Tagebuch, Donnerstag bis Sonntag, 14. bis 17. März 2019 – Fifty and fabulous (and some small freakouts)

Donnerstag morgen begann ich mit den Vorbereitungen auf meine Geburtstagsfeier am Samstag. Ich hatte mir erstmals einen Zeitplan gebastelt, um Einkaufen, Kochen und Wohnung besucherfein zu machen koordinieren zu können, ohne wahnsinnig zu werden. Im Nachhinein war das eine meiner besseren Ideen. Die Idee, alleine für 25 Leute zu kochen, würde ich eher unter „Das machen wir vermutlich nie wieder“ ablegen. Aber um das schon mal vorwegzunehmen: Es war eine der besten Partys, auf denen ich je war. Und ich hoffe, dass meine Gäste ähnlich viel Spaß hatten.

Zeitplan für Donnerstag:
– Arbeitszimmer putzen und umräumen
– Silber putzen, Geschirr und Gläser in der Küche bereitstellen
– Wäsche waschen
– Bohnenpüree und Muhammara machen

Morgens musste ich noch einkaufen. Auf dem Rückweg erwischte mich dann eine Kundin am Telefon; wir verabredeten uns für den Freitagvormittag noch mal. Damit war klar: Das Arbeitszimmer konnte noch nicht ganz Party Central werden, weil ich den Schreibtisch noch brauchen würde. Ich konnte ihn aber immerhin schon fast leerräumen, ein paar Stehlampen anders positionieren, damit meine Gäste nicht dauernd in sie reinrennen, und vor allem viele Kabel stolpersicher verstauen. (Ich umkreise sonst Kabel und Lampen. Ja, das muss so.) Ich konnte außerdem schon eine Decke auf den Tisch legen, damit die vermutlich unvermeidbaren Essensflecken nicht auf meiner blütenweißen Tischplatte landeten.

Das Bohnenpüree und der dazugehörige Paprikadip sind aus Ottolenghis „Simple“ und hiermit in die geistige Standardrezeptdatenbank aufgenommen. Geht schnell und einfach und schmeckt. Zum Silberputzen hatte ich natürlich keine Lust und ließ das Alufolie und Salz übernehmen. Gläser und Besteck konnte ich dann doch noch nicht dramatisch drapieren, weil ich die ganzen Flächen noch als Abstellraum brauchte. Aber wir haben ja Zeit, das geht alles bestimmt entspannt noch am Samstag.

(Haha.)

Donnerstag abend war ich verabredet: Der ehemalige Kerl, der inzwischen im Blog Kai heißt, war netterweise in der Stadt, und weil ich ahnte, dass ich am Samstag eh mit jedem Gast nur zwei Minuten würde sprechen können, gingen wir in Ruhe zu zweit ein Schnitzel essen, lungerten dann noch in meiner Küche rum, und ich freute mich, ihn zum Freund zu haben.

Freitag begann dann die ernsthafte Küchenschlacht. Ich hatte viele vegetarische Rezepte rausgesucht, die frisch zubereitet werden sollten, weswegen ich nicht so irre viel früher anfangen konnte als eben einen Tag vor der Party und auch noch am Feiertag selbst genug machen musste.

Zeitplan:
– Hackbällchen machen
– Muffins backen
– Welfenspeise machen
– Bohnentopf machen
– Hühnerbrüste pochieren für indonesischen Salat
– Cashewkerne für Zucchinisalat rösten
– Jogurtsauce für Möhren
– Dressing für Frühlingszwiebelsalat
– Knoblauchbutter machen
– Schlafzimmer, Flur, Bibliothek putzen

Freitagnachmittag:
– Getränke mit F. kaufen
– Bad putzen
– Küche soweit wie möglich putzen

Dass der letzte Punkt totaler Irrsinn ist, wenn man Samstag auch noch kochen will, ist mir netterweise noch eingefallen, aber aus Dokumentationszwecken lasse ich den mal stehen.

Aber dann: Hackbällchen, einmal mit, einmal ohne Petersilie für Menschen, die unfassbarerweise keine Petersilie mögen *hust* F. *hust*. Am Samstag konnte ich interessiert dabei zusehen, wie die Schüssel mit den Petersilienbällchen deutlich schneller leer wurde als die andere. Bei den vielen Schüsseln und Platten, anwesenden Vegetarier*innen und eventuell Menschen mit Unverträglichkeiten dachte ich schlau: Ich schreib einfach kleine Schilder, auf denen Zutaten bzw. Allergene draufstehen. Zwischen den zwei Hackbällchenschüsseln stand nur ein Schild: „< -- mit Petersilie ohne -->“. Funktionierte.

Dann buk ich Muffins, die ich Samstag noch glasieren wollte. An denen stand das Schild: „Zitronenmuffins, aus Zeitgründen unglasiert.“ Ihr seht schon, wo dieser Blogeintrag hingeht.

Dann warf ich die Zutaten für das fleischlose Chili zusammen, pochierte nebenbei Hühnerbrüste und schnitt soweit wie möglich schon Zutaten für den dazugehörigen Salat, mischte Dressings und Saucen, ignorierte die Idee mit der Knoblauchbutter und fand auch, dass Cashewkerne nicht geröstet werden müssten, um wohlschmeckend zu sein.

In einer kleinen Rücken- und Füßchenausruhpause auf dem Sofa sah ich, dass Okwui Enwezor verstorben war, was mich doch etwas mehr mitnahm als erwartet. Enwezor war von 2011 bis 2018 Direktor des Hauses der Kunst gewesen, und seine Postwar-Ausstellung hatte in meinem Kopf viel mehr umgeworfen und neu geordnet als ich vor dem Besuch dachte. Und obwohl man wusste, dass er krank war, dachte ich die ganze Zeit, ich könne vielleicht noch eine weitere Ausstellung von ihm sehen, nicht mehr in München, aber dann eben woanders. Leider nicht. Krebs ist also immer noch ein Arschloch.

Hier Enwezors Fotoserie für „Sagen Sie jetzt nichts“, von der gleich das erste Bild mein Liebling ist (und die 7!), hier der Nachruf in der FAZ, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Spiegel-Gespräch aus dem vergangenen August, das hinter einer Paywall ist.

Den restlichen Freitag putzte und wuschelte ich so rum und merkte langsam, aber sehr dringlich, dass ich eventuell zu optimistisch an alles rangegangen war, vor allem, was meine Küchenausstattung anging. Ich hatte mir so launig überlegt, hey, du nimmst einfach deine fünf liebsten Salatrezepte, verdreifachst die Mengen und gut ist. Was ich dabei total vergessen hatte: Wenn man dreimal mehr Zutaten nimmt, braucht man auch dreimal so große Schüsseln, und genau daran scheiterte ich diverse Male. Ich hatte genau zwei richtig große Schüsseln und die brauchte ich beide für die Welfenspeise, den besten aller Nachtische, den ich Niedersächsin den vielen Bayer*innen nahebringen wollte. So wurden aus den drei Kilo Möhren, die ich servieren wollte, nur noch zwei, weil die genau in eine Schüssel passten, in der sie bis Samstag im Kühlschrank ausharren konnten, bevor sie aufs Backblech mussten.

Apropos Kühlschrank. In meiner Wohnung gehört ein kleiner Kühlschrank zur Küchenzeile, der aber seit dem Umzug nur noch ausgeschaltet rumsteht, weil ich mir einen größeren gegönnt habe. Jetzt sollte er kongenial zum Getränkekühlschrank werden, weswegen er seit Donnerstag wieder angeschaltet war. Anstatt Freitag abend die erstandenen Bier- und Speziflaschen in ihn zu räumen, parkte ich dort erstmal geschnittenes Gemüse und Dressings in Marmeladegläsern, weil mein normaler Kühlschrank schon mit ungeschnittenem Gemüse voll war.

Flur und Bibliothek wurden entstaubt und gesaugt, das Schlafzimmer immerhin entstaubt, das Bad blieb ungeputzt.

Letzter Tagesordnungspunkt: Weinschaumcreme für die Welfenspeise machen. Die Vanillecreme hatte ich schon angefertigt, die kühlte seit Stunden vor sich hin. Nun schlug ich die zwölf Eigelbe mit Zucker und Weißwein über dem Wasserbad auf, schlug und schlug, bis alles endlich Schaum war und füllte den dann vorsichtig in die Schüssel mit der Vanillecreme. Aber erst, nachdem ich fünf ordentliche Kellen abgenommen hatte, denn sonst hätte nicht alles reingepasst. Ungeplantes Feierabendfutter! Creme und Schaum kamen in den Kühlschrank und ich hoffte darauf, dass Samstag morgen alles fest und hübsch war.

F. war Freitag schon vor Mitternacht eingeschlafen, weswegen ich die ersten Glückwünsche von ihm erst am Samstag morgen bekam. Direkt nach der Freude darüber, Geburtstagsprinzessin zu sein, bekam ich Atemnot ob der neuen Jahresanzahl.

Zeitplan:
– Bett neu beziehen
– Hefeteig für Zwiebel und Lauchtorte ansetzen
– Käse aus dem Kühlschrank holen
– Bäckereibestellung abholen (ab 9)
– Möhren rösten
– Blumenkohl für Salat rösten und abkühlen lassen /andere Zutaten zusammenfügen, erst kurz vor 19 Uhr zusammenwerfen
– Gemüse schneiden, Eiermilch machen für Lauch und Zwiebelkuchen
– Frühlingszwiebelsalat machen
– Nudeln kochen für Salat
– Muffins dekorieren
– Dressing für: Hähnchensalat, Zucchinisalat
– Käseplatte machen
– Chips verteilen, Aschenbecher auf Balkon
– Bohnenpüree verteilen
– Zucchinsalat 18 Uhr?

Die Bäckereibestellung übernahm netterweise F., der eh nach Hause musste, um sich in Fußballklamotten zu werfen, denn der FC Augsburg hatte Heimspiel, das mir leider entging. Ich hatte für einen winzigen Augenblick darüber nachgedacht, hinzufahren – „Ich bereite einfach alles perfekt vor und fange mit der Feier erst um 20 Uhr an, das geht schon“ –, mich aber intelligenterweise selbst davon abgebracht.

Als F. gegangen war, schaute ich als erstes nach der Welfenspeise – und war traurig und muksch. Anstatt zu erstarren, hatte sich der Wein nach unten in die Schüssel verzogen, über ihm schwamm die Vanillecreme und oben drauf war eine hässliche Zuckerschicht. Sah füchterlich aus, aber wenn man einen Löffel durch alles zog, schmeckte es immerhin. Es landete trotzdem im Klo (sorry, Stadtwerke, aber wo soll das denn sonst hin?) und ich überlegte, den ganzen Quatsch zu lassen und Pizza zu bestellen. Klingt bescheuert, aber genau die Welfenspeise wollte ich am dringendsten haben, Rest ist egal, Salat machen ja alle. Dass ausgerechnet die jetzt so danebengegangen war, nervte kolossal. Normalerweise mache ich die Vanillecreme ein paar Stunden vorher und schlage dann den Weinschaum frisch zum Servieren auf. Dazu hatte ich als Gastgeberin natürlich überhaupt keine Zeit und Lust, daher der Versuch mit dem alles auf einmal. Doofer Versuch.

Im Hinterkopf hatte ich aber meinen Schwager, der auch gerne kocht und zudem total hilfsbereit ist; vielleicht würde der sich mal für zehn Minuten an den Herd stellen, während ich weiter die total entspannte und unverschwitzte Gastgeberin gab? Bestimmt! F. kam wieder vorbei, brachte Baguettes und Brezn, und ich bat ihn, noch eine Runde Sahne, Eier und Vanilleschoten zu kaufen, um eine neue Schüssel vorzubereiten.


Das Weinregal wurde professionell gegen durstige Langfinger gesichert.

Immerhin die ersten vier Punkte auf der Liste klappten gut, aber ab den Möhren entglitt dann wieder alles. Die Schüssel hatte ich noch mit ihnen vollbekommen, das Backblech scheiterte aber total. Ich brauchte nämlich zwei Bleche und nicht nur eins, um die Dinger auszubreiten, merkte danach außerdem, dass die Honigmarinade die Bleche trotz Backpapier so richtig schön eingesaut hatte, weswegen ich erstmal spülen musste und der tolle Plan, direkt nach den Möhren entspannt den Blumenkohl in den Ofen zu schieben, gegessen war. Außerdem brauchten die Möhren fast doppelt so lange wie im Rezept angegeben, um nicht mehr steinhart zu sein, aber das war dann auch schon egal. Ich briet Zwiebeln in der Pfanne an, damit sie nicht roh auf den Zwiebelkuchen kamen, verfluchte wieder Lauch und Lauchzwiebeln, weil sie immer dreckig sind und letztere auch noch in den Augen wehtun und superfitzelig zu schälen sind, immerhin war der Hefeteig so richtig geil aufgegangen, was mich sehr freute, ich rollte ihn aus, er passte auf mein allerletztes Backblech, ich verteilte schon Salate auf Platten, denn die Schüsseln brauchte ich ja dauernd, schnitt, spülte ab, räumte dreimal den Geschirrspüler ein und aus, machte in Rekordzeit Pesto und Nudelsalat, schrieb die letzten Schilder, konnte irgendwann endlich mal Gläser und Bestecke verteilen und schließlich mit letzter Kraft auch noch das Bad putzen und die völlig zerstörte Küche wiederherstellen. Der Zucchinisalat besteht bis heute aus acht Zucchinis, die in meinem Gemüsefach liegen (gut, dass ich die Cashews dafür nicht geröstet habe), die Muffins blieben unglasiert, ich vergaß Salz und Pfeffer für die Eiermilch auf dem Zwiebelkuchen, der ein kombinierter Lauch-Zwiebelkuchen wurde, weil ich keine zwei Bleche mehr hatte, warf den Blumenkohlsalat schon zusammen, nix mit „erst kurz bevor die Gäste kommen“, und überhaupt wollte ich in der Halbzeit des Fußballspiels, als ich endlich, endlich mit allem fertig und geduscht war, nur noch den ersten Sekt aufmachen und dann schlafen gehen.

Aber dann, als ich Füße und Rücken wieder ausgeruht, Augsburg 3:1 gewonnen und ich eine Spezi getrunken hatte, ging’s wieder. Schwester und Schwager kamen schon vor 19 Uhr vorbei, brachten noch einen hervorragenden Nudelsalat mit, und Schwagerschatz nickte natürlich sofort, als ich um das Weincremeschäumen bat. Dann klingelten 25 Leute hintereinander, ich stand eigentlich nur an der Tür, immer mit einem frischen Kremang in der Hand, den F. flaschenweise angeschleppt hatte, freute mich über Menschen und Umarmungen und sehr viele Geschenke, obwohl ich nur mit einem Massengeschenk gerechnet hatte. Wenn ich mir den Tisch so ansehe, kann ich die nächsten Monate betrunken literweise Espresso kochen.

Es hatten mich mehrere Gäste im Vorfeld gefragt, ob sie etwas Essbares beisteuern sollten, und obwohl ich natürlich dachte „DAS PASST ALLES NICHT INS KONZEPT!“, war ich im Nachhinein sehr dankbar für das Tiramisu, die Apfelschnecken und natürlich den Geburtstagskuchen, den ich völlig vergessen hätte. Danke dafür! Ich esse gerade das letzte Stück davon. (Das oben im Bild ist die Vanillecreme noch ohne Weinschaum, der wurde wirklich heiß serviert <3)


Das Massengeschenk, von dem ich vorher wusste, war eine Espressomühle, die Sonntag morgen gleich aufgebaut und eingeweiht wurde. Da meine Gästeschnuffis aber irre freigiebig waren, bekam ich dazu noch diverse Kaffeesorten, ein größeres Milchkännchen und, so geil, einen Latte-Art-Kurs, über den ich sehr laut gequietscht habe. Die ersten Dekowünsche wurden bereits angebracht – „die Augsburger Zirbelnuss!“ – und ich freue mich schon sehr vor.

Ich kann gar nicht beschreiben, wie viel Spaß ich an der eigenen Party hatte. Normalerweise bin ich die gestresste Gastgeberin, die bloß keine Flecke auf den weißen Sofas haben und spätestens nach zwei Stunden alle Gäste vor die Tür kärchern will, aber dieses Mal war es einfach schön. Ich habe mich darüber gefreut, dass Leute aus Hamburg und Köln nach München gekommen sind, dass so gut wie alle Eingeladenen auch kamen, dass sich alle hübsch und in wechselnden Formationen in der Wohnung verteilten, dass nicht nur über Fußball geredet wurde, dass es anscheinend allen geschmeckt hat – DIE WELFENSPEISE IST LEER GEWORDEN! –, dass sehr viele recht lange blieben und zwischendurch einfach mal abgespült wurde, weil ich nicht genug Teller und Gläser hatte. Ganz zum Schluss blieb noch ein Gast, der mit F. Omas Goldrandgeschirr abwusch, während ich den Rest der Wohnung schon wieder ansatzweise in den gästefreien Zustand zurückversetzte, und um kurz vor 3 war ich dann sehr glücklich, zufrieden, dankbar und nur ein bisschen angeschickert im Bett.

Und am Sonntag machten F., Schwager, Schwester und ich dann das, was alle Münchner mit Essensresten bei gutem Wetter machen: Man schleppt sie in den Biergarten und holt sich eine Maß dazu. Oma Gröner ruht sich jetzt aus.

Tagebuch Mittwoch 13. März 2019 – Shopping is not (yet) creating

Am Dienstag den ersten Teil des langen, laaangen Einkaufszettels abgearbeitet. Mein Kühlschrank war danach hauptsächlich voll mit Milchprodukten. Einkaufszettel am Rechner revidiert und neu ausgedruckt.

Gestern den zweiten Teil abgearbeitet. Ein Monatsgehalt für Vanilleschoten ausgegeben. Einen U-Bahn-Wagen mit Knoblauch im Rucksack beduftet, den ich zuhause in der Küche ablegte. Habe heute morgen bemerkt, dass der Duft sich inzwischen bis ins Arbeitszimmer ausgedehnt hat. Werde den Flur jetzt mit Zitronen auslegen, dann passt das wieder.

Festgestellt, dass meine neue Brille gefühlt schlechter wird als besser. Der zunächst größte Unterschied zur alten Brille war eine stärker korrigierte Hornhautkrümmung. Die ersten Tage sah mein iPhone nicht mehr wie ein rechtwinkliges Rechteck, sondern wie ein schiefes Parallelogramm aus. Das hat sich inzwischen gegeben, aber dafür kann ich jetzt mit meiner alten Brille nicht mehr sehen, da ist jetzt alles schief, Zauberei, verdammte. Die ersten Tage war ich beglückt über die neu gewonnene Fernsicht. Gleich am ersten Tag war ich abends in Augsburg im Stadion, wo wir auf der Haupttribüne sitzen. Uns gegenüber ist die VIP-Tribüne mit den glasverkleideten Boxen, zwischen denen sich ein Stück weiße Wand befindet. Jedenfalls dachte ich bisher immer, die Wand sei weiß. Mit der neuen Brille konnte ich Sponsorennamen in heller Schrift entdecken und die meisten sogar lesen. Toll. Auch der Nahbereich ist irrsinnig scharf, am Anfang war mir der sogar zu scharf. Die Optikerin hatte mich vorgewarnt, ich müsse iPhone und Bücher jetzt vermutlich etwas weiter von mir weghalten, darauf hatte ich mich eingestellt, das ist auch so passiert. Ist aber alles noch im erträglichen Rahmen.

Was allerdings nervt, und ich behaupte, es wird immer schlechter, ist der mittlere Bereich, also genau der, für den ich eine Brille trage. Lesen kann ich auch ohne Brille, und eine wirkliche Fernsicht habe ich quasi seit 40 Jahren nicht mehr. Ich erkenne Autos, die 100 Meter von mir weg sind, aber ich kann nicht sagen, welches Modell es ist geschweige denn das Kennzeichen lesen. Ist aber egal, Hauptsache, ich sehe, dass ein Auto kommt, wenn ich über die Straße will.

Was für mich aber elementarer ist, sind Schilder in meiner Nähe. Dummerweise merkt man sich ja nie, was man vor einem Brillenwechsel gut sehen konnte und was schon nicht mehr. Gestern hatte ich endlich einen Beleg dafür, dass sich meine Augen noch weiter gewöhnen müssen oder wir nochmal an die Gläser ranmüssen. Ich habe von Anfang an gemerkt, dass ich die leuchtenden U-Bahn-Schilder, die mir sagen, welche U-Bahn in wieviel Minuten nach wohin ankommt, nur noch sehr unscharf lesen kann, wusste aber nicht mehr, ab wann ich sie scharf sah. Im Moment kann ich direkt davor stehen und sehe sie nicht scharf, was mir nicht optimal erscheint. Gestern konnte ich aber auf ein altes Wissen zurückgreifen: Am Sendlinger Tor komme ich aus dem unteren Geschoss ins mittlere, von wo man in die U3 (orangenes Quadrat auf der Anzeigentafel) oder die U6 (blaues Quadrat) umsteigen kann. Als ich noch in die Allianz-Arena gegangen bin, war das mein Weg: die Treppe von der U2 rauf, die mich genau in der Mitte des Bahnsteigs für U3 und U6 ausspuckt. Von dort reichte ein Blick nach links und rechts, wo am Bahnsteigende die Tafeln hängen, um mir zu zeigen, wann die nächste U6 nach Fröttmaning raus einfährt. Gestern merkte ich, dass ich nicht mal mehr erkennen kann, ob auf den Tafeln ein orangefarbenes oder ein blaues Quadrat vor dem weißen Streifen kommt, der eigentlich die Schrift ist. Fuck.

In der Fußgängerzone merkte ich dann, wie praktisch das ist, dass Firmen in ihre Logos investieren. Ich konnte kein einziges wirklich erkennen, wusste aber, nach welcher Form und Farbe ich suchen musste, um einen Laden zu finden, in dem ich noch nie war und von dem ich daher nicht genau wusste, auf welcher Höhe der Fußgängerzone er sich befand. Ein grünes Quadrat reichte mir dann als Anhaltspunkt, um den Body Shop zu finden, dessen weiße Schrift auf dem Quadrat ich erst lesen konnte, als ich fünf Meter davorstand. (Jetzt habe ich wieder schönes Duschgel zuhause, das nicht nach Bazooka Joe riecht, obwohl Granatapfel draufsteht.)

Der Optiker meinte, die Augen bräuchten schon ein bisschen, bis sie mit den neuen Gläsern klarkämen, aber wenn nach zwei Wochen immer noch nicht alles gut ist, bitte vorbeikommen. Das wäre morgen, aber jetzt gerade brauche ich die Brille sehr, denn ich werde morgen und übermorgen sehr viel mit sehr scharfen Messern arbeiten und wenigstens das kann ich momentan halbwegs okay erkennen. Meine Gäste am Samstag werde ich hoffentlich anhand ihrer Stimmen identifizieren können. Und Montag geht’s dann zum Optiker.

Aber hey, das Gestell ist super! Ich würde nur gerne mal wieder Fahrradfahren. Und Luise scharf sehen.

Arab men’s lived experience in and outside of Europe

Die Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan hat für das Goethe-Institut in Schweden ein Gespräch mit drei Geflüchteten aus Syrien und Ägypten, die jetzt in Schweden und Deutschland leben, geführt. Leseempfehlung.

„Q: Before you went on the boat, did you know about these trips? Did you know that people die?

Nedal: I knew. I read up on everything and counted all the accidents, I made a mathematical calculation and came to the conclusion that 99 percent of these trips survived. I decided that I could take the risk. But after having done the trip, now I would never do it again. It was so, so, so bad.

Q: Do you want to tell me what was so bad?

Nedal: Everything. Every single thing. From the smell to the sleeping situation. The weather. Whenever something happened, like the wind blew harder, it’s always the kids you hear first. There were babies. And you hear the mothers screaming. It starts raining. And you think, if something happens, who can help? You can’t even help yourself, you know. And you have those thoughts every single moment. All you see is the sea, water and nothing but water. I keep thinking about it. I keep my old phone I had on that trip. I still have the safety vest. I bought it in Istanbul and after my trip I found out that it would not have saved me. I would have drowned instantly. I keep it to remind myself of the risk I took to come here. The situation during the war in Syria was very bad and Tunisia was also bad. I wanted something else. […]

Q: How did you deal with the lack of social contacts?

Mahdi: Well, in Kalmar I started realising that we Arabs were hanging out together. We didn’t have Swedish friends. One factor was that we didn’t speak Swedish. The other one was that Swedes didn’t really want to interact with us beyond the official level. So you have a reaction, you think they don’t want to know you so you stick to your people. This is how it went. I thought, well, I’m not really here to stay with my own people. I don’t have this feeling of Arab or Syrian identity, I just feel like I am a human being. But at the time I felt Syrian because people saw me as Syrian. So what are you going to do? I started an internship at Kalmar library and started to hang out with my co-worker. I hate saying we and them but I realised that they aren’t bad but that we are just different. It’s like nobody really wants to compromise and change, a lot of people do but it’s slow coming. I’m thinking about this equation that every Arab is a Muslim and every Muslim is a terrorist. Swedes don’t think like that but they are cautious and I guess some have made negative experiences with migrants. It takes a lot of time to build trust. For example, I live with twelve people in my corridor here in Lund and we have never hugged each other. I left for Berlin for six months and when I came back it was just like “hej” and I said, “come on man, give me a hug” and he was like, “Yeah, okay fine, I’ll give you a hug.” [laughs]

PS: Das Headline-Zitat „Shopping is not creating“ ist von Douglas Coupland, vermutlich aus Generation X, weiß ich aber nicht mehr. Schleppe ich schon zu lange mit mir herum.

1000 Fragen, 141 bis 160

(Ich paraphrasiere Christian: „Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht, und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF erstellt.“)

141. In welche Länder möchtest du noch reisen?

Bis auf Dänemark habe ich von Skandinavien noch nichts gesehen, und bis auf Ägypten noch nichts von Afrika. Und nach Polen würde ich gerne mal. Oh, und St. Petersburg! (Ja, kein Land, schon gut.)

142. Welche übernatürliche Kraft hättest du gern?

Laute Menschen zum Verstummen bringen.

143. Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken?

Ich schrieb das vor sehr langer Zeit schon einmal auf. Ich würde heute über ein paar Formulierungen drübergehen, aber ich lasse das mal so stehen. Vierter Absatz.

144. Welches Lied macht dir immer gute Laune?

Naheliegenderweise das hier. (Okay, Steilvorlage.)

Na gut. Ich habe mal eben meine vor gefühlt 15 Jahren angelegte „Gute Laune“-Liste in iTunes durchgeschaut, die wirklich so heißt. Da ist so gut wie nur alter Kram drin, aber das muss so. Ich bin ja auch alt. Enjoy!

INXS – Disappear
Madonna – Ray of Light
The Undertones – Here Comes the Summer
Dropkick Murphys – I’m Shipping Up To Boston
Foo Fighters – Learn To Fly
Robyn – Indestructible
Django Django – Default
Peter Fox – Haus am See
Stevie Wonder – For Once in My Life
Marlena Shaw – California Soul
Moby – Honey
Teddybears – Cobrastyle

Und jetzt, Achtung, 4000 Follower auf Twitter auf einen Schlag weniger, aber:

Nickelback – Rockstar

ICH MAG DEN TEXT, DER TEXT IST GUT! UND DAS VIDEO AUCH!

145. Wie flexibel bist du?

Ich höre nur noch 15 Jahre alte Playlists. Nicht so sehr, sag ich mal.

146. Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gern magst?

Toast Hawaii?

147. Was tust du, wenn du in einer Schlange warten musst?

Lesen. Man hat schließlich immer ein Buch dabei.

148. Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos?

Im Spiegel.

149. Entscheidest du dich eher für weniger Kalorien oder mehr Sport?

Ich verstehe die Frage nicht.

150. Führst du oft Selbstgespräche?

Immer. Dauernd. Den ganzen Tag. Manches davon endete in einem Referat oder einer wissenschaftlichen Arbeit oder im Blog, andere Konversationen werden vielleicht mal zu einer Dankesrede bei den Oscars für das beste Drehbuch.

151. Wofür wärst du gern berühmt?

Ich wäre nicht gerne berühmt. Ich wäre aber gerne steinreich, das dürfte ähnlich sein. CAUSE WE ALL JUST WANNA BE BIG ROCKSTARS / AND LIVE IN HILLTOP HOUSES, DRIVING FIFTEEN CARS.

152. Wie fühlt es sich an, abgewiesen zu werden?

Doof halt. Dumme Frage.

153. Wen würdest du gern besser kennenlernen?

Meine Großeltern, aber dafür ist es leider zu spät. Kinders, macht das, so lange die Menschen noch leben. Schreibt euch Familienrezepte auf. Fragt eure Leute, wie sie sich kennengelernt habe, wie sie mit 25 drauf waren, warum sie so sind, wie sie sind. Hört einmal auf Oma Gröner!

154. Duftest du immer gut?

Entweder nach Carolina Herreras 212, staubigen Büchern oder was Fettigem. Also ja.

155. Wie viele Bücher liest du pro Jahr?

Ich finde es fies, dass die ganzen wissenschaftlichen Dinger, aus denen ich nur einen Aufsatz lese, nicht als ganzes Buch mitzählen. Sonst wären es TAUSENDE. (Na gut, vielleicht 80 im Jahr.)

156. Googelst du dich selbst?

Schon lange nicht mehr. Aber ja, am Anfang dieses Blogdingsis ja, da schon.

157. Welches historische Ereignis hättest du gern mit eigenen Augen gesehen?

Die Bergpredigt. Raffael, wie er die Vatikanischen Stanzen ausmalt. Die Cheops-Pyramide mit ihrer hellen Verkleidung. Wobei die auch ohne verdammt beeindruckend ist. Da kommt nicht mal die Chinesische Mauer mit.

(Mir fällt gerade mal wieder auf, dass ich Life of Brian noch nie im Original gesehen habe.)

158. Könntest du mit deinen Freundinnen zusammenwohnen?

Nein. Ich mag keine WGs.

159. Sprichst du mit Gegenständen?

Mit Stofftieren und Autos.

160. Was ist dein größtes Defizit?

Mittelmäßiger Musikgeschmack und Konversationen mit Gegenständen.

Ein anderes Dankeschön …

… an eine/n unbekannte/n Spender/in, der/die Cornelia, die mich mit Ruth Klügers Frauen lesen anders: Essays überraschte. Das Buch kannte ich bisher nicht, wurde aber auf dem sehr empfehlenswerten Instagram-Account von Johanna Adorján durch eine längere Beschreibung darauf aufmerksam gemacht. Klang gut, klang spannend, klang notwendig, gleich mal auf den Wunschzettel gepackt. Vielen Dank für das Geschenk, ich habe mich sehr gefreut.

(Wenn ich Sie in diesem Zusammenhang einfach mal wieder auf mein Lieblingsbuch von Adorján aufmerksam machen dürfte?)

Tagebuch Montag 11. März 2018 – Abgeschickt

Total verschlafen und sehr verstimmt aufgewacht. Ich hatte geträumt, das Lektorgirl hätte geheiratet und mich nicht zur Feier eingeladen. Ich war so kurz davor, eine enttäuschte Mail zu schreiben, bis mir einfiel, dass ich da eventuell überreagiere.

Zehn Minuten länger als sonst zum Anziehen gebraucht und dabei sehr geflucht, weil der linke Arm weh tut, wenn ich ihn über den Kopf hebe oder versuche, mit ihm irgendwie in ein Longsleeve zu kommen.

Kitchen Impossible nachgeholt, och jo. Saturday Night Live nachgeholt, ebenfalls och jo, aber mit einem guten Auftritt von Pete Davidson, der sich selbst fragte, ob man nach den neuen Dokumentationen über R. Kelly und Michael Jackson deren Musik noch hören könne?

Also eine Frage, die ich mir in Bezug auf Richard Wagner stelle, seit ich weiß, dass der Mann Antisemit war. Ich habe es schön vor mir selbst zurechtgelegt, dass man Kunst vom Künstler bzw. von der Künstlerin trennen müsse. Ich mag jetzt aber trotzdem keine Woody-Allen-Filme oder Serien mit Kevin Spacey mehr sehen, da klappt das Dissoziieren nicht. Aber von Jackson und Kelly habe ich durchaus ein paar Songs auf dem iPhone, die ich auch gerne höre. Davidson hatte die schöne Idee, die Lieder weiter zu hören, sich aber jedesmal selbst daran zu erinnern, dass der Künstler vermutlich ein schlechter Mensch war bzw. ist und außerdem für jeden Song einen Dollar an eine Organisation zu spenden, die sich für Missbrauchsopfer einsetzt. Klang erstmal schräg, aber je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee. Ist so ein bisschen wie der CO2-Ausgleich.

(Irgendwann googele ich, wie ich die 2 tieferstellen kann. Nicht heute.)

Nachmittags ein letztes Mal über das Dissertations-Exposé gepuschelt und sehr zufrieden gewesen. Schnell an den Doktorvater gemailt, bevor ich nochmal drübergehe.

Das hat sich wie der erste Schritt zum fertigen Text angefühlt, was ziemlich super war. Und im Prinzip habe ich ja schon das Grundgerüst der Einleitung formuliert. Dann machen wir mal mit einem Kapitel weiter.

Mich über diese schöne Reply gefreut. Die beiden Damen habe ich in Wien mal persönlich getroffen und mich gleich 20 Jahre jünger gefühlt.

Geschenk aus der Packstation geholt, das kurze Schneetreiben perfekt verpasst, Zeitung gelesen, Käsebrot gegessen, mich wie immer über F. gefreut, der irgendwann vorbeikam, gemeinsam eingeschlafen.

Tagebuch Sonntag, 10. März 2019 – Viel gelernt und Aua

Den Vormittag habe ich dazu genutzt, mal die lange Einkaufsliste für meine demnächst stattfindenden Partay (wie von Ross aus Friends ausgesprochen, aber das wusstet ihr natürlich) aufzuschreiben. Sie ist zweieinhalb Seiten lang und beinhaltet 30 Knoblauchzehen. Das wird gut, glaube ich.

Beim Aufstehen vom Schreibtisch zerrte ich mir irgendwas im Rücken und ahnte wieder einmal, dass ich Idiot vermutlich nicht alt werden werde. Dass ich es überhaupt bis hierhin geschafft habe!

Deswegen war ich auch nicht so lange wie geplant auf einer kleinen spätnachmittaglichen Verabredung in etwas größerer Gesellschaft. Ich lernte aber immerhin, dass Musiker von professionellen Orchestern meine und F.s Vermutung bestätigen können: Die Menschen husten mehr als früher. Wir erklärten das alle damit, dass das Publikum halt immer älter wird. Außerdem lernte ich, dass Bläser eine höhere Arbeitsdisziplin als Streicher hätten (und das kam von einem Streicher!), weil von denen meist nicht so viele im Orchester sind. Wenn eine von 20 Geigen ausfällt, kann man das verschmerzen, wenn eine von zwei Klarinetten krank ist, ist das komplizierter, gerade wenn Soli anstehen. Die möchte man vielleicht nicht der Kollegin aufdrücken und schleppt sich dann halt zum Dienst. Mein Respekt für diesen Berufsstand wuchs mal wieder.

Nach zwei Stündchen merkte ich aber, wie ich völlig verspannte, humpelte zu Bus und U-Bahn und legte mich zuhause flach mit meiner Wärmflasche aufs Sofa. Dooferweise konnte ich so mein Buch nicht halten, weil es ein blödes Format hat und recht dick ist, weswegen ich schon um halb 10 im Bettchen lag, wo ich mir aus F.s Bettdecke eine Halterung basteln konnte. Pärchenkram. So praktisch!

Nachmittags warf ich launig eine Bemerkung über Obstdüfte von weiblich konnotierten Duschgels in die Runde, auf die ich gar keine Erwiderung erwartete, aber ich habe jetzt einen fast ebenso langen Einkaufszettel wie für das Partay-Futter.

Abgeschminkt

Bei den Virgin Atlantic Airways müssen Flugbegleiterinnen sich nicht mehr schminken.

„Für den Flugverkehr ist sie eine kleine Revolution. Make-up und Absatzschuhe sind in vielen Fluggesellschaften noch immer vorgeschrieben. Bei der Lufthansa etwa, wo um dezentes Make-up und gepflegte Hände gebeten wird. British Airways verlangt zusätzlich, dass Unreinheiten abgedeckt werden. Bei manchen Airlines sind Schmink- und Hairstyling-Trainings sogar teil der Ausbildung für Frauen. Männliche Flugbegleiter dagegen warten bis heute auf einen Bartschneide- und Nasenhaar-Trimm-Kurs, der sie dazu qualifizieren soll, ihren Beruf besser auszuüben. Warum hält sich die Idee so hartnäckig, die berufliche Eignung von Frauen ließe sich auch an ihrem Erscheinungsbild ablesen?

Schon im alten Ägypten wurden Haare mit Zuckerpaste entfernt, und Käfer für die Lippentönung zerquetscht. Schönheit gilt als eine Tugend, die beim weiblichen Geschlecht seit jeher mit etwas mehr Aufwand verknüpft ist. Diese Logik steckt auch hinter Airline-Bestimmungen. Eine Frau hat ihr Gesicht, wie die Lufthansa es ausdrückt, für ihren Arbeitgeber »vorteilhaft« zu betonen. Denn Schönsein gilt als Teil ihres Jobs. Das ist falsch. Noch falscher ist, dass ein Arbeitgeber definiert und darüber entscheidet, was Schönheit ist.“

Als Rausschmeißer für den Tag, der so richtig schlechte Laune macht, ein Ausschnitt aus meiner derzeitigen Lektüre, das Kendi-Buch über die Geschichte des Rassismus, vor allem in den Amerikas, wo er mit den europäischen Eroberern hinkam. Ich bin erst auf S. 67, aber schon sehr beeindruckt von den vielen Quellen, die Kendi präsentiert, um die Geschichte der bescheuerten Idee, Menschen hätten erstens Rassen und die würden zweitens eine Hierarchie bilden, aufzuarbeiten.

Was mich gestern in der U-Bahn wirklich schwer ausatmen ließ, war die Geschichte von Elizabeth Key. Der Wikipedia-Artikel erklärt es sehr gut: Key war die Tochter einer schwarzen Sklavin und ihres weißen englischen Besitzers. Dieser erkannte das Kind zunächst nicht an, verfügte dann aber, dass sie frei sein solle, sobald sie 15 Jahre alt geworden war. Stattdessen wurde sie verkauft, lernte ihren späteren (weißen, englischen) Ehemann William Grinstead kennen. Gemeinsam klagten sie dafür, Keys den Status einer freien Frau zukommen zu lassen, denn ihr Vater sei ein Engländer gewesen. 1665 wurde ihr dieses Recht zugesprochen, woraufhin Virginia, der Ort der Klage, seine Gesetze änderte: Danach waren Kinder, die von Sklavinnen geboren wurden, automatisch auch Sklaven. Statt des englischen Rechts, nach dem die Nachkommen dem Status des Vaters folgen, berief man sich nun auf antikes römisches Recht, nach dem die Nachkommen der Mutter folgen. Oder anders ausgedrückt: Wenn Sklavenhalter ihre Slavinnen vergewaltigen und schwängerten, produzierten sie neue Sklaven, die ihnen gehörten.

„With this law in place, White enslavers could now reap financial reward from relations “upon a negro woman.” But they wanted to prevent the limited number of White women from engaging in similar interracial relations (as their biracial babies would become free). In 1664, Maryland legislators declared it a “disgrace to our Nation” when “English women … intermarry with Negro slaves.” By the end of the century, Maryland and Virginia legislators had enacted severe penalties for White women in relationships with non-White man. In this way, heterosexual White men freed themselves, through racist laws, to engage in sexual relations with all women.” (S. 41)

Kendi skizziert danach eine frühe Kurzgeschichte, die den angeblich unersättlichen sexuellen Appetit von schwarzen Frauen beschreibt. (Interessant, dass sowohl der deutschsprachige als auch der englische Wikepedia-Eintrag die rassistischen Untertöne nicht erwähnen.) Er zitiert die South-Carolina Gazette, die 1763 über neu ankommende Sklavenschiffe schrieb: “Those African Ladies are of a strong, robust Constitution: not easily jaded out, able to serve them by Night als well as Day.” (S. 42)

“Of the nearly one hundred reports of rape or attempted rape in twenty-one newspapers in nine American colonies between 1728 and 1776, none reported the rape of a Black woman. Rapes of Black women, by men of all races, were not considered newsworthy. Like raped prostitutes, Black women’s credibility had been stolen by racist beliefs in their hypersexuality. For Black men, the story was similar. There was not a single article in the colonial era announcing the acquittal of a suspected Black male rapist. One-third of White men mentioned in rape articles were acknowledged as being acquitted of at least one charge. Moreover, “newspaper reports of rape constructed white defendants as individual offenders and black defendants as representative of their racial group,” according to journalism historian Sharon Block.

Already, the American mind was accomplishing that indispensable intellectual activity of someone consumed with racist ideas: individualizing White negativity and generalizing Black negativity. […] Black women were thought to aggressively pursue White men sexually, and Black men were thought to aggressively pursue White women sexually. Neither could help it, the racist myth posited. They naturally craved superior Whiteness.” (S. 42/43.)

(Alle Zitate aus: Kendi, Ibram X.: Stamped from the Beginning: The Definitive History of Racist Ideas in America, London 2017.)

Vielleicht ist euch im vorletzten Absatz aufgefallen, dass im Zitat von Block “black” und “white” steht, während Kendi immer “Black” und “White” schreibt. Ich hatte in Noah Sows Deutschland Schwarz Weiß – Der alltägliche Rassimus gelesen, dass sie Schwarz immer mit großem S schreibt, um deutlich zu machen, dass es „kein wirkliches Attribut ist, also nichts ‚Biologisches‘, sondern dass es eine politische Realität und Identität bedeutet.“ (S. 19, Ausgabe von 2009.) Kendi schreibt beide Begriffe groß, weil sie sich beide in einem politischen Spektrum befinden.

Die Autorin Lori L. Tharps erklärte es 2014 in einem Opinion Piece für die NYT so: „When speaking of a culture, ethnicity or group of people, the name should be capitalized. Black with a capital B refers to people of the African diaspora. Lowercase black is simply a color.“ Das große B ist auch deshalb wichtig, weil rassistische Publikationen oder Websites „black“ kleinschreiben und „White“ groß. Es liegt im Englischen nahe, auch „White“ und „Black“ großzuschreiben, weil man auch „Asian“ oder „English“ großschreibt. Im Deutschen fällt mir das etwas schwerer, daher bin ich bei den gewohnten Formulierungen geblieben.

Tagebuch Samstag, 9. März 2019 – Etappenziel

Den Freitag verbrachte ich fast komplett im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, wo ich die noch fehlenden Quellen und Belege in meinem Dissertations-Exposé ergänzte. Dabei las ich mich natürlich wieder irgendwo fest, dann musste ich da noch was anlegen und hier noch was ergänzen, das hört ja nie auf, dass man über interessante Details stolpert, verdammte Wissenschaft!

Gestern las ich das Exposé dann zum hundertsten Mal durch, korrigierte ein paar Bezugsfehler, warf einige der Freitag angelesenen Details wieder raus und erkläre das Ding jetzt für fertig. Heute darf es noch hier rumliegen und morgen geht es an den Doktorvater.

Nachmittags 90 Minuten vor dem Laptop atemlos einem Nullnull von Augsburg beim Tabellendritten in Leipzig zugeschaut. Mich sehr über den einen, unerwarteten Punkt gefreut, weil die Mannschaft damit weiterhin drei Punkte vor Stuttgart liegt, das sich gerade auf dem Relegationsplatz 16 befindet.

Ich weine allerdings jetzt schon in meine Kissen, weil ich nächsten Samstag gegen meine Heimatstadt die Daumen drücken muss. Hannover ist 17., Augsburg 15., und Augsburg muss gewinnen, aber ich finde das trotzdem alles sehr dramatisch für mein inneres Seelenheil. Ich will ja auch gar nicht, dass Hannover absteigt, aber 51 Prozent des Herzens hängen jetzt dann halt doch an dieser blöden Fuggerstadt.

Wer Meister wird, ist mir übrigens egal. Ich würde mich sogar freuen, wenn’s endlich mal nicht wieder die Bayern werden würden.

Abends weiter in Ibram X. Kendis Stamped from the Beginning: The Definitive History of Racist Ideas in America gelesen. Das macht erwartbar schlechte Laune, über die Entstehung von Rassismus mehr zu erfahren.

Vorgestern wollte ich als Ausgleich noch einen Roman aus dem Regal ziehen, was Leichtes, so nebenbei zum Weglesen. Es ist dann Dostojewskis Der Idiot geworden, und ich bin mir noch nicht sicher, ob das eine gute Wahl war. Auch weil beide Bücher irre dick sind und viel Platz im Rucksack wegnehmen.

Our White House Photographer on Covering President Trump

Die NYT fragt einen ihrer dienstältesten Fotografen, was sich seit Reagan so geändert hat. Doug Mills erzählt.

„Q: Is photographing this president different in any ways from the previous four you’ve photographed.

A: Obama was the most photogenic president I’ve covered, and Trump is the most iconic. No matter where you see Trump, what light you see him in, what situation we photograph him in, you know right away it’s him. Whether it’s the hair, his tall stature, his black jackets, the 45 embroidered on his shirts. You just know it’s him. […]

Reagan was an actor, so when he went on stage he had this charisma and he would light up. His personality just grew as he spoke and as he gestured.

Bush 41 had one of the closest relationships with photographers because he was vice president for eight years before becoming president. He knew a lot of us by first names and had a nickname for us, “photo dogs.” He would invite us to play horseshoes with him and to go jogging with him. He wasn’t trying to play us, that was just his personality. He respected what we did.

When Clinton came in it was a totally different feel. We had plenty of access. He was very energetic and never stopped working. He loved rope lines, knew they made for great pictures and he seemed to get energy from going into a crowd and staying there for 30-40 minutes shaking hands after an event.

His relationship with photographers was not as close as it was with Bush 41 and after the Lewinsky scandal there was less access.

Because of his dad, Bush 43 really liked photographers. He’d also call us photo dogs. He was very athletic and would invite photographers to bike ride with him. He liked to hang out and talk to reporters and photographers at times, just to feel them out, mostly off the record while on the plane or at social events. He was a lot of fun to photograph. He didn’t have the stage presence of other presidents, but he was a character and would do things that made for good pictures.

Obviously 9/11 was important in his presidency. That really drove the image of him being a strong president, although he was the first president I ever saw cry in the Oval Office.“

Mills hat natürlich einen Instagram-Account.

The ‘Moral Clarity’ of ‘Slaughterhouse-Five’ at 50

Und nochmal die NYT (Abo lohnt sich!). Kurt Vonneguts Schlachthof 5 wird neu aufgelegt und bekommt eine neue Einleitung, die mich nach wenigen Zeilen hatte. Deswegen stehen hier auch diese Zeilen vom Anfang.

„When I was 24, I watched a small white car through the 4X scope attached to my M240B machine gun. The weapon rested on the wall of a rooftop on the outskirts of the city of Tal Afar, Iraq. The street down which the car drove was otherwise empty, the United States Army having previously informed the citizens of Tal Afar to evacuate their city or find themselves caught between military-strength deadliness and the people toward whom that deadliness was meant to be applied.

Though the day was hot and hazy, and I had been awake for all but a few of the preceding 48 hours, it was unmistakably clear that from a window of the small white car the occupant of the passenger seat had unfurled a white flag of truce. This was plain even without the aid of magnification provided by my scope. Through the scope, I saw a man in the passenger seat and a woman driving. They were old, and though I can’t say with any certainty how old, their age registered immediately as an important characteristic. Old people rarely try to kill American soldiers. I believe this to be both historically true and true in that place and at that time. Old couples waving white flags of truce from windows of small white cars are exceedingly unthreatening, even in a place like Tal Afar in September 2004, where many of the young men were very dangerous, including and perhaps especially us.

Someone said, “What ya got, Powers?” And I said: “Nothing. Just an old couple trying to get out.”“

1000 Fragen, 121 bis 140

(Ich paraphrasiere Christian: „Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht, und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF erstellt.“)

121. Gibst du der Arbeit manchmal Vorrang vor der Liebe?

Hä? Das hat doch nichts miteinander zu tun. Wenn die Frage ist: Verschiebst du manchmal Verabredungen, weil plötzlich noch ein Job reingekommen ist, lautet die Antwort: ja. Von Luft und Liebe kann ich meine Miete nicht bezahlen.

122. Wofür bist du deinen Eltern dankbar?

Dass sie mich als Kind in die Musikschule, in Zeichenkurse, in Museen und in die Oper geschleppt haben. Es ist mir wirklich erst als Erwachsene aufgefallen, dass nicht alle eine derartige Bildung mitbekommen haben.

Daneben bin ich ihnen dafür dankbar, gewisse finanzielle Grundlagen geschaffen haben, die mir etwas mehr Sicherheit geben, wenn ich an meine Rente denke.

123. Sagst du immer, was du denkst?

Nein. Ich sage nie im Restaurant, wenn das Essen eher so meh war und ich traue mich nie, im Taxi dem Fahrer Kontra zu geben, wenn er Quatsch redet. Ich schweige dann beschämt vor mich hin, ich Weichei.

124. Läuft dein Fernsehgerät häufig, obwohl du gar nicht schaust?

Auf meinem Laptop laufen mittelprächtig oft Serien, die ich schon kenne, während denen ich gerne Candy Crush oder Hay Day spiele. Ich versuche manchmal, mir das abzugewöhnen und stattdessen zu lesen, verfolge dieses Vorhaben aber nicht ernsthaft.

125. Welchen Schmerz hast du nicht überwunden?

Einige Bemerkungen zu meinem Gewicht, einige körperliche Übergriffe, die den Täter*innen vermutlich nicht mal als Übergriff klar sind, meine eigene Scham, nichts dagegen getan oder gesagt zu haben.

126. Was kaufst du für deine letzten zehn Euro?

Wenn ich kurz vor dem Tod bin: Schokolade oder Champagner (für zehn Euro halt Aldi-Schampus). Wenn ich noch Zeit vor mir habe: vielleicht eine warme Decke? Decken sind immer gut. Wenn ich kein anfassbares Geld mehr brauche, weil wir den Kapitalismus, Münz- oder Papierwährungen oder irgendwas anderes abgeschafft haben, würde ich den Schein vermutlich als historisches Dokument behalten.

127. Verliebst du dich schnell?

In die falschen Menschen auf jeden Fall. In der Rückschau ist das ein guter Indikator – die Menschen, mit denen ich länger zusammen war, waren immer erst Freunde oder gute Bekannte.

128. Woran denkst du, bevor du einschläfst?

An etwas Nettes, damit ich einschlafen kann. Hollywoodschnuckel, F. (aber dann grinse ich so debil, dann kann ich nicht schlafen), meine blauen Wände im Arbeitszimmer, perfekter Milchschaum, ein Tag im ZI oder so.

129. Welcher Tag der Woche ist dein Lieblingstag?

Donnerstag. Schon fast die Arbeitswoche hinter mir, Freitag ist quasi schon Wochenende, danach ist wirklich Wochenende, jetzt können wir noch zwei Tage richtig was schaffen. Wochenende ist auch super, aber Donnerstags hat das ZI auf, Samstag und Sonntag nicht.

Außerdem hat Donnerstag so schöne viele Silben und ist nicht so ein Hektiker im Mund wie die anderen Wochentage, aber das lässt mich jetzt sehr seltsam klingen.

130. Was würdest du als deinen größten Erfolg bezeichnen?

Mir als Kind selbst das Zehn-Finger-Tippen beigebracht zu haben. Und auf mein abgeschlossenes Studium bin ich auch ein wenig stolz in meinem hohen Alter man reiche mir die Heizdecke im Hörsaal zieht’s immer so.

131. Mit welcher berühmten Person würdest du gerne einmal einen Tag verbringen?

Mit keiner. Ich wäre viel zu aufgeregt, wenn’s jemand wäre, den ich toll finde. Ich bewundere solche Leute lieber aus der Ferne. Ich folge auch kaum noch Berühmtheiten auf Twitter, weil es mich wahnsinnig macht, wenn sie eine miese Rechtschreibung haben oder doofe Memes retweeten.

132. Warst du schon einmal in eine (unerreichbare) berühmte Person verliebt?

Ich würde es als Celebrity Crush bezeichnen und dann ja. Aber nie so schlimm, dass ich Flüge in die USA gebucht habe oder so.

133. Was ist dein Traumberuf?

Privatier und Mäzenin.

134. Fällt es dir leicht, um Hilfe zu bitten?

Es wird besser. Vielleicht kriege ich das vor der Rente noch hin.

135. Was kannst du nicht wegwerfen?

Ich kann alles wegwerfen, die Frage ist, ob ich es will.

Momentan sind ja Marie Kondo und ihr Joygesparke eine beliebte Zielscheibe. Ich habe vor längerer Zeit ihr Buch … ähem … quergelesen und mir davon genau die Lektion mitgenommen, über die gerade geschmunzelt wird: Wenn dir etwas keine Freude macht, wirf es weg. (Wir reden hier nicht von Steuerformularen, ist klar.) Den Anstoß fand ich ziemlich gut, und mit dieser Frage bin ich als erstes an meinen Kleiderschrank gegangen, in dem viel war, von dem ich dachte, das ziehe ich bestimmt irgendwann an, das war teuer usw. Bis ich dann wirklich mal diese rote Bluse in die Hand nahm und mich fragte, ob sie mir Freude macht. Machte sie nicht, weg damit, nie vermisst.

In die Altkleidertüte kam auch ein violetter Pulli, der mir über die Oberschenkel reicht, Fledermausärmel und einen irre weiten Kragen hat. Man kriegt ihn unter keine Jacke, aber er steht mir wirklich gut und er gefällt mir sehr. Den wollte ich auch wegwerfen, weil er halt nicht praktisch ist. Aber F. fragte ganz unschuldig, ob er mir Freude mache und das tut er, auch wenn er nur im Schrank liegt. Ich habe ihn in diesem Winter öfter zuhause getragen und bin froh, ihn nicht weggeworfen zu haben.

Was ich sagen wollte: Ich werfe meinen alten Teddy nicht weg, weil er mir Freude macht, bin aber kurz davor, 40 Jahre Briefe und Postkarten zu entsorgen, weil ich die nie wieder lese und sie nur von Wohnung zu Wohnung schleppe. Inzwischen kann ich auch Bücher ohne Reue wegwerfen.

136. Welche Seite im Internet besuchst du täglich?

Meine eigene. Nach dem Veröffentlichen noch mal schnell nach Fehlern gucken, liest sich anders als in der WordPress-Vorschau.

137. Sind die besten Dinge im Leben gratis?

Nein. Ja, schon klar, Liebe kann man sich nicht kaufen, schnarch, kleiner Prinz. Aber ein guter Wein kostet halt. Oder ein toller Urlaub. Oder ein schönes Fahrrad, das verlässlich immer glücklich macht.

138. Hast du schon mal was gestohlen?

Ja, in meiner Jugend Aschenbecher aus Kneipen, eine Postkarte in der hannoverschen Passarelle und einen Bembel irgendwo in Frankfurt. Wie ich mich über die Deppen aufrege, die in Biergärten Maßkrüge klauen! Ich war selber nicht besser.

Gerade beim Verlinken der Passarelle gemerkt, dass diese inzwischen Niki-de-Saint-Phalle-Promenade heißt. Heimatstadt, du gutes Ding.

139. Was kochst du, wenn du Gäste hast?

Für F. irgendwas Schnelles, damit ich mit ihm am Tisch sitzen kann anstatt am Herd zu stehen, für kleine Gesellschaften drei bis vier Gänge, für mehr … kann ich nächste Woche beantworten, die Frage.

140. In welchem Laden möchtest du am liebsten einmal eine Minute lang gratis einkaufen?

In einem dieser teuren Möbelläden wie Ligne Roset oder Bolia.

Noch besser: bei einer Maklerin. „Und dann nehme ich da diese Villa am Chiemsee, das Penthouse in der Münchner City, als Wochenendnest die Altbauwohnung in Hamburg und für den Urlaub das Haus in Amsterdam. Mit Putzdienst in allen Locations, gell? Ach, wissen Sie was, packen Sie mir das Reetdachding auf Sylt auch noch ein. Danke, Bussi! Komm, Fifi, Mami geht jetzt Austern essen.“

Neulich hat jemand einen uralten Tweet von mir geliked, den hatte ich schon wieder vergessen, aber seitdem habe ich ihn im Ohr:

„Oooh, ich hab solche Sehnsucht /
Ich bin so von dir betört /
Ich will wieder an den Chiemsee /
Ich will zurück nach Frauenwörth.“

Tagebuch Donnerstag, 7. März 2019 – Mein erstes LaTeX-Dokument

Den Vormittag verbrachte ich in der Stabi, wo ich mir einen Ausstellungskatalog ansah, der unglaublicherweise nicht im Zentralinstitut für Kunstgeschichte steht. Für meine Diss ist eine Ausstellung mit dem propagandistisch hervorragenden Titel „Die Straßen Adolf Hitlers in der Kunst“ wichtig, wo die Menschen in München 1936 bergeweise Autobahnbilder zu sehen bekamen. Die Ausstellung wanderte dann nach Berlin und Ende 1936 nach Breslau, und den Breslauer Katalog kannte ich noch nicht. In ihm fehlten schon einige Werke, denn das waren alles Verkaufsausstellungen, und so eine hübsche Ansicht einer Großbaustelle hängt man sich ja gerne übers Sofa. Im Breslauer Katalog fanden sich daher ein paar Käufernamen, was sehr praktisch für meine kleine Provenienzrecherche ist. Ich bin bei meinem Thema auf jeden Fitzel angewiesen, weil es außer ein paar Lexikonartikeln nichts Schriftliches über Herrn Protzen gibt. Ich bin gerade die erste, die sich länger mit ihm befasst. (Soweit ich weiß.)

Ich würde mir inzwischen ein derartiges Bild übrigens mit Kusshand übers Sofa hängen – vielleicht ist die systemkonforme NS-Kunst doch verführerischer als ich es demnächst auf 150 Seiten entschieden verneinen werde? Da die Pinakotheken aus Urheberrechtsgründen ihre eigenen Bilder nicht auf ihrer eigenen Website zeigen dürfen, verlinke ich mal auf ein Foto eines kommerziellen Anbieters – bei dem ich gerade eine Postkarte von Herrn Protzen erworben habe, von deren Motiv ich bisher noch nicht wusste, dass es als Postkarte erhältlich war. Danke, Google. (Jeder Fitzel!)

In der Mittagspause kaufte ich einen kleinen Eimer (den Satz lasse ich einfach so stehen, der ist super als geistiger Stopper), dann gab’s die neue Folge Masterchef UK und dazu ein Käsebrot.

Und dann setzte ich mich um 14 Uhr todesmutig an den eigenen Schreibtisch, installierte LaTeX, öffnete ein, zwei PDFe, die mir Newbie erklären sollten, wie ich überhaupt anfangen sollte – und dann fing ich an.

(Sie können sich diesen Blogeintrag ersparen und einfach meinen Thread von gestern auf Twitter nachlesen, da kann man mir quasi beim Livelernen zuschauen.)

Vor tausend Jahren hatte ich mal ein paar Tage in HTML und CSS investiert, daher schreckte mich die Oberfläche nicht so sehr ab. Ich erinnerte mich allerdings auch daran, wie schnell ich die Lust am Coden verloren hatte. Das überlasse ich bis heute eher Menschen, die wissen, was sie tun und die das vor allem tun wollen. Ich will bloß schreiben. Und genau deshalb wird die Diss in LaTeX getippt, weil mich Word bei einem derart langen Schriftstück vermutlich in den Wahnsinn treiben wird.

Mein Buch habe ich damals auch in Word geschrieben, aber das kam ohne große Fußnoten aus, ohne wissenschaftlichen Apparat wie einem Literaturverzeichnis und vor allem – ohne Abbildungen. Die haben mich bisher bei jeder Arbeit zum Schreien gebracht, weil Word irrwitzig unkomfortabel und unflexibel ist, wenn man Bilder einfügen will und womöglich noch was drunterschreiben möchte. Oder einen Tag später noch was. Bei der Masterarbeit habe ich ernsthaft teilweise lauter Einzelseiten angelegt, damit nicht immer alles umbrach, die einzeln als PDF abgespeichert und irgendwann alles zusammengefügt. Bei 30 Bildern war das okay, aber für die Diss werde ich weitaus mehr brauchen.

Meine individuelle Schwierigkeit bei der Diss mit ihrem irgendwie unangenehmen Thema: Ich sehe die Bilder, über die ich schreibe, nie in Katalogen. Mit Abbildungen von Kiefer und Lüpertz konnte ich mich totschmeißen, da konnte ich digital sogar aus diversen JPGs der Kunstdatenbanken das auswählen, was den fünf Katalogen vor mir in der Farbgebung am nächsten kommt bzw. von dort das beste einscannen, wenn ausnahmsweise keins bereits online vorhanden war. Systemkonforme Bilder aus der NS-Zeit hängen außer in der Pinakothek de Moderne in keinem deutschen Kunstmuseum und befinden sich daher auch so gut wie nie in Datenbanken. Ersteres ändert sich gerade, ich verweise nochmal auf die hervorragende Hängung in der Moritzburg in Halle. Oder man guckt sich die Bilder im Historischen Museum in Berlin oder dem GNM in Nürnberg an.

Aber Protzen hängt eben, außer wie gesagt netterweise mit zwei Bildern direkt vor meiner Haustür, nirgends. Deswegen war ich so glücklich über die Fotoalben in seinem Nachlass im Kunstarchiv Nürnberg, denn da ist fast sein komplettes malerisches Ouevre auf immerhin Schwarzweißfotos festgehalten. Die Alben habe ich komplett fotografiert und bin immer noch dabei, sie in halbwegs vernünftige Einzeldateien zu unterteilen, 350 von ungefähr 600 Werken habe ich schon.

Ein Kapitel in der Diss wird von der Autobahnmalerei handeln, denn ein solches Bild ist es, mit dem wir heute Protzen verbinden – was ein Teil meiner Forschungsfrage ist: wieso dieser Maler? Wieso dieses Bild? Um das Bild in einen Kontext einzuordnen, brauche ich alle seine Autobahnbilder (28 an der Zahl). Und deswegen sollte mein erstes LaTeX-Dokument ein Abbildungsverzeichnis aller Autobahnbilder von Protzen werden, damit ich sie endlich in einem Dokument vor der Nase habe und mich nicht dauernd durch meine JPGs klicken muss, wenn ich Maße oder Erstellungsdaten brauche.

Ich begann allerdings erst einmal mit einem simplen Textdokument und copypastete ein paar Absätze aus meinem fast fertiggestellten Diss-Exposé in die LaTeX-Eingabemaske. Ich arbeite nicht mit einer wilden Oberfläche wie TeXstudio, sondern bisher komplett händisch. Fühlt sich für mich okay an. Ich erlas und ergoogelte und erfragte mir erste Änderungsmöglichkeiten – eher neue deutsche Rechtschreibung und Trennung als amerikanische, Umlaute wären super, der Texteinzug in der ersten Zeile sollte beim Abbildungsverzeichnis weg, und wie kriege ich fetten Text auch noch kursiv? Letzteres habe ich noch nicht verstanden, aber ich werde mir das erarbeiten. Nicht vorsagen! Ich finde das selbst raus.

Und so propelte ich stundenlang an 28 Seiten herum, was eher daran lag, dass ich alle Bilder umbenennen musste und irgendwann leichtsinnig eine geschweifte Klammer zu viel im Dokument hatte, die ich 30 Minuten lang suchte, bis die Ausgabe wieder so aussah wie ich sie haben wollte. Ich ahne, dass es noch hübschere Möglichkeiten gibt, den Text nicht ganz so nah ans Bild dengeln zu lassen wie ich es jetzt eingestellt habe, und die Schrift gefällt mir auch noch nicht, aber für den ersten Tag war ich doch sehr beeindruckt davon, was alles ging und wie okay mein Dokument schon aussieht. Mein erstes LaTeX-Dokument! Ich bin ein bisschen stolz auf mich.

Was außerdem toll war: der Kaffee, den ich nebenbei trank und der jetzt auch gerade frisch aus der French Press neben mir steht. Er kommt von der Wasserburger Rösterei und schmeckt ausgezeichnet. Danke an die lockige Schenkerin!

Tagebuch Mittwoch, 6. März 2019 – Rumpuscheln

Morgens mal wieder bei F. aufgewacht – da war ich schon länger nicht mehr über Nacht; seit ich endlich wieder ein Schlafzimmer habe, sind wir deutlich öfter bei mir. Sehr gut geschlafen.

Den Vormittag auf Jobfeedback gewartet, das aber nicht kam. Erst Mittags dazu entschlossen, mich wieder ans Exposé zu setzen, denn wenn ich damit anfange, will ich konzentriert daran arbeiten und nicht mittendrin wieder auf Werbung umschalten. Genauso arbeite ich umgekehrt, schön eins nach dem anderen, damit mein Kopf nicht von allem genervt ist.

Ich ahne, dass ein Exposé noch längst nicht die Belegdichte haben muss wie ich sie jetzt angelegt habe, aber ich weiß es nicht, weil ich noch nie ein Exposé zu einer Dissertation geschrieben habe. Vermutlich weiß mein Doktorvater eh alles, was ich ihm erzähle, in den Bereichen dürften meine ausufernden Fußnoten egal sein. Aber in den Nachlass von Herrn Protzen gucke ich quasi als erste wirklich gründlich bzw. arbeite ihn als erste auf, daher belege ich da eben, was die Finger hergeben. Das fühlt sich schon alles sehr nach Einleitung an und nicht mehr nach grobem Foschungsvorhaben, aber mei, so arbeite ich halt. Finde ich aber schon lustig, dass ich in den vergangenen Tagen mal eben aus dem Handgelenk einen Text produziert habe, der die Länge einer Hausarbeit im Bachelorstudium hat. Was jetzt Zeit kostet, ist alles zu belegen, was ich aus dem Handgelenk geschüttelt habe.

Gestern bearbeitete ich auch die restlichen Bilder aus dem Werkverzeichnis, womit ich aber noch lange nicht fertig bin. Ich hatte das im letzten Juli begonnen und dann irgendwann eine Pause eingelegt, weil ich überhaupt mal mit Grossberg anfangen wollte, bevor ich nur noch Protzen mache. Das hat sich ja inzwischen erledigt und so muss ich jetzt noch die restlichen 300 Bilder von knapp 700 Werken ausschneiden, bearbeiten und mit Werknummer abspeichern. Das dauert noch, gestern habe ich nur ungefähr 50 geschafft. Aber netterweise gucke ich inzwischen anders auf die Bilder als noch im letzten Jahr, weil ich natürlich inzwischen wieder viel gelesen habe, was den Blick verändert hat.

Zufrieden mit dem Tagwerk ins Bett gegangen, wozu sich F. noch gesellte, der aus dem Augsburger Rosenaustadion kam, in dem die Amateure von Bayern gespielt hatten.

FRÜF – Frauen reden über Fußball

Beknackter Name, aber gutes Projekt: ein neuer Podcast, in dem nur Frauen über Fuppes sprechen. Die Nullnummer ist bereits online, und ich warte gespannt auf die erste richtige Ausgabe.

Faking Hitler: the story behind a sinister market

Jeder Absatz spannend: Hitler als Maler, echte und gefälschte Werke, Kunstmarkt, yadayadayada.

„Forging Hitler’s art is a time-honoured tradition. After his second rejection from the Vienna Academy of Fine Arts in 1908, Hitler eked out a marginal existence painting watercolours, mainly postcard-sized city views of Vienna. His agent Reinhold Hanisch sold them, and the income was good enough to allow Hitler to move out of a homeless shelter and into a new boarding house with Hanisch. The art historian Birgit Schwarz describes Hanisch as “a shady figure and notorious liar” in her book Geniewahn: Hitler und die Kunst (The Craze for Genius: Hitler and Art).

By the time Hitler seized power, the market was flooded with forgeries of his work, Schwarz says. Among the fraudsters was Hanisch, who “oversaw a veritable forgery centre in Vienna,” she says. He was arrested in November 1936 and died of a heart attack while in custody in 1937.

Hitler tried to clamp down on the market in forgeries by ordering the Nazi Party’s central archive in Munich to track down and buy both the genuine and forged works. He planned to authenticate the real ones to be entered into a catalogue raisonné, while the fakes would be destroyed. “But often he didn’t know whether they were genuine or not himself,” Schwarz says. “He had no distinctive artistic style. You can go into any number of antique shops in Vienna today and find paintings by other artists from the same era which look very similar in style.” Hitler banned publication of his art in 1937. Since then, there has been no scholarly attempt to fully catalogue it, Schwarz says: “It would be impossible to go about this seriously.”

In Nuremberg, Kerstin Weidler showed journalists a copy of Billy Price’s 1983 discredited “catalogue raisonné” of Hitler’s works. Titled Adolf Hitler: The Unknown Artist, it includes the five the auction house offered. Price was a collector who owned a large number of works attributed to Hitler. His book is dedicated to August Priesack, whose signature is on the “certificate of authenticity” that Weidler provided for Village by a Mountain Lake. But Priesack cannot be considered reliable—he was the first historian to authenticate the infamous “Hitler diaries”, unveiled as forgeries in 1983.“

(via @aldaily)

1000 Fragen, 101 bis 120

(Ich paraphrasiere Christian: „Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht, und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF erstellt.“)

101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?

„Der typische Fisch ist charmant, einfühlsam, empfindsam, feinfühlig, fröhlich, geheimnisvoll, geduldig, gesellig, großzügig, hilfsbereit, hingabefähig, innig, inspirierend, intuitiv, medial, mitfühlend, mitleidend, mystisch, phantasievoll, romantisch, schillernd, seelenvoll, selbstlos, sensibel, sentimental, verständnisvoll und verträumt.

Schwächen: ängstlich, beeinflussbar, chaotisch, disziplinlos, entscheidungsschwach, gehemmt, labil, prinzipienlos, sentimental, überempfindlich, umständlich, unfassbar und unzuverlässig.

Lebensmotto: Ich fühle mich mit allem verbunden! Ich glaube!“

Passt natürlich alles total. Ist mir inzwischen aber egal. Habe gerade interessiert am Bücherregal festgestellt, dass ich meine Astrologiebücher, die ich besitze, seit ich 14 bin, anscheinend bei einem der letzten Umzüge verklappt habe. Ich habe mir aber gemerkt, dass Fische zur Drogensucht neigen und war deshalb vermutlich mein ganzes Leben lang halbwegs brav. Kiffen fand ich fürchterlich, an alles andere habe ich mich nicht rangetraut. Damaliger guter Freund: „Anke, Koks ist genau deine Droge. Nimm die nie.“ Daran habe ich mich gehalten. Außerdem habe ich natürlich Christiane F. gelesen und war sehr verschreckt.

Mein Aszendent (ja, ich kenne meinen Aszendenten, ich hatte Astrologiebücher) ist übrigens Löwe, das passt natürlich auch alles total. Und ganz frei bin ich von dem Schnickschnack auch noch nicht, denn ich lese in jedem Dezember das Horoskop des vergangenen Jahres nach. Das passt natürlich auch alles total. Zauberei!

102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?

Blau. Muss an meinem Sternzeichen liegen.

103. Holst du alles aus einem Tag heraus?

Kommt drauf an, was in einem Tag drin ist. (SCNR.)

Lieber Fragebogen, was willst du denn jetzt hören? Carpe diem? Manchmal finde ich acht Stunden Arbeit für Geld und dann noch vier Stunden Kunstgeschichte super, ich kann aber auch prima zwölf Stunden vor Friends vergammeln und Schokolade essen. Ich halte beides für hervorragende Tagesgestaltungen.

104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmäßig?

*geht im Kopf die Wochentage durch*
Immer: 9-1-1, This Is Us, The Good Place (wenn Sie das bitte alle anschauen würden?), Mom, Grey’s Anatomy, Brooklyn 99, Bob’s Burger, The Affair, Masterchef (UK und Australia), Outlander, Jane the Virgin, Kitchen Impossible (neuerdings nur noch im Schnelldurchlauf). Auf Netflix Orange is the New Black, Queer Eye, Chef’s Table, Bojack Horseman, Rick & Morty.
Wenn mir langweilig ist: Modern Family, Will & Grace (hat mich nach den ersten zwei, drei Folgen des Revivals nie mehr überzeugt, aber aus alter Verbundenheit, Sie wissen schon).
Diverse Rewatches: The West Wing, Friends, How I Met Your Mother. Die beiden letzteren trotz der bekackten Dickenwitze und ersteres trotz der ambivalenten Haltung zu Frauen im Großen und Ganzen.

105. In welchen Momenten wärst du am liebsten ein Kind?

In keinen. Kindlich staunen kann ich auch so. Generell bin ich sehr gerne erwachsen, denn ich kann mir von meinem eigenen Geld Schokolade kaufen.

106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?

Ich habe es noch nie versucht und möchte es auch nicht (Netflix! Sternzeichen googeln!). Aber ja, ich denke, wenn es sein müsste oder aller Strom der Welt ausfällt – ja.

107. Wer kennt dich am besten?

Ich mich selbst. Und wenn ich mich in mir verlaufe, frage ich inzwischen andere nach dem Weg. (Hoffe ich.)

108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am wenigsten langweilig?

Wäsche nach Marie Kondo falten.

109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?

Logisch.

110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?

Keine Termine und leicht einen sitzen. (Ach komm, der ist so gut, der Satz. … Okay, ich versuch’s nochmal:)

Ohne Wecker aufwachen. Entweder etwas total Spannendes vorhaben oder gar nichts. Gutes Essen. Temperaturen so um 15 Grad, gerne leicht sonnig, aber nicht so, dass ich eine Sonnenbrille brauche. Nichts auf dem Plan, was im Haushalt erledigt werden müsste.

111. Bist du stolz auf dich?

Klar. Ich sitze an einer Dissertation, darauf kann man mal so richtig fett stolz sein. Und auf die fast gerade Farbkante in der Küche neulich! Und ich hab gestern Altpapier runtergebracht!

112. Welches nutzlose Talent besitzt du?

Ich finde, wenn es sein muss, in allem ein Haar in der Suppe, und wenn man mich anstupst, kann ich darüber 30 Minuten monologisieren.

113. Gibt es in deinem Leben etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?

Mein erstes Studium. Haha. Dieser Fragebogen lädt heute aber arg zum Kalauern ein.

Hm. Ich habe Omi keine Grüße mehr von Martin ausgerichtet, bevor sie gestorben ist. Ich habe mich nicht anständig von meiner Hamburger Gesangslehrerin verabschiedet, bevor ich nach München gezogen bin. Das könnte ich nachholen, aber vermutlich ist eine Mail nach drei Jahren Funkstille auch ein bisschen albern. Ich habe außer Englisch keine andere Fremdsprache vernünftig gelernt; bei Französisch dürften es so um die fünf Versuche gewesen sein. Jetzt lasse ich das.

114. Warum trinkst du Alkohol beziehungsweise keinen Alkohol?

Ich trinke Alkohol, weil er mir schmeckt. Weil Sekt/Schaumwein/Schampus mich schüchternes Hasi in sozialen Situation total gut gelaunt und entspannt werden lässt. Weil Wein ganz wunderbar zu gutem Essen passt. Weil das Helle in Bayern wirklich ganz großartig ist. Weil ich bei Whisky noch so viel entdecken kann. Weil im Sommer auf dem Balkon nichts besser ist als ein Gin Tonic. Weil immer Wasser, Tee und Coke zero langweilig sind.

115. Welche Sachen machen dich froh?

Sekt, Schaumwein, Schampus … okay, schon gut. Siehe Frage 113.

Bücher, alle. Blaufränkisch. Lustige, traurige, herausfordernde, unerwartete Serien. Die Kammerspiele. Stille. Auf irgendein Gewässer gucken. Rolltreppen. Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Meine Espressomaschine. Omis Teeservice. Mein alter Teddy. Spotify. Der FCA-Knacker im Stadion. Mein Lieblingsbleistift von arte. Blumen. Noch mehr Blumen. Alles, was F. mir von seinen Reisen mitbringt. DMs, Anrufe, WhatsApps von meinen Freund*innen. Patisserie. Jeder Dur-Akkord bei Martinů. Wenn mich eine Quelle in irgendeinem obskuren Aufsatz überrascht. Archive! Bibliotheken! Mein Fahrrad. Der Königsplatz. Der alte Nordfriedhof. Alte Meister. Die Neue Sachlichkeit. Dicke Kerzen. Ringelsocken. Alleine sein zu können. Ein perfekt gedeckter Tisch. Alles, was mit Käse überbacken ist. Fragebögen, die „Dinge“ statt „Sachen“ sagen.

116. Hast du heute schon einmal nach den Wolken am Himmel geschaut?

Ja, aus F.s raumgroßem Dachfenster, aus meinem Küchenfenster und aus der Balkontür raus.

117. Welches Wort sagst du zu häufig?

ALTER! Echt jetzt? Come on! Achschnickschnack.

118. Stehst du gern im Mittelpunkt?

Mittelnein. Nur nach viel Sekt, Schaumwein, Schampus.

119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?

Weniger Serien gucken und weniger Alkohol trinken?

120. Sind Menschen von Natur aus gut?

Ich zitiere eine neue Bekanntschaft: Nein, aber sie sind zu Gutem fähig.

Tagebuch Montag, 4. März 2019 – Omis Geburtstag

Auf ein Briefing gewartet, am Exposé rumgepuschelt, Pizza gegessen. Mich abends über das Wiedersehen mit F. gefreut, der ein paar Tage weg war und mir natürlich etwas mitbrachte: ein Buch über Fritz Todt (mit diversen Autobahn-Quellen, die ich noch nicht kannte!) und einen Berg Macarons, an dem ich mich heute überfressen werde.

Irgendwann am frühen Nachmittag leichtsinnig einen Tweet in die Welt geschickt, der mir dann total entglitten ist. Lesen Sie selbst, wobei Sie sich zwischen diversen Antwortsträngen entscheiden können. (Happy birthday, Omi!)

Dann den kapitalen Fehler gemacht, eine HBO-Dokumentation zum Fall Michael Jackson zu schauen, die in der NYT sehr gut besprochen wurde – auch in Bezug auf den Reviewer, der selbst Fan war.

Michael Jackson Cast a Spell. ‘Leaving Neverland’ Breaks It.

„If the average cultural experience demands the suspension of disbelief, if we oughtn’t think too much about this movie we’re watching, this novel we’re reading, this magic trick being performed right before our eyes, if being entertained means setting aside skepticism, logic and possibly a sense of morality, then what a magic trick we had in Michael Jackson.

He lived in defiance of physics and race and gender, and we just kind of lived with that. We ate it up. Just the odyssey of his nose from bulb to nub seemed somehow like a people’s journey. For so long, so much about Michael Jackson won our awe, our pity, our bewilderment, our identification, our belief that he was a metaphor, an allegory, a beacon, a caveat — for, of, about America. You need to do a lot of looking at him to feel this way. You also need to do a lot of looking the other way.

But, eventually, all the suspension reaches a logical end. You run out of hooks to hang things on. There’s a moment in “Leaving Neverland,” Dan Reed’s documentary about Jackson’s alleged pedophilia, where I simply ran out of hooks.“

Die Michael-Jackson-Fans haben schon vor der Ausstrahlung zur Social-Media-Gegenwehr aufgerüstet.

Tagebuch Samstag/Sonntag, 2./3. März 2019 – Essen und schreiben (meine zwei liebsten Dinge)

Leckeres aus einem Blumenkohl angefertigt. Samstag gab’s Steak mit Tomatensalsa und Pesto.

Dieses Mal habe ich daran gedacht, beim Blumenkohl die Blätter mitzunehmen und nicht schon im Laden in die Tonne zu werfen, denn ich wollte ausprobieren, ob man daraus Pesto machen kann. Kann man, aber es sieht sehr hellgrün aus und schmeckt auch nur nach Pinienkernen. Ich warf noch etwas Petersilie dazu, aber geschmacklich hat sich nicht mehr viel verändert. Nächstes Mal werde ich die Blätter mal grillen oder in die knackeheiße Pfanne werfen und rösten, vielleicht kommt dann noch Geschmack aus ihnen heraus. Aber ich mochte es gern, mich etwas intensiver mit einem Produkt auseinanderzusetzen.

Das Steak habe ich in der Pfanne angebraten und dann im Ofen zuende geschmort. Nächstes Mal nehme ich nur die Pfanne und werde das Ding ordentlich mit Butter begießen, während es brät. Weil: Blumenkohl und Butter OMG so gut.

Die Salsa war die gleiche wie die von neulich, die an ein fleischiges Steak kam. Schmeckt auch mit Gemüse ganz hervorragend. (Schalotte, Knoblauch, Tomaten, Zitrone, Anchovis. Geht auch ohne Anchovis, die bringen aber ein schönes Salz mit.)

Am Sonntag verarbeitete ich dann den restlichen Kohlkopf: der Großteil wurde mit Wasser und Milch aufgekocht und zu Püree gestampft, einige Röschen wanderten mit Kartoffeln und Zwiebelachteln aufs Blech in den Ofen. Rest Pesto drauf, fertig. Beim letzten Gang in den Supermarkt nahm ich mir Veggie Wiener von veggie life mit und probierte sie, sowohl roh als auch in der Pfanne gebraten. Das Mundgefühl war grauenhaft, der Geschmack noch mehr, ganz gleich in welchem Zustand. Auf Instagram gab es wenige Tipps für ein fleischloses Wiener Würstchen, aber ich ahne, dass ich die weiter von Tieren essen möchte.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das letzte Bild scharf ist – meine neue Brille strengt etwas mehr an als erwartet. Ich geb mir noch ein, zwei Tage, dann nerve ich die Optiker von nebenan.

Am Samstag abend traute ich mich, mein Exposé zur Dissertation wieder zu öffnen. Nach dem sehr motivierenden Gespräch mit dem Doktorvater am letzten Dienstag hatte ich es Mittwoch in einem Zug runtergeschrieben und war zufrieden. Und überrascht, dass ich es in einem Zug runterschreiben konnte, wo ich doch vorher monatelang rumgenöckelt hatte. Seitdem habe ich es nicht gewagt, die Datei wieder anzuklicken, aus Angst, kompletten Quatsch geschrieben zu haben.

Samstag abend war ich nach einem Gläschen Scheurebe aber anscheinend mutig genug, öffnete das Dokument, las die vier Seiten durch – und war immer noch zufrieden. Gestern verbesserte und ergänzte ich, machte ein paar der hingeschluderten Fußnoten ordentlich, muss aber immer noch genug nachschlagen, bevor ich es losschicke. Und natürlich fielen mir noch weitere Argumente für mein Vorhaben ein, so dass ich jetzt bei sechs Seiten bin. War ja klar.

Bei einer Fußnote musste ich ein bisschen wimmern: Der Rowohlt-Verlag zieht gerade um, weswegen es die wunderbare Literaturangabe „Reinbek bei Hamburg“ demnächst nicht mehr geben wird. Dann wohl nur noch langweilig „Hamburg“. Pffft. Keine Ahnung, warum ich ausgerechnet diesem Detail so hinterhertrauere, aber ich mochte das irgendwie. War halt immer eine besondere Angabe, nicht so banal „Frankfurt“ oder „München“, nee, was Kleines vor den Toren vom Großen. (Hier das Gemeckere vom Lektorgirl einfügen, das immer mit der blöden S-Bahn zum Kleinen fahren musste und abends wieder zurück ins Große und das sich sehr freut, das bald nicht mehr tun zu müssen.)

Man kann dem Verlag übrigens beim Umziehen zugucken. Instagram bricht mir das Herz.

1000 Fragen, 81 bis 100

(Ich paraphrasiere Christian: „Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht, und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF erstellt.“)

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?

Sehr viel schlechte Laune haben, nehme ich an. Hoffentlich in der Küche arbeiten und nicht in der Schneiderei. Die Gefängnisbibliothek leerlesen. Ein Fernstudium erledigen, Master in Philosophie oder so.

82. Was hat dich früher froh gemacht?

Bei Omi im grünen Sessel sitzen, lesen und Schokolade essen. Bis auf Omis Sessel mache ich das heute noch genauso.

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?

Ich mag mein Opernoutfit aus schwarzer Hose und rubinroter Jacke gerne, auch wenn ich neulich in der Spiegelwand der Bayerischen Staatsoper festgestellt habe, dass ich damit Angela Merkel ähnele; die Jackenlänge dürfte auf den Zentimeter die gleiche sein. Da ich zuhause keinen Ganzkörperspiegel mehr habe, wusste ich das bisher nicht.

Ich mag mich ansonsten gerne in Jeans und Shirt, weil es bequem ist und ich mir keine Gedanken darüber machen muss, ob ich mir darin gefalle. Ich mache mir eigentlich um kaum weniger Gedanken als um meine Outfits.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch?

Derzeit liegen da fünf Bücher, von denen ich zwei lese. Eins müsste mal wieder in die Bibliothek, die anderen könnte mal wer ins Regal zu den anderen Tsundokus räumen. Außerdem stehen da ein Lämpchen und ein Korb, in dem Kleinkram wie Labello, Taschentücher, Medikamente, Ohropax und ein Bleistift zum Rummalen in Büchern liegt. Abends liegt da zusätzlich noch mein Handy, während es auflädt.

85. Wie geduldig bist du?

Wenn ich auf Essen warte: gar nicht. Wenn ich auf den Bus warte: sehr, weil ich immer was zum Lesen dabeihabe. Wenn die neue Staffel Masterchef Australia anfängt: geht so. Spätestens ab 14 Uhr klicke ich wild im Interweb rum, ob irgendwo die Folge von gestern nacht liegt.

86. Wer ist dein gefallener Held?

Im privaten Umfeld geht euch das nichts an. Bei öffentlichen Figuren ist das Kevin Spacey. Dessen Arbeit verfolge ich bewundernd seit Jahrzehnten, und nun zu merken, dass er genauso ein Penner ist wie so viele andere, tat dann für mich überraschend mehr weh als ich dachte.

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?

So ziemlich alle meine Fotos auf dem Handy finden sich auch auf Instagram, Twitter und im Blog, glaube ich. Daher: nö. (Und sag bitte nicht „Mobiltelefon“!)

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?

Olli. Es werden jetzt 33 Jahre.

89. Meditierst du gern?

Ich meditiere nie. Ich kann aber prima bei Serien einschlafen, das ist auch super entspannend.

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?

In eine Bibliothek fahren. In Gesellschaft viel trinken. An einer netten Schulter ausweinen. Dinge anschreien. Eskalastionsstufe: Dinge nach dem Anschreien rumwerfen (glücklicherweise schon sehr lange nicht mehr gemacht). Einfach ins Bett flüchten, Decke über den Kopf ziehen und an Hollywoodschnuckel denken. Kommt immer auf den Tag an.

91. Wie heißt dein Lieblingsbuch?

Ich habe kein Lieblingsbuch, sondern 100, aber ich erwähne einfach nochmal den Zweig und Battle Cry of Freedom, weil ich das hier im Blog NOCH NIE gemacht habe.

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über WhatsApp?

Fast ausschließlich mit meiner Schwester und dem Lektorgirl.

93. Was sagst du häufiger: Ja oder Nein?

Ich hoffe ja, weil ich inzwischen gelernt habe, dass ich mich mehr über Dinge ärgere, die ich nicht gemacht habe als über die, die ich gemacht habe und damit vielleicht auf die Schnauze gefallen bin. Ist jetzt aber eine arg gestylte Antwort, wenn ich ehrlich bin. Könnt ihr euch mit einem Pastellhintergrund ausdrucken oder als Sinnbild auf Facebook kleben.

94. Gibt es Gerüchte über dich?

Keine Ahnung, ich googele mich seit mindestens zehn Jahren nicht mehr.

95. Was würdest du tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?

Meine Diss schneller fertigstellen. Öfter ins ZI gehen, ein irres Stichwort in die Suchmaske eingeben und blindlings die ersten fünf Bücher dazu aus dem Regal holen und lesen, weil ich Zeit dafür habe. Öfter wegfahren vielleicht. Aber generell kann ich im Moment mit meinem Leben gut leben.

96. Kannst du gut Auto fahren?

SELBSTVERSTÄNDLICH!

Ich habe seit … äh … *guckt im Blog nach* … 2013 kein Auto mehr und bin seitdem vielleicht noch fünfmal gefahren. Heißt: Mir fehlt total die Routine. Als ich diese noch hatte, meinte ich gut Auto fahren zu können, ja.

97. Ist es dir wichtig, dass dich die anderen nett finden?

Ich finde es nett, wenn mich Menschen nett finden, die ich auch nett finde. Rest ist mir egal. Kunden und Doktorväter sollen mich bitte kompetent finden.

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders?

Ist klar, Fragebogen, netter Versuch.

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?

Essen und trinken, was denn sonst? Neuerdings gerne auch Theater und Konzerte. Aber danach auf jeden Fall essen und trinken.

100. Hast du jemals gegen ein Gesetz verstoßen?

Ich habe früher mal Kleinkram in Kneipen geklaut und vermutlich sehr oft die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Straßen ignoriert. Heute bin ich brav und fahre nicht mal mehr mit dem Rad falschrum in Einbahnstraßen.

Ein idiotisches Dankeschön …

… an Anka, die mich mit Fjodor Dostojewskis Der Idiot überraschte. Von Dostojewski stehen schon Der Spieler, Schuld und Sühne (heute „Verbrechen und Strafe“) sowie Der Doppelgänger gelesen in meinem Regal – und Njetotschka Neswanowa, aber das habe ich noch nicht durch –, und daher wollte ich die Sammlung erweitern. Ich weiß nicht mehr, wie ich auf die Neuübersetzung einiger seiner Werke gestoßen bin, aber genau deshalb wollte ich keine alte Ausgabe haben oder mir das Ding umsonst auf den Kindle laden. Warum man Dostojewski neu übersetzt hat, erklären die Zeit (1995) und die FAZ (2003). Die Werke, die ich bereits besitze, möchte ich nicht noch einmal erwerben, aber mir fehlen ja noch die Brüder Karamasow sowie Die Dämonen, die beide noch auf der Löffelliste an zu lesenden Werken stehen.

Habe gerade beim Gang am Bücherregal entlang festgestellt, dass er der russische Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert mit den meisten Werken in meiner Sammlung ist. Von Tolstoi habe ich nur zwei gelesen (da immerhin Krieg und Frieden sowie Anna Karenina, und ihr solltet das auch tun, beides großartig, wenn ihr nur Zeit für ein dickes Buch habt, dann nehmt Krieg und Frieden und ignoriert bitte JEDE Frauenbeschreibung, die sind alle fürchterlich), von Gontscharow nur den herrlichen Oblomow und von Gogol nur die Petersburger Novellen. Da geht auch noch was! Aber jetzt erstmal wieder Dostojewski. Vielen Dank für das Geschenk, ich habe mich sehr gefreut.

Und über die Widmung habe ich sehr gelacht. Auch dafür danke.