Freitag, 13. Februar 2026 – Benzin im Koppe

Ich bin jetzt wieder in der Gilde der bescheuerten Rumfahrer:innen angekommen, wie ich gestern entsetzt, aber gleichzeitig wochenendfaul feststellen musste.

Ich habe ja einen Dauerparkplatz in einem Parkhaus, zu dem ich jeden Morgen zehn Minuten hinstapfen muss. Das habe ich jetzt anderthalb Jahre ertragen, aber gerade jetzt scheint der Punkt gekommen zu sein, an dem ich zeitweilig nicht mehr mag. Ich bin in Passau Autofahrerin, ich will, dass mein Auto vor meiner Haustür steht und ich gefühlt drei Meter gehen muss, bis ich einsteigen kann. Jaja, ich weiß. Aber wozu hat man denn ein Auto, wenn man da erst hingehen muss? Jeden Morgen kommt die krückstockfuchtelnde Oma Gröner durch, die nie wieder auf dem Land wohnen will, aber es total vermisst, dass da überall genug Platz ist, um drei Autos pro Haushalt hinzustellen.

Die letzten drei Tage gönnte ich mir gnadenlos nach Feierabend einen kostenpflichtigen Parkplatz in der Nähe meiner Wohnung. Gestern waren die Parkplatzgöttinnen aber nicht auf meiner Seite, ich fuhr dreimal im Kreis, fand nur Plätze, die quasi 100 Meter von meiner Parkgarage weg waren anstatt 100 von der Haustür, war nölig und wollte partout nicht ins Parkhaus. Im Kofferraum lag noch eine Runde Leergut, bei dem ich mich auch seit Tagen weigere, es wegzubringen, diese Woche war ich anscheinend grundbockig, außer bei der Arbeit, da bin ich diszipliniert und eifrig und kriege things done. Nur der Rest des Tages hat mich diese Woche anscheinend überfordert.

Ich seufzte also, dachte mir, fährste halt Leergut weg, wenn du eh keinen Parkplatz findest, ich gondelte also ans andere Ende der Stadt zum Lidl, fuhr auf den Parkplatz – und stellte fest, dass er sehr voll war, worauf ich, wer hätte es gedacht, bockig keine Lust hatte, ich hatte JE EH KEINE LUST, also drehte ich total sinnlos um, kam an der Parkgarage an, WAR IMMER NOCH BOCKIG, fuhr an ihr vorbei auf den bereits mehrfach umrundeten Parkplatz, und nun hatten die Göttinnen mein Opfer von 20 Minuten sinnloser Benzin- und Zeitverschwendung sowie Luftverpestung dankend angenommen, es war ein Parkplatz frei, wie er näher kaum bei mir sein konnte, ich parkte und fühlte mich gleichzeitig super und wie ein kompletter Idiot.

Zum Tagesabschluss gönnte ich mir endlich einen von den Krapfen, die ich seit Wochen rieche und kann nun bestätigen: schmecken so gut wie sie duften.