Montag, 8. April 2024 – Barfuß

Gestern verbloggt, dass ich vorgestern noch nicht den ganzen Tag barfuß rumlaufen konnte – gestern ging’s dann. Ich musste nicht vor die Tür, sondern blieb am eigenen Schreibtisch, und an dem saß ich barfuß. Das war schön.

An zwei Baustellen gearbeitet, Orgakram erledigt, was halt so anfällt.

Mittags das nächste neue Rezept vom Meal Plan gekocht. Ich bedauere jetzt schon die Tage, an denen ich nicht mehr im Home Office sitze, weil mir das sehr gut gefällt, mittags den Kopf komplett aus der Arbeit zu kriegen, weil ich mich auf ein neues Rezept konzentrieren muss. Gefühlt tut das meinem nachmittäglichen Output und der Motivation dazu sehr gut.

Am frühen Abend dann ein bisschen im NASA-Livestream rumgehangen und hibbeligen Wissenschaftler*innen dabei zugeschaut, wie sehr sie sich für die Sonne begeistern.

Die NYT in einem Op-Ed (Gift Article) zur Sonnenfinsternis über den USA: „A Moment of Unity, on Earth as in Space.

„For this atheist, it was the closest thing to a religious experience, a kind of monolithmoment. Here we were, just a bunch of primates, seemingly so advanced in intelligence and power, yet awed in the face of the profound.“

Zurück auf die Erde, leider: „Wagt es nicht.“

Die SZ überlegt, was passiert, wenn nach der nächsten Wahl die AfD in Thüringen stärkte Kraft sein könnte und besucht die Gedenkstätte Buchenwald. (Archive-Link ohne Paywall.)

„Was hier an Verbrechen geschehen ist, welche Dynamiken dazu geführt haben, dass es geschehen konnte – diese Fragen sind für die Bildungsarbeit der Gedenkstätte wichtig. Julia Treumann arbeitet in der Jugendbegegnungsstätte. Auch sie ist im Halbrund der früheren Kasernen der SS untergebracht. Hier können Gruppen die hoch begehrten Studientage buchen, um in tiefere Schichten der Auseinandersetzung mit diesem Ort einzutreten. Die Folgen der Pandemie spüren sie auch hier. Wie viel Geschichtsunterricht hatten die Jugendlichen denn überhaupt? Eine Stunde in der Woche? „Das Wissen wird einfach weniger“, sagt sie, trotzdem gibt es viele Anknüpfungspunkte, macht es ihr immer noch Freude, wenn sie merkt: „Ah, da ist jemandem ein Licht aufgegangen.“

Sie führt einen durch das Lagertor hinein in die schreiende Leere des Appellplatzes. Barackenfundamente. Schotterwege. Das Krematorium. Hinten rechts die frühere Effekten- und Kleiderkammer, wo heute die Ausstellung „Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945“ zu sehen ist. Ausgrenzung ist überhaupt ein gutes Stichwort für die Bildungsarbeit.

Denn „wir reden hier ja nicht über Schuld, sondern über Verantwortung“, sagt Julia Treumann.

Es gehe immer um die Bezüge zur Gegenwart in der Arbeit mit den jungen Menschen. Verantwortung – das sei jetzt doch extrem relevant bei alledem, was gerade im Land passiere. Welche Folgen hat es denn, wenn man Grundrechte außer Kraft setzt, wenn man Menschen ausgrenzt oder kategorisiert? Wird es dann nicht auch leichter, Gewalt auszuüben? Solche Fragen bedenken sie. Es sei erstaunlich, zu welchen Erkenntnissen Menschen an diesem historischen Ort kämen.“