{"id":909,"date":"2005-06-18T08:23:13","date_gmt":"2005-06-18T06:23:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=909"},"modified":"2005-06-18T08:25:28","modified_gmt":"2005-06-18T06:25:28","slug":"lieblingswort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=909","title":{"rendered":"Lieblingswort:"},"content":{"rendered":"<p><em>m\u00fcrbe<\/em><\/p>\n<p>Es klingt anders, je nachdem, in welchem Zusammenhang man das Wort verwendet. Reden wir von Keksen oder Kuchenteig oder irgendetwas anderem, was man genie\u00dfen kann. Dann mag ich dieses Mundverrenken beim \u00dc, dieses kurze Innehalten beim Vokal beziehungsweise das Dazu-Gezwungenwerden. Denn sonst schmiert man verbal so durch diese kleine Sch\u00f6nheit und macht ein <em>m\u00fcebe<\/em> draus, und das klingt ekelhaft. Stattdessen zieht sich der Mund kurz zusammen, wie um dem Wort einen Kuss aufzuhauchen, um dann formvollendet ein sattes R nachklingen zu lassen. Man kann sich fast ein wenig auf dem R ausruhen, sich nochmal im Geiste umdrehen und dem M dahinten zuwinken, <a href=\"http:\/\/xrays.antville.org\/stories\/1142973\/\">das das<\/a> Wort so sch\u00f6n schmeckig mmmmmmjamlecker eingeleitet hat. Und nach dem R kommt das butterweiche B, ganz fein dahingeschleckt, bevor das E keck den Zuckerguss obendraufsetzt.<\/p>\n<p>Reden wir allerdings von Geistesverfassungen, von gespannten Nerven, von k\u00f6rperlichem Unwohlsein, dann f\u00fchlt sich das \u00dc auf einmal nicht mehr so gl\u00fccklich und zart an, sondern flach und atemlos, matt und sehr, sehr m\u00fcde. Das R klingt auf einmal nicht mehr rund, sondern br\u00fcchig, und man kann es kaum erwarten, beim E anzukommen, um dieses staubtrockene, spr\u00f6de Wort hinter sich zu lassen, das so schmallippig beim M begonnen hat. Man stockt beim R, es ist fast ein Hindernis zwischen den Silben, es bleibt im Mund und will nicht wieder gehen, wie ein schlechter Geschmack, den man sich aussp\u00fclen muss, vielleicht mit dem E, vielleicht ist man es dann los, das <em>m\u00fcrbe<\/em>, das einem bescheinigt, gerade sehr d\u00fcnnh\u00e4utig zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>m\u00fcrbe Es klingt anders, je nachdem, in welchem Zusammenhang man das Wort verwendet. Reden wir von Keksen oder Kuchenteig oder irgendetwas anderem, was man genie\u00dfen kann. Dann mag ich dieses Mundverrenken beim \u00dc, dieses kurze Innehalten beim Vokal beziehungsweise das Dazu-Gezwungenwerden. Denn sonst schmiert man verbal so durch diese kleine Sch\u00f6nheit und macht ein m\u00fcebe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-909","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=909"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}