{"id":967,"date":"2005-07-18T08:03:32","date_gmt":"2005-07-18T06:03:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=967"},"modified":"2005-07-18T08:03:38","modified_gmt":"2005-07-18T06:03:38","slug":"die-fetten-jahre-sind-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=967","title":{"rendered":"Die fetten Jahre sind vorbei"},"content":{"rendered":"<p>Nerviger Neidhammelfilm, der zum Schluss nochmal ein bisschen Hoffnung auf ein bisschen Geschichte und weniger Parolen aufkommen l\u00e4sst, diese aber doch unelegant wieder in Schutt und Asche legt. Die Story von <em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0408777\/\">Die fetten Jahre sind vorbei<\/a><\/em> ist schnell erz\u00e4hlt (im Gegensatz zum Film, der daf\u00fcr langatmige zwei Stunden braucht): Jan und Peter (Daniel Br\u00fchl und Stipe Erceg) brechen in hochherrschaftliche Villen ein, klauen aber nichts, sondern stellen nur M\u00f6bel und Wertgegenst\u00e4nde um. Nach getaner Arbeit hinterlassen sie tiefsinnige Botschaften wie \u201eSie haben zuviel Geld \u2013 Die Erziehungsberechtigten\u201c oder Zettel mit dem Filmtitel drauf. Damit m\u00f6chten sie auf die ungerechte Verteilung der Produktionsmittel &#8230; ach nee, Moment, das war wer anders und der hat auch nur B\u00fccher geschrieben &#8230; des Geldes aufmerksam machen. Bei einem Einbruch, den Jan mit Jule (Julia Jentsch) ver\u00fcbt, l\u00e4sst diese ihr Handy liegen \u2013 ausgerechnet in dem Haus, in dem der Mann wohnt, dem sie \u00fcber 90.000 Euro schuldet, weil sie seine S-Klasse zu Schrott gefahren hat. Beim Versuch, das Handy wiederzuholen, treffen sie auf den Hausherren, geraten in Panik und entf\u00fchren ihn auf eine einsame Bergh\u00fctte.<\/p>\n<p>Ich habe gehofft, dass mit dem Umzug auf die Alm (Metapher! Metapher! Das einfache Leben!) die d\u00e4mlichen Dialoge besser werden, die sich bis dahin gerne mit der Ungerechtigkeit der Welt besch\u00e4ftigt haben, der Tatsache, dass man f\u00fcr Geld nun mal arbeiten muss und dass manche Menschen per se Arschl\u00f6cher sind, weil sie teure Autos fahren. Leider wurde meine Hoffnung nicht erf\u00fcllt: Auf der H\u00fctte sitzen die drei Entf\u00fchrer mit ihrem Opfer zusammen und diskutieren in bester Kommunenmanier, wie man die Welt \u00e4ndern k\u00f6nnte bzw. dass Menschen mit viel Geld automatisch an allem Schuld sind. Die drei Pseudorevoluzzer erliegen auch gerne der Idee, dass \u201edas Volk\u201c genau ihrer Meinung ist: \u201eDie Menschen haben einfach keinen Bock mehr auf euer System\u201c \u2013 doch, genau das haben sie. Sonst h\u00e4tten damals alle die DDR toll gefunden, weil da ja keiner mehr haben sollte als sein Nachbar (hat ja auch eins A funktioniert), und sonst w\u00fcrden nicht so viele Menschen auf genau so ein teures Auto sparen oder wenigstens von ihm tr\u00e4umen, wie die drei es verdammen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was <em>Die fetten Jahre sind vorbei<\/em> mir gro\u00dfartig sagen soll: Der Idealismus der Jugend ist erfrischend, und alle Menschen, die sich im kapitalistischen System wohlf\u00fchlen, sind Idioten? Oder doch eher: Die bockige Naivit\u00e4t der Jugend ist ziemlich nervig, und alle Menschen, die sich im kapitalistischen System wohlf\u00fchlen, m\u00f6chten nun mal lieber die Eigentumswohnung im Gegensatz zur Bergh\u00fctte mit Au\u00dfenklo und finden das auch v\u00f6llig in Ordnung? Egal. Weg damit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nerviger Neidhammelfilm, der zum Schluss nochmal ein bisschen Hoffnung auf ein bisschen Geschichte und weniger Parolen aufkommen l\u00e4sst, diese aber doch unelegant wieder in Schutt und Asche legt. 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