{"id":911,"date":"2005-06-21T08:07:46","date_gmt":"2005-06-21T06:07:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=911"},"modified":"2005-06-21T08:11:48","modified_gmt":"2005-06-21T06:11:48","slug":"fur-emilia-zum-ersten-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=911","title":{"rendered":"F\u00fcr Emilia zum ersten Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.ankegroener.de\/Bilder\/emilia1.jpg' alt='' \/><\/p>\n<p>Mein schnuffiges Patenkind ist am Freitag ein Jahr alt geworden. Zur Feier des Tages gab&#8217;s die obligatorischen Schuhe (die ungef\u00e4hr <a href=\"http:\/\/www.vertbaudet.fr\/web\/catalogue\/ficheProduit.asp?id_produit=3000045349067W53\">so<\/a> aussehen, nur nicht silber-rot, sondern wei\u00df-blau und mit hellblauer Sohle), <a href=\"http:\/\/www.glarkware.com\/securestore\/c237522p16493759.2.html\">dieses<\/a> sch\u00f6ne Shirt (und wenn ich schon mal beim Bestellen bin, f\u00fcr mich <a href=\"http:\/\/www.glarkware.com\/securestore\/c181845p16375169.2.html\">dieses<\/a>* und <a href=\"http:\/\/www.glarkware.com\/securestore\/c181845p16436640.2.html\">dieses<\/a>** Shirt) und folgenden Brief:<\/p>\n<p>Liebe Emilia,<\/p>\n<p>heute ist dein erster Geburtstag. An den wirst du dich wahrscheinlich nicht mehr erinnern, wenn du alt genug bist, diesen Brief selber zu lesen, aber ich wette, dein Vater und deine Mutter werden dutzende von Fotos machen, auf denen du bestimmt wie immer f\u00fcrchterlich niedlich aussehen wirst. Vielleicht hast du auf einem sogar mein T-Shirt an, das ich dir zu deinem Geburtstag schenke. Es ist aus Kanada, und ich hoffe, dir gef\u00e4llt es. (Und ich hoffe, ich kriege wegen des Aufdrucks keinen \u00c4rger mit deinen Eltern.)<\/p>\n<p>Vor genau 362 Tagen habe ich dich das erste Mal gesehen. Da warst du drei Tage alt. Deine Mutter war noch etwas fertig von der Geburt und dein Vater war ganz f\u00fcrchterlich besorgt um dich, weil du nicht richtig essen wolltest. Das hat sich aber gl\u00fccklicherweise gegeben. Ich habe mich am Anfang gar nicht getraut, dich anzufassen oder auf den Arm zu nehmen, so klein warst du und so zart. Du hast geschlafen, als ich dich besucht habe. Deine Augen waren ganz fest geschlossen, und du hast kleine F\u00e4uste mit deinen H\u00e4ndchen gemacht. Ich habe dich minutenlang nur angeguckt, weil du so winzig warst und so vorsichtig geatmet hast, dass ich auch automatisch ganz vorsichtig und leise mit dir mitgeatmet habe.<\/p>\n<p>Als ich dich das erste Mal auf dem Arm hatte, warst du ungef\u00e4hr einen Monat alt. Deine Mutter hat dich mir in den Arm gelegt und du hast etwas \u00fcberrascht ausgesehen, dass da jetzt wer anders ist als deine Eltern und deine Gro\u00dfeltern, aber anscheinend hat es dir in meinem Arm gefallen. Du hast mich einfach nur angeguckt, und ich habe zur\u00fcckgeguckt. So lange, bis deine Eltern Witze dar\u00fcber gemacht haben. Du warst ganz warm und hast nach Haut und Babypuder gerochen, und dein Atem war h\u00f6rbarer als noch vor vier Wochen im Krankenhaus. Du hast noch nicht gelacht, sondern einfach nur geguckt. Ich w\u00fcrde gerne wissen, was du gedacht hast, als du vier Wochen alt warst. Ich hoffe, du hast Dinge gedacht wie, Hier ist es aber nett, ich werde so gut umsorgt und gef\u00fcttert und ins Bettchen gebracht. Hier gehe ich erstmal nicht wieder weg.<\/p>\n<p>Ein paar Monate sp\u00e4ter konntest du schon krabbeln. Das ist ja eigentlich eine sch\u00f6ne Sache, aber deine Mutter hat schon ein bisschen die Zeit vermisst, als sie dich einfach irgendwo hinlegen konnte und du dich nicht vom Fleck bewegt hast, weil du erstens noch nicht wusstest, wie man sich vom R\u00fccken auf den Bauch dreht und zweitens, wie man dann die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe benutzt, um sich abzusto\u00dfen und \u00fcber den Fu\u00dfboden zu robben. Aber das hast du, wie gesagt, ziemlich schnell rausgekriegt. Du siehst aus wie eine kleine Krabbe, wenn du unterwegs bist. Dein Kopf ist hochgereckt, als ob du gucken m\u00f6chtest, was es alles auf der Welt zu entdecken gibt, bevor du loskrabbelst. Deine Eltern mussten die Wohnzimmert\u00fcr schlie\u00dfen, als du anfingst, in der Wohnung auf Entdeckungstour zu gehen, und ein Gitter vor der K\u00fcche anbringen. Als ich einmal bei euch zu Besuch war, hast du angefangen zu weinen, weil du an der geschlossenen T\u00fcr nicht weiterkamst, aber deine Mutter hat dich sofort beruhigt und dich wieder auf deine bunte Spieldecke gelegt, womit du anscheinend auch zufrieden warst.<\/p>\n<p>Um deine Spieldecke beneide ich dich \u00fcbrigens sehr. Es gibt Felder, die man aufklappen kann und einen Spiegel und Klettverschl\u00fcsse mit Blumen und es ist alles ganz f\u00fcrchterlich bunt. Au\u00dferdem hast du ein Mobile \u00fcber deinem Bett h\u00e4ngen aus Fischen und ziemlich viel p\u00e4dagogisch wertvolles Spielzeug, mit dem deine Eltern aus dir ein schlaues M\u00e4dchen machen wollen. Das klappt bestimmt. Auch wenn deine erste Vorf\u00fchrung f\u00fcr die Patentante (einen kleinen Becher in einen gro\u00dfen stecken) nicht ganz funktioniert hat, weil du lieber den gro\u00dfen Becher in den kleinen stecken wolltest.<\/p>\n<p>Seit ein paar Monaten kannst du sogar schon stehen, wenn du dich irgendwo hochziehen und festhalten kannst. Bei deiner Taufe im Februar bist du \u201enur\u201c gekrabbelt, aber gerade vor ein paar Tagen hat dein Vater mir erz\u00e4hlt, dass du dich inzwischen am Tisch oder an der Kommode hochziehst, stehst \u2013 und dann kurz deine St\u00fctze losl\u00e4sst und versuchst, dich auszubalancieren. Aber ganz alleine kannst du noch nicht stehen geschweige denn laufen. Wahrscheinlich sind deine Eltern auch heimlich ganz froh dar\u00fcber, denn du bist schon ganz sch\u00f6n schnell, wenn du krabbelst. Und du hast auch ziemlich fix herausgefunden, wie man die abgerundete Kindersicherung von den spitzen Tischkanten einfach abziehen kann.<\/p>\n<p>Vor ein paar Wochen waren deine Mutter und ich zum ersten Mal mit dir bei Ikea. Warum das so toll ist, wirst du sp\u00e4ter verstehen, wenn du ein gro\u00dfes M\u00e4dchen oder eine junge Frau geworden bist. Dein erstes Mal schien dich aber noch nicht wirklich zu interessieren. Du hast in deinem Sitz hoch oben auf dem Einkaufswagen gelegen und milde l\u00e4chelnd dabei zugesehen, wie deine Mutter und ich stundenlang nach Teelichtern, Tischdecken und Bettw\u00e4sche gew\u00fchlt haben. Wir haben auch versucht, sch\u00f6ne Bettw\u00e4sche f\u00fcr dich zu finden, aber die mit den Dinosauriern sah irgendwie nicht so toll aus wie im Katalog, und f\u00fcr die giftgr\u00fcne Decke konnte ich deine Mutter nicht begeistern. Auf jeden Fall bist du nach einer guten Stunde friedlich eingeschlafen und erst im Auto wieder wachgeworden. Du lagst angeschnallt auf dem Vordersitz. Ich sa\u00df hinter dir und habe Faxen gemacht, um dich zum Lachen zu bringen, was auch funktioniert hat. Du hast im Moment noch nicht viele Z\u00e4hne, und die, die du hast, sind so komisch verteilt, dass es ganz f\u00fcchterlich albern aussieht, wenn du lachst, und deswegen muss ich auch lachen, wenn du lachst.<\/p>\n<p>Du hast vor ein paar Monaten deine Stimmb\u00e4nder entdeckt und blubberst an manchen Tagen in einer Tour vor dich hin. Es klingt noch nicht so, als wolltest du uns irgendetwas sagen, aber es macht zumindest gute Laune. Auch wenn dein Vater so gerne von dir mal \u201ePapa\u201c h\u00f6ren m\u00f6chte, wenn du auf ihn zeigst und nicht, wenn du auf einen Stoffhund zeigst. Aber das kommt bestimmt noch.<\/p>\n<p>Gestern hat deine Mutter dir zum ersten Mal etwas auf ihrer Gitarre vorgespielt. Du hast es gew\u00fcrdigt, indem du in deine Spielzeugkiste geklettert bist und dich mit deinem Schlafsack zugedeckt hast. An deiner H\u00f6flichkeit musst du wohl noch ein bisschen arbeiten.<\/p>\n<p>Liebe Emilia, ich w\u00fcnsche dir von Herzen alles Gute zu deinem ersten Geburtstag und hoffe, wir werden noch viele, viele weitere Geburtstage von dir feiern k\u00f6nnen. Du bist, soweit ich das beurteilen kann, ein sehr freundliches und neugieriges Kind. Und dazu siehst du auch noch herzallerliebst aus. Du bist das erste Kind, das ich kenne, das ich dauernd knutschen m\u00f6chte. Und das will wirklich was hei\u00dfen. Frag deine Eltern (die ich \u00fcbrigens auch dauernd knutschen m\u00f6chte).<\/p>\n<p>Alles Liebe von deiner Patentante<br \/>\nAnke<\/p>\n<p>&#8212;<br \/>\n* Der <strike>Pazifist<\/strike> Kerl mag das Shirt nicht.<br \/>\n** Alle denken, ich sei Bayern M\u00fcnchen-Fan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein schnuffiges Patenkind ist am Freitag ein Jahr alt geworden. 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