":"kauf-mich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=444","title":{"rendered":"Kauf mich"},"content":{"rendered":"<p><em>Bestseller<\/em>, das Magazin von <em>HORIZONT<\/em>, schreibt in seiner neuesten Ausgabe \u00fcber Business- bzw. PR-Blogs, allerdings nur aus den USA. Neben dem \u00fcblichen Blabla, wie toll Weblogs doch als virales Marketing-Instrument sind, erw\u00e4hnt <em>Bestseller<\/em> auch die Kampagnen, die in die Hose gegangen sind, wie z.B. das falsche Blog von <a href=\"http:\/\/drpepper.com\/dp\/html\/index.html\">Dr. Pepper<\/a> (Herr Hebig <a href=\"http:\/\/www.hebig.com\/archives\/000916.shtml\">berichtete<\/a>) oder den neuesten <a href=\"http:\/\/news.agendainc.com\/mt-agenda\/content\/archives\/2004\/11\/blog_withdrawn.html\">Fake<\/a>, den sich Mazda geleistet hat. Im Oktober hatte die Firma auf bloggger.com ein Blog gestartet, auf dem es nur zwei Eintr\u00e4ge gab \u2013 und die waren ganz tolle Autowerbespots. Die Blogosph\u00e4re war not amused und zitiert Mazda seitdem sch\u00f6n als <a href=\"http:\/\/businesslogs.com\/scenarios\/mazdas_blogging_mishap.php\">Negativbeispiel<\/a>. (Wobei ich mich gerade frage, ob nicht auch schlechte Publicity immerhin Publicity ist.)<\/p>\n<p>Im Artikel wird auch der Milchproduktehersteller <a href=\"http:\/\/www.stonyfield.com\/\">Stonyfield<\/a> erw\u00e4hnt, der den Begriff \u201eWeblog\u201c zwar etwas anders interpretiert, als die Weblogbedeutungsmafia es gerne h\u00e4tte \u2013 &#8220;WHAT IS A BLOG? An online, on-going chat. A chance for you to look inside Stonyfield and get to know us, and us to know you.&#8221; \u2013, aber die Sache immerhin ernst nimmt. Stonyfield bietet gleich vier <a href=\"http:\/\/www.stonyfield.com\/weblog\/\">Weblogs<\/a> an, die jeweils ein anderes Thema zum Schwerpunkt haben, z.B. wie machen wir unsere Jogurts, was passiert auf unseren Milchfarmen etc.<\/p>\n<p>Weiterhin geht der Artikel auf das f\u00fcr den \u201eNormalblogger\u201c sicherlich spannendste Thema an: Was darf ich \u00fcber meine Firma schreiben und was eben nicht? Es besteht ein Unterschied zwischen Bloggern, die im Auftrag eines Unternehmes schreiben und denen, die zwar einen Job haben, aber laut Schweigeklausel im Vertrag lieber nichts dar\u00fcber erz\u00e4hlen sollten. F\u00e4lle von K\u00fcndigungen sind bekannt, wie zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.wired.com\/news\/culture\/0,1284,65912,00.html\">dieser Artikel<\/a> aus der <em>WIRED<\/em> berichtet (via <a href=\"http:\/\/blog.schockwellenreiter.de\/7016\">Schockwellenreiter<\/a>). Dann lieber gleich unter dem Schutzm\u00e4ntelchen des eigenen Konzerns bloggen, wie die Microserfs bei <a href=\"http:\/\/blogs.msdn.com\/\">Bill Gates<\/a>. Aber auch hier ist sicherlich eine gewisse Zur\u00fcckhaltung n\u00f6tig oder wenigstens eine <em>blogging policy<\/em>, wie sie zum Beispiel Charlene Li <a href=\"http:\/\/forrester.typepad.com\/charleneli\/2004\/11\/blogging_policy.html\">vorschl\u00e4gt<\/a>.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich bin immer noch etwas zwiegespalten, was das PR-Bloggen angeht. Ich wei\u00df nicht, ob der Reiz, den ein Weblog f\u00fcr mich ausmacht \u2013 der pers\u00f6nliche Ton und das Vertrauensverh\u00e4ltnis, das man mit \u201eseinem\u201c Lieblingsschreiber aufbaut \u2013, nicht doch verlorengeht, wenn ich wei\u00df, dass der Autor nun im Auftrag einer Firma \u00fcber ein Produkt schreibt. Halbwegs passendes Beispiel: Wenn ich f\u00fcr Paramount Pictures bloggen w\u00fcrde, w\u00fcrde man mir eine positive Kritik eines Films noch abnehmen oder w\u00fcrde vielleicht doch der leise Verdacht aufkommen, dass ich nur nett zu dem Werk bin, weil ich auf der Gehaltsliste des Konzerns stehe? KANN ich \u00fcberhaupt meine Unabh\u00e4ngigkeit bewahren, wenn ich f\u00fcr eine Firma schreibe? Und wenn ich das nicht kann, was unterscheidet dann ein Businessblog von den \u00fcblichen jubelnden Pressemitteilungen?<\/p>\n<p>Ich sehe in Weblogs eher einen Nutzen f\u00fcr die firmeninterne Kommunikation. Statt eines Intranets, das nur von wenigen gepflegt wird, k\u00f6nnte ein Weblog dazu f\u00fchren, dass auch andere interessierte Mitarbeiter sich hin und wieder zu Wort melden. Ein Gruppengef\u00fchl entsteht, das sonst vielleicht nicht oder in geringerem Umfang da gewesen w\u00e4re. Die Kommunikation wird schneller, einfacher, unmittelbarer \u2013 so wie sich Nachrichten in der Blogosph\u00e4re auch schneller verbreiten als von Ticker zu Ticker. Ein Link, ein Klick, ein neuer Leser. <\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Weblogs ein wunderbares Instrument zur Eigenpromotion sein, ob nun gewollt oder nicht. Es gibt Blogger, die durch ihr Weblog fast zuf\u00e4llig zu einem Buchvertrag gekommen sind (nein, ich rede nicht von <em>Blogs!<\/em>) oder zu einer Kolumne. Ich pers\u00f6nlich habe mein Weblog in meiner letzten Bewerbung angegeben; f\u00fcr meinen derzeitigen Arbeitgeber war es laut Eigenaussage spannend zu sehen, in welcher Kontinuit\u00e4t und vor allem Qualit\u00e4t ich schreibe. Auch wenn mein Chef w\u00e4hrend der Gehaltsverhandlung ausgerechnet den einen Fragebogen gerne zitiert hat, in dem ich \u00fcber Geld sage, dass es mir nicht wichtig ist. Den sollte ich auf jeden Fall nochmal editieren.<\/p>\n<p>Ich bin mir nicht sicher, ob ich f\u00fcr eine ausgewogene Berichterstattung zu bestimmten Produkten eher ein firmengesponsertes Weblog lesen will oder doch lieber eine unabh\u00e4ngige Community wie <a href=\"http:\/\/www.dooyoo.de\/\">dooyoo<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.ciao.de\/\">ciao<\/a>, auch wenn die Beitr\u00e4ge dort des \u00d6fteren sprachlich f\u00fcr die Tonne sind. Aber immerhin verschaffen sie mir einen \u00dcberblick \u00fcber Vor- und eben auch Nachteile eines Produkts. Denn, wie gesagt, wie unabh\u00e4ngig kann ein bezahltes Weblog sein? Wess&#8217; Brot ich fress, dess&#8217; Lied ich doch immer noch sing, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bestseller, das Magazin von HORIZONT, schreibt in seiner neuesten Ausgabe \u00fcber Business- bzw. PR-Blogs, allerdings nur aus den USA. 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