{"id":4616,"date":"2009-06-10T07:29:43","date_gmt":"2009-06-10T05:29:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=4616"},"modified":"2009-06-10T07:29:43","modified_gmt":"2009-06-10T05:29:43","slug":"uwe-geht-zu-fus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=4616","title":{"rendered":"Uwe geht zu Fu\u00df"},"content":{"rendered":"<p><em>Uwe geht zu Fu\u00df<\/em> erz\u00e4hlt von: genau, Uwe. Uwe ist mit seinen fast 66 Jahren einer der \u00e4ltesten Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland und lebt in Heikendorf, einer kleinen Gemeinde mit 8.500 Einwohnern an der Kieler F\u00f6rde. Der Film beschreibt, wie sehr Uwe zum Dorf und das Dorf und seine Menschen zu seinem Leben geh\u00f6ren. Und das ganze auf eine respektvolle Art und ohne kitschig-rangewanzt um Toleranz zu betteln.<\/p>\n<p>Der Film schafft es nicht nur, uns ein einmaliges Leben zu zeigen, sondern auch die Menschen, die es einmalig machen. Da sind zum einen die vielen Vereine, in denen Uwe ganz selbstverst\u00e4ndlich Mitglied ist; wie zum Beispiel der Tennisclub, in dem er sogar ein eigenes Turnier ausrichten durfte \u2013 das er locker gewann, weil er mal eben bestimmte, dass er jetzt gewonnen habe. Oder der Fu\u00dfballclub, bei dem Uwe seit Jahrzehnten als 1. Betreuer besch\u00e4ftigt ist und f\u00fcr die Ausgabe der Elektrolytgetr\u00e4nke zust\u00e4ndig ist, die, wie ein Spieler vorsichtig anmerkt, manchmal etwas individuell schmecken. Was aber niemanden zu st\u00f6ren scheint.<\/p>\n<p>Ich fand es bemerkenswert, dass s\u00e4mtliche Menschen im Film mit Uwe eben nicht wie mit einem Kind umgehen, dem man alles verzeiht \u2013\u00a0wie zum Beispiel gepanschte Getr\u00e4nke. Stattdessen hat man stets das Gef\u00fchl, dass das eben alles Eigenarten von Uwe sind, die zu ihm geh\u00f6ren und die ihm niemand \u00fcbel nimmt. So wie man seinen Freunden nicht \u00fcbel nimmt, dass sie immer zu sp\u00e4t kommen oder beim Essen immer nachsalzen, ganz gleich, wie&#8217;s schmeckt. Menschen sind verschieden und haben ihre Macken, und Uwe mischt eben komische Getr\u00e4nke. Na und?<\/p>\n<p><em>Uwe geht zu Fu\u00df<\/em> zeigt nicht nur die ewig beschworene Freundlichkeit von Down-Syndrom-Erkrankten, sondern auch, dass Uwe durchaus einen eigenen Kopf hat, dass er wei\u00df, was er will und dass er klare Grenzen setzen kann. Wenn ihm etwas nicht passt, dann kriegt man das schon mit; so beschwert er sich lautstark, dass in einem seiner Geldumschl\u00e4ge zum Geburtstag \u201enurn Zehner\u201c drin sei. Gleichzeitig kriegt man aber auch mit, wie sehr sich Uwe \u00fcber Dinge freuen kann: ein gutes Eis, ein geschenktes Hemd seines Shantychors oder dass er mal wieder kurz das Training des Fu\u00dfballclubs leiten darf.<\/p>\n<p>Der Film hat mich nicht nur wegen Uwe und seiner Geschichte ber\u00fchrt, sondern wegen der Geschichte des ganzen Dorfes. Denn es geht zwar um Uwe, aber man ahnt, dass er auch deswegen gl\u00fccklich und zufrieden vor sich hinleben kann, weil seine Umwelt es ihm erm\u00f6glicht hat. <em>Uwe geht zu Fu\u00df<\/em> beschreibt auch das enge Gef\u00fcge einer Dorfgemeinschaft. Vielleicht hat mich der Film so fasziniert, weil ich selbst auf dem Land gro\u00df geworden bin und erst in der Gro\u00dfstadt gemerkt habe, wie beschaulich und freundlich es ist, in einem D\u00f6rfchen zu wohnen. Der Film f\u00e4ngt diese besondere Stimmung wunderbar ein: die Sch\u00fctzenumz\u00fcge, die Dorffeste, die manchmal ungelenken Tanzvorf\u00fchrungen und den ehemaligen B\u00fcrgermeister auf seinem blauwei\u00dfgestreiften Gartenstuhl. Da kann man herrlich Witze dr\u00fcber machen \u2013 oder sich eingestehen, dass Uwe in einer Gro\u00dfstadt wahrscheinlich kein so gutes Leben gef\u00fchrt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><em>Uwe geht zu Fu\u00df<\/em> hat mich zum Lachen gebracht, zum Weinen, zum Nachdenken und zum Innehalten, und mir ist mal wieder bewusst geworden, wie gut es mir geht und dass ich nicht verlernen darf, mich \u00fcber kleine Dinge zu freuen. Wie \u00fcber einen guten Film zum Beispiel.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Der Film ist auf DVD <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Uwe-geht-Fu\u00df-Florian-Westerholt\/dp\/3981297008\/\">erh\u00e4ltlich<\/a> und l\u00e4uft ab 18. Juni im <a href=\"http:\/\/metrokino-kiel.de\/\">Metro-Kino<\/a> in Kiel. Und im <a href=\"http:\/\/www.westerholt-gysenberg.de\/blog\/\">Weblog<\/a> von Regisseur und Autor Florian von Westerholt gibt&#8217;s noch mehr Infos und Links.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uwe geht zu Fu\u00df erz\u00e4hlt von: genau, Uwe. Uwe ist mit seinen fast 66 Jahren einer der \u00e4ltesten Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland und lebt in Heikendorf, einer kleinen Gemeinde mit 8.500 Einwohnern an der Kieler F\u00f6rde. Der Film beschreibt, wie sehr Uwe zum Dorf und das Dorf und seine Menschen zu seinem Leben geh\u00f6ren. 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