{"id":912,"date":"2005-06-20T08:09:11","date_gmt":"2005-06-20T06:09:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=912"},"modified":"2005-06-20T08:10:08","modified_gmt":"2005-06-20T06:10:08","slug":"batman-begins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=912","title":{"rendered":"Batman Begins"},"content":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.ankegroener.de\/Bilder\/batman_begins.jpg' alt='' \/><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0372784\/\">Batman Begins<\/a> (USA 2005, 141 min)<\/p>\n<p>Darsteller: Christian Bale, Katie Holmes, Michael Caine, Liam Neeson, Morgan Freeman, Gary Oldman, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Wilkinson, Rutger Hauer<br \/>\nMusik: Hans Zimmer &#038; James Newton Howard<br \/>\nKamera: Wally Pfister<br \/>\nDrehbuch: Christopher Nolan &#038; David S. Goyer (nach Figuren von Bob Kane)<br \/>\nRegie: Christopher Nolan<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/trailers.apple.com\/trailers\/wb\/batman_begins\/trailer\/\">Trailer<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www2.warnerbros.com\/batmanbegins\/index.html\">Offizielle Seite<\/a><\/em><\/p>\n<p>Ich habe selten einen Film gesehen, der seinen Namen so verdient wie <em>Batman Begins<\/em>. Wir werden Zeuge von Bruce Waynes Kindheit, seiner ersten Begegnung mit den Flederm\u00e4usen, die ihm eines Tages als Wappentier dienen, wir lernen seine Eltern kennen, seine Jugendfreundin, seinen Butler, seinen &#8230; oh, Entschuldigung, da bin ich wohl kurz eingenickt. Ich fand <em>Batman Begins<\/em> nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut, etwas z\u00e4h, ziemlich \u00fcberfrachtet, und nach \u00fcber einer Stunde des Beginnens war ich kurz davor, ein Sto\u00dfgebet abzuschicken mit dem Wunsch, dass doch bitte allm\u00e4hlich mal <em>Batman Continues<\/em> anfangen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Der Film erz\u00e4hlt in aller Ausf\u00fchrlichkeit, wie aus dem beh\u00fcteten Jungen Bruce Wayne, dessen reiche Eltern direkt vor seinen Augen ermordet werden, der schwarze Superheld Batman wird, der \u00fcber das Wohl und Wehe von Gotham City wacht. Ich hatte erwartet, dass wir mitkriegen, wie Batman sein Auto zusammenschraubt oder den ersten Gummianzug gie\u00dft \u2013 was ungef\u00e4hr so auch passiert \u2013, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass Regisseur Christopher \u201eMemento\u201c Nolan uns noch einen Haufen Laienpsychologie der einfachsten Kategorie mit auf den Weg gibt und die auch noch vermengt mit asiatischem Kampfsport, einem Gef\u00e4ngnisaufenthalt und dem Zu-sich-selbst-Finden auf schneebedeckten Berggipfeln. <em>Batman Begins<\/em> f\u00fchlt sich wahnsinnig ernsthaft an, so als ob von der ersten Minute an vermieden werden sollte, dass der Film zu einer schlichten Comic-Adaption wird. Blo\u00df nicht leichtf\u00fc\u00dfig werden, blo\u00df alles mit einer Bedeutung unterlegen, blo\u00df so dunkel und deprimierend wie m\u00f6glich werden (wir reden hier schlie\u00dflich vom \u201e<em>dark knight<\/em>\u201c) und vor allem: blo\u00df viele tiefgr\u00fcndig klingende Dialoge einbauen, die aber bei genauerem Hinsehen nur die \u00fcblichen Worth\u00fclsen sind. Ich bin wirklich kein Freund von dahingerotzten \u201elustigen\u201c Zweizeilern, die jede d\u00fcstere Stimmung versauen, aber bei <em>Batman Begins<\/em> habe ich mich \u00fcber jeden Anflug von Humor gefreut, weil mich sonst die nagende Traurigkeit des Titelhelden bzw. sein unb\u00e4ndiger, idealistischer Wille, jetzt verdammt nochmal was Gutes tun zu wollen, erdr\u00fcckt h\u00e4tten. <\/p>\n<p>Ich habe ein wenig die Leichtigkeit vermisst, die Michael Keaton in den ersten beiden <em>Batman<\/em>-Filmen der Rolle trotz aller Seelenqualen mitgegeben hat. (Wobei ich die Eitelkeit von Val Kilmer und die Gro\u00dfkotzigkeit von George Clooney in den beiden folgenden nicht die Bohne vermisst habe.) Christian Bale macht seine Sache sehr ordentlich, aber auch er kriegt kaum die gerechten Kiefer auseinander, um mal zu l\u00e4cheln. Klar, muss man vielleicht auch nicht, wenn gerade eine ganze Horde von B\u00f6sewichtern die Heimatstadt unter Drogen setzen will, aber mal ehrlich: Wir reden hier \u00fcber einen Kerl, der mit Fledermausmaske durch die Stra\u00dfen zieht. Ein winziges bisschen Selbstironie steht jedem Superhelden ganz gut zu Gesicht. Ich erwarte ja gar nicht, vor Lachen unter meinem Kinositz zu liegen, aber die Menschlichkeit, die zum Beispiel Spider-Man auszeichnet, kommt bei Batman leider etwas zu kurz. Je l\u00e4nger der Film dauert, desto mehr vergisst man, warum Wayne in den Kampf gegen das B\u00f6se gezogen ist. Es f\u00fchlt sich immer mehr wie eine Mission an, die sich verselbst\u00e4ndigt hat, so als ob Batman selbst manchmal nicht mehr wei\u00df, warum er sich eigentlich in den vielen Kampf- und Actionszenen die ganzen blauen Flecken holt. <\/p>\n<p>Genau diese Actionszenen haben mich leider auch nicht f\u00fcr den Film einnehmen k\u00f6nnen. Die Macher haben sich zwar bem\u00fcht, nicht immer ein- und denselben Kampf zu wiederholen, nein, Batman darf schon sein ganzes Arsenal an Tricks und T\u00e4uschereien rausholen. Trotzdem ist mir keine Szene besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben \u2013 jeder Kampf ist so derma\u00dfen hektisch gefilmt, dass man kaum erkennen kann, was nun eigentlich passiert. Wenn wir schon einen Helden haben, der mehr kann als der Durchschnittsfiesling, warum dann nicht auch sein K\u00f6nnen so in Szene setzen, dass man was davon hat?<\/p>\n<p>Worauf ich au\u00dferdem noch h\u00e4tte verzichten k\u00f6nnen, waren erstens das Batmobil, das aussieht wie eine nicht fertig gewordene Kreuzung aus einem Panzer und einer Garnison von R\u00f6mern, die die Schildkr\u00f6te macht. Und zweitens auf den Soundtrack: Ich habe mich mehrere Male w\u00e4hrend des Films gefragt, wieviele Orchester da gerade gleichzeitig die Instrumente bem\u00fchen, bis ich im Abspann gleich zwei Komponistennamen entdeckt habe. Einer ist der unvermeidliche Hans Zimmer, der einfach jede Gro\u00dfproduktion mit Schmackes an die Wand geigt; der andere ist James Newton Howard, der garantiert f\u00fcr die wenigen leisen T\u00f6ne zust\u00e4ndig war. Aber die hat man wirklich kaum wahrgenommen im monstr\u00f6sen Schlachtenl\u00e4rm, der fast konstant durch den Film bebt.<\/p>\n<p>Was mich an <em>Batman Begins<\/em> allerdings beeindruckt hat, war die lange Reihe von Stars, die der Film aufbietet: Michael Caine ist wundervoll als Butler Alfred und bringt eben diesen Hauch von Leichtigkeit mit, von der ich gerne mehr gesehen h\u00e4tte. Genau wie Morgan Freeman, der Q von Gotham City, dem ich zwar keine Sekunde abgenommen habe, dass er wei\u00df, \u00fcber welche technischen Errungenschaften er gerade fachsimpelt, aber egal. Von mir aus kann Herr Freeman auch die Waschanleitung f\u00fcr den Bat Suit vorlesen, ich schaue ihn mir immer gerne an. Sobald der Mann auf der Leinwand erscheint, wei\u00df ich, dass alles gut wird. Das ist jetzt vielleicht nicht unbedingt ein Kompliment an Freemans Wandelbarkeit, aber ich habe seine Rolle, wie immer, als einen kultivierten Ruhepunkt empfunden. Gary Oldman nimmt sich und sein \u00fcblicherweise recht egomanes Spiel sehr zur\u00fcck, um den einzigen Polizisten zu geben, dem Batman trauen kann. Er wirkt die ganze Zeit wie ein Buchhalter, und wenn man wei\u00df, wie er sich sonst auf der Leinwand auff\u00fchrt, ahnt man, wieviel Anstrengung es ihn gekostet hat, mal normal zu sein \u2013 und damit sehr passend und menschlich im Gegensatz zu den ganzen Bilderbuchschurken.<\/p>\n<p>Ein ziemlicher Griff ins Klo war allerdings Katie Holmes als Rachel, die Jugendfreudin von Bruce, die inzwischen als Staatsanw\u00e4ltin arbeitet. Jedenfalls will uns das der Film glauben machen, was aber leider nicht funktioniert. Holmes bem\u00fcht sich zwar, streng und moralisch gefestigt durch ihre Zeilen zu kommen, aber irgendwie klingt sie immer so, als ob sie streberhaft versucht, ihre S\u00e4tze ganz tough zu sprechen, ohne auch nur zu ahnen, was sie da gerade sagt. In einem Film, der mit genau <em>einer<\/em> halbwegs vern\u00fcnftigen Frauenrolle auskommt (Waynes Mama darf ihre ganzen zehn Filmminuten lang nur l\u00e4cheln und blond sein, w\u00e4hrend Papa Brucilein die gesamte Weisheit des Abendlandes mit auf den Weg zu geben scheint \u2013 und die mageren Models, mit denen der gro\u00dfe Bruce durch die Bars zieht, k\u00f6nnen wir ebenfalls vernachl\u00e4ssigen), fand ich es sehr bedauerlich, dass gerade die nicht von einer gestandenen Schauspielerin interpretiert wird, sondern von einer Darstellerin, die schlicht und einfach noch zu jung f\u00fcr diesen Part ist und auch so aussieht.<\/p>\n<p>Das Einzige, was wirklich konstant an <em>Batman Begins<\/em> Spa\u00df gemacht hat, war Christian Bale. Wie gesagt, ein bisschen zu ernsthaft, aber immerhin hat er die Physis und auch das Gesicht, um das Fledermaus-Outfit nicht v\u00f6llig albern aussehen zu lassen. Wenn er oben auf einem Hochhaus steht und auf die Stadt runterblickt, hat man schon ein bisschen das Gef\u00fchl von Ehrfurcht und W\u00fcrde. Bei Clooney habe ich nur daran gedacht, wie affig die Ohren an ihm aussehen, und Val Kilmer stand deutlich ins Gesicht geschrieben, dass er den Film nur gedreht hat, weil er sich im Kost\u00fcm so arschgeil fand. Bale macht aus dem komischen Flattermann wirklich einen Charakter. Mag aber auch sein, dass ich mich ein wenig von den Szenen habe hinrei\u00dfen lassen, in denen er mal keinen schwarzen Anzug, welchen auch immer, tr\u00e4gt. Davon h\u00e4tte ich dann doch gerne noch einen weiteren Teil. Der darf dann aber ruhig etwas k\u00fcrzer sein. Und nicht ganz so laut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Batman Begins (USA 2005, 141 min) Darsteller: Christian Bale, Katie Holmes, Michael Caine, Liam Neeson, Morgan Freeman, Gary Oldman, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Wilkinson, Rutger Hauer Musik: Hans Zimmer &#038; James Newton Howard Kamera: Wally Pfister Drehbuch: Christopher Nolan &#038; David S. 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