{"id":4965,"date":"2009-07-27T07:53:28","date_gmt":"2009-07-27T05:53:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=4965"},"modified":"2009-07-27T07:53:28","modified_gmt":"2009-07-27T05:53:28","slug":"valkyrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=4965","title":{"rendered":"Valkyrie"},"content":{"rendered":"<p>Ein Casting, das eigentlich nur schiefgehen konnte: Tom Cruise als Graf von Stauffenberg. \u00dcber diese Besetzung bin ich dann auch den halben Film lang nicht weggekommen, aber ich muss zugeben, dass mich <em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0985699\/\">Valkyrie<\/a> (Operation Walk\u00fcre)<\/em> \u00fcber lange Strecken dann doch erwischt hat. <\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Attentat_vom_20._Juli_1944\">Geschichte<\/a> der geplanten Ermordung Hitlers und des darauffolgenden Staatsstreichs d\u00fcrfte hinl\u00e4nglich bekannt sein. Trotzdem schafft es <em>Valkyrie<\/em>, zumindest im zweiten Teil des Films durchaus spannend zu bleiben. Der erste Teil ersch\u00f6pft sich darin, wie von Stauffenberg in den Kreis der Attent\u00e4ter eingef\u00fchrt wird, was zwar interessant ist, aber bei weitem nicht so ausf\u00fchrlich dargestellt wurde wie es war. Die gesamte Vorbereitung, die monatelangen Planungen, was genau mit Berlin und dem deutschen Reich passieren sollte, werden hier in zehn Minuten und zwei markigen S\u00e4tzen von Cruise abgehandelt. Dabei waren genau diese Planungen das Besondere an dem Attentat und seinen Folgen. Nat\u00fcrlich ist das kein guter Filmstoff, \u00e4lteren Herren in Uniformen beim Diskutieren zuzugucken, aber genau diese inneren Skrupel, die es bei vielen Adligen, Politikern und Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen zu \u00fcberwinden galt, genau die haben dem Film gefehlt, um ihm wirklich Tiefe zu geben.<\/p>\n<p>Das Attentat selber und die darauffolgende Kettenreaktion in Berlin sind allerdings absolut solide Unterhaltung. Ein sehr z\u00fcgiges Tempo und die Konzentration auf einige wenige Hauptfiguren sorgen daf\u00fcr, dass das milit\u00e4rische Gewusel und wer jetzt gerade auf welcher Seite steht, nicht zum Puzzle verkommt. Regisseur Bryan Singer verkneift es sich auch, zu sehr auf die Tr\u00e4nendr\u00fcse zu dr\u00fccken oder uns noch ein paar Spielberg&#8217;sche Botschaften mitzugeben. Die Geschichte wird erz\u00e4hlt, von Stauffenberg erschossen und damit ist der Film zuende. <\/p>\n<p>Deswegen habe ich auch wirklich nur an der Besetzung was zu n\u00f6rgeln. Cruise ist immer dann f\u00fcrchterlich, wenn er versucht, im Befehlston zu agieren, weil es immer nach <em>Mission: Impossible<\/em> klingt. Durch den Rest seiner netterweise kurzen Dialoge kommt er aber sehr \u00fcberzeugend durch, und obwohl man dauernd damit besch\u00e4ftigt ist, auf Glitches in der digitalen Nachbearbeitung seiner fehlenden Finger zu gucken, besitzt Cruise seine \u00fcbliche Pr\u00e4senz und hat mich daher doch irgendwann auf seiner Seite gehabt. Der Rest der Verschw\u00f6rer wird gr\u00f6\u00dftenteils von der gewohnten, historisch versierten britischen Darstellerriege (Kenneth Branagh, Bill Nighy, Tom Wilkinson, Terence Stamp) gegeben, die dann auch eher englisch als berlinerisch klingt, w\u00e4hrend Cruise weiter amerikanisch spricht und Thomas Kretschmann wie immer seinen fiesen deutschen Akzent besitzt \u2013 au\u00dfer bei \u201eour F\u00fchrer\u201c, wo er gekonnt das R rollt. Naja. Aber wer jemals auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet Eddie Izzard in die Telefonzentrale der Wolfsschanze zu stellen, muss wirklich besoffen gewesen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Casting, das eigentlich nur schiefgehen konnte: Tom Cruise als Graf von Stauffenberg. \u00dcber diese Besetzung bin ich dann auch den halben Film lang nicht weggekommen, aber ich muss zugeben, dass mich Valkyrie (Operation Walk\u00fcre) \u00fcber lange Strecken dann doch erwischt hat. Die Geschichte der geplanten Ermordung Hitlers und des darauffolgenden Staatsstreichs d\u00fcrfte hinl\u00e4nglich bekannt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4965","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4965"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4965\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4980,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4965\/revisions\/4980"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}