{"id":516,"date":"2004-12-29T08:55:38","date_gmt":"2004-12-29T07:55:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=516"},"modified":"2004-12-29T10:50:43","modified_gmt":"2004-12-29T09:50:43","slug":"oceans-twelve","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=516","title":{"rendered":"Ocean&#8217;s Twelve"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/Bilder\/oceans_twelve.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><em>Ocean&#8217;s Twelve (USA 2004, 120 min)<\/p>\n<p>Darsteller: George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones, Matt Damon, Andy Garcia, Vincent Cassel, Casey Affleck, Scott Caan, Carl Reiner, Elliott Gould, Bernie Mac, Don Cheadle, Bruce Willis, Albert Finney<br \/>\nMusik: David Holmes<br \/>\nKamera: Chris Connier, Steven Soderbergh (als Peter Andrews)<br \/>\nDrehbuch: George Nolfi<br \/>\nRegie: Steven Soderbergh<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.oceans12.net\/\">Offizielle Seite<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.apple.com\/trailers\/wb\/oceans_12\/\">Trailer<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Ocean&#8217;s Eleven<\/em> hatte eine richtig d\u00e4mliche Story: Ein Langfinger beklaut einen Casino-Boss, weil der ihm sein M\u00e4del ausgespannt hat. Aber der Film hat sich nicht eine Sekunde lang d\u00e4mlich angef\u00fchlt, weil er schnell war, spannend, lustig, h\u00fcbsch durchgestylt und weil er einfach l\u00e4ssig aus der H\u00fcfte kam. <\/p>\n<p><em>Ocean&#8217;s Twelve<\/em> ist eine richtig d\u00e4mliche Fortsetzung: Diesmal wollen zwei Langfinger sich gegenseitig beweisen, wer den Gr\u00f6\u00dferen hat. Und auch dieser Film f\u00fchlt sich nicht d\u00e4mlich an. Sondern f\u00fcrchterlich langweilig.<\/p>\n<p>Die Geschichte: Der gelinkte Casino-Boss von damals (immer noch sch\u00f6n b\u00f6se: Andy Garcia) findet das echt total doof, dass die Bande um George Clooney damals einfach so entkommen konnte. Also verlangt er von den Jungs, ihm innerhalb von zwei Wochen sein Geld wiederzubringen plus satten Zinsen. Ich habe bei den ganzen Millionenbetr\u00e4gen irgendwann den \u00dcberblick verloren, aber ich glaube, der Scheck, den Andy zum Schluss kriegt \u2013 denn nat\u00fcrlich gelingt das Unterfangen \u2013 belief sich auf irgendwas bei 200 Millionen. Da man daf\u00fcr mehr Casinos ausrauben muss als Las Vegas zu bieten hat und sich au\u00dferdem die Produktionsdesigner gedacht haben, ach lass uns doch mal in Europa drehen, da ist es billiger, landen die Jungs im malerischen Amsterdam, am Genfer See und in Rom, um irgendwas Wertvolles zu klauen. <\/p>\n<p>Von Anfang an ist ihnen dabei eine allwissende Polizistin auf den Fersen \u2013 Catherina Zeta-Jones, die sich nie f\u00fcr einen britischen oder amerikanischen Akzent entscheiden kann, aber daf\u00fcr gerne 10-Zentimer-Abs\u00e4tze und enge R\u00f6cke im Dienst tr\u00e4gt. Bei der Tatsache, dass die Polizei eine Rolle spielt, f\u00e4ngt der Film schon an zu nerven. <em>Ocean&#8217;s Eleven<\/em> war immer ein kleines strategisches Sandkastenspielchen: Du hast meine Frau, daf\u00fcr mopse ich dir deine Kohle. Und daf\u00fcr hole ich nicht meinen gro\u00dfen Bruder, sondern eine total dufte Bande von Kumpels, die alle ganz lustige F\u00e4higkeiten haben. In <em>Ocean&#8217;s Twelve<\/em> d\u00fcrfen Kommissare ermitteln, es gibt Formulare, die unterzeichnet werden m\u00fcssen, es gibt sogar eine Rede von Zeta-Jones vor Europol. Dadurch, dass man pl\u00f6tzlich einen staatlichen verbeamteten Gegner hat und nicht mehr nur ein paar \u00dcberwachungsmonitore in einem Casino, kriegt das Ganze einen sehr schweren Anstrich. <\/p>\n<p>Vor allem: Es geht ja eigentlich gar nicht um die klassische R\u00e4uber-und-Gendarm-Posse. Es geht viel mehr darum, dass ein Meisterdieb namens Nightfox (nett: Vincent Cassel) den Jungs um George beweisen will, dass er ein viel tollerer Dieb ist, \u00e4tschib\u00e4tsch. Deswegen l\u00e4sst sich George auf eine Wette ein: Die beiden versuchen, das Gleiche zu klauen, um ein f\u00fcr allemal festzustellen, wer nun der Bessere sei. Und weil man in Europa ist, klaut man kein schn\u00f6des Geld, sondern ein Faberg\u00e9-Ei. Vive la culture.<\/p>\n<p>Nebenbei spielt \u00fcbrigens auch noch der verschollene Daddy von Catherine eine Rolle, welche vor Jahren eine Aff\u00e4re mit Brad Pitt hatte, und es geht noch um den gro\u00dfen, geheimnisvollen Mentor des Meisterdiebs und wahrscheinlich auch noch um den Kennedy-Mord, aber da habe ich schon nicht mehr zugeh\u00f6rt. Das waren mir eindeutig zu viele kleine Geschichtchen, die sich zu einer gro\u00dfen zusammenf\u00fcgen sollten, aber die stattdessen alle unbefriedigend aufgel\u00f6st wurden, weil sie eben bl\u00f6derweise aufgel\u00f6st werden mussten; das geh\u00f6rt sich schlie\u00dflich so. Ich f\u00fcr meinen Teil h\u00e4tte auf sie verzichten k\u00f6nnen. Es w\u00e4re so einfach gewesen, das Rezept des ersten Teils zu wiederholen: Garcia will sein Geld zur\u00fcck, George und Gang klauen irgendwas, fertig. Aber stattdessen musste wahnsinnig viel Ballast um die Grundidee rumgestrickt werden. Und ich habe mich zwei lange Stunden gefragt: warum?<\/p>\n<p>Aber selbst den \u00fcberladenen Plot h\u00e4tte ich <em>Ocean&#8217;s Twelve<\/em> verzeihen k\u00f6nnen, wenn er mich wenigstens unterhalten h\u00e4tte. Aber all das, was an <em>Ocean&#8217;s Eleven<\/em> so charmant war, hat hier nicht geklappt. Angefangen bei der Bande: Was f\u00fcr ein Genuss war es im ersten Teil, Brad und George zuzuschauen, wie sie ihre Spie\u00dfgesellen rekrutieren. Und welche F\u00e4higkeiten sie alle hatten! Jeder durfte zeigen, was er kann, und alles, was sie uns im Vorfeld vorf\u00fchrten, tauchte elegant und clever im gro\u00dfen Raubzug wieder auf. Diesmal hatte ich das Gef\u00fchl, es waren nur zuf\u00e4llig die gleichen Schauspieler dabei. Es h\u00e4tten auch komplett andere sein k\u00f6nnen \u2013 keiner von ihnen macht irgendetwas Besonderes; eigentlich stehen sie alle nur gut gekleidet in der Gegend rum, reden \u00fcber einen tollen Bruch, und dann ist der Film vorbei. Die meisterhaften F\u00e4higkeiten haben diesmal der Silverfox und die Zutr\u00e4ger der Bande, die Hologramme basteln und wichtige Informationen haben. Die Jungs selbst d\u00fcrfen stattdessen \u00fcber Georges Alter spekulieren oder Matt Damon verarschen.<\/p>\n<p>Einziger Lichtblick im Film und die Viertelstunde, die wirklich Spa\u00df gemacht hat: als Julia Roberts einen Filmstar doubeln soll, um so ins Museum und zum Ei zu kommen. Und der von ihr gedoubelte Filmstar ist: Julia Roberts. Viele kleine Gags und Anspielungen machen hier jede Minute zum Vergn\u00fcgen, angefangen von der tats\u00e4chlichen Namensgleichheit ihrer beiden Ehem\u00e4nner: Filmgatte Ocean und Wirklichgatte Moder hei\u00dfen beide Danny. Nat\u00fcrlich trifft die falsche Julia auch noch einen echten Star, und zwar keinen geringeren als Bruce Willis, dem sie, ganz weiblicher Fan, kreischend in die Arme f\u00e4llt. Hier macht der Film wieder Spa\u00df, hier kommt ein wenig von der ironischen Leichtigkeit durch, die den ersten Teil so sch\u00f6n dahinpl\u00e4tschern lie\u00df.<\/p>\n<p>Ich habe vieles aus<em> Ocean&#8217;s Eleven<\/em> vermisst: die pl\u00fcschige und glitzernde Falschheit von Las Vegas, durch die der Film von vornherein eine nicht ernstzunehmende Grundstimmung bekommen hat. Das spielerische Tresorknacken, was wie ein Lausbubenstreich aussah und den ganzen Millionen von Dollar etwas Spielgeldhaftes gab. Und das Gruppengef\u00fchl der elf Panzerknacker, das aus den einzelnen Akteuren ein Dreamteam gemacht hat. <\/p>\n<p><em>Ocean&#8217;s Twelve<\/em> sollte wohl eine Neuauflage dieses spielerischen Gef\u00fchls sein. Stattdessen ist der Film schwerf\u00e4llig und wirkt in vielen Szenen wie ein bewusstes Zitat. Jedesmal, wenn Brad Pitt isst, soll man sich daran erinnern, dass er sich in <em>Ocean&#8217;s Eleven<\/em> auch die ganze Zeit den Bauch vollgeschlagen hat. Aber woran man sich stattdessen erinnert, sind die Spiellust und die gute Laune, die der erste Teil gemacht hat. Und deshalb wird einem in jeder dieser \u201egeklauten\u201c Szenen bewusst, wie bem\u00fcht und vor allem langweilig der zweite Teil geworden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ocean&#8217;s Twelve (USA 2004, 120 min) Darsteller: George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones, Matt Damon, Andy Garcia, Vincent Cassel, Casey Affleck, Scott Caan, Carl Reiner, Elliott Gould, Bernie Mac, Don Cheadle, Bruce Willis, Albert Finney Musik: David Holmes Kamera: Chris Connier, Steven Soderbergh (als Peter Andrews) Drehbuch: George Nolfi Regie: Steven Soderbergh Offizielle [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-516","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=516"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/516\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}