{"id":9320,"date":"2010-07-10T16:11:55","date_gmt":"2010-07-10T14:11:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=9320"},"modified":"2010-07-10T18:03:49","modified_gmt":"2010-07-10T16:03:49","slug":"initiationsriten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=9320","title":{"rendered":"Initiationsriten"},"content":{"rendered":"<p>Seitdem die Damen hinter <a href=\"http:\/\/www.deliciousdays.com\/\">Delicious Days<\/a> und <a href=\"http:\/\/cucina-casalinga.blogspot.com\/\">Cucina Casalinga<\/a> mich in ihren RSS-Feeds unter \u201eFoodblogger\u201c einsortiert haben, trage ich mein N\u00e4schen ein kleines bisschen h\u00f6her. Auch wenn ich mich selber eher unter \u201eBem\u00fchte Rumk\u00f6chelblogger mit Nachholbedarf\u201c einsortieren w\u00fcrde, aber ich m\u00f6chte ja niemandem seine oder ihre RSS-Feed-Ordner vorschreiben, neinnein. Seit 30 Minuten trage ich die Nase jetzt aber ganz weit oben, denn ich habe es geschafft, mir meine erste Verletzung zu erkochen. Meiner Meinung nach ein Top-Deluxe-Aufnahmeritual.<\/p>\n<p>Ich habe aber nicht so was Banales wie \u201ehalbe Fingerkuppe mit dem neuen japanischen, 120mal gefalteten Gem\u00fcsemesser abgetrennt\u201c hingekriegt oder \u201eAugenbrauen am Original-amerikanischen-Gasflammenofen im Format 2 x 2 m versengt\u201c. Nein, ich habe es geschafft, mich am R\u00fccken zu verbr\u00fchen.<\/p>\n<p>Eins der drei Rezepte, die ich mir f\u00fcr diesen Samstag vorgenommen hatte (alle drei schon erledigt, was mach ich denn jetzt?), war diese wundervoll klingende <a href=\"http:\/\/schnuppschnuess.typepad.com\/manzfred\/2010\/05\/wunschkonzert-ananaskokoskonfit\u00fcre-ii-tm.html\">Ananas-Kokos-Konfit\u00fcre<\/a>. Marmeladekochen habe ich als Kind immer bei Mama mitgekriegt und dabei einen ordentlichen Respekt vor der harmlos-obstig-bunten, aber fies hei\u00dfen Masse eingeimpft bekommen. Die war schon mal nicht schuld, der habe ich mich tunlichst nur mit Teel\u00f6ffel und Tellerchen f\u00fcr die Gelierprobe gen\u00e4hert. (Nachdem ich gegoogelt hatte, was diese seltsame Gelierprobe \u00fcberhaupt ist.) Ich wusste von damals auch noch, dass die Gl\u00e4ser ausgekocht sein sollten, in die man die Marmelade f\u00fcllt. Wir hatten zuhause einen riesigen Kessel, der gef\u00fchlt 30 Gl\u00e4ser fasste. Den habe ich nat\u00fcrlich nicht, und in meinem gr\u00f6\u00dften Topf kochte ja auch schon die Marmelade. Also habe ich zum gr\u00f6\u00dften Topf vom Kerl gegriffen, mit dem ich sonst nie koche, weil der aus Gusseisen ist und somit viel zu schwer f\u00fcr meine zarten \u00c4rmchen.<\/p>\n<p>In diesem eisernen Topf kochten also lustig meine Gl\u00e4schen, die Gelierprobe war vielversprechend, ich wollte den Gl\u00e4sertopf vom Herd ziehen, um die Gl\u00e4ser rauszuheben, ohne dauernd kochend-hei\u00dfes Wasser abzukriegen, das auf der Flamme vor sich hinblubbern w\u00fcrde, griff also beherzt an die Topfgriffe \u2013 und merkte in dem Moment, ach ja, die sind ja nicht isoliert, NOCH EIN GRUND, WARUM DU NIE MIT DIESEM VERF***TEN TOPF KOCHST. <\/p>\n<p>Ich habe beim Kochen immer ein Geschirrhandtuch \u00fcber der Schulter h\u00e4ngen. Ich hatte mal versucht, mit Sch\u00fcrze zu kochen, aber das ging mir auf den Zeiger, dass ich immer dieses Band im Nacken hatte. Ich brauche aber trotzdem irgendwas, an dem ich dauernd meine Finger saubermachen kann. Lu hatte mir beim Coaching gezeigt, dass sie ihr Handtuch immer in den Hosenbund klemmt, aber das fand ich auch eher unkommod f\u00fcr mich. (Damit meine ich nicht, dass ich f\u00fcr meinen Hosenbund ein Badetuch brauche, sondern einfach, dass ich es doof fand.) Also h\u00e4ngt mein Tuch eben \u00fcber der Schulter. Von dort habe ich es runtergezogen, damit die Griffe umfasst und den Topf verschoben und es mir dann wieder schwungvoll \u00fcber die Schulter geworfen. <\/p>\n<p>Bl\u00f6derweise war das Handtuch von mir unbemerkt ins Wasser geraten.<\/p>\n<p>Und bl\u00f6derweise sind es gerade 35 Grad und ich koche im ziemlich r\u00fcckenfreien Tr\u00e4gertop.<\/p>\n<p>Nach dem ersten Schreck dachte ich, najut, machste mal weiter, aber da war anscheinend ne Menge Wasser auf meine arme, zarte Haut gelangt. Per Hand- und Badezimmerspiegel konnte ich einen gut 20 Zentimeter langen roten Streifen erkennen, der sich \u2013 ganz toll \u2013\u00a0vom Nackentattoo abw\u00e4rts die Wirbels\u00e4ule runterringelte. Und nach den wenigen Schrecksekunden fing das dann auch richtig sch\u00f6n an zu zwirbeln. <\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 20 Sekunden habe ich gegoogelt, was man da wohl so machen kann, und die n\u00e4chsten 20 Minuten habe ich mir ne k\u00fchle Dusche \u00fcber die Schulter laufen lassen. Dann durfte mich der Kerl noch ein bisschen eincremen und sich mein Gejammer anh\u00f6ren. Und wenn jetzt die Marmelade nicht schmeckt, bin ich SCHLECHT GELAUNT.<\/p>\n<p>Aber ich bin jetzt im Club. Und wei\u00df au\u00dferdem, warum K\u00f6che und K\u00f6chinnen immer diese lang\u00e4rmeligen Jacken tragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seitdem die Damen hinter Delicious Days und Cucina Casalinga mich in ihren RSS-Feeds unter \u201eFoodblogger\u201c einsortiert haben, trage ich mein N\u00e4schen ein kleines bisschen h\u00f6her. Auch wenn ich mich selber eher unter \u201eBem\u00fchte Rumk\u00f6chelblogger mit Nachholbedarf\u201c einsortieren w\u00fcrde, aber ich m\u00f6chte ja niemandem seine oder ihre RSS-Feed-Ordner vorschreiben, neinnein. 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