{"id":7731,"date":"2010-04-01T07:37:00","date_gmt":"2010-04-01T05:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=7731"},"modified":"2010-04-02T12:03:48","modified_gmt":"2010-04-02T10:03:48","slug":"%e2%80%9eich-bin-werbetexterin-%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=7731","title":{"rendered":"\u201eIch bin Werbetexterin.\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. Was machst du beruflich?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin Werbetexterin.<\/p>\n<p><strong>2. Was ist gut \u2013 was ist nicht so gut daran? <\/strong><\/p>\n<p>Gut: Ich darf den ganzen Tag schreiben und krieg auch noch Geld daf\u00fcr. Und da ich mich so ziemlich fest auf <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=4724\">Autoverkaufsliteratur<\/a> spezialisiert habe, darf ich den ganzen Tag \u00fcber sch\u00f6ne, neue, teure Autos schreiben. Die ich nie fahren werde, weil sie zu neu und zu teuer sind, denen ich aber immer auf der Stra\u00dfe hinterhergucke, weil sie so sch\u00f6n sind. (Immer wieder: <a href=\"http:\/\/www.mercedes-benz.de\/content\/germany\/mpc\/mpc_germany_website\/de\/home_mpc\/passengercars\/home\/new_cars\/models\/cls-class\/c219.flash.html\">Mercedes CLS<\/a>. Der sch\u00f6nste st\u00e4hlerne Arsch ever. Nur nicht in Silber. Ich wei\u00df \u00fcberhaupt nicht, warum den irgendwer in Silber fahren will. Da knacken seine Linien gar nicht. Runner-up zum Hinterhergucken: <a href=\"http:\/\/www.audi.de\/de\/brand\/de\/neuwagen\/a5\/a5_coupe.html\">Audi A5<\/a>.)<\/p>\n<p>Auch gut: Seit zwei Jahren bin ich selbst\u00e4ndig. Hei\u00dft: Ich mache im Idealfall dauernd was Neues. Was nat\u00fcrlich so gut wie immer mit sch\u00f6nen, neuen, teuren Autos zu tun hat, denn die Hersteller dieser Autos verteilen ihre Etats ganz gerne auf mehrere Agenturen. Kataloge hier, Anzeigen da, Messemittel dort, Zubeh\u00f6r da, Nutzfahrzeuge hier &#8230;<\/p>\n<p>Ebenfalls gut: Die Kohle stimmt. Geht immer besser, ist klar, man hat ja nie genug Schl\u00f6sser aus Gold, aber generell passt das.<\/p>\n<p>Immer gut: Da ich meistens wei\u00df, was ich tue (au\u00dfer an Tagen wie <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=7678\">diesen<\/a>), habe ich fast immer um 18 Uhr Feierabend. Was alles andere als selbstverst\u00e4ndlich ist in der Werbung. Leider.<\/p>\n<p>Nicht so gut: Man k\u00f6nnte jetzt \u00fcber die Branche l\u00e4stern, aber ich pers\u00f6nlich komme ganz gut mit ihr klar. Idioten gibt&#8217;s \u00fcberall, nette Menschen gl\u00fccklicherweise mehr. <\/p>\n<p>Aber: Als Werber muss man wissen, dass der Kunde immer K\u00f6nig ist. Immer. Und wenn der Satz im Katalog dreimal widerlich klingt, wenn der Kunde den so haben will, dann kriegt er ihn. Und dann n\u00fctzt es auch nix, dass man als Texterlein bittere Z\u00e4hren vergie\u00dft wegen des miesen Sprachgef\u00fchls. Werbung ist keine Kunst. Wer Kunst machen will, sollte nicht in die Werbung gehen. Wir schreiben keine Romane, wir photoshoppen keine Meisterwerke. Wir verkaufen Zeug. Mehr nicht. Das vergisst man gerade als Junior gerne, aber irgendwann hat man&#8217;s geschluckt, und dann regt sich jemand Branchenfremdes dar\u00fcber auf, wie abgestumpft die Werber doch sind, und man selbst guckt in den Spiegel und denkt sich, hm, ich mag mein Zeug und ich kann auch mit gutem Gewissen sagen, damit niemanden zu bel\u00e4stigen, denn lustigerweise holen sich die Leute Autokataloge freiwillig. Aber damit hab ich sicher eine Luxusnische in dieser Heizdeckenveranstaltung.<\/p>\n<p><strong>3. Was w\u00e4re dein absoluter Traumberuf?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe jahrelang den Plan B im Hinterkopf gehabt: Drehbuchautorin. Je l\u00e4nger ich aber Werbung mache, desto weniger will ich was anderes machen. Und in den letzten Jahren musste ich mir auch langsam eingestehen: Ich hab nix zu erz\u00e4hlen. Ich habe keine gro\u00dfe Idee, die in mir g\u00e4rt und aufgeschrieben werden will. Ich plaudere lieber \u00fcber Zeug, das andere machen, B\u00fccher, Filme, Comics oder Blogeintr\u00e4ge. Und ich rede gerne \u00fcber mich selber, aber das will ich nicht zwischen zwei Buchdeckeln lesen. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist dieses nagende Stimmchen nicht mehr da, das mir jahrelang bei einem guten Film oder einem guten Buch sagte, ach Mist, ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte das geschrieben. Das Stimmchen ist inzwischen ein gl\u00fcckliches Ding an der Seitenlinie geworden, das sich puschelschwingend \u00fcber anderer Leute Zeug freuen kann, ohne traurig dar\u00fcber zu sein, dass ihm das nicht eingefallen ist. Ich wei\u00df nicht, ob das Altersmilde oder Resignation ist. Ich nenne es Zufriedenheit.<\/p>\n<p>Aber mein Traumberuf ist nat\u00fcrlich immer noch Astronautin. Ich kann nur nix, was mich f\u00fcr einen Aufenthalt im All qualifizieren w\u00fcrde. Au\u00dfer mit gro\u00dfen Augen aus der Raumf\u00e4hre zu gucken und staunende Blogeintr\u00e4ge dar\u00fcber zu schreiben. Andererseits: NASA? ESA? Das w\u00fcrde ich sogar f\u00fcr lau machen! <\/p>\n<p><strong>4. Warum gerade dieser? <\/strong><\/p>\n<p>Weil ich es mir unglaublich majest\u00e4tisch vorstelle, die Welt von oben zu sehen. Und weil ich, au\u00dfer den wenigen Minuten im Toten Meer, keine Ahnung habe, wie sich Schwerelosigkeit anf\u00fchlt.<\/p>\n<p>(Fragebogen bei <a href=\"http:\/\/xrays.antville.org\/stories\/1984745\/\">Isa<\/a> mitgenommen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Was machst du beruflich? Ich bin Werbetexterin. 2. Was ist gut \u2013 was ist nicht so gut daran? Gut: Ich darf den ganzen Tag schreiben und krieg auch noch Geld daf\u00fcr. 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